John Galsworthy Die Forsyte-Saga

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Inhaltsangabe zu „Die Forsyte-Saga“ von John Galsworthy

Die monumentale Familien-Saga des englischen Nobelpreisträgers John Galsworthy ist zu Recht vielfach mit Thomas Manns "Buddenbrooks " verglichen worden. Über vier Generationen hinweg entfaltet sich mit der Familiengeschichte der Forsytes das Panorama der Viktorianischen Zeit: Dekadenz und Scheinheiligkeit prägen die Sphäre des auf Besitz versessenen Bürgertums. In einem grandiosen Balanceakt zwischen Ironie und Pathos lässt Galsworthy die ausweglose Widersprüchlichkeit seiner Figuren lebendig werden.

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    Die Forsyte-Saga

    Kopf-Kino

    Ihre Herzen waren voller Gefühl, aber Forsytes, die sie waren, konnten ihm keinen Ausdruck verleihen. England, 1866: Die Familie Forsyte, der oberen Mittelschicht angehörend, legt viel Wert auf Familientradition und -ideale, verfügt über einen praktischen Verstand und hält - ihrem Sinn für Besitz entsprechend - an allem eisern fest, was einem Forsyte gehört: Häuser, Vermögen, einen guten Ruf und Frauen. Um die Verlobung von June und Philip zu feiern, versammelt sich die weitverzweigte Familie – und ahnt nicht, welche dramatische Ereignisse, Wendungen und Fehden sich noch entpuppen werden. Hinter den Kulissen ist das Bröckeln der Fassade längst schon sichtbar: Der junge Jolyon, Sohn von Jolyon dem Älteren und Junes Vater, fällt in Ungnade und führt zum Bruch mit derselben. Soames, der Hoffnungsträger der Forsyte, muss derweil befürchten, dass ihm die Ehe mit der schönen Irene zunehmend entgleitet... Mit 'Die Forsyte-Saga' ist dem Nobelpreisträger John Galsworthy ein imposanter und umfangreicher Familienepos, der vier Generationen bis 1922 umfasst, mit faszinierenden Charakteren, Ironie und Tragik gelungen. Die Familiengeschichte skizziert ein Sittengemälde der gehobenen Klasse der Viktorianischen Zeit, indem sie die Dekadenz und Heuchelei des auf Besitz fixierten Bürgertums entlarvt und kritisiert. Obgleich sich meine Inhaltsbeschreibung [die angesichts der Fülle an Handlung nicht leicht zu erstellen war] wie eine Seifenoper anhören mag, ist der Roman aufgrund seiner Vielschichtigkeit definitiv keine. […] denn für einen wahren Forsyte war Gefühl, sogar das Gefühl des sozialen Status, ein Luxus, dem er sich erst hingeben konnte, wenn sein Appetit nach noch mehr materiellen Freuden gesättigt war. Der Roman vereint viele soziale Thematiken, wie Generationskonflikte, Vernunftehe, Bewahrung und Umbruch der Traditionen etc., greift aber auch politische, wie beispielsweise den Burenkrieg, auf, befasst sich mit u.a. mit der damaligen Kunst- und Finanzwelt und stellt schließlich interessante Gegenspieler [in Form von „Besitzmensch“ und „Gutmensch“] gegenüber. Das für mich Bemerkenswerteste waren zweifellos die lebhaften, in ihren eigenen Widersprüchlichkeiten gefangenen Charaktere, die keiner Schwarz-Weiß-Manier unterliegen, sondern überwiegend Tiefe besitzen und trotz dominierenden Familieneigenschaften unterscheidbare Individualitäten darstellen. Außerdem weisen alle [!] Figuren eine eigene Physiognomie auf, deren detaillierten Beschreibungen sich nach und nach geschickt zu einem menschlichen Puzzle zusammensetzen - eine Kunstfertigkeit, die ich in zeitgenössischer Literatur allzu oft schmerzlich vermisse. Im Spiegelbild des Schaufensters stand sein Ebenbild und sah ihn an. Sein glattgekämmtes Haar unter der Kreppe seines großen Hutes hatte einen Glanz wie der Hut selbst; seine Wangen, bleich und flach, die Linie seiner glattrasierten Lippen, sein festes Kinn mit der grauen Schattierung der Rasur und die zugeknöpfte Strenge seines schwarzen Cutaway vermittelten einen Eindruck von Zurückhaltung und Verschwiegenheit, von unerschütterlicher, erzwungenen Fassung; doch seine Auge, kalt, grau, mit angespanntem Blick und einer Falte zwischen den Brauen prüften ihn nachdenklich, als wüßten sie um eine geheime Schwäche. Äußere Merkmale und Eigenheiten tragen unaufdringlich zur Charakterisierung bei, indem sich das Innenleben beispielsweise konsequent auf die Gangart der Figuren überträgt: eine schleicht überwiegend, eine andere marschiert. Einige Eigenarten transportieren wiederum eine gute Portion Humor in die eigentliche Tragik der Gesamtheit. Eine Person beispielsweise