John Green Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

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Inhaltsangabe zu „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ von John Green

Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.

Ein für John Green eher untypischer, aber sehr berührender und lesenswerter Roman.

— page394

Sehr präziser Einblick in das Leben der Protagonistin mit Angststörung, Panikattacken in ihrem ganzen Ausmaß. Poetisch angehauchte Dialoge.

— Kodabaer

Aza leidet unter einer Angststörung und Zwangsgedanken, welche der Autor grandios und realistisch beschrieben hat!

— Leseeule96

Toller Schreibstil, wichtiges Thema, aber lahme Handlung.

— placeboduck

Hat mir noch besser gefallen als Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

— LillianMcCarthy

Super sympathisches, lustiges, aber auch tiefer gehendes Buch über das Leben einer neurotischen Jugendlichen. In 2 Tagen verschlungen :)

— Kompassqualle

Eine leise, poetische und tiefgründige Geschichte mit so wichtigem Thema im typischen John Green-Stil. 4 Sterne!

— tomatenjohnny91

Dieses Gefühl beim Lesen hat man nur bei John Green.

— kleinesbuecherwuermchen

Wer versteht Teenager besser als John Green? Seine Bücher, wie auch dieses, gehören zu meinen Favoriten.

— X-Calibur

Tiefsinnig und berührend, nichts anderes habe ich von John Green erwartet.

— Anna-Karenina

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  • "Sie hatten einen miesen Fluss, aber sie haben es geschafft, eine (...) Stadt drum herumzubauen...

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    page394

    20. May 2018 um 14:33

    ...Du bist nicht der Fluss. Du bist die Stadt." (S. 240) Aza Holmes, von ihrer besten Freundin Daisy liebevoll Holmesy genannt, lebt nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter in Indianapolis. Sie geht zur Schule, hat gute Noten und verbringt ihre Freizeit mit ihrer besten Freundin. Doch hinter der scheinbar normalen Fassade sieht es ganz anders aus: Aza leidet unter Ängsten, Zwangsgedanken und daraus resultierenden Panikattacken und Zwangshandlungen, die ihr den Alltag zunehmend unmöglich machen. Als der Milliardär Russell Pickett verschwindet, gerät sie wieder in Kontakt mit dessen Sohn Davis, einem alten Bekannten von Aza. Der Klappentext des Romans lässt vermuten, dass das Buch hauptsächlich von Azas Suche nach Pickett handelt, was aber nicht korrekt ist.  