John Fante

 4.2 Sterne bei 115 Bewertungen
Autor von 1933 war ein schlimmes Jahr, Ich - Arturo Bandini und weiteren Büchern.

Lebenslauf von John Fante

John Fante, geboren 1909 in Denver als Sohn italienischer Einwanderer, zog als Mittzwanziger nach L.A. In einer Stadt, die aus Filmträumen bestand, war er mehr als fehl am Platz, und so entstand sein unnachahmlicher Stil aus innerer Zerrissenheit, Großmut und erlösenden Rachegelüsten. Sein erster Roman „Warte auf den Frühling, Bandini“ wurde 1938 veröffentlicht, im Jahr darauf folgte „Warten auf Wunder“. Er starb 1983 an einer Folge seiner Diabetes-Erkrankung. Posthum verlieh man ihm den PEN Award für sein Lebenswerk.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von John Fante

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Cover des Buches 1933 war ein schlimmes Jahr9783746633756

1933 war ein schlimmes Jahr

 (27)
Erschienen am 06.11.2017
Cover des Buches Ich - Arturo Bandini9783442541850

Ich - Arturo Bandini

 (19)
Erschienen am 01.01.2003
Cover des Buches Warte bis zum Frühling, Bandini9783442541966

Warte bis zum Frühling, Bandini

 (15)
Erschienen am 01.08.2004
Cover des Buches Warten auf Wunder9783442461226

Warten auf Wunder

 (14)
Erschienen am 16.01.2006
Cover des Buches Der Weg nach Los Angeles9783746635194

Der Weg nach Los Angeles

 (7)
Erschienen am 14.06.2019
Cover des Buches Eine Braut für Dino Rossi9783875122619

Eine Braut für Dino Rossi

 (2)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Voll im Leben9783875124828

Voll im Leben

 (1)
Erschienen am 24.04.2018

Neue Rezensionen zu John Fante

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Rezension zu "Voll im Leben" von John Fante

Fante muss man lesen!
Gwhynwhyfarvor 4 Monaten

Der Anfang: »Es war ein großes Haus, weil wir Leute mit großen Plänen waren. Der erste Plan war schon Wirklichkeit, eine Rundung um die Mitte, ein Ding, das ständig in Bewegung war, sich krümmte und wand wie ein Schlangenknäul. In stillen Stunden legte ich mein Ohr auf diesen Hügel und hörte es wie eine Quelle sprudeln, gurgeln, saugen und plätschern.«


Ein Mann soll ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen … oder so ähnlich. John Fante hat es geschafft, der junge Drehbuchautor hat genügend Aufträge, das Geld fließt und er hat eine wundervolle Frau Namens Joyce, die sein Kind unter dem Herzen trägt. Und nun hat er sich ein Haus gekauft, groß, geräumig, mitten in Los Angeles. Doch eine Schwangerschaft wirbelt die Hormone durcheinander. Joyce ist unglücklich in flachen Schuhen, sackähnlichen Kleidern, mit ihrer Haut, sie tauscht ihr Parfüm »Farn in der Dämmerung« gegen »Gayelord- Hauser-Kölnischwasser«, mutiert von der Atheistin zur frommen Katholikin, will sich taufen lassen. Und zu allem Unglück bricht in der Küche der Fußboden unter ihr weg. Termiten! Der Kostenvoranschlag der Handwerker ist unglaublich hoch. Papa muss her, überlegt Fante, der geniale Handwerker. Er macht sich auf, seine Eltern zu besuchen.

 

»Hier ist es. Das, wovon ich geträumt habe.«

Er bückte sich und zog ein Büschel wilden Klatschmohn aus der Erde. Die Blumen kamen mit Wurzeln und allem heraus, die schwarze klebrige Erde umarmte die Wurzeln. Er zerdrückte die Wurzeln in der Faust, und die warme feuchte Erde nahm die Form seiner Hand an.

»Hier wächst alles. Pflanz einen Besenstiel und er wächst.«

Ich verstand den Sinn all dessen. 

»Willst du es haben, Papa? Willst du das Land kaufen?«

»Nicht für mich«, grinste er und stampfte auf.

