John Cleese Wo war ich noch mal?

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Inhaltsangabe zu „Wo war ich noch mal?“ von John Cleese

And now for something completely different! Am 14. August 1940 bombardierten deutsche Flugzeuge meinen Heimatort Weston-super-Mare. Die meisten Einwohner waren überzeugt, es müsse sich dabei um einen Irrtum handeln. Schließlich waren die Deutschen ein für seine Effizienz berühmtes Volk, warum also sollten sie absolut einwandfreie Bomben auf Weston werfen, wo es nichts gab, was annähernd so wertvoll war wie eine deutsche Bombe? So beginnt John Cleese seine Autobiografie Wo war ich noch mal? Cleese war früh klar, dass aus ihm einmal ein ganz Großer werden würde schließlich maß er mit zwölf Jahren bereits über 1,80 Meter. Nach ersten traumatischen Bühnenerfahrungen im Schultheater feierte er bald erste Erfolge im Londoner West End, seiner Begegnung mit Graham Chapman verdankt die Welt das Phänomen Monty Python. Seine Figuren, meist Ausgeburten typischer Mittelschichtsneurosen, sind aus dem Satirekosmos nicht wegzudenken. 2014 demonstrierte der Erfolg der Tournee Monty Python Live (Mostly), die innerhalb von 43,5 Sekunden ausverkauft war und in Kinosälen weltweit gezeigt wurde, einmal mehr, dass John Cleese eine Ikone ist. Wo war ich noch mal? erzählt auf unerreicht komische Weise seinen Lebensweg vom schüchternen englischen Schlaks zum gefeierten internationalen Star.

Leichtfüssige, unterhaltsam geschriebene Biografie

— Ron_Wall

Keine Leistungsschau, keine Abrechnung. Sondern eine sehr amüsante Reflexion über das Wesen des (britischen) Humors.

— shitesite

John Cleese ist einer der bekannteste Monty Phyton-Mitglieder. Und gleichzeitig auch außerhalb der berühmten Comedy-Gruppe ...

— Splashbooks

Was soll ich sagen, ich liebe diesen Mann und die anderen Pythons einfach ...

— Bri

Daran wird sich jede weitere noch zu lesende Biographie messen lassen müssen... J.C. ist cooler als J.L. Der Keith Richards der Szene ;)

— thursdaynext

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  • Biografie des grossen (2 Meter Mann) Ex-Monty Python John Cleese

    Wo war ich noch mal?

    Ron_Wall

    25. March 2017 um 17:37

    Witzige, leichtfüssige Biografie, die einem die Grippe im Bett erleichtern kann.  Nur vier Sterne, weil der Humor manchmal etwas künstlich und erzwungen wirkt. Dennoch gute Unterhaltung und lesenswert. War, bin und bleibe Monty Fan.

  • Komplett entbehrlich und vergeudete Zeit

    Wo war ich noch mal?

