John Glassie Der letzte Mann, der alles wusste - Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher

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Inhaltsangabe zu „Der letzte Mann, der alles wusste - Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher“ von John Glassie

John Glassie erzählt die abenteuerliche Geschichte des Athanasius Kircher: dem Sohn eines Dorflehrers aus der Rhön, der es im 17. Jahrhundert erst zum Mathematikprofessor brachte, dann zum bedeutendsten Gelehrten des Vatikan und schließlich zum bekanntesten Wissenschaftler seiner Zeit. Und der entweder ein großes Genie oder ein liebenswerter Spinner war. Oder womöglich sogar beides? Kirchers Neugier kannte keine Grenzen: Er war Erfinder, Biologe, Ägyptologe, Mediziner, Astronom, Musikwissenschaftler, Archäologe, Geograph und Autor von über 40 umfangreichen wissenschaftlichen Werken. Zur Überprüfung seiner Vulkanismus-Theorie ließ er sich in den Krater des Vesuv abseilen, und er war der Erste, der Krankheiten wie die Pest auf Mikroorganismen zurückführte. Sein Museum Kircherianum in Rom ist eine barocke Wunderkammer, die sprechende Statuen, einen Vorläufer des Filmprojektors, den Schwanz einer Meerjungfrau, einen Stein des Turms von Babel und ein »Perpetuum Mobile« enthielt. In ganz Europa eine Koryphäe, verkehrte Kircher mit Päpsten und korrespondierte mit den großen Meistern des Barock. Doch mit den Vorboten der Aufklärung begann sein Stern zu sinken ... Hochunterhaltsam erzählt John Glassie vom kühnen Leben eines fehlbaren Genies. Seine unbezähmbare Neugier und sein Streben nach Ruhm ließen Kircher zur Verkörperung des Wissensstands seiner Zeit werden und machten ihn, wie die Stanford-Professorin Paula Findlen formulierte, zum »letzten Mann, der alles wusste«.

Wundersames Buch!

— desireeloi10

Die Wissenschaft, Philosophie und Geschichte des 17. Jahrhunderts, kein staubtrockener akad. Wälzer, sondern unterhaltsam und voller Humor.

— JulesBarrois

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Sowohl als Buch als auch als Film echt beeindruckend! Kann Embrace jedem empfehlen :)

Kiwi33

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  • Grossartig

    Der letzte Mann, der alles wusste - Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher

    desireeloi10

    08. July 2016 um 10:56

    Wundervolles Buch unglaublich gut recherchiert...und spannend zubereitet....und zu letzt auch sehr interessant...auf den spuren des a. Kirche....grossartig
    wie man nur so schreiben kann, wird mir ein Rätsel bleiben.

  • Unbegrenzte kreative Energie

    Der letzte Mann, der alles wusste - Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher

    michael_lehmann-pape

    27. November 2014 um 12:38

    Unbegrenzte kreative Energie Natürlich sind viele der thematisch breit gestreuten Ideen und wissenschaftlichen Untersuchungen (vom Magnetismus bis zu den Hieroglyphen, von der Beschreibung Chinas bis zur Erforschung des Vesuv) des Jesuiten-Paters Athanasius Kircher aus dem 17. Jahrhundert überholt, aus heutiger Sicht unsinnig „magisch“ und vielfach einfach auch in der Konkretion widerlegt (was den Magnetismus z.B. angeht, wie vieles andere auch). Dennoch aber sind es zwei Dinge, die im Verlauf dieser Biographie staunen lassen. Das eine ist die ungeheure Breite der Interessen und die damit einhergehende massive Produktivität des, zu seinen „Hoch-Zeiten“ hoch geachteten Paters (während gegen Ende seines Lebens sein Stern schon deutlich am Verlöschen war). Rund sieben Millionen lateinische Worte hat Kircher zu Papier gebracht in so gut wie allen Forschungsbereichen der damaligen Zeit. Das andere aber ist, dass trotz vielfach abstrus wirkender „Forschungsergebnisse“ doch der Kern des Denkens Kirchers in so vielfältiger Weise auch modernes Denken mitangestoßen, mit befruchtet, vielleicht gar eher nebenbei zu durchbrechenden Ergebnissen geführt hat. Das auf Kirchers „magischem“ Verständnis des Magnetismus über den „Umweg“ der Okkultistin Petrovna Blacatsky die Grundlage für die moderne „New-Age-Bewegung“ geschaffen wurde. Dass der Arzt Mesmerdie „magnetische Medizin“ durchaus inspiriert durch Kircher entwickelte und damit, eher ungewollt, die moderne medizinische Heilhypnose mit auf den Weg brachte. Wie überhaupt der Magnetismus eine der Grundkräfte der modernen Zivilisation ist und Kircher dieser Kraft zumindest ja grundsätzlich schon vor langer Zeit auf der Spur war. Oder dass es Kirchers Werk „China illustrata“ war, besser gesagt die koptische Grammatik, die Kircher für dieses Werk am Rande mit entwickelte, die später tatsächlich dazu führte, die Hieroglyphen entziffern zu können. Universal gebildet, universal interessiert, umtriebig an vielen Orten und Themen, hoch geachtet zu Zeiten, Berater von Päpsten, Königen und Fürsten, eine Art Leonardo da Vinci seiner Zeit hätte Kircher durchaus werden können, hätte er sich nicht doch so oft in seinen letztendlichen Schlüssen geirrt. Wobei so manches an seinen Denkwegen fruchtbar sich erweisen sollte, von der Medizin über die Völkerkunde, von der Sprachwissenschaft über den Magnetismus, von der Mechanik bis zum Mikroskop. Wunderbar portraitiert Classie diesen umtriebigen Mann und lässt auch nicht aus, was zu dessen Charakter gehörte: Eine ausgeprägte Geltungssucht. Ein Ehrgeiz, der ihn zu Übertreibungen, zu sensationellen Behauptungen auch verleitet hat mit einer „gewissen Geschmeidigkeit, wenn es um die Wahrheit ging“. Und doch ein (vergessenes) Leuchtbild vor allem n Neugier und rastlosem Fragen, an großer Energie, den Digen auf den Grund gehen zu wollen. Wie Classie treffend formuliert: „… ist es nur folgerichtig, dass seine wissenschaftliche Bedeutung verschwunden ist, sein Werk jedoch weiterhin die künstlerische Fantasie anregt“. Wobei die Lektüre dieses sprachlich überzeugend verfassten Werkes ebenso die Fantasie anregt und zudem vielfache Fakten aus dem Leben Kirchers in sehr unterhaltsamer Form dem Leser präsentiert. „Nach Kirchers Vorstellung sollte die Welt magisch sein und dennoch Sinn ergeben, und er glaubte an seine besonderen Fähigkeiten, diesen Sinn zu ergründen“. Welche interessanten Ergebnisse diese Forschungen hervorbrachten und ein welch buntes Leben dabei zugleich von Kircher gelebt wurde, das lässt sich in dieser Biographie lebendig geschildert bestens nachvollziehen.