»Für das Baby. Hier wird er leben, der Junge. Genau hier.« Er stampfte noch einmal auf. »Davon träume ich. Du und Miss Joyce und der Kleine. Ich und Mama unten an der Straße. Viel Platz. Vier Hektar. Für dich. Für deine Kinder.«   …

Was sollte ich diesem Mann sagen – meinem Papa? ... Konnte ich ihm erzählen, dass ich in einer chaotischen Perversion namens Los Angeles ein Haus gekauft hatte, direkt am Wilshire Boulevard, ein Stück Land, hundertfünfzig auf vierhundertfünfzig, voller Termiten? Hätte ich ihm das erzählt, die Erde hätte mich verschluckt und der Himmel mich zerquetscht.«


Die Eltern waren aus Italiens Abruzzen eingewandert, »WOPs« – without papers. Aber sie hatten es geschafft, sich ein Stück Land mit einem Weinberg gekauft. Papa hat längst andere Pläne, Mama gibt gute Tipps, wie man es beeinflusst, damit das Baby auch ein Junge wird, z.B. Knoblauch in die Innentaschen der Jacken stecken. Wie soll John es anstellen, seinem Vater die Wahrheit zu sagen, dem patriarchalischen Sturkopf? Das Buch erschien 1952 – eine Wiederauflage eines erfolgreichen Romans. John Fante beherrscht das Schreiben! Gnadenlos zieht er seine Familie in seinen Büchern vorm Leser aus. Liebevoll und sarkastisch – erbarmungslos offen und ehrlich. Wundervoll komisch und wirklichkeitsnah. Alte italienische Tradition und Aberglaube trifft auf amerikanische Moderne. Allein die Reise nach LA ist köstlich: Papa fliegt nicht gern, drum wird mit der Bahn gefahren, mit Sack und Pack: die große Handwerkertasche, Unmengen an Eingemachtem, ein ganzer Käse und Rotwein – alles aus eigenem Anbau. Papa versteht es, sich sofort mit allen Leuten zu unterhalten … Zwei Welten treffen aufeinander, die alte und die neue Generation. Es gibt noch viele offene Rechnungen zwischen Sohn und Vater, die hier nur andeutungsweise in Spiel kommen – denn in diesem Fall braucht John den alten Nick. Es gibt andere Romane von Fante, da kommt der Vater nicht so gut weg. John Fante neu entdeckt – und er liest sich noch immer quietschvergnügt, kein bisschen verstaubt. Herrlicher Slapstick. Pralle Emotion und geschliffene Formulierungen machen den Roman zum Erlebnis. John Fante legte seine Familiengeschichte in seinen Romanen brutal offen – schön, dass der Maro Verlag ihnen Leben eingehaucht hat. Die gesamte Fante-Reihe ist pures Lesevergnügen! 

John Fante wurde 1909 als Sohn italienischer Einwanderer in Colorado geboren und ging Ende der Zwanzigerjahre nach Kalifornien. Dort begann er unter schwierigen Bedingungen eine Karriere als Autor. John Fante ist in Deutschland noch immer ein Geheimtipp. Auch in den USA wurde er erst in hohem Alter zu den großen West-Coast-Schriftstellern wie Mailer, Fitzgerald und Chandler gezählt. Seine Beachtung stieg, nachdem Charles Bukowski ihn zu seinem »Gott« erklärte: »Hier endlich war ein Mann, der keine Angst vor Emotionen hatte. Mit überwältigender Schlichtheit vermischen sich Humor und Schmerz.« Der Durchbruch gelang ihm 1938 mit dem Roman »Ich – Arturo Bandini«; seinen Lebensunterhalt verdiente er jedoch zeit seines Lebens als Drehbuchschreiber für die Filmindustrie. Weshalb Fante in seiner Schaffenszeit weitgehend unbeachtet blieb, wird heute der damaligen Verlagswelt zugeschrieben. Seine Romane »Wait until Spring, Bandini«, »Ask the Dust« und »Dago Red« blieben zunächst Insider-Tipps, die von den großen Verlagen ignoriert wurden. Fante musste sich als Drehbuchautor in Hollywood durchschlagen. 1978 verlor Fante aufgrund von Diabetes seine Sehkraft; später mussten ihm beide Beine amputiert werden. Sein letztes Buch über seine ersten Tage in Los Angeles diktierte er seiner Ehefrau, bevor er 1983 in Malibu, Kalifornien, verstarb.


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Rezension zu "Der Weg nach Los Angeles" von John Fante

Das verschollene Buch
Duffyvor 10 Monaten

Wie das Leben so spielt. Dass wir heute John Fante lesen können, haben wir Charles Bukowski zu verdanken, der auf dem Höhepunkt seiner literarischen Karriere verlauten ließ, dass Fantes Romane zum „Besten gehört, was die amerikanische Literatur hervorgebracht hat“.

