John Byrne Star Trek: Leonard McCoy Frontier Doctor

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Inhaltsangabe zu „Star Trek: Leonard McCoy Frontier Doctor“ von John Byrne

Space, the final frontier... and on that frontier and beyond, humans and aliens alike need medical care. Enter Leonard McCoy, Doctor of Space Medicine, late of the U S S Enterprise.
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  • Rezension zu "Star Trek: Leonard McCoy Frontier Doctor" von John Byrne

    Star Trek: Leonard McCoy Frontier Doctor
    Ameise

    Ameise

    28. November 2010 um 22:47

    So so, der Cross Cult-Verlag bringt mangels Nachfrage bis auf weiteres keine Star Trek-Comics mehr heraus. Wirklich schade, aber wenigstens kann sich der geneigte und einigermaßen des Englischen mächtige Comicleser mit den Originalen vertrösten. Als großer McCoy-Fan konnte ich hier natürlich nicht widerstehen! Wir erinnern uns an den ersten Kinofilm: Admiral Kirk übernimmt wieder das Kommando über die Enterprise, und nicht ganz uneigennützig beordert er einen bärtigen und sichtlich widerwilligen Leonard McCoy an Bord. Was hat Kirks alter Kumpel eigentlich während seiner Sternenflotten-Auszeit getrieben? Wie dieser Comic zeigt, war McCoy nicht untätig und ließ den Kontakt zu Kirk nicht abreißen. Nach seinem Ausscheiden aus der Sternenflotte nimmt er an einem Sanitätsprogramm der Föderation teil, das ihn und seinen Kollegen Dr. Duncan an die verschiedensten Einsatzorte verschlägt, wann immer medizinische Hilfe gefragt ist. Über diese abenteuerliche Zeit berichtet er seinem Freund James Kirk regelmäßig in Briefen, wobei jeder Brief eine kleine Geschichte erzählt. 1. "Weeds" McCoy und Duncan konnten soeben einen Einsatz auf einer andorianischen Kolonie erfolgreich beenden. Als sie frohen Mutes wieder mit McCoys vorsintflutlichem Raumschiff "Joanna" davonfliegen, müssen sie feststellen, dass sich eine blinde Passagierin an Bord befindet: eine Andorianerin namens Theela. Da aber schon die nächste Notruf eingegangen ist, müssen sie die kampflustige Dame notgedrungen mitnehmen. Der Notruf stammt von einem von Menschen besiedelten Planeten, auf dem eine verheerende Seuche grassiert. Diese steht in unmittelbarem Zusammenhang zu dem unerbittlichen Krieg der Siedler gegen die einheimische und erstaunlich lebendige Pflanzenwelt... Die erste Story ist meiner Meinung nach die schwächste und dient vor allem der Einführung der neuen Charaktere. Trotz der monströsen Pflanzen kommt kaum Spannung auf, da die Lösung für das Problem ein bisschen zu schnell kommt. 2. "Error" Theela hat sich inzwischen vom störrischen Anhängsel zu einem lernbegierigen Crewmitglied gemausert, so dass sie an Bord bleiben darf. McCoy und seine beiden Begleiter statten dem technisch hochentwickelten Planeten Gamma Tarses VII einen Besuch ab, wo sie von niemand Geringerem als Montgomery Scott begrüßt werden. Obwohl sich auf dem Planeten mysteriöse Todesfälle häufen, werden die Bemühungen McCoys und Duncans immer wieder durch die Behörden sabotiert. Schließlich wird Pille sogar verhaftet und vor ein Gericht gestellt, doch als er dort ankommt, sind seine jüngsten Erinnerungen plötzlich gelöscht... "Error" ist meine Lieblingsgeschichte in diesem Comic. Auf nur wenigen Seiten entfaltet sich eine sowohl spannende als auch verzwickte Geschichte, in der sich herausstellt, dass McCoys Ablehnung gegen Transporter diesmal ganz gerechtfertigt ist! Simpel, aber wirkungsvoll ist die Idee, die eher unsympatischen Aliens mit einem scheinbar ewig lächelnden Gesicht auszustatten, das in krassem Widerspruch zu ihrem Handeln steht. Das Ende lässt den Leser nachdenklich zurück, wenn man sich fragt, wie weit man gehen kann, um sein Leben künstlich zu verlängern, 3. "Medics" Im dritten Kapitel werden McCoy, Duncan und Theela zu einem Planeten beordert, der eigentlich auf dem technischen Niveau des Bronzezeitalters stehen sollte. Dass es in der Zwischenzeit zu einem rasanten Fortschritt gekommen ist, müssen die Drei auf die harte Tour erfahren, als