John Darnielle

 3.2 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Rekorder, Wolf in White Van und weiteren Büchern.
John Darnielle

Lebenslauf von John Darnielle

John Darnielle wird 1967 in Bloomington, Indiana geboren und wächst in Südkalifornien auf. Nach dem High-School-Abschluss lebt er einige Zeit in Portland und kommt dort mit Drogen in Kontakt. Er kehrt nach Kalifornien zurück und arbeitet zunächst als Pfleger in einem Krankenhaus. Nebenbei schreibt er erste Songs und nimmt sie auf Kassette auf. Anfang bis Mitte der Neunziger studiert er am Pitzer College und macht einen Abschluss in Englisch. 1992 wird sein erster Song veröffentlicht, etwa zu dieser Zeit entsteht auch die Band „the Mountain Goats“, deren prominentestes – und oftmals einziges – Mitglied Darnielle ist. Neben der Musik ist John Darnielle auch als Schriftsteller erfolgreich. 2014 erscheint sein erster Roman „Wolf in White Van“ und wird nur wenige Tage darauf unter zehn Büchern für den National Book Award for Fiction nominiert. Darnielle ist zudem Veganer und setzt sich für Tierschutz und Feminismus ein. Auf Twitter kritisiert er u.a. häufig Probleme der Frauenrechte und der sozialen Gerechtigkeit. John Darnielle lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in North Carolina.

Alle Bücher von John Darnielle

Wolf in White Van

Wolf in White Van

 (7)
Erschienen am 13.05.2016
Rekorder

Rekorder

 (14)
Erschienen am 21.12.2017
Wolf in White Van

Wolf in White Van

 (0)
Erschienen am 06.11.2014
Universal Harvester

Universal Harvester

 (2)
Erschienen am 13.04.2017

Neue Rezensionen zu John Darnielle

Neu

Rezension zu "Rekorder" von John Darnielle

unerwartet anders
derMichivor 2 Monaten

Der Klappentext liest sich wie der eines Stephen-King-Romans. An den Meister des modernen Horrors muss man auch zwischendrin immer wieder denken, etwa wenn John Darnielle seinen Protagonisten und dessen Lebenswelt mit zahlreichen gut informierten Details ausstattet, die an den besseren Stellen des Buches dafür sorgen, dass alles möglichst plastisch erscheint. Auch der Grundkonflikt hätte dem King of Horror ähnlich gut gestanden, denn was auf den neu bespielten Kassetten zu sehen ist, hat das Zeug zum Gruseln.

Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Oder zumindest nicht nur. Die Aufklärung der Ereignisse, die zu den mysteriösen Aufnahmen auf den Kassetten führen treiben die Handlung nur kurzzeitig voran. Nach etwa der Hälfte des Buches beginnt scheinbar eine ganz andere Geschichte, der Zusammenhang bleibt zunächst vage. Kleiner Spoiler: Wer am Ende das scheinbare Opfer in den gefilmten Szenen ist und wieso sie verbreitet wurden ist eigentlich gar nicht so wichtig, die Enthüllung erfolgt praktisch nebenbei.

Was als schöne Hommage ans VHS-Zeitalter begann wird schließlich zum Drama mit Hintergedanken, was bei weitem nicht jeder Leser nachvollziehen können dürfte. "Rekorder" will zweifellos wichtige Literatur sein und den Leser mit alternativen Fassungen seiner eigenen Erzählung reizen, hat aber in seinem Grundkonflikt eigentlich schon viel mehr zu bieten als letztlich umgesetzt wird. Manchmal ist generische Spannungsliteratur, wie sie Cover und Inhaltsangabe versprechen, eben doch besser als ein Kunstwerk mit unklarer Ausrichtung.

Originaltitel: "Universal Harvester"

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Rezension zu "Rekorder" von John Darnielle

Szenenwechsel
Booklove91vor einem Jahr

Inhalt:
In einer Kleinstadtvideothek inmitten Iowas tauchen seltsame und unheimliche Filmschnipsel auf den Leihkassetten auf. Dunkle und grobkörnige Szenen, die eine Scheune zeigen, darin ein leerer Stuhl, Atemgeräusche sind zu hören. In späteren Clips taucht eine Frau auf, erst gefesselt und mit einer Kapuze über dem Kopf, dann durch ein Maisfeld laufend – auf der Flucht vor dem Kameramann. 
Der Videotheksmitarbeiter Jeremy will nichts mit der Sache zu tun haben, doch als seine Freundin Stephanie die Scheune in den Filmszenen wiedererkennt, muss er handeln.
Die Suche nach der Wahrheit hinter den Videos führt Jeremy und Stephanie in die Vergangenheit.

Meine Meinung:
Das Buch war von einem, mir bereits durch "Wolf in White Van" bekannten, großartigen Schreibstil geprägt.
Der Autor verwendet wenig Worte, bringt diese aber genau auf den Punkt.

Bei dem Buch "Rekorder" habe ich mir anhand des Klappentextes allerding - leider - etwas anderes erhofft bzw. erwartet - vielleicht sogar etwas mehr Spannung und Tiefgang der einzelnen vier zusammenhängenden Abschnitte des Buches.

Die Cover-Optik gefällt mir ausgesprochen gut und ist auch absolut passend. Die Aufteilung der Kapitel, genauso wie die Schriftgröße gefallen mir ebenso.

Das Buch beginnt damit, dass vermehrt Kunden ihre ausgeliehenen Kassetten in der Videothek mit einer Beschwerde bzw. mit einem Hinweis zurück geben. Bei den Filmen tauchen Szenen auf, die nicht dazu gehören. Sie zeigen eine Frau und unter anderem eine Scheune. Mit diesen Video Kassetten beginnt die Suche und die Reise in die Vergangenheit.Jeremy, der in der Videothek arbeitet, lebt zusammen mit seinem Vater. Seine Mutter verstorben.