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  • Athanasius Kircher: exzentrisch, pompös und pedantisch

    Der letzte Mann, der alles wusste - Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher

    JulesBarrois

    17. November 2014 um 09:31

    Athanasius Kircher, den meisten wohl nicht bekannt, steht im Mittelpunkt dieser Biographie aus einer Zeit des gewaltigen Umbruchs, dem 17. Jahrhundert. Eine äußerst aufschlussreiche und interessante Zeit: Die Kirche war unter Beschuss von protestantischen Rebellen, die die Autorität Roms und das Wesen Gottes in Frage gestellt. Die alte Welt der Scholastik, die Welt der Bibel und die alten Philosophen waren obsolet geworden. Naturphilosophen und Mathematiker schufen eine neue Wissenschaft auf der Grundlage des Beobachtens und einer neuen Art und Weise die Welt zu sehen. Es war aber auch eine Zeit des Aberglaubens, nach heutigen Maßstäben, in denen Männer und Frauen lebendig für die Verbrechen der Hexerei und Ketzerei verbrannt wurden. Und es war die Zeit, in der, vielleicht das letzte Mal in der modernen Geschichte ein einzelner Mensch, alle Wissenschaften verstehen konnte. Wissenschaftler wie Newton, Leibniz, Descartes, Fermat, Hook, Boyle und Galileo waren solche Männer. Athanasius Kircher war einer von ihnen: ein einzigartiger brillanter Verstand gepaart mit einer heftigen Hingabe an den Glauben. Das Spektrum seiner intellektuellen Beschäftigungen ist sehr breit: Er war ein früher Anwender von van Leeuwenhoek Mikroskop, und wahrscheinlich der Erste, der erkannte, dass Krankheiten wie die Pest von Mikroorganismen verursacht wurden. Er studierte Geologie, einschließlich der Vulkanologie, theoretisierte über die Natur der Fossilien. Er lehrte Mathematik, experimentierte mit Pyrotechnik, und ihm werden die Erfindung von mehreren Geräten, einschließlich einer Magnetuhr und vielleicht dem Megaphon zugeschrieben. Das alte Ägypten faszinierte ihn ebenso wie das alte China. 40 Bücher sind von ihm bekannt. Er glaubte auch an eine Reihe von Theorien, Geschichten und Kräfte, die wir heute nicht mehr ernst nehmen, wie  beispielsweise die Urzeugung. Neben seiner Bedeutung als Wissenschaftler und Gelehrter ist Anastasius Kirchner eine faszinierende, historische Persönlichkeit. Und genau die präsentiert uns John Glassie in diesem Buch. Ja, er zeigt etwas Neues: ein kohärentes Porträt von Kircher als Gelehrter und Denker in der Welt der Gegenreformation des siebzehnten Jahrhunderts. Sein Stil ist lebhaft, und das Buch liest sich gut. Es bietet nicht nur eine sehr unterhaltsame Lektüre und einen Blick auf die Leistungen Kirchers, sondern auch faszinierende und oft lustige Einblicke in eine Zeit, als Wissen und Glauben eine ihrer größten Umwälzungen in der modernen Geschichte erlebten. Wenn Sie nach einem Buch über die Wissenschaft, Philosophie und Geschichte des 17. Jahrhunderts suchen, das kein staubtrockener akademischer Wälzer ist, dann sind Sie bei diesem Buch gut aufgehoben: eine Freude zu lesen, gut illustriert, unterhaltsam und voller Humor. Ein Genuss für alle Liebhaber der Geschichte und des nicht traditionellen Denkens.

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