John Freely Platon in Bagdad

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Inhaltsangabe zu „Platon in Bagdad“ von John Freely

Diese Geschichte des Wissenstransfers beginnt im 7. Jahrhundert v. Chr. in Ionien an der kleinasiatischen Küste. Naturphilosophen wie Thales von Milet erforschen hier Himmel und Erde. Auf Milet folgen Athen, Alexandria, Rom und Byzanz als Zentren der Wissenschaft. Doch zu Beginn des Mittelalters geht dieses Wissen in Europa verloren. Aufbewahrt wird es in der arabischen Welt: Über das abbasidische Bagdad, das fatimidische Kairo und das omayyadische Damaskus folgt Freely arabischsprachigen Gelehrten, Ärzten und Mathematikern nach Andalusien. Muslime, nestorianische Christen, Juden und Sabier bringen das verlorene Wissen im Zuge der Expansion des Islams zurück nach Europa und liefern dem Westen damit die Voraussetzung für das neue wissenschaftliche Weltbild, das in den neuen Zentren der Wissenschaft wie Paris und Oxford entsteht.

Eine faszinierende Reise durch die Zeit zwischen Ost und West
Was Europa der islamischen Welt verdankt
Eine Gegenerzählung zum »clash of civilisations« und der angeblichen Wissenschaftsfeindlichkeit des Islam.

John Freely machte alles richtig, indem er das streng wissenschaftliche Format etwas aufbrach und somit auch für Laien zugänglich macht.

— quatspreche

Furchtbar! Langweiliger kann man ein Sachbuch nicht schreiben...

— melvil

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    Platon in Bagdad

    Giselle74

    01. October 2017 um 12:01

    "Platon in Bagdad" berichtet über die Entwicklung der Wissenschaft. Darüber, daß altgriechische Forscher und Philosophen den Grundstein legten, der über verschlungene Wege nach Alexandria, Bagdad und später Al-Andalus gelangte und dort erweitert wurde. Es berichtet darüber, wie viel wir islamischen Gelehrten verdanken, gerade während des Mittelalters, wo im westlichen Europa die Forschung brach lag und "heidnische" Schriften vernichtet wurden. Es verfolgt den Weg des Wissens zurück in die christlichen Länder, wo Keppler, Galilei und andere ihre genialen Schlüsse ziehen. Grundsätzlich ist das ein sehr spannendes Thema und eines, das dem Autor sehr am Herzen zu liegen scheint. John Freely hat lange an der Bogazici-Universität in Istanbul Physik und Wissenschaftsgeschichte unterrichtet. Leider wird die Fülle seines Wissens zum Stolperstein, gerät das Buch doch in weiten Teilen zu einer schlichten Auflistung von Namen, zu einem Wissenschaftsstammbaum. So lernte dieser von jenem und gab an solchen weiter. Das mag für Sachkundige spannend sein, für den interessierten Laien wird das auf Dauer jedoch anstrengend. Gerne hätte ich mehr über einige der Gelehrten erfahren als nur Namen und bekannte Werke. Es lohnt aber in jedem Fall, das Buch zu lesen, die weiten Wege nachzuvollziehen, über die Übersetzungsprobleme, Kriege, Ideologien nachzudenken, schon allein, um in Staunen zu versinken darüber, wieviel doch schon sehr früh bekannt war und wieviel sich bis heute erhalten hat trotz der nicht geringen Widrigkeiten.

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  • "Wie das Wissen der Antike zurück nach Europa kam"

    Platon in Bagdad

    quatspreche

    06. December 2015 um 17:17

    Was klingt wie ein etwas skurieler Fantasyroman ist in Wirklichkeit ein Sachbuch der Populäwissenschaften aus dem Klett-Cotta Verlag, denn sie trägt den Untertitel “Wie das Wissen der Antike zurück nach Europa kam” und erschien 2012 in unseren Buchläden. Vielleicht hat sich der Eine oder Andere schon einmal gefragt, wie denn das Wissen der alten Kulturen (etwa der Griechen oder Ägypter) die Zeit des Mittelalters überdauert hat. Wir wissen, gegenüber der Annahme, dass die Menschen des Mittelalters dumm gewesen wären, sehr wohl, dass es Wissenschaft und Forschung in alles Jahrhunderten gegeben hat und es ist nur eine Frage der heutigen interkulturellen Zusammenarbeit, ob und wann wir darüber bessere Informationen erhalten. John Freely hat in diesem Buch ganz wunderbar die Geschichte der Wissenschaft in einer ganz besonderen Art und Weise zusammengefasst. Durch seinen informativen Erzählstil ist alles Wichtige schnell auf einen Punkt gebracht, kann dadurch leider auch sehr trocken werden, wenn man versucht das ganze Buch an einem Stück zu lesen. Wenn man sich davon jedoch nicht aufhalten lässt, kann dieses Buch als eine Quelle des Wissens genutzt werden. Was mich besonders beeindruckt hat, sind die Informationen zu jedem einzelnen Wissenschaftler und jeder Sittuation, die erwähnt werden. Wichtige Personen bekommen einen Lebenslaufabriss und eine Erklärung darüber, wie sie der Wissenschaft hilfreich waren und was sie dazu beigetragen haben, wenn nötig sogar mit hinfreichen Abbildungen. Weiterhin hat er, durch eine Unterteilung in Kapitel, die verschiedenen Wissensgebiete gegliedert um sich jeweils einem Themengebiet komplett zu widmen. John Freely ist für mich ein wichtiger Wissenschaftshistoriker, da er es gut versteht Geschichte zu vermitteln. Und gerade die Geschichte der Wissenschaft wird heutzutage und hierzulande immer noch oft vernachlässigt oder nur auf die heutige Rezeption herunter gebrochen. Meiner Meinung nach machte John Freely alles richtig, indem er das streng wissenschaftliche Format etwas aufbrach und somit auch für Laien zugänglich macht.

