Rekorder

von John Darnielle 
3,2 Sterne bei13 Bewertungen
Rekorder
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (4):
cdlxs avatar

Wenn man die ersten 100 Seiten überstanden hat, entfaltet sich einem eine wunderbar erzählte Geschichte. Durchhalten!

Kritisch (2):
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»Rekorder« konnte nur mit seinem Klappentext überzeugen. Tolle Idee, leider komplett ohne Spannung und Tiefgang.

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Inhaltsangabe zu "Rekorder"

In einer Kleinstadtvideothek inmitten Iowas tauchen seltsame und unheimliche Filmschnipsel auf den Leihkassetten auf. Dunkle und grobkörnige Szenen, die eine Scheune zeigen, darin ein leerer Stuhl, Atemgeräusche sind zu hören. In späteren Clips taucht eine Frau auf, erst gefesselt und mit einer Kapuze über dem Kopf, dann durch ein Maisfeld laufend - auf der Flucht vor dem Kameramann.
Der Videotheksmitarbeiter Jeremy will nichts mit der Sache zu tun haben, doch als seine Freundin Stephanie die Scheune in den Filmszenen wiedererkennt, muss er handeln.
Die Suche nach der Wahrheit hinter den Videos führt Jeremy und Stephanie in die Vergangenheit.

Ein atemberaubender Roman für Fans von David Lynch.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783847900290
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Eichborn
Erscheinungsdatum:21.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Booklove91vor 8 Monaten
    Szenenwechsel

    Inhalt:
    In einer Kleinstadtvideothek inmitten Iowas tauchen seltsame und unheimliche Filmschnipsel auf den Leihkassetten auf. Dunkle und grobkörnige Szenen, die eine Scheune zeigen, darin ein leerer Stuhl, Atemgeräusche sind zu hören. In späteren Clips taucht eine Frau auf, erst gefesselt und mit einer Kapuze über dem Kopf, dann durch ein Maisfeld laufend – auf der Flucht vor dem Kameramann. 
    Der Videotheksmitarbeiter Jeremy will nichts mit der Sache zu tun haben, doch als seine Freundin Stephanie die Scheune in den Filmszenen wiedererkennt, muss er handeln.
    Die Suche nach der Wahrheit hinter den Videos führt Jeremy und Stephanie in die Vergangenheit.

    Meine Meinung:
    Das Buch war von einem, mir bereits durch "Wolf in White Van" bekannten, großartigen Schreibstil geprägt.
    Der Autor verwendet wenig Worte, bringt diese aber genau auf den Punkt.

    Bei dem Buch "Rekorder" habe ich mir anhand des Klappentextes allerding - leider - etwas anderes erhofft bzw. erwartet - vielleicht sogar etwas mehr Spannung und Tiefgang der einzelnen vier zusammenhängenden Abschnitte des Buches.

    Die Cover-Optik gefällt mir ausgesprochen gut und ist auch absolut passend. Die Aufteilung der Kapitel, genauso wie die Schriftgröße gefallen mir ebenso.

    Das Buch beginnt damit, dass vermehrt Kunden ihre ausgeliehenen Kassetten in der Videothek mit einer Beschwerde bzw. mit einem Hinweis zurück geben. Bei den Filmen tauchen Szenen auf, die nicht dazu gehören. Sie zeigen eine Frau und unter anderem eine Scheune. Mit diesen Video Kassetten beginnt die Suche und die Reise in die Vergangenheit.Jeremy, der in der Videothek arbeitet, lebt zusammen mit seinem Vater. Seine Mutter verstorben.

    "Sie beide hatten den Raum, in dem sie lebten, um die Abwesenheit seiner Mutter herum geformt; sie hatten ihn zu einem bequemen Ort gemacht, über den man nicht zu viel nachzudenken brauchte." (ZITAT)

    Dieses Zitat sagt auch viel über den Protagonisten Jeremy und dem tollen Schreibstil des Autoren aus:

    "Dann lächelte sie das Lächeln, das nur wenige außerhalb dieser Region jemals beherrschen werden, ein Kein-Problem-Blick,
    der alle Unebenheiten glatt bügelt, ohne eine große Sache daraus zu machen. Doch er spürte den Nadelstich dort, wo sie ihn gesetzt hatte, wie er es manchmal tat, wenn Menschen, die seine Familie nicht verstanden, über sein Leben urteilten und ihm sagten, wie es von außen betrachtet wird. Ein weiterer kleiner, bohrender Zweifel,
    der sich wie ein einzelnes Kügelchen Schrot in seiner Brust festsetzte. Es war nichts Schlimmes, doch der Ort, an dem er all diese Zweifel aufbewarte, wurde langsam zu klein." (ZITAT)

    Es muss definitiv dazu gesagt werden, dass John Darnielles Roman kein Thriller ist.