Aza sucht in erster Linie einen Ausweg aus ihren quälenden Gedankenspiralen. Auch, wenn das Geheimnis um den verschwundenen Milliardär im Laufe der Handlung mehr oder weniger gelöst wird, konzentriert sie sich hauptsächlich auf Azas schwierigen Alltag. Sie erlebt einige Höhen und Tiefen im Laufe der Handlung und während es mir zu Beginn (an den ersten Seiten des Buches bin ich wochenlang hängengeblieben, weil sie sich doch sehr gezogen haben) schwer gefallen ist, Azas Krankheit, ihre Gedanken und das Ausmaß dessen zu begreifen, wurde mir spätestens, als sie, getrieben durch ihre Zwangsgedanken, Desinfektionsmittel trinkt, klar, dass es sich bei Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken keineswegs um einen normalen Jugendroman handelt. Die Handlung und Azas Gedankengänge sind teilweise rabenschwarz. Ich glaube, wenn man nicht dieselben Erkrankungen hat wie Aza, ist es für den Leser schwer vorstellbar, was sie durchmacht, aber John Green hat es wieder einmal geschafft, einen nachvollziehbaren Einblick in den Kopf eines jungen Menschen zu geben. Bis auf Hazel waren die Protagonisten seiner bisherigen Bücher meist normale Teenager mit mehr oder weniger normalen Problemen, aber dieses Buch ist einfach anders. Nachdem ich mich, obwohl ich nach den ersten Kapiteln das Buch gar nicht weiter lesen wollte, durchgerungen hatte, es doch zu Ende zu lesen, hatte ich es innerhalb eines Tages durch. Nicht, weil ich unbedingt wissen wollte, was mit Russell Pickett geschehen ist, sondern weil Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken düster und fesselnd zugleich ist – und mit weniger als 300 Seiten nicht besonders lang. Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken ist nicht so witzig wie Die erste Liebe oder so spannend wie Margos Spuren, sondern tiefgründiger – und das will etwas heißen, weil alle von John Greens Bücher sich durch ihren Tiefgang auszeichnen. Dennoch vergebe ich nur vier Sterne, denn Aza war, trotz oder gerade wegen ihrer schweren Erkrankung, ein für mich schwer greifbarer Charakter. Mit der Zeit gewöhnt man sich an ihre Gedanken und kann diese, zumindest vor dem Hintergrund ihrer Erkrankung, nachvollziehen, aber eben nie zu 100 Prozent. Das ist etwas, was ich von John Greens Büchern so nicht kenne, aber gerne verzeihe, weil Azas Geschichte wie bereits erwähnt so vollkommen anders ist als die von Quentin, Miles oder Colin. Wirklich mitgefühlt habe ich in erster Linie mit Davis, dem Sohn des Verschwundenen, der sich trotz seiner eigenen schwierigen Situation mehr als fürsorglich und rücksichtsvoll gegenüber Aza verhält. Daisy hingegen war mir erst gegen Ende des Romans wirklich sympathisch, als sie ihre fröhlich-verrückte Maske absetzt und dem Leser sowie Aza klar wird, wie sehr ihre Krankheit auch ihre Mitmenschen belastet. Insgesamt gibt es nur wenige wichtige Charaktere (außer den genannten sind es noch Azas Mutter, Davis' kleiner Bruder sowie Azas Auto Harold, das indirekt für ihren verstorbenen Vater steht), was ich beim Lesen aber als sehr angenehm empfunden habe. Wer also nicht in der Erwartung auf einen John Green-typischen, heiteren und belehrenden Jugendroman an dieses Buch herangeht, der wird sicher nicht enttäuscht werden.

