Der erste Teil der Forsyte Saga, der Roman "The Man of Property", ist Galsworthys Abgesang auf das viktorianische Zeitalter und damit auf die große Zeit des Britischen Empires. Es bedurfte noch zweier (gewonnener) Weltkriege, um diesem Weltreich endgültig den Garaus zu machen, aber Galsworthy zeigt schon 1906, dass der Niedergang bereits begonnen hatte. Er entwirft diese große Schau eines Zeitalters am Beispiel einer einzigen Familie, verknüpft sie aber eindrucksvoll mit der Geschichte einer großen Liebe. Das war damals zu Recht den Literatur-Nobelpreis wert und ist auch heute noch ein großes Leseerlebnis.
John Galsworthy
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von John Galsworthy
Die Forsyte-Saga
Die Forsyte Saga
Der Besitzstreber
In Fesseln
Zu Vermieten
Die dunkle Blume
Das Herrenhaus
Das Herrenhaus: Historischer Roman
Neue Rezensionen zu John Galsworthy
Beschreibung
Die imposante Geschichte über die Familie Forsyte beginnt im viktorianischen London und verfolgt die Familienmitglieder über einige Jahrzehnte und mehrere Generationen hinweg bis in die frühen 1920er Jahre.
Soames Forsyte ist erfolgreicher Anwalt und hütet seine wunderschöne Frau Irene wie seinen Augapfel. Als er durch eine Verwandte schlechten Einfluss auf seine Frau wittert, beschließt er für seine Familie ein Haus auf dem Land zu bauen und somit Irene dem Londoner Leben zu entziehen. Bereits während des Baus stellt sich heraus, dass ihre Ehe auf einem wackeligen Fundament errichtet ist und es kommt zu einer Familienfehde, die sich auch bis in die nächste Generation ziehen wird…
Meine Meinung
Für seine legendäre »Forsyte Saga« wurde der englische Schriftsteller John Galsworthy mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Ein Wunder, dass mir bis vor kurzem der Autor überhaupt kein Begriff war und ich es der Neuauflage seines berühmten Werkes im Reclam Verlag verdanke, auf dieses literarische Juwel gestoßen zu sein.
»Die Forsyte Saga« besteht aus drei Einzelbänden: »Der reiche Mann«, »In Fesseln« und »Zu vermieten«, welche in zum Thema der Familiensaga passend illustrierten Hardcover-Bänden im Schuber daherkommen, der sich außerdem in jedem Buchregal vorzüglich macht.
Im ersten Band treten gleich sehr viele Persönlichkeiten aus der großen Mittelschichtsfamilie aufs Parkett, sodass ich sehr froh um den beigelegten herausnehmbaren Stammbaum der Familie Forsyte war, mit welchem man sich einen guten Überblick verschaffen kann (allerdings nicht zu weit nach untern lesen sollte, da man sich sonst selbst spoilert).
Einmal von der Geschichte um die eindrucksvollen Persönlichkeiten der Forsytes in den Bann genommen, konnte ich mich dem Sog dieser Saga nicht mehr verwehren. John Galsworthy ist es gelungen, ein gesellschaftliches Bild der strebsamen Mittelschicht Londons zu zeichnen, welches jedoch nicht nur von Standesdünkel und Sitten beherrscht wird, sondern vor allen Dingen von Gefühlen und der neuen Freiheit, die das junge 20. Jahrhundert mich sich bringt, beherrscht wird. Das dargebotene Kaleidoskop aus Dekadenz, Skandalen und dramatischen Tragödien vermag durch alle drei Romane zu fesseln und auch zu überraschen.
John Galsworthy hat seine Figuren mit Finesse gezeichnet und sie in ein Umfeld gepackt, die eine scharfe Beobachtungsgabe des Autors verrät. Ich möchte fast sagen, John Galswohrthy könnte man als männliche Jane Austen bezeichnen, so sehr hat er mich mit seinen Charakteren erfreut. Allerdings war für mich die feine Ironie einer Jane Austen nicht zu finden, dafür jedoch eine kolossale Dramaturgie.
