John Gray Von Menschen und anderen Tieren

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(2)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Von Menschen und anderen Tieren“ von John Gray

Der moderne Humanismus beruht auf dem Glauben an den stetigen Fortschritt der Menschheit. Der renommierte Philosoph John Gray verwirft diese Vorstellung. Der Mensch meint, Homo sapiens zu sein, ist aber Homo rapiens geblieben, ein verblendeter Ausbeuter der Natur und seiner eigenen Gattung, erfüllt von der Sehnsucht nach Unsterblichkeit unter technisch-futuristischen Vorzeichen. Nur eine Abkehr davon ermöglicht es, zu einem äußeren und inneren Gleichgewicht zu gelangen.

Stöbern in Sachbuch

Das große k. u. k. Mehlspeisenbuch

Das Zauner ist eine Institution in Bad Ischl, hier gibt es die Rezepte der Leckereien, die man dort findet.

Sikal

Wut ist ein Geschenk

Tolles Buch

Pat82

Gehen, um zu bleiben

Eines dieser Bücher, die etwas bedeuten; so viel, dass man bereits während des Lesens weiß, dass sie alles verändern. Dich selbst.Das Leben.

IvyBooknerd

Kleine Hände – großer Profit

Hinter vielen Grabsteinen verbergen sich traurige Geschichten - nein, ich meine nicht die der Begrabenen, sondern der Kinderarbeiter.

Ann-KathrinSpeckmann

Heimatlos ist nicht gleich hoffnungslos: Sehnsucht einer jungen Frau 1944/2014

Lesestoff für die junge Generation.

annegretwinterberg

Homo Deus

Hararis Buch polarisiert, regt zum Nachdenken an und lässt kaum jemanden kalt.

Bellis-Perennis

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die letzte Illusion

    Von Menschen und anderen Tieren
    R_Manthey

    R_Manthey

    28. June 2015 um 16:48

    Heute noch im Urzustand der menschlichen Gesellschaft lebende Völker verehren Tiere wie Götter. Davon ist der moderne westliche Mensch bereits weit entfernt. Er ersetzte nicht nur seine vormals verschiedenen Sparten-Götter durch einen einzigen, sondern erhob sich auch letztlich über ihn. Nun ist er selbst Gott oder glaubt es zumindest, macht sich die Natur scheinbar zum Untertan und schöpft sogar genetisch neues Leben. Doch steht der Mensch tatsächlich über allem? Der Autor dieses Buches bezweifelt dies. Er bestreitet, dass sich der Mensch wesentlich vom Tier unterscheidet und glaubt nicht an die Theorie vom freien menschlichen Willen. Nun könnte man meinen, dies sei eine philosophische Diskussion ohne praktische Konsequenzen. Doch das ist sie nicht, denn die praktischen Folgen der von Gray bezweifelten modernen anthropozentrischen Geisteshaltung spüren wir in der Respektlosigkeit gegenüber Tieren und der Natur als Ganzem, die über kurz oder lang auf uns zurückschlagen wird. Dass der Mensch keinen freien Willen besitzt, zeigen neue Forschungsergebnisse. Vielmehr werden die meisten seiner Entscheidungen im Unterbewusstsein vorbereitet oder getroffen. Und diese Vorgänge entziehen sich einer willentlichen Steuerung. Ebenso ist die Intelligenz auf diesem Planeten nicht deshalb auf den Menschen allein beschränkt, weil er sie bei anderen Lebewesen nicht zu sehen vermag. Scheinbar primitive Tiere wie Ameisen, Bienen oder Termiten lösen beispielsweise komplizierte Probleme in ihrem Universum sicherer und effektiver als Menschen das in ähnlichen Fällen in ihrer Welt zustande bringen. John Gray versucht diese für den auf sich fixierten Menschen unangenehmen Wahrheiten in seinem Buch auszusprechen und in den historischen und philosophischen Kontext einzuordnen. Bis zur Hälfte seines Textes gelingt ihm das ganz gut. Doch dann verheddert sich sein Gedankenfluss leider zunehmend in zu vielen Details und verliert dadurch die eigentliche Aussagekraft. Dabei ist Grays Buch keineswegs die Provokation, die es sein will, denn es entspricht wenigstens in den Aussagen der ersten beiden Kapitel völlig neusten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, die gelegentlich auch von der Jahrtausende alten Lehre des Buddhismus gestützt werden, wenn es zum Beispiel um die Illusion eines menschlichen "Selbst" geht. Das dritte Kapitel ("Das Lasterhafte der Moral") mag in der Tat dann für viele eine Provokation sein. Aber auch hier folgt der Autor nur unangenehmen Tatsachen menschlichen Handelns. Moral, so schreibt er, sei ein Aberglaube und eine Konvention, auf die man sich nur in normalen Zeiten stützen kann. Beweise für diese Aussage findet man in der menschlichen Geschichte nur allzu oft. Das abendländische Denken, heißt es auf Seite 127, ist fixiert auf die Kluft zwischen dem, was ist, und dem was sein sollte. Eine solche Kluft gab und gibt es jedoch nicht in allen philosophischen Systemen. Beispielsweise gängeln Taoisten die Menschen nicht mit Regeln oder Prinzipien, die bei der erstbesten Gelegenheit sowieso über Bord geworfen werden. Darauf geht der Autor am Ende des 3. Kapitels ausführlich ein. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit Erlösungsversprechen des Christentums und anderer Religionen. Leider zeigt sich hier, dass Gray Buddha, mit dem er das Kapitel beginnt, nicht ganz verstanden hat. Im ursprünglichen Buddhismus gibt es kein Erlösungsversprechen vom Leiden. Vielmehr wird nur deutlich gemacht, wie Leiden entsteht und wie man es selbst wieder loswerden kann. In diesem Kapitel diffundiert die anfängliche klare Linie des Autors immer mehr. Das setzt sich in den beiden letzten Kapiteln leider fort. Gray beschäftigt sich zunehmend mit Detailfragen und springt immer wieder zwischen verschiedenen Einzelthemen hin und her. Immerhin kommt er dann doch zu einem versöhnlichen Ende. Er schreibt: "Andere Tiere verzehren sich nicht nach einem Leben, das den Tod nicht kennt. Sie befinden sich bereits darin. ... Wenn wir unseren allzumenschlichen Sehnsüchten Lebewohl sagen, finden wir in die Welt der Sterblichkeit zurück. ... Andere Tiere brauchen kein Lebensziel. Das Tier Mensch kommt, da es im Widerstreit mit dem eigenen Wesen lebt, nicht ohne ein solches Ziel aus. Könnte es nicht darin bestehen, einfach zu sehen, was ist?" Fazit. Ein Buch, das viele kluge Gedanken enthält. Als Provokation gedacht, ist es letztlich keine, weil es einfach fast immer den Tatsachen und modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen folgt. Aber es steht auch in Übereinstimmung mit anderen lebensphilosophischen Konzepten wie dem Zen-Buddhismus und dem Taoismus. Leider verlässt der Autor in der Mitte des Textes seine anfänglich klare Linie und wird detailversessen und sprunghaft. Dennoch ist dies aus meiner Sicht ein wirklich lesenswertes Buch.

    Mehr