    Er erzählt nüchtern, interessant und er löst auch am Ende nicht jedes Rätsel und führt nicht jeden Gedanken zu Ende, den sich über die US-Provinz macht, über Söhne / Töchter ohne Mutter, Ehemänner ohne Frau und den schmalen Grad zwischen spiritueller Erleuchtung und Verblendung.

    "Doch Widerstandfähigkeit bedeutet nur, dass etwas seine Form bewahrt. Dass es nicht zerbricht oder aufhört zu funktionieren. Es
    bedeutet nicht, dass ein Kind die Zeit vergisst, die es mit der Mutter bei der Gartenarbeit verbracht hat, oder den Spaß, den sie gemeinsam hatten, als sie sich "Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett" im Astro ansahen. Es bedeutet nur, dass es lernt, es zu ertragen. Der Mechanismus, der es Lisa Sample ermöglichte,
    nach dem Verschwinden der Mutter nicht unterzugehen, wurde bisher noch nicht von Wissenschaftlern beschrieben und dokumentiert." (ZITAT)

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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: »Rekorder« konnte nur mit seinem Klappentext überzeugen. Tolle Idee, leider komplett ohne Spannung und Tiefgang.
    Rezension: Rekorder

    Als ich den Klappentext von John Darnielles „Rekorder“zum ersten Mal überflogen hatte, klang das alles nach einem sehr spannenden Buch, vielleicht sogar ein wenig zu gruselig für mich. Obwohl ich kein Fan von Thrillern, Krimis und Horror-Büchern bin, habe ich mich getraut und „Rekorder“ gelesen. Doch der Klappentext wurde irgendwie nicht umgesetzt. Klar gab es diese gruseligen Filmschnipsel auf den Kasssetten, aber von Spannung, Horror oder Psycho-Thriller keine Spur. Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, die verschiedene Handlungsstränge aufgreifen: Während wir zu Beginn des Buchs die mysteriösen Ausschnitte auf den Kassetten in einer Videothek Ende der 90er kennenlernen und die Protagonisten Jeremy und Sarah Jane, die Inhaberin der Videothek, versuchen, sich darauf einen Reim zu machen, landen wir in einem anderen Part plötzlich mitten in den 50ern, wo die Mutter der Frau, die vermeintlich in den Videos zu sehen ist, aufwächst, ihren Mann kennenlernt und sich der Religion zuwendet. Die Videotheksinhaberin freundet sich derweil in den 90ern mit Lisa an, während Jeremy und eine Bekannte namens Stephanie sich immer mehr mit den Bändern beschäftigen. Wer hat sie aufgezeichnet? Was ist hier wirklich zu sehen? Und sollte sich nicht jemand an die Polizei wenden?


    Ich muss gestehen, dieses Buch hat mich mehr verwirrt als alles andere. Die Erzählstränge waren besonders zu Beginn des Buches nicht überschaubar und nach dem ersten Wechsel aus den 90ern und hinein in die 50er denkt man sich als Leser „Wie, das wars jetzt?“ Zugegeben, der Part über Lisas Mutter und Vater, das bescheidene Leben in Iowa, all das hat mich mehr interessiert als die eigentliche Haupthandlung in der Videothek. Dass man hier die Hintergründe erfährt über Lisa, die natürlich die Protagonistin der Videos ist, wird relativ schnell klar, doch der wirkliche Knackpunkt erfolgt erst, nachdem man 200 Seiten tief im Buch ist. Man erfährt, was Lisas Mutter dazu gebracht hat, das zu tun, was sie getan hat, und wie Lisa damit ihr Leben lang umzugehen versucht. Dass Jeremy in der Haupthandlung in den 90ern charakteristisch nur angerissen wird und keinen wirklichen aktiven Part hat, finde ich sehr schade. Generell sind die Charaktere, bis auf Lisas Mutter, meiner Meinung nach allesamt nur Skizzen und sehr wenig ausgefleischt — mit Ausnahme vielleicht von Jeremys Vater, der nach dem Tod seiner Frau versucht, sein Leben irgendwie weiterzuleben. Nicht einmal Jeremy, den eigentlichen Protagonisten, lernen wir genug kennen, damit er uns sympathisch werden könnte. Generell finde ich keinen einzigen Charakter aus „Rekorder“ sympathisch oder könnte mich mit ihm identifizieren, weil einfach die Substanz fehlt.


