John Burnside In hellen Sommernächten

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Inhaltsangabe zu „In hellen Sommernächten“ von John Burnside

„Ich will, dass der Leser das Irrationale für möglich hält, obwohl ihm der Verstand das Gegenteil sagt.“ (John Burnside) Hoch oben im Norden, wo im Sommer das weiße Licht alle Konturen verwischt, ertrinken auf rätselhafte Weise junge Männer. Hat, wie es die Sage behauptet, die rotgewandete Waldfee Huldra ihre Hand im Spiel? Gelingt der stillen Liv die Lösung des Rätsels, oder verliert auch sie sich in einer Zwischenwelt aus Fantasie und Realität? In seinem neuen Roman erzählt John Burnside von unheimlichen Begebenheiten und folgt der Poesie einer betörenden Landschaft.

So still und gleichzeitig eine solch subtile Spannung, geheimnisvoll und andersartige Charaktere. Absolut gelungen!

— Poesiesoso
Poesiesoso

Poetische Aufarbeitung einer nordischen Sage verpackt in eine spannende Geschichte

— wlatata
wlatata

Eher eine Schauergeschichte als ein Krimi. Spannende Story und eine wunderschöne, bildreiche Sprache.

— letusreadsomebooks
letusreadsomebooks

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  • Großartig

    In hellen Sommernächten
    Zaubermonde

    Zaubermonde

    25. September 2015 um 14:10

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. John Burnside besitzt wirklich das Talent die Realität mit dem Unwirklichen zu vermischen. 

  • Poetische Schauersage

    In hellen Sommernächten
    wlatata

    wlatata

    24. July 2015 um 12:16

    Ich musste mich zuerst etwas an die Sprache des Autors gewöhnen und an seine Erzählweise, bei der er immer wieder Spannung aufbaut und ein Rätsel andeutet und dann erst einmal abschweift ehe er es löst. So wird man sofort zu Beginn der Geschichte mit den rätselhaften Todesfällen konfrontiert, die die einsame Gegend heimsuchen, in der Liv wohnt. Das Rätsel um Maia, die vermeintliche Huldra, wird aber erst in kleinen Häppchen aufgedeckt. Nachdem ich mich eingelesen hatte, wollte ich deswegen kaum noch aufhören. Die Geschichte um die Sagengestalt ist spannend und trotzdem sehr tiefgründig und poetisch erzählt. Man bekommt ein Gefühl für die Weite und Einsamkeit des Nordens. Das heißt aber auch, dass man das Buch nicht einfach mal so nebenbei lesen kann, sondern sich auf Grund der Sprache beim Lesen immer wieder konzentrieren muss, ehe man in die Geschichte gefunden hat. Außerdem bleibt einem die Ich-Erzählerin seltsam fremd, was natürlich gewollt ist, aber es trotzdem schwerfallen lässt, leicht in die Geschichte zu finden. Wenn man durchhält, wird man mit einer wunderschön geschriebenen Geschichte über eine Schauersaga des Nordens und einer interessanten Mutter-Tochter-Geschichte belohnt.

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  • Die Grenze zwischen Realität und Illusion

    In hellen Sommernächten
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    13. May 2015 um 12:06

    Liv wohnt mit ihrer Mutter auf einer Insel in der Nähe des Polarkreises. Sie ist ein verschlossenes Mädchen, das die Einsamkeit sucht und keine wirklichen Freunde hat. Einzig zu ihrer Mutter und ihrem Nachbarn Kyrre, einem Geschichtenerzähler, hat sie mehr Kontakt. Als zwei Klassenkameraden von Liv ertrinken, sind die Bewohner der Insel nicht weiter beunruhigt. Nur Liv, beflügelt von den Geistergeschichten Kyrres, glaubt an die männermordende Huldra, eine alte Sagengestalt. Und welche Rolle spielt Maia, eine weitere Außenseiterin, die mit den Jungen kurz vor ihrem Tod gesehen wurde? Gleichzeitig erhält Liv unverhofft einen Brief, der ihre eigene Lebensgeschichte betrifft… In seinem Buch In hellen Sommernächten spielt John Burnside gekonnt mit der Vorstellungskraft des Lesers und nie ist wirklich klar, was erzählte Realität ist und was nur der Fantasie Livs entspringt. Liv lebt mit ihrer Mutter, einer Künstlerin, ein fast schon einsiedlerisches Leben auf der Insel und hat nur wenig Kontakt zu anderen Menschen. Auch die Beziehung zu ihrer Mutter findet ohne viel Kommunikation statt. Beide lassen sich ihre Freiräume und kommen ohne große Worte aus um ein scheinbar glückliches Leben zu führen. Neben ihrer Mutter spielt nur der Nachbar Kyrre eine größere Rolle in Livs Leben. Der Geschichtenerzähler, der aus der Zeit gefallen scheint, hat sie mit erzogen und ihr viele alte Sagen und Geschichten erzählt. Nach dem Ertrinken der Schuljungen erwacht besonders die Geschichte der Huldra in Livs Fantasie zum Leben – oder ist sie doch Realität? Die Grenzen zwischen dem was Liv wirklich sieht und dem was sie sich einbildet werden immer undeutlicher und selbst sie kann den Unterschied kaum erkennen. Für die Geschichte spielen die Natur und die Einsamkeit in der Nähe des Polarkreises eine wichtige Rolle und John Burnside gelingt es ausgezeichnet, diese Natur und das Gefühl des Alleinseins darzustellen. Die Sprache des Autors ist sehr bildreich und beschreibt ausführlich die Natur sowie die Gedanken der Protagonistin. Das Erzähltempo ist dabei sehr gemächlich, wobei Livs Gedanken häufig sehr komplex und mitunter auch verwirrend sind. In Hellen Sommernächten ist ein spannender Roman, der durchaus auch schauerliche Momente bietet, aber ich würde ihn nicht als Krimi bezeichnen. Vieles wird der Interpretation und der Vorstellungskraft des Lesers überlassen. Das was Liv erzählt wird immer sagenhafter und es ist nie wirklich klar, was sie sich nur einbildet und was wirklich passiert ist. Umrahmt wir die Geschichte von John Burnsides gewandter und poetischer Sprache, die sowohl die Natur als auch die Fantasie zum Leben erwecken. Ein wirklich gut gelungener Roman.

