John Cornwell Die Beichte

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Inhaltsangabe zu „Die Beichte“ von John Cornwell

Die Beichte, das "Bußsakrament", dient der Vergebung der Sünden - das ist gläubigen Christen zu allen Zeiten gepredigt worden. In Wahrheit, so zeigt John Cornwell in seinem aufrüttelnden Buch, ist sie bis heute ein zentrales Unterdrückungsinstrument der katholischen Kirche geblieben. Nicht nur vermittelt sie schon Kindern die Welt als Sündenpfuhl - in ihrem Freiraum wurde systematischer Missbrauch überhaupt erst möglich.
Als Papst Pius X. im Jahr 1905 das Mindestalter für die Beichte auf sieben Jahre herabsetzte, begann ein großes Menschenexperiment: Kinder wurden seitdem systematisch in Scham und Schrecken gehalten. Die Furcht vor Sünde, Fegefeuer und ewiger Verdammnis schuf bei Generationen von Gläubigen ein Lebensgefühl der Angst. Es warkein Zufall, dass manche dieser Sünden Formen von Ungehorsam gegenüberden kirchlichen Autoritäten umfassten.
Vor allem aber hatdie Beichte das Verhältnis vieler Gläubiger und katholischer Amtsträger zur Sexualität nachhaltig geprägt. Die Folgen sind bis heute spürbar - in einer Epoche von Säkularisierung und sexueller Befreiung haben gerade der Freiraum der Beichte und das Konzept der Sünde dem Missbrauch von Kindern Vorschub geleistet.
John Cornwell, selbst Katholik und einer der führenden Vatikanexperten, zeigtauf der Grundlage eigener Erfahrungen und vieler konkreter Beispiele, wie sehr die Beichte zum Repressionsinstrument geworden ist - und warum sie offiziell wieder mehr in den Mittelpunkt des Glaubens rücken soll. Ein sehrpersönliches, leidenschaftliches Buch - und ein dunkles Kapitel abendländischer Kulturgeschichte.

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  • Die Beichte als „himmlisches Sakrament“ oder „Machtmittel“?

    Die Beichte

    michael_lehmann-pape

    23. January 2014 um 14:32

    Die Beichte als „himmlisches Sakrament“ oder „Machtmittel“? John Cornwall ist für seine investigativen Recherchen und seine kritischen Bücher zur katholischen Kirche und Lehre bekannt und mehrfach ausgezeichnet worden. In seinem neuen Werk wendet sich Cornwell nun fundiert und kenntnisreich (und aus eigener, leidvoller Erfahrung heraus) einem der zentralen „Sakramente“ der katholischen Kirche zu, der Beichte. In kirchlicher Lehre ein Instrument zur Reinheit, zur Vergebung der und damit quasi eine der „Eingangspforten“ zum Himmelreich. Zumindest die „Befreiung von schwerer Strafe mit ewigen Höllenqualen“ ist der „Lohn der Beichte“. Die „Absolution“ ist damit eines der zentralen „Heilsmittel“, aber auch „Machtmittel“ der katholischen Kirche, war im weitesten Sinne Auslöser der Reformation und wird seit ihrer Einführung durchaus immer wieder auch kritisch betrachtet. Und auch Cornwell kommt zu einer eindeutigen, überaus kritischen, durchaus aber wohlbegründeten Einschätzung der Beichte als eben auch einer sehr „dunklen Geschichte“. Einer, der aus seinen frommen, irischen Wurzeln heraus und im Rahmen seiner umfassenden katholischen Erziehung von früh auf mit der Beichte Umgang pflegte, der „von Innen“ her das System genauestens kennenglernt hat. Der eben aus seinen irischen Wurzeln heraus auch eine besondere Verbundenheit mit dem schweren Missbrauch (nicht nur) in der irischen Kirche mit sich trägt und der selbst während einer Beichte von einem „Beichtvater“ sexuell angegangen worden war. Diese dunkle Geschichte erzählt Cornwall. Wie seit dem frühen 20. Jahrhundert die Beichte für Kinder ab dem siebten Lebensjahr eingeführt wurde, wie dies als Machtinstrument breit ausgenutzt wurde und dabei zugleich einen Freiraum für Missbrauch eröffnete, der an manchen Stellen im Buch nur mit guten Nerven zu lesen ist. Gerade weil Cornwall nicht polemisch argumentiert oder rein emotional sich „Luft macht“, sondern sachlich und nüchtern Schritt für Schritt offen legt, wie tief die Kluft zwischen „öffentlicher Lehre“ und teils bedrängender Praxis sich darstellt. Das im Übrigen ist der Kern von Cornwalls Einlassungen: wie in Bezug auf Kinder eine eigentlich für Erwachsene auch chancenreiche „offene Reue über ein Fehlverhalten“ in psychische Gewalt und in nicht wenigen Fällen in sexuellem Missbrauch ausuferte. Ein Instrument somit, dass seinem möglicherweise „heilenden“ Sinn in Bezug auf Kinder in keiner Form gerecht werden konnte und kann. Statt echter Chance auf Aussöhnung mit sich selbst nach (vielleicht auch nur subjektiv empfundenem) Fehlverhalten, welche Cornwall der Beichte als Möglichkeit für „gereifte Persönlichkeiten“ durchaus zuspricht, wandelt sich diese spirituelle Möglichkeit zu einem fast strukturellen Instrument zum „Seelenmord“ und zur falsch verstandenen „Macht des Geistlichen“ in Form der „Schlüsselgewalt“, die „kein König oder Kaiser, kein Engel oder Erzengel, kein Heiliger und nicht einmal die seligste Jungfrau selbst“ besitzt. Ein aufrüttelndes Buch, das nicht verteufelt, sondern da verurteilt, wo die Fakten eine eindeutige Sprache sprechen und, letztendlich, auch den Nutzen und Sinn der recht verstandenen und ausgeübten Beichte gar nicht verschweigt, sondern durchgehend sehr konkret die „Praxis der Macht“ intensiv darstellt und umfassend in Frage stellt.

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