John Burnside Wie alle anderen

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Inhaltsangabe zu „Wie alle anderen“ von John Burnside

Ein Leben an der Grenze zum Wahnsinn – „brillant geschrieben und sehr bewegend“ Irish Time Nach Jahren des Vorsatzes, ja nicht zu werden wie sein Vater, muss sich John Burnside eingestehen, dass er genau den gleichen Weg zur Hölle eingeschlagen hat wie der Mann, den er zutiefst verachtet: Drogen, Alkohol, Lügen und die systematische Weigerung, für sich und sein Handeln Verantwortung zu übernehmen. Ganz unten angekommen beschließt er, ein „bürgerliches“ Leben zu führen, zu sein wie alle anderen. Radikal ehrlich erzählt Burnside hier von seinem langen gewundenen Weg in die Normalität.

Ein holpriger Anfang, aber es lohnt sich dran zu bleiben. Philosophisch & authentisch schreibt Burnside über das Leben. Für Knausgard-Fans!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Chaotisch, verwirrend und ohne Charaktere, die einen als Leser irgendwie in die Geschichte mitnehmen. Für mich leider enttäuschend.

— leserattebremen
leserattebremen

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    Wie alle anderen
    leserattebremen

    leserattebremen

    24. October 2016 um 14:58

    Der Ich-Erzähler in John Burnsides Roman „Wie alle anderen“ kommt aus einer Suchtklinik und muss sein Leben in den Griff kriegen. Er beschließt, das friedliche Vorstadtleben zu suchen, um endlich zur Ruhe zu kommen. Doch schnell stellt er fest, dass es gar nicht einfach ist, ein normales Leben zu führen und „normal“ in diesem Zusammenhang ein eher dehnbarer Begriff ist. Denn auch hinter den ganzen Vorstadthäuschen spielen sich Dramen ab, die er sich so nie hätte vorstellen können. So verfällt er weiter dem Alkohol und muss feststellen, dass er genauso geworden ist, wie er eigentlich nicht sein wollte, nämlich wie sein eigener Vater. Der Erzähler in dem Roman nimmt einen mit in sein Leben, das wie ein regelrechter Trip wirkt, nach Glück kommt Verzweiflung, Selbstzerstörung durch Alkohol und neue Liebe und Zuversicht. Teilweise fällt es schwer, ihm zu dabei folgen an und man ist nie sicher, an welcher Stelle in seinem Leben man sich gerade bewegt. Ist er jetzt Jugendlicher oder ist es die Gegenwart, erinnert er sich nur oder erlebt er gerade etwas. Dadurch fällt es beim Lesen nicht leicht, die Handlung wirklich nachzuvollziehen und wenn schon nicht Sympathie, so doch irgendein Gefühl für ihn als Protagonisten aufzubringen. Für mich blieb die Hauptfigur während der ganzen Handlung sehr farblos und ich konnte zu ihm und der ganzen Geschichte keine Beziehung aufbauen. Keine Figur des Romans konnte mich berühren oder wirklich ansprechen, so dass das Buch für mich eine sehr trockene und zähe Leseerfahrung war. Ich habe John Burnsides „Wie alle anderen“ als keine angenehme, sondern eher belanglose und etwas wirre Lektüre wahrgenommen, die mir wenig Freude gemacht hat. Mir hat die Grundidee sehr gut gefallen, mit der Umsetzung konnte mich der Autor jedoch leider nicht fesseln. 

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  • Teil 2 der persönlichen Dämonen

    Wie alle anderen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. October 2016 um 15:52

    Teil 2 der persönlichen DämonenNach dem ersten Teil seiner Lebenserinnerungen, in der Burnside bereits schonungslos mit seiner Herkunftsfamilie, seinem Vater, der Sucht, den „Dingen hinter den Dingen“ abgerechnet hat, bietet nun „Wie alle anderen“ den Blick auf das Leben Burnside selbst.Auf seinen Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik, auf seine Krankheit, die durchaus mit seinem schriftstellerischen Schaffen zu tun hat. Denn er, der „hinter die Dinge schauen will“, was sein Werk angeht, schöpft dabei nicht zuletzt aus der Schizophrenie, seinem ständigen Denken, Vermuten, Nachgehen dessen, was eben „hinter der Realität“ von ihm an „heimlichen“ Mustern verborgen liegt.Und wiederum gelingt es Burnside mit dichter und kräftiger Sprache, die Grenzen zwischen „Normalität“ und „Wahnsinn“, dieses „Ver-Rückte“ seiner Person im Großen wie im Kleinen dem Leser sehr präsent zu vermitteln.„Ich glaube, ich bin bei der Medikamentenausgabe übersehen worden“„Das haben Sie mir bereits gesagt“.„Das war ich nicht“.„Nun, sie sind nicht übergangen worden“.Auch wenn es Burnside gelungen war, dem väterlichen Einfluss, der Gewalt zu entkommen, die Erlebnisse der Kindheit prägen tief. Tief genug für eine eigene „Drogenkarriere“, an der auch der Beschluss, „wie alle anderen“ werden zu wollen, einfach „normal“ zu sein, nicht einfach so etwas zu ändern vermag.Ausgehend eben von der Psychiatrie und des ständigen „Herum-Irren“ im eigenen Kopf, das Burnside mit einer Mischung aus lakonischer Ironie und schlichter Klarheit erzählt und dem er auf eigene Faust versucht, zu entkommen.Es ist spannend zu lesen und macht nachdenklich, wie Burnside über beide Seiten seiner Person und der vielleicht auch allgemeinen Lebensmöglichkeiten spricht.Die tiefe Langweile und Berechenbarkeit des „normalen Alltags“, den Burnside auf Dauer nicht erträgt und eben nicht „sich einfügen“ kann und die verwirrende Welt voller Fantasien, die verrückt ist, aber auf keinen Fall Langweilig.Einen Mittelweg zu finden, zu akzeptieren, dass man „nicht normal“ ist, dass es „noch anderes“ gibt du geben muss und dies zu suchen (und in Teilen im eigenen Werk auch zu finden), ohne eben ganz die Bodenhaftung zu verlieren, dass ist das eigentliche Thema des Romans und bietet dem Leser genügend Projektionsfläche (trotz der befremdlichen Welt der psychiatrischen Erkrankungen), das eigene Leben auf „Langeweile“ und „Alternativen“ hin zu betrachten.Und es reicht nicht, einfach lapidar zu meinen, dass echte Künstler einfach ein wenig verrückt sein müssen, um genügend Spannung für ihre Werke in sich zu erzeugen. Denn, wer das Buch aufmerksam liest, der spürt, dass tatsächlich im „abgesicherten Modus“ eines „normalen Lebens“ das ein oder andere wertvolle auf dem Altar der vermeintlichen Sicherheit geopfert wird.Und Burnside schildert durchweg von seinen ernsthaften versuchen, sich selbst zu entkommen. Um zu merken, dass man sich doch immer mitnimmt und in dem, was allgemein problematisch erscheint auch Möglichkeiten liegen, auf die Burnside, zum Glück, nicht nur nicht verzichten will am Ende, sondern auch, ehrlicherweise, gar nicht verzichten kann, da ihm eine so grundlegende Änderung seine Person nicht gelingt.Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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