"Sie beide hatten den Raum, in dem sie lebten, um die Abwesenheit seiner Mutter herum geformt; sie hatten ihn zu einem bequemen Ort gemacht, über den man nicht zu viel nachzudenken brauchte." (ZITAT)

Dieses Zitat sagt auch viel über den Protagonisten Jeremy und dem tollen Schreibstil des Autoren aus:

"Dann lächelte sie das Lächeln, das nur wenige außerhalb dieser Region jemals beherrschen werden, ein Kein-Problem-Blick,
der alle Unebenheiten glatt bügelt, ohne eine große Sache daraus zu machen. Doch er spürte den Nadelstich dort, wo sie ihn gesetzt hatte, wie er es manchmal tat, wenn Menschen, die seine Familie nicht verstanden, über sein Leben urteilten und ihm sagten, wie es von außen betrachtet wird. Ein weiterer kleiner, bohrender Zweifel,
der sich wie ein einzelnes Kügelchen Schrot in seiner Brust festsetzte. Es war nichts Schlimmes, doch der Ort, an dem er all diese Zweifel aufbewarte, wurde langsam zu klein." (ZITAT)

Es muss definitiv dazu gesagt werden, dass John Darnielles Roman kein Thriller ist.

Er erzählt nüchtern, interessant und er löst auch am Ende nicht jedes Rätsel und führt nicht jeden Gedanken zu Ende, den sich über die US-Provinz macht, über Söhne / Töchter ohne Mutter, Ehemänner ohne Frau und den schmalen Grad zwischen spiritueller Erleuchtung und Verblendung.

"Doch Widerstandfähigkeit bedeutet nur, dass etwas seine Form bewahrt. Dass es nicht zerbricht oder aufhört zu funktionieren. Es
bedeutet nicht, dass ein Kind die Zeit vergisst, die es mit der Mutter bei der Gartenarbeit verbracht hat, oder den Spaß, den sie gemeinsam hatten, als sie sich "Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett" im Astro ansahen. Es bedeutet nur, dass es lernt, es zu ertragen. Der Mechanismus, der es Lisa Sample ermöglichte,
nach dem Verschwinden der Mutter nicht unterzugehen, wurde bisher noch nicht von Wissenschaftlern beschrieben und dokumentiert." (ZITAT)

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Rezension zu "Rekorder" von John Darnielle

Rezension: Rekorder
killmonotonyvor einem Jahr

Als ich den Klappentext von John Darnielles „Rekorder“zum ersten Mal überflogen hatte, klang das alles nach einem sehr spannenden Buch, vielleicht sogar ein wenig zu gruselig für mich. Obwohl ich kein Fan von Thrillern, Krimis und Horror-Büchern bin, habe ich mich getraut und „Rekorder“ gelesen. Doch der Klappentext wurde irgendwie nicht umgesetzt. Klar gab es diese gruseligen Filmschnipsel auf den Kasssetten, aber von Spannung, Horror oder Psycho-Thriller keine Spur. Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, die verschiedene Handlungsstränge aufgreifen: Während wir zu Beginn des Buchs die mysteriösen Ausschnitte auf den Kassetten in einer Videothek Ende der 90er kennenlernen und die Protagonisten Jeremy und Sarah Jane, die Inhaberin der Videothek, versuchen, sich darauf einen Reim zu machen, landen wir in einem anderen Part plötzlich mitten in den 50ern, wo die Mutter der Frau, die vermeintlich in den Videos zu sehen ist, aufwächst, ihren Mann kennenlernt und sich der Religion zuwendet. Die Videotheksinhaberin freundet sich derweil in den 90ern mit Lisa an, während Jeremy und eine Bekannte namens Stephanie sich immer mehr mit den Bändern beschäftigen. Wer hat sie aufgezeichnet? Was ist hier wirklich zu sehen? Und sollte sich nicht jemand an die Polizei wenden?


Ich muss gestehen, dieses Buch hat mich mehr verwirrt als alles andere. Die Erzählstränge waren besonders zu Beginn des Buches nicht überschaubar und nach dem ersten Wechsel aus den 90ern und hinein in die 50er denkt man sich als Leser „Wie, das wars jetzt?“ Zugegeben, der Part über Lisas Mutter und Vater, das bescheidene Leben in Iowa, all das hat mich mehr interessiert als die eigentliche Haupthandlung in der Videothek. Dass man hier die Hintergründe erfährt über Lisa, die natürlich die Protagonistin der Videos ist, wird relativ schnell klar, doch der wirkliche Knackpunkt erfolgt erst, nachdem man 200 Seiten tief im Buch ist. Man erfährt, was Lisas Mutter dazu gebracht hat, das zu tun, was sie getan hat, und wie Lisa damit ihr Leben lang umzugehen versucht. Dass Jeremy in der Haupthandlung in den 90ern charakteristisch nur angerissen wird und keinen wirklichen aktiven Part hat, finde ich sehr schade. Generell sind die Charaktere, bis auf Lisas Mutter, meiner Meinung nach allesamt nur Skizzen und sehr wenig ausgefleischt — mit Ausnahme vielleicht von Jeremys Vater, der nach dem Tod seiner Frau versucht, sein Leben irgendwie weiterzuleben. Nicht einmal Jeremy, den eigentlichen Protagonisten, lernen wir genug kennen, damit er uns sympathisch werden könnte. Generell finde ich keinen einzigen Charakter aus „Rekorder“ sympathisch oder könnte mich mit ihm identifizieren, weil einfach die Substanz fehlt.


Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/john-darnielle-rekorder

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John Darnielle wurde am 16. März 1967 in Bloomington (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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