John Dickie

 4 Sterne bei 92 Bewertungen

Lebenslauf von John Dickie

John Dickie ist Historiker und Journalist. Er lehrt Romanistik am University College in London und hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte und Kultur Italiens verfasst. Sein Buch »Cosa Nostra. Die Geschichte der Mafia« war ein internationaler Bestseller. 2005 wurde er vom Staatspräsidenten der italienischen Republik zum »Commendatore dell´Ordine della Stella della Solidarietà Italiana« ernannt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von John Dickie

Cover des Buches Cosa Nostra (ISBN: 9783104029535)

Cosa Nostra

 (66)
Erschienen am 22.08.2013
Cover des Buches Omertà - Die ganze Geschichte der Mafia (ISBN: 9783596182275)

Omertà - Die ganze Geschichte der Mafia

 (4)
Erschienen am 25.06.2015
Cover des Buches Delizia! (ISBN: 9783596176304)

Delizia!

 (3)
Erschienen am 01.08.2010
Cover des Buches Die Freimaurer (ISBN: 9783732454457)

Die Freimaurer

 (0)
Erschienen am 23.09.2020
Cover des Buches Cosa Nostra (ISBN: 9780340935262)

Cosa Nostra

 (0)
Erschienen am 08.03.2007

Neue Rezensionen zu John Dickie

Cover des Buches Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt (ISBN: 9783103973358)
Babschas avatar

Rezension zu "Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt" von John Dickie

Die Ausleuchtung eines sagenumwobenen Geheimbundes
Babschavor 9 Monaten

Als ich vor einigen Wochen abends in einer Bar in der Rue Cadet im 9. Pariser Arrondissement den Tag mit ein paar späten Drinks ausklingen ließ, fiel mein Blick auf ein ziemlich augenfälliges Gebäude aus Glas und Metall gegenüber auf der anderen Straßenseite mit dem über dem Eingang installierten Schriftzug „Grand Orient de France“. Und als dann zu fortgeschrittener Stunde grüppchenweise Unmengen von älteren Männern in dunkler Kleidung mit Aktentaschen an der Hand, dazwischen vereinzelt auch Frauen, das Gebäude verließen und sich in alle Richtungen zerstreuten, war mein Interesse endgültig geweckt. Kurzes Googeln bestätigte mir, dass es sich hier um die Großloge der französischen Freimaurer handelt, des immer noch sagenumwobenen weltumspannenden Geheimbundes von (immer noch ganz überwiegend nur) Männern, die ihre Gesinnung  von Gleichheit und Brüderlichkeit mit dem Ziel von Selbsterkenntnis,  Toleranz , Humanität, sozusagen umfassender ethischer Weiterentwicklung in ihren Logen in streng geheimen Ritualen seit Jahrhunderten ausleben und praktizieren.

Natürlich wollte ich jetzt mehr wissen und legte mir daraufhin das vorliegende Buch zu, geschrieben von einem englischen Historiker und Uniprofessor, der das Thema Freimaurerei mit seiner bekannten Symbolik nach jahrelanger akribischer Recherche hier in einem rahmensprengenden Werk verdichtet und sämtliche Aspekte und Informationen von den Ursprüngen im schottischen Edinburgh Anfang des 18. Jahrhunderts über die spätere Ausbreitung in ganz Europa und Nordamerika, später auch Asien bis in die aktuellen Tage hinein mit allen politischen Verflechtungen, Wirtschaftsinteressen, Seilschaften, der teilweisen Nähe einzelner Logen zur organisierten Kriminalität insbesondere in Italien, wie auch dem immerwährenden Zwist mit der katholischen Kirche  genauestens darlegt und dabei sehr fair und kritisch ausleuchtet. Die Informationsfülle ist dabei schier überwältigend, als engagierter und durchhaltewilliger Leser/Leserin bekommt man allerdings einen hervorragenden Einblick in die streng hierarchischen Strukturen, Denkweisen und Interessenlagen dieser von Männern geprägten Gemeinschaft, zu der –mit Ausnahme einzelner Logen wie der in Paris- Frauen nach wie vor der Zugang weitgehend verwehrt wird und laut den Ausführungen des Autors auch das Thema einer Gleichwertigkeit von Männern schwarzer und weißer Hautfarbe noch lange nicht ausdiskutiert ist.

Dickie zieht abschließend vor dem Hintergrund vieler meinungsbildender historischer Schmutzflecken auf der Weste der Bruderschaft, ihrer Überalterung mit dem Problem, junge frische Mitglieder zu rekrutieren, dem Verharren/Erstarren in nicht mehr zeitgemäßen Statuten und Werten bei  schrumpfenden Mitgliederzahlen bzgl. der Entwicklung der Bünde für die Zukunft ein eher düsteres Fazit.

Für Menschen, die sich einmal intensiv mit dem Thema Freimaurerei auseinandersetzen wollen und bereit sind, dabei auch einige Längen mit eher unwichtigen Nebeninformationen in Kauf zu nehmen, ein insgesamt absolut empfehlenswertes, umfassendes und kompetent geschriebenes Werk.       