ihr Raumschiff von einer Rakete abgeschossen wird. Nach der anschließenden Notlandung finden sie sich mitten in einem Kriegsszenario wieder, in dem sich menschliche Klone unerbittlich bekämpfen. Die drei Gestrandeten werden getrennt und geraten in Gefangenschaft. Die Lage ist hoffnungslos, bis plötzlich zwei Zeitreisende auftauchen, die aufmerksamen TOS-Zuschauern nicht unbekannt sein dürften... "Medics" ist eindeutig die actionreichste und düsterste Geschichte, die auf den ersten Blick gewisse Parallelen zu der Classic-Folge "Der erste Krieg" aufweist, sich aber in eine völlig andere Richtung entwickelt. Hier findet auch ein kleines Crossover zu John Byrnes anderen Star Trek-Comics "Assignment Earth" und "Crew" statt. 4. "Hosts" Nach dem letzten Abenteuer trennen sich die Wege von McCoy und seinen beiden Begleitern Duncan und Theela, die auf dem Klonplaneten zurückbleiben. McCoy, der am Ende des vorigen Kapitels von der NCC 1717 (eventuell der Yorktown) aufgegabelt wurde, wird von der Leitenden Schiffsärztin Christine Chapel um Hilfe gebeten: Kürzlich besuchte das Schiff einen Planeten, auf dem mehrere Tierarten zu erstaunlichen kognitiven Leistungen fähig waren, die sie eigentlich niemals fertigbringen sollten. Bald darauf steigt der Intelligenzquotient verschiedener Crewmitglieder ins Unermessliche. Erschreckend daran ist allerdings, dass diese Leistungssteigerung ein wörtlich gemeintes Burnout-Syndrom mit tödlichen Folgen nach sich zieht... Diese Episode fängt ganz interessant an, stellt sich aber als eher belanglos und unspektakulär heraus. Der eindeutige Höhepunkt ist das Aufeinandertreffen von "Nummer Eins" aus dem Pilotfilm "Der Käfig" und Christine Chapel, wobei niemandem die frappierende Ähnlichkeit der beiden Damen aufzufallen scheint. "Scalpel" In der letzten Geschichte stattet McCoy nach vielen Jahren seinem alten Schulfreund Alex Hathaway einen Besuch ab, der sich zusammen mit seiner Tochter einem idyllischen Planeten niedergelassen hat. Dort angekommen, erfährt McCoy Hathaways düsteres Geheimnis: Mit Hilfe einer geheimnisvollen Maschine hat dieser die Zeitlinie manipuliert, um seine Tochter wiederauferstehen zu lassen, die vor Jahren von einem Fundamentalisten ermordet wurde... Ganz zum Schluss stellt diese bedrückende Episode nochmal ein Highlight dar, als ausgerechnet McCoy, der ja einst selbst unabsichtlich auf fatale Weise die Erdgeschichte änderte, nochmal mit dem Dilemma der Zeitmanipulation konfrontiert wird. Erfreulich ist hier, dass der Ausgang der Geschichte nicht mundgerecht serviert wird, sondern der Leser sich selbst einen Reim darauf machen muss, wie McCoy sich letztendlich entschieden hat. Gesamtbewertung: John Byrne hat sich bei so renommierten Comicverlagen wie Marvel, DC und Dark Horse einen Namen gemacht hat und beweist, dass er sich auch im Star Trek-Universum bestens auskennt. "Leonard McCoy Frontier Doctor" schließt wieder mal eine Lücke in der Zeit zwischen der Classic-Serie und dem ersten Film und ist natürlich vor allem für alle Fans des grummligen Doktors ein Fest. Pille ist einfach wunderbar getroffen, sowohl in den Zeichnungen als auch in den Dialogen. Zwar wirken die Bilder trotz der Pastellfarben ein wenig zu bunt für meinen Geschmack, dafür sind die Figuren schön dynamisch gezeichnet. Sehr gut hat mir auch die futuristische Gestaltung der Architektur gefallen, was ich bei Star Trek immer ein wenig vermisst habe. So hat man auch endlich mal das Gefühl, dass sich das Geschehen im 23. Jahrhundert abspielt, auch wenn sich die Figuren mal nicht an Bord eines Raumschiffs aufhalten. Fazit: Ein toller Star Trek-Comic, der zwar manchmal etwas verwirrend und nicht immer spannend ist, aber für TOS-Fans unzählige Anspielungen auf die Originalserie bietet und dabei bestens unterhält. Sollte Cross Cult jemals den geplanten Megaband herausbringen, in dem auch "Frontier Doctor" enthalten sein soll, wäre das eine tolle Sache und auf alle Fälle eine Bereicherung für Comicliebhaber.

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