    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/john-darnielle-rekorder

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    Flaventuss avatar
    Flaventusvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Mich erreichte das Buch nicht so recht, was eventuell daran liegen mag, dass mir die Drogen verwehrt blieben, die ich gebraucht hätte...
    Muss man mögen

    Der Titel „Rekorder“ und der Klappentext lässt einen Horror-Roman vermuten, der im Stile der „The Ring“-Filme für Nervenkitzel sorgt. Der englische Originaltitel „Universal Harvester“ zeigt hingegen viel eher, wohin der Leser mit diesem ungewöhnlichen Buch entführt wird. „Universal Harvester“ ist nämlich eine Metapher für den Sensemann.

     

    Andeutungen

    Die Handlung beginnt so belanglos wie das Leben des Hauptprotagonisten Jeremy, der in einer Videothek einer us-amerikanischen Kleinstadt jobbt. Erst nach und nach wird der Leser mit Filmschnipseln konfrontiert, die sich plötzlich auf den Kassetten von diversen Filmen befinden. Warum genau einzelne Charaktere hinter das Geheimnis der Filmschnipsel kommen möchten, bleibt eines der Geheimnisse von Darnielle. Das wird nämlich ebenso wenig beleuchtet, wie sich wirklich Spannung in dem Buch aufbaut.

    Vielmehr eröffnet Darnielle immer mehr Handlungswege und Erzählstränge. Manche führt er dem Leser selbst vor Augen, in dem er erzählt, was in anderen Versionen der Geschichte passiert und was im Gegensatz dazu in der geschieht, die er dann fortführt. Somit entstehen viele einzelne Handlungsstränge, die lose umherschwingen, ohne dass sich Darnielle ihrer annimmt. Sprich: vieles bleibt unerzählt.

     

    Unterschiedliche Ebenen

    Erst nach und nach wird klar, dass der Kern der Geschichte des ersten Teils die Verarbeitung des Verlusts von Jeremys Mutter ist. Ein Verlust, der ihn motivationslos und mitunter hilflos hat werden lassen. Erster Teil? Genau, denn Darnielle eröffnet im zweiten Teil des Buchs eine weitere Handlung, die sich ebenfalls des Themas annimmt, einen geliebten Menschen zu verlieren. Allerdings ebenfalls wieder in der abstrakten Art und Weise.

    Wie genau die jeweiligen Handlungsstränge zueinander gehören lässt der Autor ebenso offen, wie einzelne Ideen und Erzählstränge. Vieles wird nicht erzählt und es bleibt dem Leser überlassen, diese Lücken zu schließen. Diese Art von Büchern muss man mögen. Mir persönlich sind solche Erzählungen zu abstrakt und abgehoben, so dass mich das Buch nur phasenweise erreichen konnte. Wer gerne auf mehreren metaphysischen und zeitlichen Ebenen unterwegs ist, wird mit diesem Buch sicherlich mehr anfangen können.

     

    Fazit

    Es handelt sich bei diesem Buch nicht um einen packend erzählten Roman, sondern eher um eine ruhige Mystery-Erzählung, bei dem Schmerz und Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen im Vordergrund stehen, auch wenn dem Leser dies so nicht direkt klar wird.

    Welche Version der Geschichte am Ende die Wahre ist, geht ein wenig verloren, was eventuell daran liegen mag, dass mir die Drogen verwehrt bleiben, um die metaphysisch abstrakte Ebene zu erreichen, auf die der Leser geführt werden soll. Ich persönlich mag zudem eher Bücher, die nicht mit vielen offenen Handlungsenden experimentieren und den Leser mit den erzählten Erkenntnissen im Regen stehen lassen.

    Der Leser muss für diese Art von Erzählung offen und empfänglich sein, damit dieser auch ein bisschen Freude daran hat, so dass mir eine grundsätzliche Empfehlung für dieses Buch ein wenig schwerfällt.


    Diese und andere Rezensionen finden sich auf meinem Bücherblog.

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    TheBookAndTheOwls avatar
    TheBookAndTheOwlvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Es war so verwirrend, das es schon wieder genial war. Tolles Buch!
    Wahnsinn!

    Kennt ihr diese Witze

    DIE SO SCHLECHT SIND, DASS SIE WIEDER GUT SIND?