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  • Jugendbuch

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Saskia_Reinhold

    13. May 2018 um 16:06

    Klappentext


  • Typisch John Green

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    mareikepl

    06. May 2018 um 21:28

    John Green gehört mit zu meinen liebsten Autoren. Alle seine Bücher verschlinge und liebe ich regelrecht. Mit diesem Buch habe ich mich aber etwas schwer getan. Der Schreibstil von Green ist mal wieder super und auch die Message, die das Buch vermitteln soll. Trotzdem fehlte mir irgendwo der rote Faden. Es waren mir zu viele Wiederholungen, welche aber vermutlich auch einfach auf die Krankheit von Aza zurückzuführen war. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und hat mich zum nachdenken angeregt.

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  • Toll beschrieben!

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Leseeule96

    05. May 2018 um 16:13

    Gemeinsam mit zwei lieben Mädels habe ich dieses Buch in einer kleinen, aber feinen Leserunde gelesen. Der Austausch hat uns allen dreien großen Spaß gemacht und wir haben alle drei eine ziemlich gleiche Meinung von dem Buch. Es geht in diesem Buch um die 16-jährige Aza Holmes, welche unter einer Angststörung und damit einhergehenden Zwangsgedanken leidet. Sie hat nämlich Angst vor Bakterien und der Gedanke, dass ihr Körper größtenteils aus Bakterien besteht, ängstigt sie. Von ihren Zwängen geleitet, liest sie immer wieder Wikipedia-Einträge, in denen es um bestimmte Krankheiten geht. Dann verschwindet der Milliardär Russell Pickett und es wird eine Belohnung von Hunderttausend-Dollar versprochen, wenn man Hinweise auf seinen Verbleib an die Polizei meldet. Azas beste Freundin Daisy ist sofort Feuer und Flamme und gemeinsam wollen sie das Geheimnis lösen. Dabei treffen sie auf Davis, Picketts Sohn und Azas Sandkastenfreundschaft. Doch schon bald ist nicht mehr das Geld der Grund, wieso Aza herausfinden will, was mit Pickett passiert ist und wohin er verschwunden ist und sie und Davis kommen sich näher als geplant. Ich habe keine allzu hohen Erwartungen an dieses Buch gehabt, da mich die Bücher des Autors bisher nur mittelmäßig bis gar nicht begeistern konnten. Mit "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" war es anders. Auch wenn die eigentliche Geschichte um das Verschwinden von Russell Pickett eher im Hintergrund steht, konnte mich dieses Buch überzeugen. Zum einen, durch die liebenswerten Charaktere, die John Green hier erschaffen hat, zum anderen aber durch seine tolle Wortwahl, denn er hat es geschafft, Azas Angststörung und ihre Gedanken so realistisch und verständlich zu beschreiben. Und es ist absolut nicht einfach, für so etwas die richtigen Worte zu finden und das ganze auch noch so schonungslos ehrlich zu verpacken. Alleine dafür, gibt es schon einige Pluspunkte von mir.  