    awogfli

    Ja lieber John Cleese wo warst Du noch mal mit Deinen Gedanken..... Auf jeden Fall überhaupt nicht dort, wo ich Dich erwartet hätte. Wenn ich eine Cleese Biografie lese, will ich wissen, wie der Ritter der Kokosnuss entstanden ist, wie die Sexszenen mit Jamie Lee Curtis waren, wie zur Hölle die Pythons auf einige Szenen im Sinn des Lebens und beim Leben des Brian gekommen sind, wie man mit meinem Regie-Idol Terry Gilliam zusammenarbeiten kann und wie die Truppe sich so ganz privat aufführt. Was habe ich bekommen? Ganze 25 Seiten von Monty Python und sonst 450 Seiten Geschwafel, in denen sogar jeder langweilige Lehrer der Grundschule - und nicht nur die interessanten Persönlichkeiten, die geprägt haben - aufs lähmenste in ihrer Mittelmäßgikeit skizziert werden. Ich kann mich selbst gar nicht mehr an meine eigenen durchschnittlichen Lehrer erinnern. Manche bezeichnen diese Bio im guten Sinne als geschwätzig - dem guten Sinn bzw. der guten Absicht hier kann ich überhaupt nicht zustimmen. Die ganzen Szenen eines ziemlich faden Lebens werden gnadenlos breit ausgewalzt - nach 150 Seiten war er noch nicht mal auf der Uni und ich schätze mal 60% der Weltbevölkerung haben in den ersten 18 Jahren ihres Lebens auch interessantere und berichtenswertere Szenen erlebt. Auf der Uni wird das Buch dann ein bisschen besser, weil Cleese das erste Mal Comedyluft schnuppert, aber dann ist es auch immer wieder der gleiche lähmende Ablauf. Ein paar Ideen, ein paar bekannte spannende Leute, ein bisschen Witz aber nicht wirklich viel, ein paar Pannen, und die Sketche seitenlang im Buch aufgeschrieben (was außer für Fachleute selbstverständlich im Medium Buch ohne Darstellung gar nicht funktioniert). Eigentlich müsste auf der Biografie stehen: Eine Bio von John Cleese bevor er wirklich etwas konnte und Python wurde, aber das haben weder der Autor noch der Verlag irgendwo angedeutet. Ich finde es grenzt ja schon an Beschiss, den Fans für das Prequel - oder soll ich es fades Vorgepänkel der eigentlichen Biografie nennen - knappe 24 Euro abzuknöpfen und mit keinem Wort zu erwähnen, dass es nicht um die Pythons geht, im Gegenteil, mit der Truppe auch noch irreführend im Klappentext zu werben. Der Gipfel an Gier, Knausrigkeit und Inkompetenz wird dann auch noch durch den Verlag erklommen, indem der erstens zu geizig für ein Lesezeichenbändchen war und zweitens bei der Übersetzung offensichtlich sehr viel Geld gespart hat, wodurch vor allem zu Beginn des Werke derart haarsträubende Satzfehler, Fallfehler etc. auftraten, dass selbst mir, die gewöhnt ist, durch das Lesen von Studentenmasterthesen geflissentlich darüber hinwegzusehen und sich nicht zu ärgern, die Galle hochgekommen ist. Am Lektorat wurde offensichtlich auch gespart, denn sonst wären sicher 200 Seiten zusammengestrichen worden. Dabei ist es nicht so, dass Cleese gar nicht schreiben kann, machmal skizziert er Personen sehr treffend und liefert, wenn ich mir meine Post-Its anschaue, 6 durchaus knackige Bonmots als Sätze, was ihm von mir einen zweiten Stern eingebracht hat. Aber die Einstellung, mit der Herr John Cleese an dieses Werk herangegangen ist, finde ich dermaßen degoutant und überheblich seinen Fans gegenüber, dass mir die Spucke wegbleibt - lasst Euch die Worte dieses Herrn, der mich um 24 Euro und eine Woche Zeit beschissen hat, nur auf der Zunge zergehen. Hier erklärt er, warum er elend lange Sketchskripten in die Biografie hineingepackt hat, obwohl diese eben im Medium Buch, wenn sie nicht aufgeführt werden, für Otto Normalverbraucher, der noch nie Regieanweisungen gelesen hat, überhaupt nicht funktionieren: "1. Die Sketche sind wirklich komisch (meiner Meinung nach und das ist mein verdammtes Buch)... 3. Ich weiß, dieses Buch soll eine Autobiografie sein, aber die Wahrheit ist, dass sich die meisten von Ihnen einen feuchten Kehrricht um die Person John Cleese scheren, oder was für mich und die vielschichtigen Seelennöte empfinden, die mich zu meinem besondern Ich machen". Sorry mit so einer Einstellung schreibt man sicher keine Biografie für seine Fans. Das ist ein proaktive Herabwürdigung der sehr wohlgesonnenen Leserschaft, damit er dann nicht so ein schlechtes Gewissen hat, wenn er sie vorführt und abzockt. Auch ich war bis vor einer Woche ein Fan dieses Herren, aber das hat sich hiermit erübrigt. Widerlich. Fazit: Sparts Euch! Und ich sag leise Servus zu einem Idol meiner Vergangenheit.

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    • 17
  • Wo war ich noch mal?

    Wo war ich noch mal?

