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Nightingale78

vor 2 Monaten

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Meine Meinung

Mit HOCHGRADIG UNLOGISCHES VERHALTEN legt John Corey Whaley bereits sein drittes Jugendbuch in Deutschland vor. Für mich war es das erste Leseerlebnis des Autors. Und so viel möchte ich vorweg nehmen; es war sicher nicht mein Letztes von Whaley. Aus der dritten Person und Wechselperspektive trifft man auf Lisa, die übereifrige Streberin, und Solomon der an Agoraphopie leidet, sich leider durch diese Krankheit ans Haus gefesselt sieht und [unwissend] Lisas Forschungsobjekt werden soll.

Beginnen möchte ich damit, wie sehr mich Solomon vom ersten Moment an begeistert hat. Die Tatsache, dass Solomon zwar an schweren Panikattacken leidet, dadurch ein sehr einsames Einsiedlerdasein führt, aber sich und sein Wesen nicht darüber definiert, gefiel mir sofort. Er ist so viel mehr als ein Junge, der Angst hat, nach draußen zu gehen. Er ist freundlich und nachdenklich. Solomon ist ein absolut bezaubernder Geek und sein Sinn für Humor, einschließlich der Fähigkeit, sich über sich selbst lustig zu machen, zeichnen seinen charmanten Charakter noch mehr aus.
Lisa ist überambitioniert, wirkt etwas kaltschnäuzig und ist absolut davon überzeugt, Solomon nicht nur „reparieren“ sondern sich so ein Stipendium an ihrer Traum-Uni krallen zu können. Klingt nicht gerade sympathisch? Ist sie erstmal auch nicht. Ein cleverer Schachzug ist ohne weiteres, dass Lisa ihren Freund Clark mit Solomon bekanntmacht. Ein Dreamteam ist geboren. Clark ist, im Gegensatz zu Lisa, noch ziellos und lässt sich gerne treiben. Außerdem schreckt der Plan seiner Freundin, ihn zunehmends ab. Er entdeckt viele Gemeinsamkeiten, wie u. a. Solomons Leidenschaft für Star Trek. Meinem Gefühl nach hat er sehr viel zu Solomons Entwicklung beigetragen. Diese ‚Bro-mance‘ war definitiv ein Highlight. Wogegen Lisa mir mit ihrer Art aufs Gemüt schlug und mich erst später mehr für sich gewinnen konnte. Das es bei einer Dreier-Konstellation zu Komplikationen kommen kann, ist nicht verwunderlich. Allerdings war ich etwas baff, in welche Richtung diese ging.

Whaleys Schreibe ist durchgehend sehr flüssig und dicht. Auch die Leichtigkeit fiel mir, trotz des Grundthemas, angenehm auf. Das Tempo war gut getaktet. Überrascht hat mich, wie emotional ich dann auf das Ende reagiert habe.
Das Ende selbst wurde recht offen gehalten, was mir überaus entgegen kam. Die Figuren sind noch sehr jung und ihre zwischenmenschlische, sowie gesundheitliche Entwicklung ein stetiger Prozess.


Fazit

Solomon hat mich mit seinem HOCHGRADIG UNLOGISCHEN VERHALTEN zugleich berührt und zum lächeln gebracht. Mit Sensibilität, Humor und Scharfsinnigkeit, vermittelt der Autor das Bild einer Krankheit ohne dabei die Figuren und Handlung zu vernachlässigen. Eine kurzweilige Geschichte mit Tiefe und ja, auch kleinen Ecken und Kanten. John Corey Whaleys neues Jugendbuch ist aber ohne jeden Zweifel hochgradig empfehlenswert!


Autor: John Corey Whaley
Buch: Hochgradig unlogisches Verhalten
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