„Der Weg nach Los Angeles“ ist ein verschollener Roman und erschien erst 50 Jahre, nachdem er verfasst wurde. Er erzählt die Geschichte von Arturo Bandini in den 30ern auf seinem Weg nach L.A. Eine Jugend, die geprägt wurde von Sehnsucht, Selbstüberschätzung, Träumen, verhuschten Weltbildern und dem Hang zur Literatur. Es ist eigentlich das Protokoll einer Entwicklung des jungen Bandini, der mit Schwester und Mutter in ärmlichen Verhältnissen lebt und statt der harten Gelegenheitsjobs den Ausweg aus dieser „minderwertigen“ Umgebung sucht. Der Erzähler in der Ich-Form spart nicht mit direkten Aussagen. Fantes (Bandinis) Sprache ist von einer selbstherrlichen Rohheit, seine Zweifel jedoch von der Sensibilität, wie man sie oft bei innerlich zerrissenen Menschen feststellen kann. Dass sich hilflose Gewalt wie auch zärtliche Verzweiflung bei Bandini abwechseln, zeichnet ein großartig klares Bild eines instabilen Jugendlichen.

Wegen dieser teils rohen und ungeschliffenen Sprache wurde das Buch nie veröffentlicht und verschwand in der Versenkung einer Schublade. Erst nach Fantes Tod wurde das Manuskript freigegeben und Alex Capus hat es aufwändig und sehr liebevoll übersetzt. Mit welcher Akribie er vorgegangen ist, erfährt der Leser in einem sehr interessanten und längeren Nachwort.

Mittlerweile ist die Bandini-Trilogie Kultlektüre geworden. Man kann natürlich streiten, ob es wirklich so genial ist, wie Bukowski es empfunden hat. Aber Fante hat früh mit einem Stil gearbeitet, der sich dann später nicht nur bei den Jüngern Bukowskis finden ließ, sondern auch in der Pop-Literatur der neuesten Zeit, aber auch im Boom des Underground der 60er und 70er Jahre.

Allerdings hat Fante nach diesem Buch nicht mehr so klar und unbearbeitet geschrieben, wie hier. Alex Capus erklärt es genau damit, denn das Buch hat nie eines der strengen Lektorate gesehen, die normalerweise zum Zug kommen, wenn es darum geht, Dinge massenkompatibel zu machen. Ein Rohdiamant, wenn man so will, geschrieben von einem gerade mal 25jährigen, der zu Lebzeiten nichts von dem Ruhm ahnen konnte, der ihm posthum zuteil wurde. Kommt einem irgendwie bekannt vor.

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Rezension zu "1933 war ein schlimmes Jahr" von John Fante

endlich nicht mehr vergessen
HEIDIZvor 2 Jahren

John Fante - der amerikanische Autor wurde 1909 in Denver geboren. Er war der Sohn italienischer Einwanderer. Mitte Zwanzig zog Fante nach Los Angeles. 1938 wurde sein erster Roman veröffentlicht. Der Autor starb 1983.

1933 war ein schlimmes Jahr, war ein vergessener Roman des Autors, der nun wieder- bzw. neu entdeckt werden kann und von Alex Capus aus dem Amerikanischen übersetzt wurde.. Zu lesen ist die Geschichte des Dominic Molise - eine persönliche Geschichte und die eines Klassenkampfes zur Zeit der großen Wirtschaftskrise in den USA. Der Roman erzählt tiefgründig, emotional und bewegend, aber auch kurzweilig und mitunter amüsant von der Jugend und den Übergang in die Erwachsenenwelt des Protagonisten, der in einer kleinen Stadt unter der Rocky Mountains lebt. Wir befinden uns in den dreißiger Jahren und Dominic ist 17 Jahre, möchte Baseball-Star werden. Er möchte Anerkennung erfahren und die große Liebe finden. Seine Eltern sind allerdings Italiener und mit dieser Herkunft hat er zu kämpfen sowie mit der Tatsache, dass er im familiären Betrieb arbeiten soll, was so garnicht seiner Vorstellung für die Zukunft entspricht. Dominic träumt weiter ....

Ich finde die Geschichte sehr gut geschrieben, also wohl auch perfekt übersetzt, wobei ich dazu nichts sagen kann, da ich das Original nicht kenne. Die Figuren sind perfekt in Szene gesetzt und die Handlung ist durchweg spannend und authentisch lebendig geschrieben, ich konnte mich von Beginn bis Ende in die Handlung hineinversetzen und finden die fiktive Geschichte vor dem historischen Hintergrund sehr anregend und kurzweilig geschrieben.

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