Was mir wie gesagt auch richtig gut gefallen hat, waren die Charaktere. Aza, die mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat, aber auch Davis, der unter dem Verschwinden seines Vaters leidet und sich zudem auch noch um seinen 13-jährigen, kleinen Bruder kümmert. Und dann ist da noch Daisy, Azas quirlige, verrückte, aber liebenswerte beste Freundin. Drei so verschiedene, aber so farbenfrohe Charaktere, die man einfach ins Herz schließen muss.  In erster Linie geht es hier tatsächlich nicht um das Verschwinden des Milliardärs, sondern um so viel mehr, aber auch gleichzeitig passiert gar nicht mal so viel in dem Buch. Es geht vor allem um Freundschaft, um das erste Mal verliebt sein, um Verlust und Trauer und ganz wichtig: um Azas Krankheit und wie es sich anfühlt, mit so etwas zu leben. Ich habe während des Lesens erst erfahren, dass John Green selber an einer Angststörung leidet und ich kann ihn deshalb auch gut verstehen, dass er dieses Buch geschrieben hat und vermutlich wollte er einfach eine gewisse Story drum herum bauen und hat sich deshalb für die Suche nach Davis Vater entschieden. Aber im Fokus steht wirklich Aza mit ihren Gedanken und Gefühlen und das hat mir einfach richtig, richtig gut gefallen. Fazit:  Ein ganz besonderes Buch, mit tollen Charakteren, einem flüssigen Schreibstil und einer ganz mutigen Protagonistin, die mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen hat und diesen Kampf Tag für Tag ausfechtet und niemals aufgibt. Ein ganz, ganz wichtiges Thema, ist in diesem Buch behandelt worden, dessen Umsetzung mich definitiv überzeugen konnte. Mit dem Ende der Geschichte bin ich nicht ganz so glücklich, aber trotzdem hat mir das Buch insgesamt ziemlich gut gefallen und ich empfehle es unbedingt weiter.

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  • Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken - John Green

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Mondprinzessin

    23. April 2018 um 20:47

    Ein neuer Roman von Joghn Green und wieder einmal beweist er uns sein Geschick für außergewöhnliche Charaktere, de wir sofort ins Herz schließen!Aza Holmes hat genug eigene Probleme, da muss sie sich nicht auch noch an der Suche nach dem verschwundenen Milliardären Russell Pickett beteiligen. Ihre beste Freundin Daisy aber hat ganz andere Pläne. Zusammen versuche sie das Geheimnis hinter dem Verschwinden zu lüften und überwinden dabei das ein oder andere Hindernis, genauso wie Gegensätze, als Aza einen alten Bekannten, Davis Pickett, wiedertrifft.Für alle, die John Green über alles lieben, ist dieses Buch ein absolutes Lese - Muss! John Green hat wieder einmal bewiesen, dass er einer der besten Autoren ist. Für alle anderen hingegen, dieses Buch war nicht so gut, wie zum Beispiel "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Meiner Meinung nach wirkten einige Szenen etwas gezwungen und abgesehen von Davis konnte ich keinen der Charaktere wirklich leiden. All dies konnte auch nicht durch die Sprüche, Zitate und dem wirklich gut gelungenen Ende wettgemacht werden.Also wer das Buch trotz meiner nicht sehr positiven Meinung lesen möchte, dem wünsche ich viel Spaß auf einer Reise mit Aza, in deren Gedankenwelt und ein tolles Leseerlebnis in einer neuen Welt von John Green!Mondprinzessin