    FabAusten

    John Cleese, Mitglied der legendären britischen Komikertruppe Monty Python, Jurist, Schauspieler und Autor legt mit „Wo war ich noch mal?“ seine Autobiographie vor. John Cleese schlägt einen großartig amüsanten, lockeren Plauderton an, der das ein oder andere laute Auflachen zur Folge hat. Von der ersten Seite wird der Leser davon eingefangen wie von einer sirupbeschmierten Fliegenfalle. Seite um Seite klebt er an den mal mehr mal weniger chronologischen Geschichten und Anekdoten über die Familie Cleese, deren ursprünglicher Name Cheese war, die Schulzeit des jungen John, über seine akademische Laufbahn in Cambridge und die damit verbundenen Ausflüge ins komische Fach, seine Anfänge im Showbusiness, die ihn in die USA führen und seine Zeit als Angestellter der BBC. Er gibt Einblicke in seine Psyche, in seine Arbeitsweise, was er unter Humor versteht, warum und wie er die Welt sieht usw. Das alles geschieht mit seinem typischen Witz auf einer durchaus rationalen Ebene. Für Monty Python - Fans ist "Wo war ich noch mal?" ein durchgehendes Fest, denn sie erhalten auf sehr unterhaltsame Weise einen sehr persönlichen Blick auf das Leben des größten – in Zentimetern- Mitglieds der Truppe. Es sollen schon rauschhafte Zustande beobachtet worden sein, in denen die Seiten manisch umgeblättert wurden. Das mag auch ein Zeichen des Grads an Ausgehungertseins nach dem pythonesken Humors sein. Dass der Autor kaum Anekdoten oder gar Detailwissen über Kollegen wie Ronnie Corbett oder Peter Sellers ausplaudert und manch einen davon lediglich mit wenig aussagekräftigen Adjektiven wie „unterhaltsam“ oder „schwierig“ beschreibt, mögen weniger enthusiastische Leser bekritteln. Einen echten Fan stört das hingegen nicht. Zumal sehr schön und ausführlich auf seine Freundschaft und berufliche Zusammenarbeit mit Graham Chapman eingegangen wird. Ein Highlight der ohnehin gelungenen "Autobiographie". Eine andere Sache hingegen stört schon mehr. Und zwar wird nach ungefähr der Hälfte klar, dass John Cleese es nicht schaffen wird, sein bisheriges Leben zwischen die Buchdeckel zu quetschen, wenn es in dem Tempo weitergeht. Damit steigt die Hoffnung, dass es einen Cliffhanger und damit definitiv eine Fortsetzung geben wird. Dass die Zeit mit den anderen fünf Pythons sicher in ganzer Breite im nächsten Buch zu finden ist. Tatsächlich endet die Erzählung mit ihrem Zusammenschluss. John Cleese geht auf ihre Art der Zusammenarbeit ein. Dann folgt eine kurze Exkursion ins Jahr 2014, in dem sich die verbliebenen Mitglieder zu mehreren Shows in der O2-Arena zusammenfanden. Leider erscheint das Ganze jedoch nicht als Cliffhanger, sondern eher so, als hielte der Autor die Sache damit für abgeschlossen. Dass heißt aber auch, dass John Cleese eigentlich nur auf die ersten dreißig Jahre seines Lebens zurückblickt und damit den Großteil, nämlich 46 Jahre schlicht unterschlägt. Das ist doch keine vollständige Autobiographie! Unglaublich! Die Sache ist einfach nicht fertig! Eine schreiende Ungerechtigkeit, denn der Leser fühlt sich als würde er am Schluss gaaaaanz langsam am Sirup herunterrutschen und unsanft auf den Boden klatschen. Schmatz. Und das nachdem er sich soooo dermaßen königlich amüsieren durfte. Unfair! Schiebung! Deshalb steht an dieser Stelle die einzige Möglichkeit der Schadensbegrenzung und die lautstarke Forderung nach einer/mehreren Fortsetzungen !!!! And now for something completely different....

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    • 13
  • Ein echter Gentleman

    Wo war ich noch mal?

    shitesite

    08. July 2015 um 23:03

    Beinahe muss man John Cleese als Paradebeispiel für die These von Jean Paul halten, Humor sei „überwundenes Leiden an der Welt“. Wo war ich noch mal? erzählt von einem Mann, der den Humor entdeckt hat, um zuerst sich selbst, dann den Draht zu anderen Menschen und schließlich unser Dasein auf diesem Planeten etwas erträglicher zu finden. Das ist extrem unterhaltsam - auch wenn Monty Python allenfalls eine Nebenrolle spielen. http://www.shitesite.de/2015/05/06/durchgelesen-john-cleese-wo-war-ich-noch-mal/

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  • Wo war ich noch mal?, rezensiert von Götz Piesbergen

    Wo war ich noch mal?

