John Düffel

 3,7 Sterne bei 229 Bewertungen
Autor*in von Houwelandt, Die Wütenden und die Schuldigen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

JOHN VON DÜFFEL wurde 1966 in Göttingen geboren, er arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Seit 1998 veröffentlicht er Romane, Erzählungsbände sowie essayistische Texte bei DuMont, u. a. ›Vom Wasser‹ (1998), ›Houwelandt‹ (2004), ›Wassererzählungen‹ (2014), ›Klassenbuch‹ (2017), ›Der brennende See‹ (2020), ›Wasser und andere Welten‹ (Neuausgabe 2021), ›Die Wütenden und die Schuldigen‹ (2021) und zuletzt

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von John Düffel

Cover des Buches Houwelandt (ISBN: 9783832166649)

Houwelandt

(76)
Erschienen am 15.11.2022
Cover des Buches Die Wütenden und die Schuldigen (ISBN: 9783832166458)

Die Wütenden und die Schuldigen

(51)
Erschienen am 19.07.2021
Cover des Buches Hotel Angst (ISBN: 9783832188092)

Hotel Angst

(22)
Erschienen am 20.04.2021
Cover des Buches Goethe ruft an (ISBN: 9783423142182)

Goethe ruft an

(20)
Erschienen am 01.05.2013
Cover des Buches Beste Jahre (ISBN: 9783832188078)

Beste Jahre

(13)
Erschienen am 06.03.2014
Cover des Buches Der brennende See (ISBN: 9783832165901)

Der brennende See

(15)
Erschienen am 13.08.2021
Cover des Buches Ego (ISBN: 9783832187989)

Ego

(12)
Erschienen am 06.03.2014
Cover des Buches Zeit des Verschwindens (ISBN: 9783832188108)

Zeit des Verschwindens

(8)
Erschienen am 06.03.2014

Neue Rezensionen zu John Düffel

Cover des Buches Die Wütenden und die Schuldigen (ISBN: 9783832166458)
luckytimmis avatar

Rezension zu "Die Wütenden und die Schuldigen" von John Düffel

luckytimmi
Ein bisschen spannend, viele Fragezeichen, am Schluss eher philosophisch und langweilig

Kathi, die Freundin von Maria, beide Ärztinnen,, fährt mit Selma, Marias Tochter zu Opa Richard, der an Krebs erkrankt ist. Maria selbst kann nicht hin, da sie in Quarantäne muss. So weit verständlich. Dann wohnt plötzlich ein Rabbi im gleichen Haus, wo Maria wohnt und sie bleibt bei ihm -einem fremden Mann 🤔- während Jakob in ihrer Wohnung haust. Der wiederum ist Kunststudent und lässt sich nackt von seiner Professorin malen, auf die er heimlich steht…

Bei Opa Richard geht plötzlich eine Katze ein und aus, obwohl er Tiere nicht mag, und die ist plötzlich bei einem Tierarzt, weil sie auch krank ist. Richard, der übrigens Priester war, nimmt sich wiederum Kathis  Arztkoffer und verschwindet damit in seiner Kirche…

Und dann gibt es da noch Holger, Selmas und Jakobs Vater, der nach einem Suizidversuch in einer Anstalt lebt…

Also irgendwie ein merkwürdiges und verworrenes Buch, das in der Corona-Zeit spielt.
Die Kapitelüberschriften sind quasi jeweils ein Teil des ersten Satzes und handeln von einem der Mitwirkenden. Der Schreibstil ist teilweise anstrengend und düster, genau wie das Cover. 

Cover des Buches Der brennende See (ISBN: 9783832165901)

Rezension zu "Der brennende See" von John Düffel

Ein LovelyBooks-Nutzer
Der brennende See - Wichtige Themen, blasse Umsetzung

“Eine hoch aufgeschlossene Birke warf sprudelnden Blätterschatten auf den kleinen Balkon hinter der Glastür und auf die graue Auslegware. Einen Augenblick sah sie dem zu. Irgendwie hatte das etwas Tröstliches.”

Vor ein paar Tagen habe ich auf Instagram den ersten Leseeindruck zu „Der brennende See“ hinterlassen und jetzt das Buch beendet. Was soll ich sagen? Wo fange ich an? Es fällt mir nicht wirklich leicht.