Dieser erste Zyklus über die Forsytes ist in sich abgeschlossen, allerdings gibt es noch zwei weitere Zyklen von John Galsworthy, welche ebenfalls von den Forsytes handeln und die gesamte Trilogie abschließen. Nachdem mich diese ersten drei Bücher mit seinem breit gefächerten gesellschaftlichen Panorama begeistert haben, würde ich mich außerordentlich freuen, wenn auch noch die restlichen Forsyte Bücher in einem solch hübschen Design neu aufgelegt werden würden.
Fazit
Eine Familiensaga voller Leidenschaft, Skandale und eigensinnlicher Charaktere im Rahmen der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert prächtig in Szene gesetzt. Eine Saga ganz nach meinem Geschmack und für Fans der TV-Serie Downton Abbey ein heißer Buchtipp!
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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 07.03.2022
Ich hatte zur Abwechslung mal wieder Lust auf einen richtigen Klassiker mit Anspruch. Und mit der „Forsyte Saga“ habe ich da eine gute Wahl getroffen. Ich bin ehrlich, ich hatte von dem Werk von Literatur-Nobelpreisträger John Galsworthy vorher so gut wie nichts gehört. Aber genau das war auch der Grund, warum ich völlig unvoreingenommen an die Trilogie herangegangen bin.
Der lange Atem beim Lesen hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn der Autor hat eine beeindruckende Familien-Saga erschaffen. Dennoch fällt es mir gar nicht so leicht, die drei Bände als Gesamtwerk zu beurteilen. Meiner Meinung nach hebt sich besonders der erste Band von den beiden anderen ab. Teilweise hatte ich fast das Gefühl, dass der erste Teil Jahrzehnte vorher oder gar von einem anderen Autor geschrieben wurde. Sprache, Stil und Inhalt sind anders. Gerade im ersten Teil gibt es wahnsinnig viele Längen, seitenlange innere Monologe, es passiert dagegen vergleichsweise wenig (auch wenn das Geschehen der weiteren Bände auf die Ereignisse des ersten Teils aufbaut). Da viel es mir teilweise nicht leicht, weiterzulesen. Andererseits passt auch gerade dieser Schreibstil zu den Protagonisten und der Epoche des ersten Teils.
Die Art des Erzählens ändert sich dagegen im zweiten und dritten Teil, in dem die Folgegenerationen der Forsytes in den Fokus rücken. Endlich nahm die Geschichte an Fahrt auf, wurde greifbarer, lebendiger. Die Charaktere bekamen für mich endlich ein Gesicht, gewannen an Sympathie. Interessanterweise machten vor allem ein paar Hauptfiguren eine Art Wandlung durch und wurden zu Lieblingscharakteren. Und vor allem: die Längen und Monologe nahmen deutlich ab. Ich war froh, mich durch den ersten Teil durchgekämpft zu haben und wurde belohnt. Das Werk von Galsworthy hätte es verdient, mehr Beachtung zu finden. Ich fand besonders beeindruckend, wie der Autor die unterschiedlichen Denkweisen und Prioritäten der einzelnen Generationen herausgearbeitet hat. Während sich bei der ersten Generation alles um das Thema Eigentum dreht, nehmen die nachfolgenden Generationen von diesem Denken immer mehr und mehr Abstand.
Ich war übrigens sehr dankbar (vor allem beim ersten Teil), dass bei der Neuübersetzung, die vor ein paar Monaten bei Reclam herauskam, eine Karte mit dem kompletten Stammbaum dabei war. Ich wäre sonst tatsächlich zeitweise verloren gewesen! Gerade im ersten Teil finden so viele Personen Erwähnung, dass es unmöglich ist, den Überblick zu behalten. Während des Lesens des ersten Teils lag der Stammbaum aufgeklappt die ganze Zeit griffbereit neben mir.
