John Christopher

 4.2 Sterne bei 163 Bewertungen

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Die Wächter

Die Wächter

 (26)
Erschienen am 01.12.2007
Tripods - Dreibeinige Monster auf Erdkurs

Tripods - Dreibeinige Monster auf Erdkurs

 (14)
Erschienen am 01.01.2006
Die dreibeinigen Monster

Die dreibeinigen Monster

 (13)
Erschienen am 01.01.2000
Der Fürst von morgen

Der Fürst von morgen

 (9)
Erschienen am 04.06.2010
Tripods - Die dreibeinigen Herrscher

Tripods - Die dreibeinigen Herrscher

 (7)
Erschienen am 01.04.2016

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Rezension zu "Die Wächter" von John Christopher

Dystopie, die noch immer aktuell ist
AnnaEichenbachvor einem Jahr

„There are two worlds, with a barrier between them. The barrier may not be strong in the physical sense but in people’s minds it’s enormous.“

(John Christopher, The Guardians)

Zwar ist The Guardians von John Christopher bereits 1970 erschienen, aber die Dystopie, die mit dem Guardian-Award für Jugendliteratur ausgezeichnet wurde, hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. (Anmerkung: Die Rezension bezieht sich auf die englischsprachige Ausgabe)


Inhalt

England in einer fiktiven Zukunft: The Barrier – ein hoher Zaun – teilt das Land in zwei Regionen: Die Conurb für die Arbeiterklasse und die County, das ländliche England für die Oberschicht. Als Rob Randall nach dem mysteriösen Tod seines Vaters aus der Stadt flieht, wird er von einer Familie in der County „adoptiert“. Er passt sich dieser für ihn neuen Welt an, bis er eines Tages bemerkt, dass auch in der vermeintlich so idyllischen County dunkle Gefahren lauern.

Die Gesellschaft lebt in zwei verschiedenen Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: In der Conurb wird die Arbeiterklasse – ganz im Stil des Imperium Romanum – mit Brot und Spielen ruhig und zufrieden gestellt. Trotz der zahlreichen Ablenkungen, die es dort gibt (z.B. das Holovision, das unserem Fernsehen entspricht) gärt Unzufriedenheit unter der Oberfläche, die sich ab und an in Straßenschlägereien bahn bricht.

Das Leben in der County wirkt hingegen, als hätten die Uhren irgendwann während der Kolonialzeit aufgehört, sich zu drehen. Die Oberschicht lebt in prächtigen Landhäusern mit Scharen von Bediensteten, nutzt Pferdekutschen und geht elitären Vergnügungen nach, trifft sich auf Gartenpartys – Bespaßung durch das sinnbefreite Holovison gibt es für die Bewohner der County nicht.

Als Rob, der Protagonist, die Grenze überquert und von Mikes Familie aufgenommen wird, betritt er eine völlig neue Welt. Zunächst bereitet es ihm Schwierigkeiten, sich den Gepflogenheiten der County anzupassen, doch er lernt sein neues Leben rasch zu schätzen. Ganz im Gegensatz zu Mike: Er wirkt von Beginn an getrieben, auf der Suche nach dem „Mehr“, das das Leben zu bieten hat.

Dem Autor gelingt es, mit großem Einfühlungsvermögen das Innenleben seiner Charaktere zu porträtieren und die Tiefe ihrer Gedanken auszuloten. Für eine Dystopie ist es – zumindest in meinen Augen – ungewöhnlich, dass der Protagonist das bestehende System kaum hinterfragt und es eine der Nebenfiguren ist, die mit der Welt hadert. Dadurch wird auch die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt.

Der Roman ist spannend geschrieben. Der Schreibstil liest sich auch im Original angenehm und flüssig. Wer also nicht davor zurückschreckt, englische Bücher zu lesen, der sollte unbedingt zur Originalversion greifen.

In seinen Beschreibungen der Conurb und der County bleibt Christopher ausgewogen, so dass es dem Leser überlassen wird, sich gemeinsam mit Rob ein eigenes Bild von beiden Lebenswelten zu machen und sich ein Urteil zu bilden, obwohl rasch der Eindruck entsteht, dass die vermeintliche Idylle in der County trügerisch ist.

The Guardians greift zudem viele Themen auf, die gerade heute nichts von ihrer Aktualität und Brisanz eingebüßt haben: Muss man die bestehenden Verhältnisse als gegeben hinnehmen? Welcher Handlungsspielraum bleibt für jeden einzelnen in einem System, das ihm seine Postion zuweist und starren Regeln folgt?

Fazit
The Guardians ist eine lesens- und empfehlenswerte Dystopie, die – obwohl sie schon älteren Datums ist – immer noch hochaktuell ist. Ein spannendes Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt.