    Splashbooks

    17. June 2015 um 09:01

    Das Werk von John Cleese ist beeindruckend. Nicht nur ist er ein Mitglied von der bekannten, britischen Comedy-Gruppe Monty Phyton. Auch alleine hat er einiges auf die Beine gestellt, wie zum Beispiel den Film "Ein Fisch namens Wanda". Mit "Wo war ich noch mal?" schreibt er jetzt seine Autobiografie. Wobei, und das muss man gleich vorab erwähnen, man darf von diesem Buch keine vollständige Wiedergabe des Lebens von John Cleese erwarten. Er schreibt zwar lang und ausführlich. Und doch endet das Buch mit der Gründung von Monty Phyton. Alles, was danach passiert, wird entweder nur angerissen, angedeutet oder eben nicht thematisiert. Ist das schlecht? Nein. Denn die Schreibweise versöhnt einen mit dem Weglassen des späteren Lebens von John Cleese. Und wieso ist dem so? Einfach aus dem Grund, weil er auf eine Art und Weise schreibt, bei der man aus dem Lachen und Schmunzeln nicht mehr herauskommt. Man kann es auch so sagen: Wo John Cleese draufsteht ist auch John Cleese drinnen. Mit seinem typischen Sinn für britischen Humor schreibt er detailliert und gleichzeitig auch weitschweifend von seinen Erinnerungen. Das ist mal chronologisch, ein anderes Mal eben auch nicht, weil er dann Ereignisse vor holt, die sich erst später ereignen. Bei einem normalen Autoren hätte man sich darüber geärgert. Doch bei "Wo war ich noch mal?"? Akzeptiert man es. Einfach aus dem Grund, weil John Cleese sich darauf versteht, das alles so wunderbar zu verpacken, dass man ihm nicht sauer sein kann. Im Gegenteil: Auf Grund der sympathischen Schreibweise und des super Humors wird man jede Minute beim Lesen genießen.Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/21989/wo_war_ich_noch_mal

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  • Das Leben des John

    Wo war ich noch mal?

