Vor Jahren habe ich „Zwillingspark“ bereits gelesen. Meine Faszination für Zwillinge reicht weit zurück; schon als Kind haben mich Geschichten über doppelte Identitäten angezogen, von literarischen Motiven bis zu Filmklassikern wie den Verfilmungen von „Das doppelte Lottchen“. Als mir dieser Thriller damals in die Hände fiel, war die Begeisterung entsprechend groß.
Beim erneuten Lesen stellte sich der Einstieg zunächst sperrig dar. Die ersten Kapitel sind zäh. Nach einer gewissen Anlaufphase entwickelte der Text jedoch einen Sog, der mich wieder stärker band und längere Lesesitzungen provozierte. Dieser Wechsel zwischen stockendem Beginn und späterer Dynamik prägt für mich den Gesamteindruck.
Einige Passagen sind unnötig ausgedehnt. Es existieren Durststrecken, die straffer hätten gestaltet werden können, ohne Substanz zu verlieren. Auch das Finale neigt zur Überlänge und verliert dadurch an Spannung. Wiederkehrende Motive und inhaltliche Schleifen verstärken diesen Eindruck, statt ihn abzufedern.
Trotz dieser Schwächen besitzt der Roman Qualitäten, die ihn für mich weiterhin lesenswert machen. Besonders die eingestreuten Aspekte zur Zwillingsforschung liefern interessante Denkanstöße und verleihen der Handlung eine zusätzliche Ebene.
In der Gesamtschau bleibt es ein Thriller mit Ecken und Kanten, dessen thematischer Kern meine langjährige Neugier auf das Phänomen Zwillinge erneut anspricht, auch wenn erzählerische Straffung und weniger Redundanz dem Leseerlebnis gutgetan hätten.
©2025 adlatb









