John Fante Gemischte Gefühle

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Inhaltsangabe zu „Gemischte Gefühle“ von John Fante

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  • Rezension zu "Gemischte Gefühle" von John Fante

    Gemischte Gefühle
    marcelsarman

    marcelsarman

    10. March 2017 um 18:32

    Der junge Drehbuchautor John Fante hat sich seinen Traum von einem eigenem Haus erfüllt, in dem er mit seiner schwangeren Freundin Joyce lebt. Doch die Idylle ist nur von kurzer Dauer – Termiten zerfressen den Holzfußboden und das Haus kann nicht mehr gefahrlos betreten werden. John ist aus Kostengründen dazu gezwungen, seinen handwerklich begabten italienischen Vater zur Hilfe zu holen. Der alte Fante ist zwar ein geschickter Handwerker, aber zuweilen launisch und sehr temperamentvoll. Er wünscht sich nichts sehnlicher als einen Enkelsohn und hat auch allerhand Tricks auf Lager, um dies angeblich beeinflussen zu können. Dies und die zunehmende Religiösität seiner Frau gehen John immer mehr auf die Nerven. Fante Senior wird immer unberechenbarer und die Situation wird immer nervenaufreibender, weil sich der alte Fante und die junge Joyce immer besser verstehen, während sich der gestresste John immer mehr von den Beiden entfremdet. Eines Abends spielt John mit seinem Vater Schach, als ein Ereignis eintritt, was das Leben der Familie Fante für immer verändert. Bewertung: Das Buch ist in einer sehr lebendigen und witzigen Sprache geschrieben. Die Erzählkunst und die sprachliche Vielfalt Fantes sind bewundernswert. Die kleinen Streitereien und anekdotenhafte Erlebnisse werden sehr detailreich und liebevoll geschildert. Inhaltlich ist das Buch über weite Strecken gut gelungen. Der letzte Teil des Buches ist mir etwas zu kitschig und passt nicht so ganz zur feinen Ironie des restlichen Buches. Daher vergebe ich nur 4 Sterne für dieses ansonsten witzige und wunderbar geschriebene Buch.

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  • Rezension zu "Gemischte Gefühle" von John Fante

    Gemischte Gefühle
    GregorSamsa

    GregorSamsa

    Auch wenn John Fante durch seinen großen Verehrer Charles Bukowski noch ein wenig Spätruhm erhielt, bleibt er bis heute weitgehend unbekannt. Dabei haben seine Bücher, meiner Meinung nach, alles zu bieten wozu Literatur im Stande ist. So auch sein wahrscheinlich persönlichster Roman "gemischte Gefühle" ! Für die Inhaltsangabe bediene ich mich an der Buchrückenseite: John, Anfang dreißig, lebt in Los Angeles und verdient reichlich Geld als Drehbuchautor. Seine Frau Joyce ist schwanger, und als sie eines Tages durch den termitenzerfressenen Fußboden in der Küche bricht, ist es an der Zeit, Johns alten Vater zu holen, der im Reparaturarbeiten schon immer einsame Klasse war. Doch der alte Nick ist nicht nur gelernter Maurer, sondern auch ein verdammter Dickschädel, ein Italoamerikaner reinsten Wassers, aufbrausend, verschroben, liebevoll und sentimental, und so entwickeln sich die Dinge auch genau so, wie John von Anfang an befürchtet hatte - völlig anders. Soweit so gut! Klingt nicht außergewöhnlich, eher direkt aus dem Leben gegriffen und das ist es auch. Der Leser wird auf eine Reise geschickt, und zwar nicht in fremde, mystische Welten mit Einhörnern und Drachen, sondern direkt in das Leben des John Fante. Dieser sympathische Kerl schafft es, dass man mit ihm leidet, wenn wieder einmal alles und jeder gegen ihn zu sein scheint. Der Grund dafür ist sicherlich, dass seine Probleme mit seinem Vater und seiner Ehefrau so lebensnah sind, dass es dem Leser einfach fallen sollte sich mit ihm zu identifizieren. Getragen wird diese Geschichte von Fantes ausgezeichnetem Schreibstil, der die Lektüre zu einem wahren Lesevergnügen macht. Während bei so vielen Autoren die Sprache gekünstelt und erzwungen wird, schwebt Fantes Schreibe scheinbar locker, leicht und immer authentisch. Darüber hinaus schafft er es, bei mir zumindest, Emotionen zu wecken. Las ich eine Stelle mit einem breiten Grinsen, kam es vor, dass mir bereits einen Absatz später die Luft wegblieb. Tragik und Komik geben sich hier stets die Hand. Fantes Wortwitz tut ein weiteres dazu. „Gemischte Gefühle“ regt zum nachdenken an, unterhält gleichzeitig auf einem hohen Niveau und erzählt von Situationen, die den meisten Menschen im Leben begegnen werden. Sicherlich wird nicht jeder Leser meine Lobeshymnen auf Fante nachvollziehen können, einem Versuch sollte jedoch nichts im Weg stehen.

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