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  • Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Spiegelschatten

    22. April 2018 um 10:43

    Inhalt:Ava ist anders. Sie leidet unter Panikattacken und Zwangsstörungen und die einzige Person die sie versteht, ist ihre beste Freundin. Als in ihrer Stadt erin Milionär verschwindet, will ihre Freundin sich unbedingt an der Suche beteiligen. Ava kämpft mit sich, denn sie und der Sohn dieses Milionärs haben eine gemeinsame Vergangenheit...Meine Meinung:Viele die von John Green bisher nur Das Schicksal ist ein mieser Verräter gelesen haben, hatten ja Angst, dass ihnen das neue Buch nun nicht so gefallen wird, und ich teilte diese Angst. Und bei mir bewahrheitete sich das leider... Erst die letzten 20 - 30 Seiten konnten mich noch zu 3 Sternen bewegen, ich wurde einfach nicht warm damit. Ava nervte mich, die ganze Story nervte mich und ich war ganz schön enttäuscht. Die Protagonistin:Ava war ohne Frage interessant, doch sie nervte einfach nur. Ich konnte zwar verstehen, dass ihre Krankheit nicht leicht ist, doch es wurde mir einfach zu viel und aargh! Sie ist einfach so eine Protagonistin, die man nicht wirklich ausstehen kann...Fazit:Sorry John Green, aber mit diesem Buch hattest du mich echt nicht:(

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  • Lieblings-John Green

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    LillianMcCarthy

    04. April 2018 um 16:50

    Nach gefühlt jahrhundertelangem Warten kam mit Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken endlich ein neues John Green Buch heraus, was mich schon vorab sehr begeisterte. Kurz vor Erscheinen der deutschen Ausgabe lag plötzlich ein Buch aus dem Hanser Verlag in meinem Briefkasten und ich bin ein bisschen in Tränen ausgebrochen, als ich eine signierte Erstausgabe des Buches in den Händen hielt. Kein John Green Buch konnte mich bisher so begeistern, wie Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Dieses Buch kann aber definitiv heran reichen und ich würde fast sagen: Die Geschichte ist genauso gut. Mich hat Aza und ihre gesamte Persönlichkeit so beeindruckt und ja, irgendwie auch an mich erinnert. Ich konnte mich wahnsinnig gut mit ihr identifizieren und es ist bemerkenswert, wie leicht es John Green dem Leser mit ihr macht. Denn Aza ist keine leichte Persönlichkeit. Sie ist abgesehen von ihren Angststörungen sehr speziell und faszinierend und dazu kommen noch die Angststörungen, die wenige von uns nachvollziehen können. Dennoch ist es spielend leicht, sich mit ihr auseinanderzusetzen, ihre Handlungen nachvollziehen zu können und sehr schnell spürte ich eine tief Verbundenheit mit ihr, die es mir auch später schwer gemacht hat, das Buch nach der letzten Seite zuzuklappen. Auch Azas Umfeld ist mit sehr viel Mühe gestaltet. Sei es Azas beste Freundin Daisy, ihre Mutter, Daisys späterer Freund Mychal oder aber Davis: Den Jungen, den Aza vor Jahren in einem Sommercamp kennen gelernt hat. Das Verschwinden seines Vaters ist der Stein, der die gesamte Geschichte ins Rollen bringt und die Geschichte selbst ist eine Mischung aus skurril und völlig normal. Ein echter John Green eben. Selbst Davis Bruder Noah, der nur einen sehr kleinen Teil des Buches einnimmt ist so toll und detailverliebt gestaltet, dass man sich auch noch Tage und Wochen nach dem Lesen an seine Eigenarten erinnert. Besonders toll fand ich die Beziehung zwischen Aza und Davis, die sich sehr langsam entwickelt, aber dennoch sehr bezeichnend für das Buch ist. Die beiden verband in ihrer Kindheit eine Freundschaft, später verloren sie sich aus den Augen und durch das Verschwinden von Davis‘ Vater und einen Plan von Daisy kamen sich die beiden näher. Azahat mit dieser Beziehung durch ihre Ängste sehr viele Schwierigkeiten und dennoch finde ich die Chemie zwischen beiden sehr toll und ihre Beziehung sehr interessant. Letztendlich hat Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken nicht unbedingt ein Happy End. Wie könnte es auch, wo es doch ein John Green Buch ist. Und das liebe ich so an seinen Büchern. Sie gehen selten gut aus, enden aber selten mit einem Ende, das schrecklich ist oder nicht zufriedenstellt. Tatsächlich liegen sie irgendwo dazwischen. So wie das Leben meistens auch. Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken kann ich ganz klar neben Das Schicksal ist ein mieser Verräter als eines meiner Lieblingsbücher von John Green bezeichnen. Für mich ein sehr typisches John Green Buch mit einer absolut umwerfenden Protagonistin und ganz vielen interessanten, vielschichtigen und keinesfalls blassen Nebencharakteren.

