John Christopher Die Wächter

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Inhaltsangabe zu „Die Wächter“ von John Christopher

Nach dem Tod seines Vaters wird Rob ins Internat gesteckt. Dort herrschen Drill, Willkür und Gewalt. Rob hält das nicht aus und flieht. Nach Tagen des Umherirrens kommt er in eine friedliche, ländliche Gegend. Doch der Schein trügt. Auch hier werden die Menschen manipuliert und überwacht.

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  • Dystopie, die noch immer aktuell ist

    Die Wächter
    AnnaEichenbach

    AnnaEichenbach

    31. July 2017 um 14:56

    „There are two worlds, with a barrier between them. The barrier may not be strong in the physical sense but in people’s minds it’s enormous.“(John Christopher, The Guardians) Zwar ist The Guardians von John Christopher bereits 1970 erschienen, aber die Dystopie, die mit dem Guardian-Award für Jugendliteratur ausgezeichnet wurde, hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. (Anmerkung: Die Rezension bezieht sich auf die englischsprachige Ausgabe) Inhalt England in einer fiktiven Zukunft: The Barrier – ein hoher Zaun – teilt das Land in zwei Regionen: Die Conurb für die Arbeiterklasse und die County, das ländliche England für die Oberschicht. Als Rob Randall nach dem mysteriösen Tod seines Vaters aus der Stadt flieht, wird er von einer Familie in der County „adoptiert“. Er passt sich dieser für ihn neuen Welt an, bis er eines Tages bemerkt, dass auch in der vermeintlich so idyllischen County dunkle Gefahren lauern. Die Gesellschaft lebt in zwei verschiedenen Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: In der Conurb wird die Arbeiterklasse – ganz im Stil des Imperium Romanum – mit Brot und Spielen ruhig und zufrieden gestellt. Trotz der zahlreichen Ablenkungen, die es dort gibt (z.B. das Holovision, das unserem Fernsehen entspricht) gärt Unzufriedenheit unter der Oberfläche, die sich ab und an in Straßenschlägereien bahn bricht. Das Leben in der County wirkt hingegen, als hätten die Uhren irgendwann während der Kolonialzeit aufgehört, sich zu drehen. Die Oberschicht lebt in prächtigen Landhäusern mit Scharen von Bediensteten, nutzt Pferdekutschen und geht elitären Vergnügungen nach, trifft sich auf Gartenpartys – Bespaßung durch das sinnbefreite Holovison gibt es für die Bewohner der County nicht. Als Rob, der Protagonist, die Grenze überquert und von Mikes Familie aufgenommen wird, betritt er eine völlig neue Welt. Zunächst bereitet es ihm Schwierigkeiten, sich den Gepflogenheiten der County anzupassen, doch er lernt sein neues Leben rasch zu schätzen. Ganz im Gegensatz zu Mike: Er wirkt von Beginn an getrieben, auf der Suche nach dem „Mehr“, das das Leben zu bieten hat. Dem Autor gelingt es, mit großem Einfühlungsvermögen das Innenleben seiner Charaktere zu porträtieren und die Tiefe ihrer Gedanken auszuloten. Für eine Dystopie ist es – zumindest in meinen Augen – ungewöhnlich, dass der Protagonist das bestehende System kaum hinterfragt und es eine der Nebenfiguren ist, die mit der Welt hadert. Dadurch wird auch die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt. Der Roman ist spannend geschrieben. Der Schreibstil liest sich auch im Original angenehm und flüssig. Wer also nicht davor zurückschreckt, englische Bücher zu lesen, der sollte unbedingt zur Originalversion greifen. In seinen Beschreibungen der Conurb und der County bleibt Christopher ausgewogen, so dass es dem Leser überlassen wird, sich gemeinsam mit Rob ein eigenes Bild von beiden Lebenswelten zu machen und sich ein Urteil zu bilden, obwohl rasch der Eindruck entsteht, dass die vermeintliche Idylle in der County trügerisch ist. The Guardians greift zudem viele Themen auf, die gerade heute nichts von ihrer Aktualität und Brisanz eingebüßt haben: Muss man die bestehenden Verhältnisse als gegeben hinnehmen? Welcher Handlungsspielraum bleibt für jeden einzelnen in einem System, das ihm seine Postion zuweist und starren Regeln folgt? FazitThe Guardians ist eine lesens- und empfehlenswerte Dystopie, die – obwohl sie schon älteren Datums ist – immer noch hochaktuell ist. Ein spannendes Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt.

