John Darnielle Universal Harvester

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Universal Harvester“ von John Darnielle

Life in a small town takes a dark turn when mysterious footage begins appearing on VHS cassettes....
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Falsche Vermarktung, ansonsten ausgezeichnet

    Universal Harvester
    HarIequin

    HarIequin

    04. April 2017 um 09:25

    „There are other times when people go into the fields and yell different things: ‚Help!‘ for example, often repeatedly with increasing volume, or ‚Where are you taking me?‘ But nobody usually hears them.“ (S.74) Nachdem ich Darnielles Debüt-Roman „Wolf in White Van“ mit Begeisterung las, kam ich nicht umhin mir sein nächstes Werk „Universal Harvester“ zu holen. Geschuldet war dies nicht nur seinem Erstlings-Werk, sondern vor allem auch des grandiosen Covers und der Inhaltsbeschreibung wegen. Bei dem Klappentext  liegt allerdings das gröβte Problem, denn dieser gibt ein vollkommen falsches Bild vom Inhalt. Angepriesen wird ein Roman über Jeremy, der in den 90ern in einem Video-Verleih arbeitet. Einige Kunden geben ihm VHS-Kassetten zurück und sagen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt – mitten im Film spielen sich plötzlich verstörende Szenen ab, die irgendwo in der Nähe aufgenommen wurden. Soweit stimmt der Inhalt auch noch, allerdings entwickelt sich das Buch in eine komplett andere Richtung. Es fängt unbehaglich an und wird dann zu einer Geschichte über Familien oder (wie John Darnielle selbst in seiner Danksagung schreibt): „This is a book largely about mothers“. Hinzu kommt, dass Jeremy nicht der Protagonist ist, sondern ein Charakter unter mehreren. Die verschiedenen Charaktere selbst waren alle seltsam distanziert und ihr Verhalten auch nicht wirklich nachvollziehbar. Deshalb fällt es schwer sich für ihre Lebensgeschichten zu interessieren, während man eigentlich der Auflösung entgegenfiebert. Sprachlich ist „Universal Harvester“  fantastisch, allerdings auch streckenweise anstrengend zu lesen, was vermutlich dem vielen Vokabular bezüglich Landwirtschaft geschuldet ist. Darnielle fängt zudem an weitschweifig Situationen zu beschreiben, die sich nach 2 Seiten dann nur als Gedanken eines Charakters herausstellen und gar nicht passieren. Was einen groβen Teil des Romans ausmacht ist die Atmosphäre und das Gefühl, das der Autor kreiert. Die Stimmung ist drückend wie die heiβen Tage mitten im Schauplatz Iowa und die Beschreibungen sind schon fast cineastisch, vor allem die Szenen auf den Videos: „Someone underneath the tarp cries out incoherently, a frightened, choked stream of burbling vowels. Closer to the camera’s mic, a man laughs and clears his throat.“ (S.31). Die erste Hälfte würde ich mit unheimlich betiteln, die zweite wirkte eher traurig und sehnsüchtig. Was beide Hälftenallerdings  gemeinsam haben ist die unglaubliche Spannung. Obwohl ich einige Kritikpunkte habe, hat mich „Universal Harvester“ doch von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Ich kann nicht behaupten es ganz verstanden zu haben und ein ReRead macht hier sicher Sinn. Etwas Abzug muss ich für die falsche Vermarktung doch geben, denn ich hätte mir wirklich einen Thriller nach Art der ersten Hälfte gewünscht. Wer den unterschwelligen Horror in „Wolf in White Van“ mochte, wird auch diesen Roman mögen, auch wenn sich die Geschichte am Ende als mehr Schein als Sein herausstellt.

    Mehr