„Also auf zur ultimativen Forschungsreise ins Herz der Wirklichkeit.“
Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der den ersten Band mit Erzählungen von John Fahey, Blaugrasmusik, kennt, nicht auch sofort den zweiten lesen wird.
Wieder ist Karl Bruckmaier der Übersetzer, wortgewaltiger und geschätzter Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung, der wird ihn vermutlich auch als Musiker schätzen, und ich habe den Eindruck, er hat viel und gern Fahey gehört, viel von der Fahey-Musik bekommen und gibt sich jetzt richtig Mühe, um ein wenig zurückzuzahlen.
Der neue Band, Orange, beginnt mit einer Geschichte, in der es ums Erwachsenwerden geht, schließt also an den ersten an, in dem Kindheit und Jugend das Hauptthema waren.
Vollkommen absurd, grotesk, was nur eine sehr unzureichende Beschreibung ist, kommt diese erste Geschichte daher. Jeder der nicht sehr gefestigt ist in seinen moralischen, seelischen und körperlichen Zuständen, ist in Gefahr, arg durcheinander zu geraten.
Nein, keine Zitate, man liest es, oder nicht. Fahey ist immer anders als mans erwartet, in jedem Satz kann die Erwartung des Lesers ins Gegenteil verkehrt werden.
Die Wirklichkeit, wie Fahey sie erlebt oder beschreibt, ist um eine Kleinigkeit von der bekannten verschieden, das zwingt ein wenig zur Überprüfung des eigenen Standpunktes, man kann sich vielleicht nicht mehr so ganz sicher sein darüber, wie es sich mit der Realität verhält. Ansonsten ist das einfach auch ein interessantes Buch über Musik, Musiker und gute Entertainer.
„Booker („Bukka“ White) war ein echtes Rudelwesen. Er liebte die Menschen.
Er liebte sein Schwätzchen mit ihnen. Egal mit wem. Ob Schwarzer, Weißer oder Katzenmensch, er konnte mit allen. Booker hatte das Talent zum Reden. Ein wahrer Entertainer.“