    Bri

    Vorab: Ich bin bekennender Monty Python Fan. Vom Flying Circus über Das Leben des Brian zu den Rittern der Kokosnuss: Auch wenn ich sie alle schon gefühlte tausend Mal gesehen habe, kann ich mich immer wieder aufs Neue und wie beim ersten Mal über den scharf beobachtenden, die Absurditäten des Alltags ins Unermessliche überspitzten, total schrägen Humor der Pythons amüsieren. Was heißt amüsieren? Kaputt lachen! Vor allem John Cleese fand ich mit seiner sehr natürlich wirkenden Korrektheit und dem meist etwas steif daherkommenden Verhalten, das durch seine geniale Mimik und die schrägen Handlungen noch dazu karikiert wurde, umwerfend komisch. Wie schön, dass ein Mensch, der wahrscheinlich eher britisch-traditionell aufgewachsen war, so verrückt sein konnte. Immerhin war er während des Zweiten Weltkriegs aufgewachsen und in etwa die Generation, die ich mit solchen Verrücktheiten, wie zum Beispiel dem Ministry of Silly Walks niemals in Verbindung bringen würde. Dank der heutigen Technik ist es möglich, solche Glanzleistungen der Komik immer und immer wieder zu genießen, und das zu jeder Zeit. Die Hoffnung auf etwas Neues der nun doch schon betagteren Herren hatte ich jedoch aufgegeben. John Cleese hatte sich, wie auch die anderen Pythons, beruflich zu anderen Ufern aufgemacht und durchaus Interessantes dabei hervorgebracht. So setzt er sich zum Beispiel so nachhaltig für den Schutz von verschiedenen Lemuren Arten ein, dass sogar eine nach ihm benannt wurde. Im Mai 2014 allerdings gab es eine kleine Sensation: Die Pythons wollten sich noch einmal auf die große Bühne der O² Arena in London wagen. Ein, höchstens zwei Abende sollten es sein. Als die Karten für den ersten Abend aber bereits nach sagenhaften 45 Sekunden – ganz recht, Sekunden! - ausverkauft waren, wurde klar, es mussten 10 Abende sein. Als Krönung sollte die letzte One down, five to go - Live (mostly) Show in vielen Kinosälen überall auf dem Planeten mitzuerleben sein. Auch in Berlin! Die Euphorie der Fans kannte kein Ende und überrollte die Pythons mit ungeahnter Wucht. Jahre, nachdem die Presse sie bereits ad acta und verstaubt zur Seite geschrieben hatte, waren sie wieder da. Live! Und wie! Und ich war dabei. Was wäre ein besserer Zeitpunkt für eine Autobiografie, als dieser? John Cleese hat das mal wieder messerscharf erkannt und gehandelt. Wo war ich noch mal? muss mit seinen 480 Seiten natürlich schon vorbereitet gewesen sein, denn so schnell kann auch Mr. Silly Walk kein solches Werk aus dem Hut zaubern – oder vielleicht doch? Gewohnt eloquent und erheiternd führt Cleese sich zunächst selbst ein. Das Leben mit einer eher fremden Mutter und einem hoch geschätzten und geliebten Vater in England während des Zweiten Weltkrieges schildert er detailreich, authentisch und lebendig. Seine Gedanken zu den damaligen Ereignissen und die Erinnerungen daran lässt er mäandernd aber nicht chaotisch einfließen. Äußerst unterhaltsam erlesen wir uns das Leben eines der genialsten Unterhalter unserer Zeit. Und nebenbei lässt Cleese den Leser ganz nah an sich heran. Eher zurückhaltend und schüchtern ist er. Auffällig durch seine körperliche Größe, die sich schon bald zeigt und die damit wohl für die anderen Jungs so gar nicht zu vereinbarenden Zurückhaltung was zum Beispiel Schulhofkämpfe angeht, versucht er diesen aus dem Weg zu gehen - also sowohl den anderen Jungs als auch den Kämpfen - was auch beinahe immer klappt. Wenn es denn sein muss, kann er sich aber auch den nötigen Respekt verschaffen und wird fortan in Ruhe gelassen. Er hat quasi „das Feuchte hinter den Ohren verloren“. Ein kluger Junge, der seine Warmherzigkeit vom Vater ererbt oder erlernt wissen will. Einem Mann, dessen Lieblingsbuch Jerome K. Jeromes Drei Männer im Boot ist. Wenn das nicht schon wegweisend zu nennen ist … Während des Jurastudiums in Cambridge lernt er zunächst Graham Chapman kennen und später auch Terry Jones, Eric Idle, Terry Gilliam und Michael Palin. Die Truppe des Flying Circus ist nunmehr komplett und kommt bei den Zuschauern ungemein gut an. Das ist etwas, womit niemand so richtig gerechnet hatte. Nun heißt es am Ball bleiben. Die Truppe funktioniert basisdemokratisch, was sich noch als etwas problematisch erweisen wird. Geschwätzig könnte man sie nennen, die Autobiografie, aber im positivsten Sinn des Wortes, zeigt sie uns doch einen liebenswerten, meist an der Qualität seiner Arbeit zunächst zweifelnden, hochintelligenten Menschen, der viele angenehme Charakterzüge vereint. Wichtig ist ihm aber auch, seine Vorstellung von Arbeit und Komik genügend umgesetzt zu wissen. Wenn das nicht mehr gegeben ist, dann geht er andere Wege. So verlässt er schließlich den Flying Circus, arbeitet aber an anderen Python-Produktionen weiterhin mit. Auch sein Privatleben lässt Cleese nicht aus. Doch schildert er es immer aus einem distanziert – ironischen und gerade deshalb so sympathischen Blickwinkel. Auch die unangenehmen Seiten des Lebens verschweigt er nicht und hier zeigt sich ganz deutlich, dass er im Grunde genommen ein sehr ernsthafter Mensch ist. 480 Seiten lang pure Unterhaltung, kein bisschen Langeweile, wunderbare Einblicke in das Seelenleben eines genialen Künstlers und verehrungswürdigen Menschen – das ist es, was Wo war ich noch mal? zu einem unbedingten Must-Have für jeden Monty Python / John Cleese Fan macht. Aber auch wenn man das nicht ist, sollte man dieses Buch lesen. Alleine die Fotos und deren umwerfende Unterschriften sind es wert. Und die Tatsache, dass man auch älter geworden genauso verrückt sein kann, wie ehedem, was für mich eine wunderbare Entdeckung war. Dieses Buch bekommt einen Ehrenplatz in meinem Regal, damit ich es immer mal wieder in die Hand nehmen und darin blättern kann.

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    • 10

    Bri

    29. May 2015 um 09:21
  • die Geburt des britischen Humors

    Wo war ich noch mal?