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  • Schlaft gut ihr fiesen Gedanken

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    PhiechensWunderwelt

    03. April 2018 um 15:18

    Inhalt: Aza ist ein junges Mädchen, welches eine psychische Krankheit hat. Die Angst vor Bakterien und Schmutz macht ihr das Leben zur Hölle. Ihre beste Freundin Daisy nimmt sie so wie sie ist und das tut gut. Doch Aza ist in einer Spirale ihrer fiesen Gedanken gefangen und ihre Freundschaft droht daran zu zerbrechen. Doch das mysteriöse Verschwinden eines Milliardärs lässt die Beiden wieder zusammen wachsen. Aza probiert ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Doch als sie ihren alten Freund wieder traf begann alles von vorne. Die Krankheit stellt sie auf eine harte Probe und es sieht so aus, als ob es zu scheitern droht. Doch ein tragischer Unfall bringt sie zurück in die Realität und macht ihr Leben ein wenig besser. Wird Aza jemals aus ihrer Spirale der Gedanken hinaus kommen?! Fazit: Dieser Buch erzählt uns viel vom Mut über den eigenen Schatten zu springen, denn das macht die junge Aza jedesmal, wenn sie ihre Ängste bekämpft. Das Cover ist sehr schlicht gehalten und doch sagt es eine Menge aus. Zu sehen ist eine Spirale und einige Schildkröten, was wohl aufgrund des englischen Buchtitels so ist. Jedoch finde ich es trotzdem sehr passend, weil es eine Ruhe ausstrahlt dank den Schildkröten und auch der Titel passt dann perfekt dazu. Durch den Titel erfährt man noch nicht so viel, um was es in dem Buch gehen soll. Der Anfang des Buches ist wirklich sehr schön gewesen, da man schon nach wenigen Sätzen gefesselt war. Ich musste schon am Anfang schmunzeln und war doch sehr traurig, als ich über die Krankheit der Protagonistin hörte. Ich fand es sehr bildhaft geschrieben und auch ihre Gedanken über Schmutz und Bakterien sehr interessant. Ich habe mich teilweise sogar selber dabei erwischt, wie ich intensiver über manche Punkte nachgedacht habe.  Der Schreibstil von John Green ist einfach zauberhaft. Locker und leicht geschrieben und doch mit sehr aussagekräftigen Sätzen. Er ist ein Autor, der weiß, wie man seine Leser fesselt und in den Bann der Geschichte zieht. Die Protagonistin Aza wurde wirklich sehr gut dargestellt. Wir haben von ihr sehr viel erfahren. Ihre Ängste, Gefühle und Gedanken. Dadurch konnte man sich wunderbar in sie hinein versetzen und ihre Handlungen nach vollziehen, auch wenn man nicht solche Gedankengänge hat. Die anderen Charaktere wurden auch super gut beschrieben und passten perfekt in die Geschichte. Am schönsten war es wirklich, dass die beste Freundin so ein kompletter Gegensatz von Aza war. Das zeigt nur wieder einmal, dass Gegensätze sich anziehen. Im Laufe der Geschichte ist man in Aza´s Leben und wird mit ihr immer weiter in ihre Gedankenspirale hineingezogen. Dabei denkt man stellenweise, dass es besser wird und dann doch wieder nicht. Es ist erschreckend mit anzusehen, was eine solche Krankheit mit einem Menschen anrichtet. Das Buch ist teilweise sehr traurig, aber das kennt man von John Green. Auch bei seinen anderen Büchern muss man mit den Tränen kämpfen.  Das Ende war dann sehr gut gewesen und man konnte damit Leben. Man hätte sich natürlich mehr gewünscht für Aza, aber so ist es auch ok. Ich bin sehr froh darüber gewesen, dass es kein offenes Ende gab, denn das hätte mich nach solch einer Geschichte noch richtig fertig gemacht. Im Ganzen ist dies ein wundervolles Buch und ich kann es nur Jedem empfehlen. Man bekommt eine andere Sicht auf die Welt und lernt Menschen kennen, die nicht so denken wie man selber vielleicht. Ich war danach auch einige Tage noch geflasht. Ich gebe diesem Buch 5 von 5 Sternen.