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soetoms avatar

Rezension zu "(When the Tripods Came) By John Christopher (Author) Paperback on (Apr , 2003)" von John Christopher

Viele Jugenderinnerungen und erstaunlich aktuell, was den Umgang mit "Fremden" angeht.
soetomvor einem Jahr

Als Jugendlicher habe ich die "Dreibeinigen Herrscher"-Trilogie in der deutschen Übersetzung verschlungen. Jetzt fiel mir eher zufällig das englische Original in einer Box in die Hände - mit einem vierten Buch, das ich noch gar nicht kannte. Und mit einem lesenswerten Vorwort von John Christopher.

"When the tripods came" ist die Vorgeschichte, bevor Außerirdische die Welt besetzt und die Menschheit unter telepathischer Kontrolle ins Mittelalter zurückversetzt haben. Die Geschichte rundet die früheren drei Bücher schön ab. Und noch dazu sind sie eine schöne Parabel darüber, wie Menschen versuchen, "Fremde" abzuwehren, sich dabei isolieren und am Ende alles verlieren. Außer den Helden, die aufrecht bleiben und sich wehren natürlich.

Durch diesen Aspekt war die Lektüre für mich nicht nur eine schöne Jugenderinnerung, sondern auch politisch hoch aktuell.

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fuxlis avatar

Rezension zu "Tripods - Die dreibeinigen Herrscher" von John Christopher

lesenswert!
fuxlivor 3 Jahren

Um die Faszination für diesen Dreiteiler – plus Prequel zu verstehen, muss man etwas über die Hintergründe wissen. Der Autor John Christopher, eigentlich Christopher Samuel Youd, wurde 1922 in England geboren und starb dort 2012. Er begann schon früh, Science Fiction zu schreiben und hatte damit auch einigen Erfolg, aber nie den entscheidenden Durchbruch. 1966 schlug ihm sein Verleger vor, ein Science-Fiction-Buch für Kinder zu schreiben. Er war nicht begeistert von der Idee. Letztlich aber versuchte er sich doch an dem Projekt und wurde damit weltberühmt. Die ersten beiden Bücher der Trilogie waren die Grundlage für eine TV Series, die in England in den 1980ern produziert wurde. Außerdem gab es auch noch eine Comic-Reihe, die auf den Büchern basierte.
Liest man die Trilogie heute, wird man hin und wieder sentimental an die Fernsehserie Raumschiff Orion erinnert, in der die Computer noch ganz selbstverständlich mit Lochkarten programmiert werden. In einer Zeit, in der wir an Raumschiffe gewöhnt sind, die in mehrfacher Lichtgeschwindigkeit über den Bildschirm flimmern, und in der „Beam me up, Scotty“ ein geflügeltes Wort ist, erscheinen einem die Aliens aus den Tripoden schon ziemlich rückständig. Und doch – diese drei Bücher gehören auf jeden Fall zu den spannendsten Science-Fiction-Büchern, die ich kenne. Will, der Ich-Erzähler, ist ziemlich oft eher nervtötend, aber die Situationen, in die er gerät und die Menschen um ihn herum bringen einen schnell dazu, dass man ganz drinsteckt in der Handlung und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann.
Das Ende ist so enttäuschend wie – leider – wirklichkeitsnah: Die befreiten Völker finden sich zusammen, um eine Erdregierung zu bilden. Doch persönliche Abneigungen und kleinliches Vorteilsdenken zusammen mit nationalem Stolz sorgen dafür, dass daraus nichts wird. Die Gemeinschaft bricht unter Drohungen und Verwünschungen wieder in die einzelnen Länder auseinander. Das ist unerwartet aktuell, da man gerade jetzt lernen muss, dass der Traum von Europa anscheinend auch eben nur das zu sein scheint: ein Traum.
Diese in einem Jugendbuch doch sehr realistische Einschätzung ist angenehm erfrischend.
Nach dem Dreiteiler kommt als viertes Buch noch ein Roman, der früher spielt, eben zu der Zeit, in der die Tripoden zum ersten mal auf der Erde landen und die Menschen mental vereinnahmen. Das ist einerseits schade, weil man das natürlich gern als erstes gelesen hätte. Andererseits ist dieses Buch ja tatsächlich erst nach den drei Tripods-Bänden entstanden (1988) und es fällt auch auf, dass die Technik hier fortschrittlicher ist.
Insgesamt kann ich das Buch wirklich nur empfehlen, allerdings als eBook. Denn einen Wälzer mit 736 Seiten in einer Hand zu balancieren ist auf die Dauer schon etwas anstrengend.

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