    Flatter

    06. May 2015 um 11:12

    Über den Autor: John Marwood Cleese, geboren 1939 in Weston-super-Mare, England, schloss sein Jura-Studium am Downing College in Cambridge mit Promotion ab, bevor er mit seinem Talent als Texter Karriere machte. Als Drehbuchautor und Schauspieler war er für namhafte Preise nominiert - vom Emmy- über den Edgar-Allen-Poe-Award bis zum Oscar. Mit Drehbüchern und Hauptrollen reüssierte er auch in Hollywood, seine Gastauftritte bereicherten so diverse Filmserien wie James Bond, Harry Potter und Shrek. Heute lebt John Cleese in London. Zum Inhalt: (Klapptext) "And now for something completely different!“ Als im September 1969 die erste Folge von Monty Python’s Flying Circus gedreht wurde, war John Cleese knapp dreißig Jahre alt. Bis zu diesem Moment hatte das Leben bereits schwerwiegende Fragen aufgeworfen. Hatten die Deutschen kurz nach seiner Geburt sein unbedeutendes englisches Heimatdorf tatsächlich nur bombardiert, um zu beweisen, dass sie doch Sinn für Humor besaßen? Würde er sich je wieder von dem Trauma erholen, als Kleinkind von einem Kaninchen gebissen worden zu sein? Warum hatte man ihn für seinen ersten ernsthaften Bühnenauftritt als Luzifer ausgerechnet in Strumpfhosen gesteckt? In seiner Autobiografie zeichnet Weltstar John Cleese ein Porträt des Künstlers als junger Mann bis zur Gründung von Monty Python, um diesen und vielen anderen Fragen auf den Grund zu gehen. "Wo war ich noch mal?" erzählt den Lebensweg eines schüchternen englischen Schlaks zum gefeierten Komödianten, der den Humor ganzer Generationen prägen sollte.   Meine Meinung: Auf diese Biographie habe ich regelrecht gewartet. Ich finden John Cleese schon seit Jahrzehnten großartig und endlich erzählt er uns etwas über sein aufregendes Leben. Wir kennen ihn wohl am besten durch die englische Comedytruppe Monty Python oder aus so genialen Filmen wie Das Leben des Brian. Ich kann mir seine Filme 100 Mal angucken und kringel mich doch immer wieder jedes Mal von neuem vor Lachen. Geboren als Sohn eines liebenvollen Vaters und einer etwas schwierigen Mutter, hat er sich die Sonne im Herzen doch immer bewahrt. Er erzählt von seiner Kindheit und Schulzeit bis hin zu seinen ersten Versuchen als Komödiant. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass John Cleese den britischen Humor mehr als geprägt hat. Sein Leben ist hochinteressant und wie es zu dieser wahnsinns Karriere gekommen ist, ist superspannend zu lesen. Er gibt viele Tipps für junge Komädianten und er hatte im Laufe seiner Karriere unglaubich tolle Wegbegeleiter. Nicht nur auf der Bühne, nein, auch hier als Buchautor versteht er es großartig mit Worten zu jonglieren und dem begeisterten Leser immer wieder mit seiner Komik ein Lachen ins Gesicht zu zauben. Vom einstigen schüchternen englischen Schalk hin zum großartigen Comedian. Einzig über sein heutiges Privatleben hält er sich mehr als bedeckt, er erzählt ein bißchen was über seine erste Frau Connie Booth (die auch in Fawlty Tower mitgespilet hat) und erwähnt kurz seine zwei Töchter. Was ich schade finde, aber auch nachvollziehen kann, da es in diesem Buch ja um seine einzigartige Karriere gehen soll. Beim Lesen merkt man, dass er ein sehr cleverer, humorvoller und bodenständiger Mann ist, der das Leben nicht so ernst nimmt und einen großen Spaß daran hat, die Leute zum Lachen zu bringen. John Cleese gehört zu der Gruppe Menschen, denen ihre Karriere einfach "passiert" ist. Zielgerichtete Karriereplanung?? Hah, keine Spur. Direkt nach seinem Jura Abschluß an der Universität Cambridge, ließ er auch schon die juristische Laufbahn hinter sich um sein Leben der Comedy zu widmen. Es war so spannend zu lesen wie es zum Zusammenschluß von Monty Python kam und ich ärgere mich heute noch, dass ich nicht schnell genug war, Tickets für die Reunion Tour 2014 in London zu ergattern, die innerhalb von 45 Sekunden!!! ausverkauft war. Diese Truppe einmal Live zu sehen, käme einem Traum gleich. Cover: Geniales Cover, das abesolut perfekt zu dieser unglaublichen Biographie passt.  Fazit: Selten hat mich eine Biographie so in ihren Bann gezogen wie diese.Ich ziehe meinen Hut vor der Genialität und Herzenswärme dieses Mannes und beneide jeden, der bisher das Glück hatte, ihm einmal begegnen zu dürfen.