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  • Rezension zu "In hellen Sommernächten" von John Burnside

    In hellen Sommernächten
    Clari

    Clari

    06. April 2012 um 18:28

    Leben zwischen Wahn und Wirklichkeit. Es ist eine kühle, ferne Welt, in die es den Leser in diesem Roman verschlägt. Lange dunkle Winter und helle Sommernächte geben der Insel in Nordnorwegen eine intensive Färbung. In die Einsamkeit der abgelegenen Gegend ist die Mutter von Liv mit ihrer Tochter gezogen, um sich ganz ihrer Malerei und Bildhauerei zu widmen. Sie gilt als schön, geheimnisvoll und anziehend. Seltene Besucher, hier Freier genannt, und einige wenige Nachbarn bieten seltene Kontakte zur übrigen Welt. Aus Livs Perspektive geschrieben erfährt man etwas von der Einsamkeit und der Fantasiewelt, in der sie lebt. Sie mag kaum mit Menschen zusammen sein hört aber genau hin, wenn der alte Kyrre seine Geschichten erzählt. Sie verbinden eine unheimliche Sagenwelt mit der Wirklichkeit. Zu Beginn gibt es zwei ertrunkene Nachbarjungen, deren Tod ebenso mysteriös bleibt wie die übrigen Gestalten, denen wir in der Erzählung begegnen. Liv ist die zarte, empfindsame und sich selbst als Spionin beschreibende Hautprotagonistin, die mit empfindsamen und wachen Gefühlen ein Gespür für das Absonderliche hat. Sie beobachtet genau und macht sich ihre Gedanken, die zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu oszillieren scheinen. Ahnungsvoll meint sie einen Voyeur entdeckt zu haben, der zuletzt sehr lebendig erscheint, um dann wie einige andere Gestalten im Meer zu versinken. Die schöne Mutter bleibt der Angelpunkt von Livs Dasein. Sie beobachtet ihre Mutter jedoch ebenso verwundert wie alle anderen Erscheinungsbilder auf der fernen nordischen Insel. Machtvoll, sprachgewandt und poetisch kommt die Erzählung daher, mit der John Burnside der Gratwanderung des jungen Mädchens in ihre Märchen- und Fantasiewelt folgt. Menschliche Verstrickungen werden umrankt von erhabenen Naturerscheinungen und der lichten Weite des nordischen Sommerhimmels. Einsamkeit gepaart mit Ängsten und der Suche nach Lösungen für die geheimnisvollen Beobachtungen machen das Buch zu einem Thriller zwischen Mysterie und Hoffnung. John Burnside vermag seiner Erzählung zwischen Schattenreich und wahren Lebensahnungen beredt Ausdruck zu geben.

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  • Rezension zu "In hellen Sommernächten" von John Burnside

    In hellen Sommernächten
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    12. March 2012 um 13:41