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  • Kindgerechter Einstieg ins Dystopiegenre

    Die Wächter
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    18. December 2013 um 15:06

    Bist du die Marionette? Oder lieber der Marionettenspieler? Rob, der bis vor kurzem noch glücklich in den Konurbas gelebt hat, wird nach dem Unfalltod seines Vater in ein staatliches Waisenhaus gesteckt. Aber den harten Drill und die ständigen Demütigungen, denen die Schüler dort ausgesetzt sind, hält er nicht lange aus und so entschließt er sich zur Flucht über die Grenze in die ländlichen Gegenden außerhalb der Konurbas, wo eigentlich nur die Reichen und deren Bedienstete leben. Doch was anfangs wie ein idyllischer und friedlicher Rückzugsort wirkt, entpuppt sich bald als trügerischer Schein und Rob muss erkennen, dass auch hier nicht alles perfekt ist... "Die Wächter" ist eine mit dem deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnete Dystopie aus dem Jahr 1970, an die ich nicht nur aufgrund der Auszeichnung, sondern auch durch die vielen begeisterten Leserstimmen mit sehr hohen Erwartungen herangegangen bin. Vielleicht zu hoch, wie ich im Nachhinein feststellen musste, denn anfangs war ich etwas enttäuscht von der "seichten" Geschichte. Aber das Ende hat mich doch noch lange nach dem Lesen gedanklich beschäftigt. "Die Wächter" wird erwachsene Leser, die viel Spannung und dramatische Entwicklungen erwarten, vermutlich eher enttäuschen. Auch mir hat am Anfang ein wenig ein packendes Moment gefehlt, aber am Ende war ich doch überzeugt von dem Buch und je länger ich so darüber nachdenke, desto eindrucksvoller finde ich es tatsächlich. Ich würde "Die Wächter" als kindgerechte Heranführung an das Thema Gesellschaftskritik und Manipulation bezeichnen. John Christopher zeigt uns hier eine Gesellschaft, die sich auf den ersten Blick gar nicht so sehr von unserer unterscheidet. Während sich die "Arbeiterklasse" in den städtischen Gebieten mit Holoprojektionen und riskanten Spielen vom Alltag ablenkt, hat sich der Landadel mit seinen Bediensteten in die ruhigen ländlichen Gegenden zurückgezogen, in denen die Zeit schon vor hundert Jahren stehengeblieben zu sein scheint. Die ganze Gesellschaft wirkt anfangs nicht gerade so, als würde hier etwas grundlegend schief laufen, denn abgesehen davon, dass es in den staatlichen Internaten manchmal etwas wenig zu essen gibt, geht es tatsächlich allen Menschen gut. Jeder ist mit seinem Platz zufrieden und verabscheut die jeweils anderen: die Konurbaner halten nichts von dem langweiligen Leben der Landbevölkerung, während diese das actiongeladene, laute und wenig zivilisierte Leben in den Großstädten anwidert. Es wird eher unterschwellig vermittelt, was in dieser Gesellschaft nicht stimmt. Dies liegt vor allem an der Erzählperspektive. Rob ist ein naiver Junge, dem erst nach und nach die Augen geöffnet werden. Er lernt als einer der wenigen Leute tatsächlich beide Lebensräume kennen und kann gar nicht verstehen, warum sich die beiden eigentlich nicht leiden können. Immerhin sind sie gar nicht so unterschiedlich. Erst ganz am Schluss erfährt Rob die Wahrheit über seine Welt und muss eine schwere Entscheidung treffen. Wer die Wächter sind, die dem Buch den Namen gegeben haben, und was Rob am Ende erfährt, wird hier natürlich nicht verraten. Ich möchte an dieser Stelle gerne alle dystopieinteressierten Leser ermuntern, trotz des kindlichen Stils und dem Mangel an einer aufreibenden Handlung zu dem Buch zu greifen. Denn hier wird auf ganz schlichte, einfache Weise gezeigt, wie leicht sich Menschenmassen doch manipulieren lassen. Und dafür gibt es von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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