 

 

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Cover des Buches Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt (ISBN: 9783103973358)
Welpemaxs avatar

Rezension zu "Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt" von John Dickie

Wissens- und empfehlenswert
Welpemaxvor 2 Jahren

Sachbücher sind irgendwie immer am schwersten zu rezensieren, weil alle ein anderen Kenntnisstand haben und das Interesse tiefer in die Materie einzudringen wahrscheinlich auch unterschiedlich ist, aber wie dem auch sei, das Cover fand ich interessant und auch Geheimbünde sind natürlich immer interessant und irgendwie verknüpft man 'Die Freimaurer' und auch 'Die Mafia' mit diesen geheimen Strukturen die man gerne ergründen möchte, aber vom Bett aus, was ja definitiv weniger gefährlich ist. So weit ich das Buch beschreiben kann ist es wahnsinnig detailliert und sehr viel Recherchearbeit in verschiedenen Ländern gewesen um das Buch so voller Wissen um die Freimaurer zu packen. Ich fand die Reise bzw. die Geschichte von Schottland über England nach Europa, USA und bis an die entlegendsten Stellen sehr interessant. Wahrscheinlich hätte der Autor sogar noch viel mehr schreiben können, aber alles in allem bin ich von der Struktur und dem Wissen absolut erfüllt und habe nun gewisse Zusammenhänge in der Geschichte, in der Politik für mich erschließen können. Ich für meinen Teil kann es nur empfehlen und ich bin sicher, dass auch Menschen mit mehr Hintergrundwissen auch noch die ein oder andere Information neu erfahren werden.

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Cover des Buches Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt (ISBN: 9783103973358)
Sikals avatar

Rezension zu "Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt" von John Dickie

Mythos und Wahrheit der Freimaurer
Sikalvor 2 Jahren

Die Freimaurer - kaum ein anderer Bund weckte und weckt so viele Spekulationen wie diese Geheimgesellschaft. Aber steckt es nicht bereits im Titel des Bundes, Fantasien anzuregen? Wer sich als Geheimbund darstellt, sagt doch zu gleich damit aus, dass er etwas zu verbergen hat … Was ist dieses Verborgene hinter den (meist) Männern, die geheimnisvolle Zunftkleidung tragen und sich mittels geheimer Zeichen und Sprachwendungen gegenseitig zu erkennen geben?

 

John Dickie hat sich daran gemacht, die Geheimnisse hinter den Machenschaften der Freimaurer aufzudecken – und siehe da, so sehr der Bund die Aura des Geheimen trägt, so wenig geheim sind (heute) seine Agenden.

 

Dar Autor lässt die Geschichte des Bundes vor dem geistigen Auge des Lesers auferstehen. Man erlebt wie der Bund entstanden ist, die ersten Jahrzehnte, in denen eine Aufnahme in den Bund nur gewissen Zunftmitgliedern offen gestanden hatte. Weiter geht die Geschichte über eine gewisse Öffnung für – ausgewählte – Außenstehende bis zur Aufnahme von Frauen und Eigendarstellungen im Internet.

 

Also was ist es, das diese Gesellschaft so geheimnisvoll macht? Einzig die Geschichte.

Und genau diese Geschichte ist es auch, die das Buch John Dickies lesenswert machen. Gründliche Recherchen – auch in den eigenen Reihen des Bundes und eine gute Interpretations- und Wiedergabekunst der vorliegenden alten und neuen Texte aus der Geschichte der Freimaurer lassen alles äußerst identisch wirken.

 

Auch der Umstand, dass John Dickie selbst kein Freimaurer ist, trägt zur Authentizität des Werkes bei. Wer sich auf die Geschichte John Dickies über die Freimaurer einlässt, wird sehr viel über deren Wirken erfahren. Ab- und Irrwege einzelner Logen werden ebenso beschrieben wie ausgemachte politische Intrigen. Der Wirkungsbereich der einzelnen – weltweit tätigen – Logen beschränkt sich aber kaum auf politische Machenschaften. Vielmehr steckt hinter den Machenschaften ein sozialer Gedanke – ein Gedanke von Brüderlichkeit und Selbstbestimmtheit. Und genau diese Werte waren vor Jahrhunderten bereits verpönt und sind es auch heute noch vielerorts.

 

Den Spekulationen über den mächtigsten Geheimbund der Welt wird aber weder das Buch von John Dickie noch die Öffnung im Internet Abbruch tun. Vielmehr werden in einer Welt voller Verschwörungstheorien und populistischer „Einfachlösungen“ die Freimaurer weiter als Sündenböcke herhalten müssen.

 

Für meinen Teil muss ich allerdings sagen, dass der Einblick in die Welt dieses Geheimbundes ausgesprochen spannend und unterhaltsam – wenngleich nicht immer leicht verständlich – ist. 4 Sterne

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