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  • Faszinierend, fesselnd, fantastisch!

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    kleinesbuecherwuermchen

    01. April 2018 um 18:37

    Als ich von der Erscheinung dieses Buches gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich es unbedingt lesen muss. John Green hat einen wundervoll atmosphärischen Schreibstil und die Themen, die er sich aussucht, haben immer Tiefgang. Schon die ersten Zeilen fand ich großartig und sie haben mir direkt einen Eindruck von Aza's Denkweise verschafft, die absolut einzigartig beschrieben ist. Hier haben wir eine Protagonistin, die größtenteils in ihrer eigenen Welt lebt und uns dazu bringt ganz alltägliche Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Durch Aza's Art zu Grübeln und in ihren Gedanken zu versinken, drückt sie gewöhnlichen Situationen ihren Stempel auf. Inhalt und Charaktere fließen hier stark ineinander, denn Aza's beste Freundin Daisy ist die treibende Kraft der Handlung, sie ist der Motor der Geschichte und verleiht ihr eine Richtung. Daisy ist diejenige, die das Verschwinden von Russel Davis Pickett anschneidet, mit diesem Thema führt John Green sie ein. Nachdem sie zuvor von Aza als ihre Freundin betitelt wurde, stellt sie plötzlich die entscheidende Frage, die schon auf der zweiten Seite den Handlungsstrang mit der Suche nach dem verschollenen Milliardär einleitet. Das geht ziemlich schnell und es vermittelt einem ein gutes Gefühl davon, wie die Beziehung der beiden Mädchen aussieht: Aza ist meist in ihren Gedanken gefangen und ohne Daisy bliebe sie das auch. Manche kritisieren die Aufs und Abs zwischen ihnen; es wäre nicht realistisch oder nicht nachvollziehbar. Aber gerade die Tatsache, dass es hin und wieder kriselt, macht es für mich authentisch. Durch ihre gegensätzlichen Charakterzüge sind die beiden nicht leicht zu vereinen und ich vermute, der einzige Grund, warum es trotzdem funktioniert, ist, dass sie sich seit der Grundschule kennen. Hätten sie sich erst im Lauf der Geschichte kennengelernt, wäre nichts von all dem passiert. Sie hätten sich nicht angefreundet, nein, manchmal wirkt es auf mich, als seien sie nur noch zusammen, weil sie sich daran gewöhnt haben. Weil sie es nicht anders kennen. Der unausweichliche Konflikt, den manche bemängeln, ist absolut angebracht. Sowas passiert, wenn sich zu viel anstaut. Ja, es hätte vielleicht nicht gleich sooo dramatisch sein müssen, aber es hat durch Greens Schreibstil für mich alles gepasst. Wie sich alles gesteigert hat, wie die Dämme gebrochen sind und wie es dann im Drama kulminiert ist. Wahrscheinlich sollte ich noch etwas zu Davis sagen... er war... einfach da! Und ich denke, gerade das stellt gut die Beziehung zwischen Aza und ihm dar. Er ist unkompliziert und es gibt da eine Art von Verstehen zwischen den beiden. Sie haben es beide nicht leicht, er wegen seinem Vater, sie wegen ihren Spiralen. Und trotzdem drängt er sie nicht zu irgendetwas, sie können zusammen schweigen und in den Himmel sehen. Sie können einander ihre Gedanken anvertrauen und ihre Dialoge sind atmosphärisch. Sie zeigen uns den Charakter und das gedankliche Innenleben einer Figur. Sie müssen nicht irgendwohin führen, es sind Gespräche um der Gespräche Willen. Und das ist typisch John Green. Die Suche nach dem Milliardär war für mich beim Lesen nie vordergründig. Mir ging es mehr um Aza und ihren Gesundheitszustand. Denn dieses Buch hat mich gepackt und mit ihr in die Gedankenspirale gezogen. Es ist so nah und so lebensecht geschrieben, dass sich etwas in mir jedes Mal verkrampft hat, wenn sie den Daumennagel in die Fingerkuppe gebohrt hat. Dieses Gefühl beim Lesen hat man nur bei John Green. Ich weiß nicht, wie viele Leser sich die Mühe machen, das Nachwort mit den Danksagungen zu lesen. Wer es hier getan hat, der weiß, wie viel Zeit der Autor in dieses Buch gesteckt hat und wie viel persönlichen Bezug er zu dem Thema Zwangsneurosen, Gedankenspiralen und psychische Störungen hat. Dieses Werk liegt ihm am Herzen und es ist fantastisch.

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  • Ist in Ordnung

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Nika488

    10. March 2018 um 23:32

    John Green  -  schlaft gut, ihr fiesen Gedanken KURZBESCHREIBUNG Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.MEIN FAZIT Am Anfang fiel es mir sehr schwer in das Buch rein zu kommen.Definitiv kein leichtes Thema und auch sicher keins was oft in Büchern vor kommt..Das Innere eines Menschen gezeigt zu bekommen, welche an Angstzuständen und Zwängen leidet ist nicht einfach. Es ist nicht ohne das zu lesen, gerade da die Protagonistin noch gar nicht so alt ist. Die Gedankengänge sind oft keine leichte Kost, aber dennoch eine sehr interessante Story .Irgendwann hatte ich mich in das Geschehen eingefunden, aber ich finde dennoch,  dass die Story etwas tiefer hätte gehen können  ... Ich bereue aber nicht dieses Buch gelesen zu haben ... Der Autor hat einen sehr eigenen und guten Schreibstil... soweit mir bekannt ist, spricht er in diesem Buch ein Thema an, welches ihn selber betrifft ... Ich ziehe mein Hut davor, das jemand den Mut aufbringt und so ein sensibles Thema zur Sprache bringt...