beklagt sich immer wieder, sie würde ob der Ereignisse stets in Unwissen gelassen werden: Mit achtundachtzig war er organisch noch gesund, litt aber schrecklich unter dem Gedanken, daß ihm keiner je etwas sagte. Der auktoriale Erzähler gibt sich einerseits recht distanziert, andererseits sehr nah am Geschehen, nutzt die Einblicke in die Gedankenwelt der Forsytes gezielt, aber sparsam, was der Wirkung folgerichtig an Gewichtung und Eindrücklichkeit verleiht. Dort, wo die Figuren einen Gedankengang abbrechen bzw. nicht fortsetzen, schweigt auch der Erzähler konsequent, und lässt den Leser mutmaßen - und umblättern bzw. weiterlesen. Dieser Kunstkniff wird immer wieder geschickt eingesetzt. So sehr die soziale und gesellschaftliche Kritik zwischen den Zeilen herauszulesen ist, bemüht sich der Erzähler um Neutralität. Zwar lässt der Autor beispielsweise den im Mittelpunkt stehenden Soames von einer anderen Figur abschätzig als „Besitzmensch“ betiteln, aber verurteilt ihn mithilfe der ihm zugedachten tragischen Rolle nicht und ist somit voller Anteilnahme. Der Ton ist grundsätzlich milde gehalten. All sein anderer Besitz, all die Dinge, die er angehäuft hatte, sein Silber, seine Bilder, seine Häuser, seine Investitionen, vermittelten ihm ein geheimes und vertrautes Gefühl, nur sie gab ihm nichts. In diesem seinem Haus stand es an jeder Wand geschrieben. Seine geschäftsmäßige Natur protestierte gegen eine mysteriöse Warnung, daß sie nicht für ihn geschaffen sei. Er hatte diese Frau geheiratet, sie erobert, sie zu den Seinen gemacht, und es schien ihm gegen das grundlegendste aller Gesetze zu verstoßen, das Gesetz des Besitzes, daß er nicht mehr als ihren Körper besitzen konnte – falls er das überhaupt konnte, er begann langsam daran zu zweifeln. Hätte ihn jemand gefragt, ob er ihre Seele besitzen wolle, wäre ihm die Frage gleichermaßen lächerlich und sentimental erschienen. Aber er wollte es, und die Schrift an der Wand sagte ihm, er würde es nie. Der mit seiner weitgefächerten Handlung angelegte Roman ist eingängig geschrieben, bedient sich einer vornehmen Sprache und weist trotz Schachtelsätze eine gute und flüssige Lesbarkeit auf. Die Dicke des Buches ist nicht allein der Handlung, sondern ebenfalls der Detailverliebtheit verschuldet; manches [vorallem die Naturbeschreibungen] sind recht schwärmerisch und blumig gehalten, was gewiss nicht jedermanns Geschmack treffen mag. Die ordentlichen Seelen der Gärtner konnten das gold-grün-rote Muster auf dem Rasen nicht ertragen. Die Kieswege mußten makellos, vorschriftsmäßig und mustergültig daliegen, ohne Kenntnis vom wirklichen Leben oder jenem langsamen und schönen Verfall, der Kronen zu Boden wirft, um die Erde mit gefallener Glorie zu schmücken, von wo dann mit dem Kreislauf der Natur der ungestüme Frühling wieder aufspringt. So war jedes gefallene Blatt von dem Augenblick an gezeichnet, da es ein Lesewohl zitterte und mit langsamer Drehung von seinem Ast hinunterflatterte. Aber auf jenem kleinen Teich schwammen die Blätter in Frieden und priesen den Himmel mit ihren Farben,während das Sonnenlicht über ihnen lag. Aufgrund der Liebe zum Detail kamen bei mir manchmal, aber [zum Glück] selten Durststrecken auf, die an Langatmigkeit grenzten. Des Weiteren hatte ich mit Irene, Soames' Frau, so meine Schwierigkeit, obgleich ich die Absichten des Autors nachvollziehen kann: Irene hebt sich mit ihrer Idealität und unergründlichen Depersonalition in diesem realistischen Roman meiner Meinung nach zu stark ab, scheint nicht aus Fleisch und Blut zu sein und ist - für mich - als „verkörperte Schönheit“ nicht immer greifbar, nicht sichtbar. Gleichzeitig wird diese Darstellung, diese überirdische Anziehungskraft, für den Verlauf der Geschichte benötigt, um das Geschehen glaubhaft zu gestalten. Hier fände ich es spannend, andere Meinungen zu lesen. Trotz der kleinen Kritikpunkte wusste mich das gesellschaftskritische Sittengemälde auf hohem Niveau zu unterhalten, da es ganz nebenbei viel Lohnendes zu entdecken und zu beobachten hergab. Somit verbleibe ich mit 4,5 Sternen und spreche eine Empfehlung für alle Interessierten aus. Und doch, warum sollte sich ein Mann sich einsam fühlen, solange es Schönheit gab? Die Antwort – wie das Rätsel eines Schwachsinnigen – war: weil er sich eben so fühlte. […] Schönheit konnte nicht trösten, wenn sie keine Seele hatte.

