John Dickson Carr Die schuldige Antwort

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Inhaltsangabe zu „Die schuldige Antwort“ von John Dickson Carr

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    Die schuldige Antwort
    TheRavenking

    TheRavenking

    Bill Dawson ist ein mittelloser junger Engländer in New York. Abgebrannt bis auf den letzten Cent und in einem Zustand der Verzweiflung trifft er beim Besuch seines Anwalts auf Larry Hurst und dessen Freundin Joy. Larry scheint für den Rest seines Lebens ausgesorgt zu haben, denn sein reicher britischer Onkel will ihn zu seinem Erben machen. Doch Larry zögert, denn wie ihm der Anwalt erklärt gibt es zwei Bedingungen: Erstens: "Sie müssen sofort nach England zurück. Und zweitens müssen Sie einmal wöchentlich Ihren Onkel besuchen, entweder in seiner Wohnung in London oder in seinem Haus in Hampshire. Das ist doch nicht zuviel verlangt?" Für Larry schon, denn er und sein Onkel haben sich noch nie besonders gut verstanden. Oder, um es weniger diplomatisch auszudrücken: Larry hat panische Angst vor dem alten Mann, der ihn schon damals als Kind mit seinen bösartigen Streichen fürchterlich quälte und dadurch ein lebenslanges Trauma verursachte. So argwöhnt Larry also, dass sein Onkel wohl auch diesmal eine böse Überraschung für ihn bereithält. Doch die Lösung ist schnell gefunden: Bill, der einen Teil des Gesprächs unwillentlich mitgehört hat, soll Larrys Identität annehmen und an dessen Stelle nach England reisen. Dafür winken ihm zehntausend Dollar. Und Bill lässt sich tatsächlich auf dieses Abenteuer ein, nicht ahnend, dass er damit eine lange Reihe fataler Verwicklungen in Gang setzt, die ihm sogar das Leben kosten könnten. Zuerst kommt Larry unerwartet ums Leben, und Bill gerät in Mordverdacht. Dann trifft er auch noch auf seine ehemalige Verlobte Marjorie, der er gezwungen ist zu erklären, warum er einen anderen Namen angenommen hat. Schweren Herzens weiht er sie in sein Vorhaben ein. Doch es bleibt ein Rest Zweifel, kann er dieser Frau, die ihn damals für einen anderen Mann verlassen hat, und die nun erneut ihre Liebe zu ihm beteuert vertrauen? Er beschließt für seine englischen Bekannten Bill Dawson zu bleiben und sich nur bei den Besuchen bei seinem Onkel zu verwandeln. Fortan muss er zwei Rollen verkörpern. Schließlich muss er erkennen, dass Larry Hurst keineswegs übertrieben hat: Onkel Gay ist noch fieser, gemeiner und unberechenbarer als er es für möglich gehalten hätte. Über John Dickson Carr wird gesagt, dass er seine Romane stets in dem Phantasiegebilde eines klassischen Englands ansiedelte, das es in dieser Form wohl nur in Büchern gegeben hat. Doch es gibt auch Ausnahmen. Offensichtlich hat Carr in seiner späteren Schaffensphase, aus der vorliegendes Buch stammt, versucht Neues auszuprobieren. Die Schuldige Antwort ist überraschend modern. Eine Szene spielt in einem Flugzeug, eine andere in einem modernen Fernsehstudio. Der hinterhältige Onkel Gaylord residiert nicht etwa in einem Schloss, sondern in einer Stadtwohnung. Auch kommt Carr diesmal direkt zur Sache. Es gibt keine langwierige Einleitung und keinen selbstgefällig herumpolternden Detektiv á la Gideon Fell. Sein Held ist hier ein jedermann, der Außergewöhnliches leisten muss. Wenn sich Bill Dawson als Hochstapler um Kopf und Kragen redet, dann hat das etwas von Patricia Highsmiths Ripley-Romanen. Denn Carr lässt seinem Protagonisten kaum Zeit zum Atemholen, mit ständig neuen waghalsigen Wendungen treibt er die Geschichte voran. Ständig schwebt Bill in Gefahr entlarvt zu werden und muss sein ganzes (schauspielerisches) Können aufwenden, um das drohende Ende abzuwenden. Onkel Gay(lord) erweist sich dabei als formidabler Gegenspieler, der seinen jungen Neffen ganz schön ins Schwitzen bringt. Dabei ist ihm sein sadistischer Diener Hatto zu Hilfe, gegen den Bill sogar im Laufe der Handlung einen knallharten Boxkampf bestreiten muss. Das ist alles höchst spannend erzählt, und in mancher Hinsicht ist dies sogar eines von Carrs unterhaltsamsten Werken, das zudem ganz neue Facetten seines schriftstellerischen Talents aufzeigt. Aber, oh weh, am Ende entgleiten dem Mann, der die Wunder erklärte, doch die Zügel. Auch wenn Carr das Finale in den altehrwürdigen Räumen der Baker Street 221b spielen lässt, kann das kaum darüber hinwegtäuschen, wie abgedroschen und haarsträubend unglaubwürdig die Erklärung am Ende ausfällt. Nicht umsonst gehört The Nine Wrong Answers zu den weniger bekannten Werken des großen Krimiklassikers. Am Ende reicht es nur für 3,5 falsche Identitäten mit aufgeklebtem Backenbart. Ach ja, bevor ich es vergesse: Sollten Sie sich, liebe Lesehungrige, in den Weiten des Web auf die Suche nach diesem Buch machen, werden Sie es nur unter dem Autorennamen John Dickson Carr finden und nicht etwa unter Carter Dickson, wie es auf dem Cover zu lesen ist.

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