    So etwas in der Art hatte ich nämlich bei diesem Buch. Es ist so verwirrend, dass es wieder richtig gut gemacht ist. Fragt mich nicht wie ich dieses Buch zu Ende lesen konnte, ich habe mir an einigen Stellen wirklich hart an den Kopf gefasst, weil ich mal wieder den Faden verloren hatte, aber genau das fand ich so toll. Das Buch verwirrt einen erst, kommt dann mit einer Überraschung, dann kommt die verwirrende Wendung, dann ein klein wenig Klarheit, wieder Verwirrung, dramatischer Wendepunkt, dann wieder ein Haufen Verwirrung und zum Schluss endlich der verwirrende Plottwist mit einem seltsamen Ende.

    In einer Kleinstadtvideothek inmitten Iowas tauchen seltsame und unheimliche Filmschnipsel auf den Leihkassetten auf. Dunkle und grobkörnige Szenen, die eine Scheune zeigen, darin ein leerer Stuhl, Atemgeräusche sind zu hören. In späteren Clips taucht eine Frau auf, erst gefesselt und mit einer Kapuze über dem Kopf, dann durch ein Maisfeld laufend – auf der Flucht vor dem Kameramann. 
    Der Videotheksmitarbeiter Jeremy will nichts mit der Sache zu tun haben, doch als seine Freundin Stephanie die Scheune in den Filmszenen wiedererkennt, muss er handeln.
    Die Suche nach der Wahrheit hinter den Videos führt Jeremy und Stephanie in die Vergangenheit.

    Likes

    Das Setting. | Ich mochte das Setting wirklich sehr gut leiden. Wir haben hier die 90er, einen alten VHS-Verleih und eine etwas ländlichere Gegend. Für einen Thriller einfach eine optimale Basiseinstellung! Die Atmosphäre. | Dadurch, dass man eigentlich nie wusste, woran man gerade war und eigentlich immer mehr solcher verstörenden Tape-Szenen auftauchten, bekam man als Leser diese düstere und ängstliche Atmosphäre vorgesetzt, die super mit allem funktioniert hat. Die Tapes. | Die Szenen mit den Tapes waren wirklich das Beste an dem ganzen Roman. Hier hat sich eigentlich erst das komplette narrative Talent von Darnielle offenbaren können: Eigentlich hatte er nur eine Tape-Szene beschrieben, welche sich aufgrund seiner Wortwahl aber so gut angehört hatte, dass man glaubte, sie selbst gerade auf dem Schirm betrachten zu können. Eine Meisterleistung! Die Charaktere. | Die Charaktere waren super, auch wenn mich einer ein wenig gestört hat. Das ist einfach eine prinzipielle Abneigung solcher Typen, aber gut, der Roman, bestand ja nicht komplett aus dieser Art Charakter. Nein, wir hatten hier tatsächliche Menschen, die an einigen Stellen logisch handelten und an anderen wieder nicht – wie eben im realen Leben auch. Manchmal weiß man einfach nicht, weshalb man etwas tut, manchmal weiß man es doch, usw. usw. Und genau das hat Darnielle wirklich toll erzählt. Der Erzähler. | Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, wer oder was der Erzähler ist. Nein, im Ernst. Manchmal glaubte ich, es sei einfach eine random Person (aka der „Allwissende Erzähler“), manchmal hatte ich jedoch den Eindruck, der Typ, der die Filmchen gedreht hatte, wäre der Erzähler und dann passte wieder ein völlig anderer. Einfach genial, so verwirrend es sich auch anhören mag.

    Dislikes

    Jeremy. | Ja, Jeremy ist genau der Charakter, den ich nicht mag. Seine komplette Einstellung und Wesensart hat mich einfach von Anfang an nicht umgehauen. Ich mochte nicht, dass er sich raushalten wollte, mochte seine fast apathische Gelassenheit auch nicht leiden… Der Charakter war einfach nicht meins. Er hat zwar sehr gut zur Story gepasst und vielleicht war es sogar intendiert, dass er sich so gab wie er sich eben gab, aber ich empfand ihn nur als äußerst nervig. Das hat der Geschichte – zum Glück – aber keinen Abbruch getan.

    Rekorder in a nutshell: „“Manchmal will man einfach nur herausfinden, wie man in die Welt hineinpasst, die man bereits kennt.“ – Auch wenn man sich am Anfang vehement dagegen wehrt.

