John Dos Passos Manhattan Transfer

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Inhaltsangabe zu „Manhattan Transfer“ von John Dos Passos

Manhattan Transfer gehört zu den großen revolutionären Romanen des 20. Jahrhunderts. Durch eine Fülle von Schauplätzen und Charakteren lässt Dos Passos ein schillerndes Porträt des urbanen New Yorker Dschungels entstehen, in dem das Jagdfieber wütet: nach Arbeit, Glück und Macht. Die Figuren des Romans – ein junger Einwanderer, ein Gewerkschaftsführer, ein Mörder, ein Karrierist, eine nach Selbstständigkeit strebende Frau, ein sensibler Alkoholiker und andere – scheinen aus der unbestimmbar großen Masse der Stadtbewohner herausgerissen, um irgendwann wieder in ihrem Gewühl unterzugehen. Der eigentliche Protagonist des Romans ist jedoch die Großstadt New York von den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts bis nach dem Ersten Weltkrieg – eine immense, scheinbar anarchische Macht, der alle ausgeliefert sind.

Der Roman ist panoramisch, filmisch, eine beeindruckende Collage modernen Lebens, voller Episoden und Brüche. Dos Passos' Kamerablick setzt das Dokumentarische neben das Erleben seiner fiktiven Figuren; er verfolgt sie durch das Dickicht der Stadt, überlässt es jedoch dem Leser, seine Schlüsse aus ihrem Lebenskampf zu ziehen.

Nach Erscheinen dieses Romans rückte Dos Passos mit einem Schlag in die Riege der wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts. In ihm vermischen sich der Naturalismus eines Theodore Dreiser und der Modernismus eines James Joyce zu einem vibirierenden, atemlos rhythmischen Stil, der bis heute nichts von seiner schillernden Farbigkeit und leuchtenden Intensität eingebüßt hat. Zahlreiche Autoren nahmen sich Dos Passos weltweit zum Vorbild, unter anderm übte er maßgeblichen Einfluss auf Alfred Döblins berühmten Roman Berlin Alexanderplatz aus.

Die vorliegende Neuübersetzung stammt von dem renommierten Literaturübersetzer Dirk van Gunsteren (Thomas Pynchon, Philip Roth, T.C. Boyle) und ersetzt die aus dem Jahr 1966 stammende von Paul Baudisch. Sie ist mit einem Nachwort von Clemens Mayer (bekannt durch seinen ebenfalls Dos Passos verpflichteten großen Leipzig-Roman Im Stein) versehen.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    27. December 2015 um 19:56

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  • The big apple.

    Manhattan Transfer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Stadt, die niemals schläft; die Stadt, in der es jeder schaffen kann; die Stadt, die einen kurzzeitig auf die Spitze bringt, die ihn auch ausspuckt und in den Abgrund zieht. Alle diese Schlagworte und Begriffe sind im Buch von John Dos Passos vereint. Die Stadt, mal als Hauptfigur, mal als Begleiterscheinung, die Stadt, welche die Menschen formt und sie dabei verformt. New York, der Schmelztiegel, die Verheißung. Die Stadt, in die die Menschen strömen, die ihr persönliches Glück suchen oder an und ihr scheitern. Nichts steht so sehr im Mittelpunkt des erzählerischen Interesses wie dieses Gebilde aus Steinen und Menschen. Dos Passos schildert das Gefühl des Großstadtdschungels und der dort lebenden Menschen, er knüpft schnell Handlungsabläufe, läßt sie ruhen, nimmt sie an anderer Stelle wieder auf oder er läßt sie abrupt enden. Er will dem Leser das gleiche Gefühl vermitteln, wie seine unterschiedlichen Charaktere fühlen, die Stadt der Verheißung von Freiheit mit der „Statue of Liberty“ im Hafen auf der einen Seite und dem Kapitalismus, verkörpert mit der New York Stock Exchange in der Wall Street auf der anderen. Dos Passos nimmt sich des Stakkatos der Stadt an, er sucht sie mit neuen erzählerischen Mitteln einzufangen. Nicht das erzählende Epos wird hier ausgebreitet, sondern das Auf und Ab der Figuren, die Jagd nach Geld und Glück, die eigene Verlorenheit inmitten einer Stadt voller Menschen. Gedankenfetzen und –schnipsel werden ausgebreitet, die Form des vom Leser gewohnten klassischen Dialogs im Roman tritt davor fast ganz in den Hintergrund. Der Leser sieht gleichsam mit einer Kameralinse analog filmischer Gegenschnitte, Überblendungen und Großaufnahmen den Handlungssträngen in Echtzeit zu, auch wenn sie sich über eine Dauer von rund 25 Jahren erstrecken und eine Zeitspanne vor dem 1. Weltkrieg bis kurz nach dessen Ende umfassen. „Manhattan Transfer“ (benannt nach einer New Yorker Fährverbindung), erschien im Jahr 1925 und ist ein Klassiker der Moderne, der seine kongenialen Partner beispielsweise im „Ulysses“ von James Joyce oder aber in „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin findet.  

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  • Rezension zu "Manhattan Transfer" von John DosPassos

    Manhattan Transfer

    Beagle

    05. June 2012 um 12:50

    John Dos Passos habe den Großstadtroman revolutioniert, so heißt es. Und tatsächlich, "Manhattan Transfer" ist ein großartig spannendes Buch mit vielen Eindrücken über das New York vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Erzählt werden die Geschichten verschiedener Leute: von Elllen, Jimmy, George und den unterschiedlichsten Randfiguren. In den Protagonisten allerdings liegt eine Art verruchter Schleier, denn sie sind es, die das Leben in der Stadt so perfekt schildern. Ellen wird als Kind eines Buchhalters geboren. Die Mutter ist nach ihrer Geburt schwer krank und stirbt schon bald darauf. Zwar vergöttert sie ihr Vater über alles, doch wird Ellen Zeit ihres Lebens nach Liebe suchen. Als junge Schauspielerin verheiratet sie sich mit einem Kollegen, der ihr zu Starruhm verhilft, sie wird eine gefeierte Diva am Broadway. Doch ihrem Mann wird sie nicht treu sein, denn schon bald tritt George in ihr Leben. George, ein junger Rechtsanwalt katapultiert sich durch einen spektakulären Schadensersatzfall um einen überfahrenen Milchlieferanten schlagartig nach oben, denn nach diesem Fall wird eine etablierte Kanzlei auf ihn aufmerksam. In Ellen sieht er seine Traumfrau, die er allerdings nie so recht erreichen wird. Jimmy hingegen kommt aus reichen Verhältnissen und hat das Leben in der besseren Gesellschaft schon bald satt. Er möchte etwas erleben und studiert daher Journalistik, um die Welt bereisen zu können. Allerdings bleibt er nach dem Studium dennoch in New York. Bis der 1. Weltkrieg ausbricht. Detailiert werden auch die historischen Ereignisse wie der Weltkrieg und die danach folgende Depression in den USA geschildert. Anhand vieler Randfiguren wird der Traum von Reichtum und Glück beschrieben, der die Menschen in die USA trieb. Nicht nur die Mächtigen und Schönen der Stadt bekommen einen Platz in Dos Passos Roman, sondern auch die Armen und scheinbar Hoffnungslosen. Ein Buch, das zwar schon 1925 geschrieben wurde, teilweise aber noch immer aktuelle Züge aufweist. Wunderbar zu lesen und sehr gut geschrieben. Lesetipp!

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