In „Der brennende See“ geht es um Hannah, dessen Vater verstorben ist. In seiner Wohnung findet sie ein Bild von einer Frau und will herausfinden, wer sie ist – und vor allem wie nah sie ihrem Vater stand. Denn Hannah stand ihrem Vater nie wirklich nah, was in manchen Zeilen auch zu spüren ist, sie aber nicht zu stören scheint. Oft wehrt sie sich aber auch störrisch dagegen, etwas zu empfinden, was sie mir nicht gerade näher gebracht hat. Es fühlte sich daher oft an, als wollte sie so störrisch sein. Auf einigen Seiten liest man auch heraus, dass sie, wie soll ich sagen, abgestumpft ist und des Lebens müde, wobei sie noch so jung ist und nicht genau ausgeführt wurde, warum das so ist. Ein guter Freund von ihr ist definitiv der Alkohol, den sie gerne über das Maß hinaus trinkt. Alles ist sehr realitätsnah beschrieben worden, nur dass die Geschichte vor sich hin plätscherte und sich leicht gähnende Leere in mir ausbreitete.

Eigentlich ist es ein guter Plot, doch war er in der Umsetzung ziemlich ernüchternd. Es finden Themen wie Tod, Trauer und der Klimawandel seinen Platz. Die Geschichte spielt nämlich vom 21. – 24. April. Ein Monat, der sehr trocken und nahezu ohne Niederschlag auskommt. Die Tage vergehen mehr oder minder rasant, es wird vor sich hin gelebt. Das Thema Klimawandel ist aber in meinen Augen um die Geschichte von Hannah herumkonstruiert worden und so ist es nichts Halbes und nichts Ganzes – dazu eben die Protagonistin, deren Handlungen ich nicht nachvollziehen konnte und irgendwann auch nicht mehr wollte. Anfangs fand ich es sehr interessant in Hannahs Leben einzutauchen und zu erfahren, wer sie ist, auch wenn ich nicht unbedingt viel erfahren habe, war das zum Teil fürs Erste ausreichend. Hier hat allein der Schreibstil Pluspunkte sammeln können – auch durch die schönen Umgebungsbeschreibungen und Jetzt-Momente. Hier und da gab Hannah etwas von ihren Gefühlen preis, doch den großen Einblick in die Tiefe ihrer Gefühlswelt gab es nicht. Hannah blieb blass und war mehr an den anderen Protagonisten orientiert, die zielorientierter waren. Das bedeutet, dass sie das, was sie eigentlich nicht wollte, doch getan hatte. Ihre Handlungen konnte ich daher nicht immer nachvollziehen oder fand sie für den weiteren Verlauf auch nicht förderlich. Auch die anderen Protagonisten blieben blass wie Silhouetten. Alles blieb irgendwie stumpf, wenngleich die Themen wichtige sind, die angesprochen gehören.

Über den Sohn des Paares, bei denen Hannah eines Tages unterkommt, möchte ich auch eingehen. Dieser ist zehn Jahre jung und sein Gesagtes war teilweise so erwachsen, dass ich das Gefühl bekam, dass er viel älter sein muss. Allein seine Gedankengänge. Denkt so ein zehnjähriges Kind? Sicherlich gibt es Ausnahmen, aber hier passte es für mich nicht ganz. Auch er blieb blass wie die anderen, wenngleich er in einer Situation ein Bild zeichnete, das mich fast zu Tränen rührte. Hier greift wieder der tolle Schreibstil des Autors.

Im Großen und Ganzen finde ich aber, dass man mehr hätte aus der Geschichte machen können. Mehr in die Gefühlswelt der Protagonisten eintauchen, allein auch durch Dialoge, durch mehrere Rückblenden in die Vergangenheit, damit es nachvollziehbar wird, weshalb Hannah so ist, wie sie ist und warum der Bezug und die Beziehung zu ihrem Vater so eingefroren war. Der Schreibstil hingegen hat mich weiterlesen lassen, wenngleich die Geschichte immerzu vor sich hin plätscherte wie der brennende See.

Cover des Buches Die Wütenden und die Schuldigen (ISBN: 9783832181635)
Sandra1975s avatar

Rezension zu "Die Wütenden und die Schuldigen" von John Düffel

Sandra1975
Wortgewaltig, philosophisch

In diesem Buch geht es um den Selbstmordversuch eines Familienmitglieds und darum, was dies mit den übrigen Familienmitgliedern macht. Es geht um zerrüttete Familienverhältnisse in der Corona-Zeit. 

Im Mittelpunkt des Romans steht das Nachdenken über den Tod, das mit Wut und Schuldgefühlen einhergeht. Der Zusammenhang zwischen Tod, Wut und Schuld war mir vor der Lektüre des Romans nicht so bewusst. Es geht um die Hilflosigkeit der Figuren angesichts der Endlichkeit des Lebens. Im Roman gibt es keine Toten und dennoch ist der Tod meiner Meinung nach das Hauptthema. 

Ein wortgewaltiges, philosophisches Buch, das ich gerne gelesen habe.

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