John Carreyrou

 4,4 Sterne bei 14 Bewertungen

Lebenslauf von John Carreyrou

John Carreyrou hat an der Duke University studiert und arbeitete von 1999 bis 2019 als investigativer Journalist beim Wall Street Journal mit Stationen in Brüssel, Paris und New York. 2013 und 2015 hat er den Pulitzer-Preis für seine Wirtschaftsreportagen gewonnen. Carreyrou hat den Theranos-Skandal im Wall Street Journal nach und nach enthüllt und dafür mehrere Journalistenpreise erhalten. Vom TIME Magazine wurde »Bad Blood« zu einem der 10 besten Sachbücher des Jahrzehnts gewählt. John Carreyrou lebt zusammen mit seiner Frau und drei Kindern in Brooklyn.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Bad Blood (ISBN: 9783328105909)

Bad Blood

 (9)
Erscheint am 14.12.2022 als Taschenbuch bei Penguin.

Neue Rezensionen zu John Carreyrou

Cover des Buches Bad Blood (ISBN: 9783328105909)I

Rezension zu "Bad Blood" von John Carreyrou

Spannende True-Crime-Story
ihkftvor 2 Monaten

John Carreyrou zeichnet hier den Anfang, Aufstieg und Fall eines Milliardenstartups nach.  Wäre dies ein fiktionaler Roman würde ich jetzt schreiben, dass die Story weit hergeholt, konstruiert und unglaubwürdig sei. Aber mit den Fakten im Hinterkopf, dass das alles tatsächlich passiert ist (und etwa 40 Seiten Quellenangaben enthalten sind, die einen Großteil der Gespräche, zeitungsartikel und E-mail-Korrespondenz belegt) konnte ich beim Lesen nur den Kopf schütteln.

Ständig fragte ich mich - sowie Personen im Buch und auch Carreyrou - wieso denn niemand etwas tut, warum es nicht auffällt. Aber auch das wird deutlich: Der Wunsch nach dem großen Geld verpackt in einer medizinischen Revolution, sodass man auch als Nobel gilt - all das verblendet die Investoren. Einmal investiert fällt es schwer auszusteigen, denn Holmes ist charismatisch und weiß zu tricksen und zu überzeugen. 

Selbst zum Ende hin, als die Blase langsam platzt, hält Holmes ihr Theater aufrecht. Die Mittel, mit denen die Firma gegen ehemalige Mitarbeiter vorgeht und wie sie Mitarbeiter behandelt, die etwas kritisch hinterfragen, sind kaum vorstellbar. Klar, im Land von "Hire and Fire" mag sowas möglich sein, doch die mafiösen Taktiken und die orwellsche Überwachung ist einfach unfassbar.

Das Buch selbst ist spannend und fesselnd, aber man muss sich darauf einstellen, viel medizinische Fakten zu lesen. Die Funktionsweise der Geräte oder wie bestimmte Bluttests etc. funktionieren - hierfür sollte man sich grob interessieren, da dies ein Großteil der Story ausmacht.

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Cover des Buches Bad Blood (ISBN: 9783328105909)Claudi1990s avatar

Rezension zu "Bad Blood" von John Carreyrou

Nicht jedes Silicon Valley Start Up tritt in die Fußstapfen von Apple, Google und Co.
Claudi1990vor einem Jahr

Anfang der 2010er Jahre galt das junge Start Up Theranos als DIE Biontechhoffnung im Silicon Valley und der USA. Einflussreiche Männer wie der ehemalige US-Außenminister H. Kissinger oder der Medienmogul R. Murdoch investierten in das Unternehmen, saßen im Aufsichtsrat und priesen dessen Gründerin Elizabeth Holmes als Wunderkind an. Elizabeth Holmes, eine Anfang 20-jährige Studienabbrecherin aus Stanford aus gutem Elternhaus, wollte nicht anderes als die Medizinwelt revolutionieren und wurde damit zur ersten weiblichen Self-Made Milliardärin der USA: mit nur wenigen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe sollte ihr hergestelltes Analysegerät Edison 800 Bluttests durchführen, um Krankheiten zu entdecken und Krankheiten wie Krebs vorzubeugen. Was zu schön klingt um wahr zu sein war letztendlich auch unwahr, denn den Edison gab es nur als Prototyp, der mit seinem Touchscreen zwar hübsch aussah, aber nie richtig funktionierte. Stattdessen führte Theranos die Bluttests heimlich auf herkömmlichen Geräten z.B. von Siemens durch und verdünnten dafür die Blutproben in einem solchen Ausmaß, dass die Ergebnisse oft falsch waren. So wurde Theranos eines der größten Betrugsskandale der USA.

Der Journalist John Carreyour analysiert schonungslos und sachlich die betrügerischen Machenschaften der damals größten Biontechhoffnung des Silicon Valleys. Schon seit Gründung von Theranos gab es viele Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten wie die paranoide Verschwiegenheit gepaart mit der aggressiven Selbstvermarktung  sowie dem Größenwahn von Elizabeth, wobei insbesondere die Investoren und Partner die Augen davor verschlossen.  Es ist erschreckend zu lesen, welche Unternehmenskultur bei Theranos und wohl auch teilweise im Silicon Valley vorherrscht - eine Kultur, in welcher es nur auf die revolutionäre Idee und Selbstvermarktungstalent ankommt, doch nicht auf die Substanz dahinter. Doch auch 2021 ist dieser Skandal aktuell, denn im Sommer 2021 starteten die Gerichtsverhandlungen gegen Elizabeth in den USA, die auf nicht unschuldig plädiert. 

Ich kann mich selbst noch erinnern, dass auch in Deutschland viele Wirtschaftszeitungen von Theranos berichtet haben, daher fand ich es interessant, dieses Buch zu lesen. Der Autor schafft es auch, diese komplexe Materie für den Leser gut zu entwirren und auch komplexe medizinische Sachverhalte einfach zu erklären. Stellenweise hat sich das Buch sehr gezogen, da es manchmal repetitiv war und der ständige Wechsel der Protagonisten (meist Zeugen, die mit dem Autor gesprochen haben), manche Details zu den Protagonisten sowie auch die Zeitensprünge verwirrend waren. 

Wer mehr über das Silicon Valley sowie der aktuell vor US-Gerichten behandelten Fall Theranos erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.

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Cover des Buches Bad Blood (ISBN: 9783328105909)dominonas avatar

Rezension zu "Bad Blood" von John Carreyrou

Achtung, Psycho!
dominonavor 2 Jahren

Die Grundidee, welche die Startupgründerin hier hatte, mag nobel sein, und man denkt im ersten Moment wirklich, dass sie die Menschheit voranbringen möchte und helfen will, aber der Autor zeigt in kleinen Schritten, wie nazistisch und egoistisch Elizabeth Holmes in ihrem Startup 'Theranos' handelt und wie sie ein Kartenhaus aus Lügen aufbaut. 

Ich habe immer wieder ungläubig den Kopf geschüttelt und kann nur hoffen, dass es nicht überall so läuft, wobei man es ja immer erst sicher weiß, wenn es ans Licht kommt. 

Ein Ziel zu haben ist ja schön und gut, aber sich dann um jeden Preis zu bereichern und dabei alle Ideale, die man möglicherweise mal hatte zu verraten, geht eindeutig zu weit. 

Man muss das gelesen haben, um es wirklich zu verstehen, auch, wenn der Schreibstil nicht immer super spannend ist und sich vieles wiederholt, ist das Thema einfach zu wichtig. 

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