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  • Rezension zu "Platon in Bagdad" von John Freely

    Platon in Bagdad

    michael_lehmann-pape

    21. August 2012 um 13:46

    Erhellende Darstellung zur Kulturgeschichte „Wie hat die Wissenschaft der griechischen Antike überdauert und auf welchem Weg gelangte sie nach Westeuropa?“ (fast 1000 Jahre später), das ist die Kernfrage, der sich John Freely in seinem Buch nachhaltig zuwendet, wenn er dies auch weitgehend nicht in flüssig zu lesender Sprache vollzieht. Ein Weg der Kultur des Denkens und der Wissenschaft, der von Athen nach Alexandria, nach Rom und Konstantinopel bis hin zum nestorianischen Gondischapur. Wo das Wissen noch lange nicht halt macht, sondern über das abbasidische Bagdad, das fatimidische Kairo, Damaskus, das muslimische Cordoba und das normannische Palermo eben zurück nach Europa führt. Ein Weg, den Freely detailliert nachvollzieht und es dabei nicht versäumt, wesentliche Erkenntnisse und deren Wirkgeschichte aufzuzeigen. So entsteht vor den Augen des Lesers eine umfassende und für die breite Leserschaft gedachte Gesamtdarstellung der Wissenschaftsgeschichte. Freely gelingt es, die nahtlose Geschichte des Wissens und der Kultur des Wissens überhaupt fundiert nach zu erzählen und stellt intensive Zusammenhänge dabei her, die deutlich aufzeigen, wie die „wissende“ Welt eben „eine Welt“ letztlich ist. Zwar in verschiedenen Entwicklungsstadien (vieles wurde auch getilgt und vergessen an einstigen „Hochburgen des Wissens“), dennoch aber löst sich in der Geschichte der Wissenswanderschaft und Weiterentwicklung das (auch und gerade machtpolitisch-religiös motivierte) Unterteilen in Polaritäten und Gegensätzen („Orient und Okzident“) in guter Weise auf. Wobei Freely durchaus Wert auf ein solides „Fundament“ legt und daher die Anfänge der Wissenschaft in der griechischen Antike breit und fundiert zunächst darstellt. Dass Trennungen, weltlich gebaute Gegensätze, destruktive Machtrivalitäten letztlich immer Rückschritte für das Wissen der Menschen bedeuten, dass Wissen auch verloren gehen kann und Formen dann wieder eher undifferenzierter Gesellschaftsformen ihren Platz einnehmen, auch dies stellt Freely überzeugend, wenn auch manches Mal zu kleinteilig, dar, wie er überhaupt in der Form auch mit manchen Abbildungen dem Leser auch komplexe Vorgänge durchaus verständlich nahe bringt. So versteht man bei der Lektüre mehr und mehr, dass sich der Orient lange Zeit im philosophischen Denken an Griechenland orientiert hat und eben nicht an fundamentalen, muslimischen Doktrin, ebenso, wie das kaiserliche Rom die Philosophie pflegte und weiter entwickelte und erst später das „dunkle Mittelalter“ über Europa kam als Folge katholischen Machtanspruches und „Verteufelung“ von „Wissen“. Seite für Seite spürt man dem Buch die Leidenschaft Freelys für sein Thema ab und darf sich als Leser durchaus daran freuen, dass Freely komplexe Zusammenhänge und Erkenntnisse der Wissenschaft in verständlicher Sprache mitzuteilen versteht. Wenn auch die Fülle von Informationen und das Thema an sich ein konzentriertes Lesen notwendig machen und das Buch eher als trockener „Wissensstoff“ denn als „Unterhaltungslektüre“ zu verstehen ist.

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