    Für mich war dieses Buch ein wirkliches Erlebnis. Wer mir auf Instagram folgt und mal einen Blick in meine Stories geworfen hat, wird bemerkt haben, wie sehr mir das Buch gefiel. Wer mich noch nicht auf Instagram hat, darf mich gern einmal besuchen. (@thebookandtheowl)

    Ich kann euch Rekorder empfehlen, wenn ihr auf düstere Stories steht, die an einigen Stellen so wirken, als seien sie gar aus einem Werk von Kafka entsprungen. Ein sehr spannender Erzählstil trifft auf düstere Atmosphäre – I like! Deshalb erhält der Roman auch verdiente 5 Sterne von mir.

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    P
    pizzavor 8 Monaten
    Faszinierendes und manchmal frustrierendes literarisches Experiment

    Auf VHS-Kassetten einer Videothek in einer Kleinstadt in Iowa tauchen verstörende Filmschnipsel auf. Eine Prämisse, die klingt, wie aus einem Horrorfilm. Aber je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto weiter führt einen der Roman von dem Geheimnis um das, was auf den Kassetten zu sehen ist, weg, und hin zu den Figuren und ihr Innenleben - dem Videotheksmitarbeiter Jeremy, seinem Vater, seiner Chefin, einer Kundin... Sie alle sind zugleich abgestoßen und angezogen von den schrecklichen Szenen und irgendwas scheint dieses Erlebnis mit ihnen zu machen.

    Ich war beim Lesen oft verwirrt. Darnielle experimentiert mit Erzählung, Genre, Sprache und Figuren und macht es einem nicht leicht, einem etwaigen roten Faden zu folgen. Er verlässt die Haupthandlung und kehrt wieder zu ihr zurück, ohne viele Erklärungen zu liefern - überlässt den LeserInnen, Lücken mit der eigenen Vorstellungskraft zu füllen und schließlich ein Gesamtbild zusammenzusetzen. Der Roman war mir insgesamt ein großes Rätsel, über das sich schwer schreiben lässt, aber ein Rätsel, das mir in seiner Verschwiegenheit und seinem gleichzeitigen Experimentalismus, in Verbindung mit Darnielles sehr, sehr fesselndem Schreibstil, seinen lebhaften Bildern und der düsteren Atmosphäre, dann doch gut gefallen hat. Dieser Roman kann vielschichtig sein, aber auch einfach nur verwirrend. Er frustriert, aber er fasziniert auch. Auf jeden Fall aber wird er polarisieren.

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    Fortivor 9 Monaten
    Düster und manchmal verwirrend

    Ein Buch, in dem es um geheimnisvolle Videos geht. Das klingt natürlich erstmal spannend. Was hat es mit den Videos auf sich? Und wie setzt der Autor das Thema Video in Buchform um?
    Angesetzt ist der Hauptteil der Handlung in den 1990'er Jahren, als VHS-Videos noch allgegenwärtig waren und das thematisierte Hineinschneiden von Szenen in andere Videos wohl am ehesten möglich war. Davon ausgehend, dass der Klappentext bekannt ist, möchte ich eigentlich nicht viel mehr über die Handlung verraten, da alles weitere als Spoiler angesehen könnte.

    Das Buch ist nicht ganz so gruselig, wie man vielleicht erwartet, wenn man an Filme wie "Ring" denkt. Eine düstere Stimmung zieht sich aber durch das Buch. Die Spannung, die aufgebaut wird, ist eher subtil.

    Streckenweise war das Buch für mich verwirrend. Lange Zeit bleibt unklar, was es mit dem ungewöhnlichen Ich-Erzähler auf sich hat. Der Wechsel der Zeitebene und des Fokus auf andere Personen sind zunächst verwirrend. Erst spät setzt sich das alles zu einem Gesamtbild zusammen. Eine komplette Auflösung der Geschichte bleibt der Autor uns aber leider schuldig.

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    SenfKorn1993s avatar
    SenfKorn1993vor 10 Monaten
    Die Dauerschleife

    Der Roman „Rekorder“ von John Darnielle verspricht Spannung und die Auflösung eines mysteriösen Falls in einer Kleinstadt der Vereinigten Staaten. Der Roman spielt in einer Kleinstadt auf dem Land und versucht durch Videobände verschiedene Protagonisten miteinander zu verbinden.


    Der Roman ist in vier Teile geteilt, die allerdings nur durch die Personen miteinander verbunden sind. Ansonsten lebt der Roman durch seine Rückblenden, was allerdings dazu führt, dass die vermeintliche Haupthandlung in den Schatten tritt. Das hat allerdings zur Folge, dass ich nicht genau weiß, wie der Roman endet, weil mich das alles ein wenig verwirrt hat.