    Unerklärliche Todesfälle Man durfte gespannt sein, welchem Thema in welcher Form sich John Burnside nach seinem fulminant erzählten, autobiographischem und emotional düster-mitreißendem „Lügen über meinen Vater“ und dem verstörenden Roman „Gilster“ zuwenden würde. Ganz anders nun zunächst, soweit kann man zunächst sagen. Und doch sich treu bleibend in seiner Kunst, in bildkräftiger Sprache emotionale Vieldeutigkeiten des Lebens in ein verstörendes Portrait zu bannen. Im hohen Norden Norwegens, auf einer Insel am Polarkreis, siedelt Burnside seine Geschichte an und diese Geographie „am Rande der Welt“, in einer (überragend geschilderten) Landschaft wie direkt altnordischen Sagen entnommen, ist wichtig für das Verständnis. Ein abgeschnittenes Stück Welt, in dem die Uhren anders zu gehen scheinen, wie auch die Emotionen. Eine äußere Abgeschnittenheit, die sich im Lauf des Romans auch innerlich in Figuren spiegeln wird Hier wartet die junge Liv, die mit ihrer Mutter, einer Künstlerin, auf der Insel lebt, auf die Ergebnisse ihrer Schulabschlussprüfungen. Und nun sterben junge Männer. Zuerst Mats. Einfach so. Nimmt (scheinbar) das Boot des Nachbarn, fährt (scheinbar) aufs ruhige Meer hinaus und wird tot wieder angespült. Zuletzt hatte Liv Mats mit dessen jüngerem Bruder Harald in Begleitung einer Mitschülerin, Maia gesehen. Eine Art des Umgangs lag zwischen diesen drei, die Liv ein mehr als nur Bekanntschaft ahnen lässt. Auch Harald stirbt. 10 Tage später. Mit genau dem gleichen Boot des Nachbarn war er ebenso aufs ruhige Meer hinaus gefahren und ist ertrunken. Ereignisse, Todesfälle, die merkwürdigerweise gar keine große Aufregung bei den Bewohnern der Insel hervorrufen. Was Wunder, das Liv sich mehr und mehr von den alten Erzählungen des alten Kyrre einnehmen lässt. Hexenerzählungen, Geistergeschichten, Geschichten der „männermordenden Huldra“. Und da Liv mehr und mehr beginnt, diese „Geister“, ansonsten für andere unsichtbare Wesen, zu sehen, zieht es sie immer mehr hinein in diese Zwischenwelt. Jenes geheimnisvolle Mädchen Maia, ist sie nicht einer jener „bösen Geister“, eine „Huldra“? Doch nichts ist wirklich, wie es scheint. Vor allem nicht so, wie es Liv zunächst schildert. Selbst ihre Mutter, selbst das Verhältnis zwischen Liv und der Mutter, mehr und mehr zweifelt der Leser an all den Beschreibungen, die er durch Liv erfährt. Und dennoch, bei allem Zweifel erhält auch Livs Sicht immer wieder neue Nahrung. Als ein Fremder mit Geheimnissen in ihre Nähe zieht. Heimlich enttarnt sie den Mann als Pädophilen und alsbald taucht auch Maia wieder auf. An der Seite des neuen Nachbarn, der in Livs Augen damit das nächste Opfer der Huldra sein dürfte. Und dass sie selbst, als einzige, die der Huldra so eng auf den Fersen ist, ebenfalls ihres Lebens nicht mehr sicher sein dürfte. Was wirkt, wie eine Kriminal-Gespenstergeschichte, bei der Leser bis zuletzt zu harren hat, wieweit übersinnliche Phänomene sich in realitätskonforme Abläufe hinein doch noch auflösen, spielt Burnside in hervorragender, bildkräftiger und tief reichender Sprache mit den Grenzen dieser Realität, mit vermeintlichen Tatsachen zwischen Wahn und Fantasie. Ein Spiel der Worte und Ebenen, die im Lauf der Lektüre kaum noch etwas als gegeben stehen lassen. Sind überhaupt Männer zu Tode gekommen? In der einen Lesart natürlich, aber da gibt es ja noch ganz andere Geschichten im Buch, bei denen der Leser immer wieder vor die Wahl gestellt wird, welchem Faden, welcher Lesart er sich anschließen kann und will. Widersprüche liegen vor, die nicht eine einzige komplexe Geschichte im Nachhinein ergeben werden, sondern den Leser zwingen, sich für eine der einander widersprechenden Ereignisketten zu entscheiden. Um sich damit doch dem Zentrum des Romans zu nähern. Nur eine Konstante verbleibt im gesamten Buch und diese ist letztlich der einzige „Schlüssel“, der den Zugang zum Buch und zur Annäherung an das, was die Wahrheit sein könnte, öffnet. Das Mädchen Liv in ihrer Geschichte. Eine, die in ihren Fantasien mehr und mehr untergeht (wie die jungen Männer in spiegelglatter See ertrunken sein sollen). Eine, bei der man lange brauchen wird, um zu verstehen, was wirklich „mütterlich“ an ihr nagt. Bildkräftig, sprachgewaltig, mit einer Tiefe und Mehrdeutigkeit versehen die ihresgleichen sucht und dabei ein genauer Beobachter und Kenner der menschlichen Psyche in ihren noch so merkwürdigen Verästelungen, John Burnside versteht es, Meisterwerke zu schreiben. Jeder Schritt, jede Etappe des Buches, so verwirrend sie auch im ersten Anblick scheinen mag, ist durchdacht, gewollt und in hervorragender Sprache auf den Weg gebracht und alles zusammen ergibt das hoch differenzierte Bild einer Person, die droht, zu versinken, wenn sie nicht schon vorher versunken war.

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