Der Weg nach Los Angeles

von John Fante 
3,3 Sterne bei4 Bewertungen
Der Weg nach Los Angeles
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Sassenach123s avatar

Verwirrend, nicht wie angepriesen

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Inhaltsangabe zu "Der Weg nach Los Angeles"

»John Fantes Romane gehören zum Besten, was die amerikanische Literatur je hervorgebracht hat.« Charles Bukowski

50 Jahre nach seinem Tod erschien Fantes erster Roman um sein Alter Ego Arturo Bandini, einen so größenwahnsinnigen wie stolzen Italo-Amerikaner, der das Glück im Kalifornien der 30er Jahre sucht. Alex Capus hat das Originalmanuskript aufgespürt und Arturo Bandini neu zum Leben erweckt.
Anfang der dreißiger Jahre, ein Vorort von Los Angeles: Nach dem Tod seines Vaters muss sich der 18-jährige Arturo Bandini in einer heruntergekommenen Fischfabrik sein Brot verdienen. Doch er hat den Alltag und den endlosen Kleinkrieg zu Hause satt. Er liest Schopenhauer und Nietzsche und träumt von Höherem: Er möchte Schriftsteller werden. Und dafür muss er nach Los Angeles gelangen. Schnell schließt der Leser diesen arroganten, bös-witzigen und doch so sehnsuchtsvollen jungen Mann in sein Herz. Und träumt seinen großen Traum mit ihm. Der Roman erschien nicht mehr zu Fantes Lebzeiten, zu provokant waren Thema und Sprache für das Amerika der dreißiger Jahre. Erst 1985 wurde er veröffentlicht, bei Blumenbar nun erstmals in gebührender Übersetzung.

»Fante erzählt mit so viel Liebe und Humor, dass man seine Figuren sofort ins Herz schließt.« Martin Becker, Deutschlandfunk

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351050450
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Blumenbar
Erscheinungsdatum:04.12.2017

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    Sassenach123s avatar
    Sassenach123vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Verwirrend, nicht wie angepriesen
    Konfus

    Konfus

     John Fantes Roman : Der Weg nach Los Angeles wurde als humorvoll angepriesen, die Figuren könne man sofort ins Herz schließen. Mit dieser Vorstellung begann ich den Roman, und wunderte mich, was mich dort erwartete......

    Arturo Bandini schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Seine Mutter und seine Schwester Mona sind mehr oder weniger auf ihn angewiesen. In den 30er Jahren war es für Frauen schwer eine Familie ohne Mann zu ernähren.
    Doch Arturo lebt in einer Welt in der er der Held ist, Kritik kann er nicht umsetzen. Sobald es schwierig wird, ihm etwas unangenehm ist, findet er einen Grund die Arbeit an den Nagel zu hängen. Dies allein ist nicht sein einziges Problem. Er sucht Schuld immer bei anderen, was ihn natürlich nicht weiterbringt. So löst er keine Probleme, er dreht sich im Kreis.
    Arturo sieht sich als Schriftsteller, liest in jeder freien Minute Werke von Nietzsche, bringt aber nichts produktives zu Stande. Bestätigung bekommt Arturo keine, zum einen, weil er sich seiner Familie gegenüber sehr tyrannisch verhält. Zum anderen gibt es fast niemanden der ihm Bestätigung schenken könnte. Seine Mutter ist überfordert, unterstützt sein flegelhaftes Verhalten und toleriert Frauenfeindlichkeit seinerseits. Seine Schwester lässt sich nichts gefallen und erntet daher seinen Zorn. Freunde scheint er keine zu haben. Sehr ungewöhnlich das ein junger Mann so isoliert aufwächst, gerade für junge Menschen sind Beziehungen zu Gleichaltrigen sehr wichtig.

    Mir hat dieser Roman leider gar nicht gefallen, ich wusste oft nicht, was zum Ausdruck gebracht werden sollte. Der Charakter des Arturo Bandini war mir sehr unsympathisch, das allein wäre auch kein Problem gewesen, aber ich würde dann auch gern verstehen warum es so ist. Letztlich bekam ich für kaum ein Ereignis eine wirkliche Erklärung, fühlte mich sehr alleingelassen mit den Fakten. Schade!