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    • 11
  • Leserunde zu "Im Tal der träumenden Götter: Roman" von Carmen Lobato

    Im Tal der träumenden Götter

    Buecherwurm1973

    Charlotte Lyne hat unter dem Pseudonym Carmen Lobato den Roman „Im Tal der träumenden Götter“ veröffentlicht. Diesmal geht’s nach Mexico. Eine atmosphärische und atemberaubende Familiensaga rund um Katharina, ihren Mann und ihren Kindern. Wenn dich die Kurzbeschreibung neugierig auf mehr macht, bewirb dich auf eines der 10 Freiexemplare, die der Verlag Droemer Knaur   zur Verfügung stellt. Kurzbeschreibung:  Mexiko Ende des 19. Jahrhunderts: Glücklich und zufrieden lebt Katharina mit ihrem Mann und ihren Kindern auf ihrem Landgut. Sie lieben ihre beiden Töchter Josefa und Annavera, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Stets fühlt sich Josefa zurückgesetzt, glaubt nicht dazuzugehören. Als sie einem zwielichtigen Großgrundbesitzer begegnet, verfällt sie ihm vom ersten Moment an. Kann Katharina ihre Tochter vor einem folgenschweren Fehler bewahren?   Wenn ihr mehr über Katharina und ihre Familie erfahren wollt, beantwortet bis am 21. April 2013 folgende Frage: Was fasziniert euch an Familiensagas?   Bitte bewerbt euch nur, wenn ihr Zeit und Musse für die Leserunde habt. Ihr lest das Buch möglichst zeitnah, beteiligt euch an der Leserunde und schreibt am Ende eine Rezension.  

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    • 581
  • Rezension zu "Die Forsyte-Saga" von John Galsworthy

    Die Forsyte-Saga

    Aki

    25. March 2009 um 22:17

    ich fand das Buch richtig gut. Es ist zwar lang und eigentlich passiert auch nichts wirkliches spannendes aber diese Geschichte über eine Familie, die sich entzweit und trotzdem immer wieder zusammentrifft )ob gewollt oder ungewollt) und über ca. 40 Jahre geht (1886 bis 1920) ist toll erzählt und ich hab mit einigen Charakteren mitgefühlt. Manche haben mich gar nicht interessiert und es gab auch einige Stellen, bei dnen ich wirklich Mühe hatte, sie zu lesen.

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