    Der Schreibstil des Autors reißt aber für mich vieles raus. Ich hab das Buch sehr gerne gelesen, obwohl ich gegen Ende verwirrt. Man hat nicht das Gefühl, dass der Autor auf der Stelle steht, sondern die jeweiligen Kapitel des Romans gehen gut voran und man hat auf wenig Seiten sehr viel Handlung. Das gefällt mir!

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 10 Monaten
    John Darnielle - Rekorder

    Der 16-jährige Jeremy arbeitet bei Video Hut, einer kleinen Videothek in dem Örtchen Nevada in Iowa. Es sind die späten 1990er, die Menschen leihen noch Videos aus, die Zeit der DVD und Streamingdienste kommt erst noch. Die Arbeit ist weder besonders anspruchsvoll noch zukunftsträchtig, aber besser als nichts. Die Abende verbringt er mit seinem Vater; seit seine Mutter starb, sind die zwei ein Team, das gut funktioniert und in Ruhe miteinander auskommt. Eines Tages kommt die Lehrerin Stephanie recht verstört, um ein Leihvideo zurückzubringen. Es sei noch etwas auf der Kassette, das da offenkundig nicht hingehöre. Jeremy will zunächst nichts von der Sache wissen, aber als dies zum zweiten Mal geschieht, schaut er sich die Tapes doch an. Der normale Film wird von kurzen Sequenzen unterbrochen, Szenen, in denen man eine Scheune erkennt und eine Frau, die womöglich misshandelt wird. Jeremy und Stephanie beginnen zu forschen.

    Die Kurzbeschreibung von John Darnielles Roman klingt nach einem spannenden Thriller, erinnert ein wenig an das Blair Witch Project und verspricht Hochspannung. Bis zum oben geschilderten Moment ist dies auch der Fall. Langsam baut er Autor die Handlung auf, der gottverlassene Ort fernab der Großstädte, ein Jugendlicher mit etwas Neugier und Wagemut und ein mysteriöses Vorkommnis. Spannend geschrieben, passende Zutaten.

    Doch dann plötzlich scheint ein völlig anderer Text zu beginnen. Darnielle springt in die Vergangenheit und erzählt die Lebensgeschichte einer Frau, die ausbricht aus dem gutbürgerlichen Leben, das man von ihr erwartet. Sie schließt sich einer Sekte an und tauscht ein ungewisses Schicksal gegen die vorsehbare Kleinstadtfamilie. Man ist irritiert, verwundert und ein wenig verärgert. Dank der Schreibkunst des Autors ist dieser Abschnitt kein Deut schlechter geschrieben, aber wo bitte bleibt die Suche nach den Videosequenzen?

    Teil drei führt uns wieder zurück zu Jeremy und Stephanie, deren Suche langsam bedrohlicher wird und einer vielversprechenden Spur folgt. Allerdings nur so lange bis Teil 4 beginnt und wir wieder eine ganz andere Geschichte bekommen, die in keinem Zusammenhang zu den vorherigen zu stehen scheint. Es erklärt sich zwar, aber mir sind die Brüche hier zu extrem, um noch von einem runden Roman sprechen zu können.

    Das Handlungsgerüst ist experimentell, um es positiv zu beschreiben. Mich konnte es nicht wirklich überzeugen, ich bin ein Freund von einem roten Faden, der den Leser durch die Geschichte führt. Und ich bevorzuge zudem relativ eindeutige Genrezuordnungen. Dass mitten im Text sowohl Genre wie auch Handlung völlig ausgetauscht werden, hat mich schlichtweg zu sehr irritiert um es mit Begeisterung aufzunehmen. Auch wenn sich am Ende vieles fügt, dies war einfach ein wenig too much. Das ist schade, vor allem vor dem Hintergrund eines wirklich tollen Anfangs, der weiterverfolgt einen herausragenden Thriller ergeben hätte.

    Fazit: ein toll geschriebener Roman, der leider durch seinen Aufbau eine Chance vertan hat.

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    cdlxs avatar
    cdlxvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn man die ersten 100 Seiten überstanden hat, entfaltet sich einem eine wunderbar erzählte Geschichte. Durchhalten!
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    DrWarthrops avatar
    DrWarthropvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Thriller der anderen Art, der mit viel Hingabe zur Charakterisierung und emotionaler Konflikte leider den ‚roten Faden‘ vermissen lässt.
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