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor 9 Monaten
    John Fante | DER WEG NACH LOS ANGELES

    IHNALT: Arturo Bandini lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester in Wilmington, einem heruntergekommenen Vorort von Los Angeles. Nach unzähligen Jobs, die er immer wegen seiner Arroganz und Cholerik verliert, keimt in ihm der Gedanke auf, Schriftsteller zu werden. Aus seiner Sicht hat er alles, was man dafür braucht: Intellekt, Bildung, Durchhaltevermögen – aber ohne Geld geht’s eben nicht. Er nimmt einen üblen Job in einer Fischkonservenfabrik an, der ihn für ein paar Cent die Stunde an die Grenzen seiner Kräfte bringt, aber er gibt seinen Traum nicht auf: Er wird Schriftsteller, auch wenn die Welt um ihn herum in die Brüche geht.

    FORM: Das Hauptaugenmerk des vorliegenden Romans – geschrieben in den 1930ern, veröffentlicht erst fünfzig Jahre später – liegt auf der Beschreibung und Entwicklung der Figur Arturo Bandini, der im Werk John Fantes (1909-1983) immer wieder mal auftaucht. DER WEG NACH LOS ANGELES ist quasi eine One-Man-Show. Von der ersten bis zur letzten Seite begleiten wir Arturo durch sein tristes Leben, das erfüllt ist von Welthass und Eigenliebe, Familienstreits und Wutausbrüchen. Da der Roman in der Ich-Form erzählt ist, erfahren wir Leser nur von Arturos Sicht der Dinge, merken aber schnell: Der Junge ist ein furchtbarer Unsympath. Er ist extrem hochmütig und jähzornig, er lügt und betrügt, er hasst die Frauen, kann keine Kritik vertragen und ist ein Meister der Verdrängung.

    Doch das Schlimmste: Es steckt nichts dahinter! Der Junge ist ein Spinner, hat nichts auf dem Kasten! Er liest Schopenhauer und Nietzsche und bildet sich eine Menge darauf ein, versteht aber kein Wort. Er quatscht geschwollen die Leute voll, hat aber eigentlich nichts zu erzählen. Fante jedoch – und das ist die psychologische Finesse des Romans – lässt ihn ab und zu die Wahrheit spüren und beschenkt ihn mit aufrichtiger Selbstreflexion. In diesen kurzen Momenten leidet Arturo am meisten, was in neuerlichen Wutausbrüchen und Beschimpfungen mündet und meist in in der Zerstörung von Kleintieren endet – ein immer wiederkehrendes Motiv. Wie schlimm es um Arturo wirklich bestellt ist, wird im Laufe der Geschichte klar, und erst richtig deutlich, als er eine Frau verfolgt und alles küsst, was sie berührt, und kaut, was sie fallen lässt. Spätestens hier wandelt sich der Blick auf den Antihelden vom pubertären Hitzkopf zum psychopathischen Ernstfall.

    FAZIT: Im Klappentext steht, dass der Leser schnell »diesen arroganten, bös-witzigen und doch so sehnsuchtsvollen jungen Mann in sein Herz« schließt – das war bei mir nicht der Fall. Selten habe ich eine Romanfigur so verabscheut, wie diesen Jungen, was aber die Bewertung des Romans nicht beeinträchtigen soll. Geschrieben ist das Buch in guter American-Classics-Manier, die ich von 1933 WAR EIN SCHLECHTES JAHR schon kannte und auch mochte. Allerdings fehlte mir hier am Schluss eine Art Erkenntnis, irgendein Hoffnungsschimmer, ein Hinweis darauf, dass Arturo irgendetwas verstanden hätte. Ergänzt ist das Buch durch ein sehr lesenswertes Nachwort des Übersetzers Alex Capus, der darin interessante Einblicke in seine Arbeit gibt. Ich vergebe vier Sterne plus Leseempfehlung für alle, die mal ein richtiges Arschloch als Haupthelden erleben wollen.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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    Marie_Davidss avatar
    Marie_Davidsvor 8 Monaten
    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 8 Monaten

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