John Connolly Nocturnes

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Inhaltsangabe zu „Nocturnes“ von John Connolly

Folgen Sie ihm in die Dunkelheit: Thrillerautor John Connolly nimmt uns mit auf eine Reise zum Bösen und Übernatürlichen. In fünfzehn unheimlichen Erzählungen erforscht er unsere tiefsten Ängste - noch nie war das Grauen so verführerisch. Und so nah...

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    Nocturnes
    Stefan83

    Stefan83

    04. July 2012 um 19:18

    Ein Abend am Lagerfeuer. Ein düsterer Wald. Ein Kreis aus nebeneinander sitzenden Freunden, welche der undurchdringlichen Dunkelheit den Rücken zukehren. Ein wirklich stimmungsvolles Bild, aber auch eins, das in Zeiten von Computerspielorgien und Facebook-Partys Seltenheitswert besitzt und an dem sich wohl nur noch Nostalgiker oder verklärte Romantiker erfreuen können. Zum Glück aber gehöre ich dieser aussterbenden Gattung an, der noch ein Fünkchen Fantasie geblieben ist und die eine gut erzählte Horrorgeschichte vor entsprechender Kulisse zu schätzen weiß. Wenn man dann gleich 15 dieses Kalibers in die Finger bekommt – umso besser. „Nocturnes“ von John Connolly reiht sich, nachhaltig beeindruckend, in die Liste meiner Horrorfavoriten ein und nimmt damit Platz neben Genre-Größen wie Algernon Blackwood, Edgar Allan Poe oder Stephen King. Die Befürchtung, der irische Autor könne seine Wortgewalt nur über größere Distanz zur Geltung bringen, erweist sich bereits mit der ersten Geschichte aus dieser Anthologie als unbegründet. Der „Krebs-Cowboy“ ist nicht nur einer der widerlichsten Bösewichte seit langem, sondern auch derart bizarr und furchterregend, dass man sich unwillkürlich selbst nach Geschwüren abtastet und sich am Körper Gänsehaut breitmacht. Krebs als durch Berührung übertragbare Krankheit? Ein schrecklicher Gedanke und gerade wohl deswegen so beängstigend für den Leser, dem der fiktive Horror plötzlich sehr real vorkommt. Sicherlich, Connollys Stil erinnert hier (oder z.B. auch in den Geschichten „Treibsand“ oder „Manche Kinder laufen aus Versehen weg“) stark an Altmeister King, ahmt diesen vielleicht sogar stellenweise nach – Connollys eigener Ton, sein Hang zur Mystik, wird dadurch aber nicht verwässert. Im Gegenteil: Eindrücklich stellt er hier sein Können unter Beweis, seine Fähigkeit, mit den Besten des Genres auf Augenhöhe zu konkurrieren. Und dabei zeigt er sich zudem als äußerst vielseitig und wortgewandt. Brutalen, blutigen Horror findet man hier ebenso vor wie klassische Gothic-Geschichten, bei dem auch Freunde des viktorianischen Zeitalters und des altmodischen Grusels voll auf ihre Kosten kommen. In „Die Hexen von Underbury“ vergisst man beinahe glatt, dass hier ein moderner Schreiberling am Werk gewesen ist, derart „very british“ wirkt diese stimmungsvolle Erzählung, die immer wieder augenzwinkernd Bezug auf Meisterdetektiv Holmes und seinen Freund Dr. Watson nimmt. Und wenn der Ermittler, wie in den Sümpfen Dartmoors, im dichten Nebel zwischen Büschen Bewegungen ausmacht, ihn unsichtbare Finger tastend im Nacken berühren, packt man die Seiten unwillkürlich fester. Connolly dosiert in richtigem Maße, setzt jeden Satz an die richtige Stelle und nimmt den Leser mit geschickt geführter Feder gefangen. Selbst Schnellleser dürften sich jetzt dabei ertappen, wie sie das Tempo drosseln, um ja kein Wort zu überlesen bzw. der angespannten Atmosphäre nicht den sehnlichst erwarteten Effekt zu nehmen. Am Ende gibt es natürlich meist, so verlangt es das Genre, kein Happy-End. Und selbst ein kurzfristiger Triumph wird noch auf den letzten Seiten mit bitterem Geschmack versetzt. Das Gute obsiegt letztlich nie, das Böse lauert in der Finsternis nur auf eine zweite Chance, um zuzuschlagen. Sei es in der tiefen Erde eines Grabhügels oder am Grunde eines nachtschwarzen Sees. Hätte Connolly es bei 14 Geschichten belassen, „Nocturnes“ wäre schon ohne Frage ein sicherer, wärmstens empfohlener Tipp für Horror-Freunde geworden. Mit der 15. Erzählung erwartet den Leser dann aber noch ein besonderer Leckerbissen. In „Das spiegelnde Auge“ (eigentlich schon eine Novelle, die zeitlich zwischen „Die weiße Straße“ und „Der brennende Engel“ spielt) feiern wir ein Wiedersehen mit Charlie „Bird“ Parker, der dem Geheimnis eines alten Hauses nachgeht, das einst als Unterschlupf für die blutigen Praktiken eines gnadenlosen Kindesentführers gedient hat. Der Birdman, dem natürlich auch diesmal Louis und Angel zur Seite stehen, stolpert im Fall Grady dabei über einen Gegenspieler, der in den folgenden Parker-Romanen noch von größerer Bedeutung sein wird und der bezüglich seiner boshaften Ausstrahlung, den Vergleich mit Caleb Kyle oder Mr. Pudd nicht zu scheuen braucht. Insgesamt ist „Nocturnes“, trotz der ein oder anderen schwächeren Story, eine lesenswerte, äußerst vielseitige Anthologie, in dem der Horror uns so mühelos gefangen nimmt, wie ihn Connolly scheinbar auf Papier gebracht hat. Klasse übersetzt, sprachlich wirklich stark, atmosphärisch allererste Kajüte – was mehr kann ein Freund dieses Genres verlangen?

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