(4 von 5 Sternen)
Zum Inhalt: Eine Familie der oberen Mittelschicht, Intrigen und Schicksale – das ist der Stoff, aus dem der Literatur-Nobelpreisträger John Galsworthy seine monumentale Romantrilogie spinnt. Beginnend im viktorianischen London der 1880er Jahre und endend in den frühen Goldenen Zwanzigern beschreibt Galsworthy über mehrere Generationen hinweg den Zerfall der Familie Forsyte: Der erfolgreiche Anwalt Soames Forsyte kauft ein Stück Land, um darauf ein Haus für sich und seine Frau Irene zu bauen, doch anders als die frisch hochgezogene Fassade des Hauses beginnt die eheliche Fassade zu bröckeln. Irene möchte aus der Ehe raus, liebt Soames nicht, hat sich stattdessen neu verliebt. Soames hält krampfhaft an der Beziehung fest, bezeichnet Irene als sein Eigentum. Es kommt zu einem dramatischen Zerwürfnis, zu einer generationsübergreifenden Familienfehde.
Gespräche aus der Community

Eine Familie der oberen Mittelschicht, Intrigen und Schicksale – das ist der Stoff, aus dem der Literatur-Nobelpreisträger John Galsworthy seine monumentale Romantrilogie spinnt. Beginnend im viktorianischen London bis in die Goldenen Zwanziger beschreibt er über mehrere Generationen hinweg den Zerfall der Familie Forsyte. Drei Romane voller Skandale und Tragödien, Leidenschaft und
Dekadenz, die zu einer Fehde mit fatalen Folgen führen.

wir haben die gesamte Forsyte-Saga des Literaturnobelpreisträgers John Galsworthy als ungekürztes Hörbuch für euch!
Zusammen mit euch möchten wir in die Intrigen, Machenschaften und Geheimnisse der Londoner Familie Forsyte eintauchen. Für diese Hörrunde vergeben wir 10 Hörbücher an euch!
Um an dieser Hörrunde teilzunehmen, beantwortet uns doch folgende Frage:
Was begeistert euch an der Forsyte-Saga von Galsworthy?
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Mit dem monumentalen Roman »Die Forsyte Saga« gelang John Galsworthy ein großartiges Gesellschafts-Panorama der Zeit um 1900. Der Autor schildert die Verwicklungen von vier Generationen der fiktiven Londoner Familie Forsyte. Im Zentrum steht Soames Forsyte, der als ein typischer Vertreter des begüterten Bürgertums seine ideellen wie materillen Besitzstände wahren will. Durch mehrere dramatische Wendungen bricht der Gegensatz zwischen Familientradition und individuellen Freiheitswünschen immer stärker hervor.
Soames heiratet die schöne, aber mittellose Irene. Ihre Ehe verläuft unglücklich, und als Soames den Architekten Philip beauftragt, ein Haus für sich und Irene zu bauen, kommen sich Philip und Irene näher …
Der Nobelpreisträger Galsworthy beschreibt die Widersprüche des Fin de Siècle mit leichter Feder und eleganter Ironie. Ein englischer Klassiker. Für alle Freunde von Downton Abbey.
»Ich werde die Bekanntschaft mit Galsworthy, dem dichterischen Historiker des englischen Bürgertums, immer als einen Gewinn ersten Ranges betrachten.« THOMAS MANN
AUTOR
John Galsworthy (1867-1933) erfuhr schon zu Lebzeiten Ruhm und Anerkennung (u.a. durch die Verleihung des Literaturnobelpreises 1932). Er gehörte zu den Bestsellerautoren seiner Zeit. Allein im deutschen Sprachgebiet erreichten seine Romane Auflagen von Hunderttausenden. Der Londoner Anwaltssohn wuchs in gesicherten Verhältnissen auf. Nach einem Jura-Studium sammelte er erste Berufserfahrung als Barrister. Er begab sich 1891 auf eine dreijährige Weltreise, während der er Joseph Conrad kennenlernte. In seine Romanen und Dramen kritisiert er den Materialismus des Großbürgertums und des Adels – oft auf amüsante, lockere Art und Weise.
SPRECHER
Tomas Dehler hat als Schauspieler bei verschiedenen TV-Ereignissen mitgewirkt (Luther, Tatort, In aller Freundschaft u. a.). Er ist ein versierter Sprecher für Rundfunk-Hörspiele des SWR, MDR und BR. Wenn Dehler von den Intrigen und Machenschaften der Forsytes erzählt, lauscht man gebannt. Und eh man sich’s versieht, sind kurzweilige 2.443 Minuten vorbei.
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