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  • Mit bekanntem Humor erzählte Biographie

    Wo war ich noch mal?

    michael_lehmann-pape

    Mit bekanntem Humor erzählte Biographie „In anderen Bereichen verlor ich allmählich meine Reserviertheit – oder, im St.- Peter´s-Jargon, etwas Feuchte hinter den Ohren“. Was umgehend zu einer „echten“ Rauferei führt, was umgehend zu einem „klassischen Cleeseschem Nachdenken“ führte und damit umgehend zu einer Vertauschung der Rollen (hatte Cleese zunächst die Oberhand, fand er sich nach einem komplizierten Gedankengang nun untern „im Dreck“ wieder“. Zum Glück (und auch wenn es seine Zeit benötigte), bis auf sein privates Desaster bei seiner letzten Scheidung (nicht menschlich, eher finanziell), hat sich John Clesee weiterhin nicht mehr gerauft, sondern seine sehr britische Trockenheit, seinen sehr andersartigen Humor und seine Schaffenskraft in den Dienst der kreativen Kunst gestellt. Mit den bekannten Folgen (die vor „Monthy Pythons Flying Circus“ bereits erste Spuren gezeigt hatten und die nach Monthy Python noch lange nicht auserzählt sind). „Mein erster Kampf war auch mein Letzter geblieben“. Auch wenn Zeitungen anderes über den ein oder anderen Disput mit Terry Gilliam zu berichten wussten, „ich erinnere mich definitiv nicht an einen Kampf mit Terry Gilliam“. Zumindest nicht auf körperlicher Ebene, sollte man hinzufügen. Denn kreativ war John Clesse immer einer, der seine Ideen verteidigt hat, der sich durchaus auch an Kollegen rieb, der, letzten Endes, Monthy Python verließ, als er sah, dass seine persönliche Richtung, sein Geschmack, sein Potential in dieser basisdemokratischen Künstlergruppe nicht (mehr) genügend Entfaltung fand. Im Plauderton, bei dem der britische Akzent fast „herauszuhören“ ist, flüssig und teilweise zum Wegwerfen komisch, erzählt Cleese teils aber auch sehr lakonisch seine Lebensgeschichte, entführt den Leser dabei in die Zeit der Entwicklung neuer Kunstformen Mitte der 60er bis Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, gibt Einblick in die charakterliche „Ausgewogenheit“ der ganz andersartigen Komik von Monthy Python, lässt den Ernst des Lebens (den Alkoholismus Graham Chapmanns z.B.) dabei nicht aus, erzählt von seiner weiteren schauspielerischen und künstlerischen Entwicklung und gibt ebenso Einblick in sein privates Leben (mit entsprechend ironischer Distanz im Übrigen). Wobei Cleese immer den scharfen Blick (gemildert durch seine blumige Ausdrucksweise) auf das behält, was an Veränderungen in der Welt (nicht nur des Humors) stattfindet. „In alten Zeiten haben Menschen um ein Foto von Dir gebeten. Heute geht es immer, immer um ein Foto mit Dir. Damit die Leute sagen können: „Schau mal, hier bin ich mit…..“. Bedenklich findet Cleese diese Änderung der Mentalität in der Gesellschaft, dem eigenen Leben mehr Bedeutung verleihen zu können, wenn sie „den Anzug von……“ berührt haben. Einer, der von sich sagt, dass ihn kein gewaltiger Ehrgeiz je angetrieben hätte noch antreiben würde, der einfach eines Tages feststellt, dass sein Leben „außerordentlich geschäftig“ geworden ist. Einer, der Kontrolle über seine Kunst immer angestrebt hat, aber Verantwortung für Abläufe ungern umfassend übernahm. Clesse schreibt hoch sympathisch, gibt dem Leser nie das Gefühl, dass er sich selbst zu ernst nehmen würde, hinterlässt aber auch nicht den Eindruck, mit seinen Memoiren zum 75. Geburtstag nur das eigene Image bedienen zu wollen. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre von und über einen kreativen Freigeist.

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