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  • interessantes Buch - hat mich nicht so gepackt

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    leniks

    09. March 2018 um 09:18

    Das Buch hatte ich über eine Leseprobe kennengelernt, diese hat mir überhaupt nicht gefallen. Dann hatte ich ein paar Meinungen gehört und gelesen, und mich dazu entschieden, es doch lesen zu wollen. Daher habe ich an einer Wanderbuchrunde teilgenommen und habe es nun lesen dürfen. Aza Holmes ist 16 Jahre und hat Probleme mit sich, sie hat schon seit dem sie denken kann Angstzustände. Sie macht sich zusammen mit ihrer Freudin Daisy auf die Suche nach dem reichen Russel Picket. Er ist verschwunden, und es ist eine 100.000 Dollar Belohnung ausgesetzt worden, denn er wird gesucht. Sie treffen auf den Sohn von Russel und damit beginnt eine Geschichte, die teilweise sehr verwirrend aber auch erhellend ist. Das Buch konnte mich leider nicht so packen. Manche Seiten haben sich beim lesen gezogen, andere flogen nur so dahin. Das Buch umfasst 26 Kapiteln auf 284 Seiten und bekommt von mir gute drei Sterne.

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  • Solch eine Geschichte ist der Grund, warum ich Jugendbücher lese

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Damaris

    09. March 2018 um 08:48

    John Green schreibt nach Jahren ein neues Buch ... und die eine Hälfte seiner Fans jubelt, die andere Hälfte ist skeptisch. Warum ist das so? Vielleicht haben einige Leser dann doch eine Art Sorge, dass der neue Roman nicht mit einem der hochgelobten vergangenen Werke mithalten kann. Richtig skeptisch war ich nicht, ich hatte vielmehr die Erwartung einer hochwertigen und vereinnahmenden Geschichte. Und genau so empfand ich sie dann auch."Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" handelt von Aza Holmes, einem Mädchen, dass oftmals in einer Gedankenspirale gefangen ist. Ihr Leben wird hauptsächlich von Dingen wie Panikattacken, einer Angststörung und Zwangsgedanken bestimmt. Darum passt auch der Buchtitel so gut, denn Aza selbst ist sich ihrer Situation vollkommen bewusst und würde sich oftmals wünschen, dass ihre fiesen Gedanken einfach mal schliefen. Sie hält sich nicht für normal, ihr ist das Problem klar. Aber sie kann es nicht lösen. Klingt das jetzt vielleicht etwas trocken oder öde? Oder einfach nach einer weiteren Krankheitsgeschichte? Weit gefehlt, denn ...John Green hat hier eine Geschichte geschrieben, bei der man ganz tief in die Gedankenwelt der Protagonistin eintauchen kann. Mich hat das nicht nur sehr stark fasziniert, es hat mich richtig begleitet und meinen Horizont erweitert. Genau so wünsche ich mir das bei einem Jugendbuch. Neben der einfühlsamen Thematisierung von Azas psychischer Krankheit wird eine Geschichte erzählt, die nicht nur eindrücklich, sondern auch spannend und mit etwas Herzschmerz ist. Es ist eine Freundschafts- und Liebesgeschichte, die nicht immer angenehm ist, manchmal schmerzvoll für die Protagonisten, dabei aber sehr ehrlich und authentisch daherkommt. Gerade dieser große Realismus, der eine enorme Auseinandersetzung und Recherche mit dem Thema voraussetzt, fasziniert ungemein.Das Buch ist wunderbar, so besonders und ausdrucksstark, geschrieben. Es hat sich tief in meinen Gedanken festgesetzt. Gegen Ende war ich wieder einmal sehr ergriffen. Nicht im gleichen Ausmaß wie noch bei einem anderen Buch des Autors, aber doch so, dass ich "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" als unbedingtes Lesemuss empfinde.FazitWenn mir während des Lesens der Gedanke kommt, dass dieses Buch ein Grund dafür ist, warum ich Jugendbücher lese, dann wurde hier wohl alles richtig gemacht. So geschehen ist das bei "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken", das mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugte. Sprachlich brillant, mit großen Intensität und gezieltem Humor, wird ein Problemthema aufgegriffen, über das man in dieser Form viel zu wenig liest, und äußerst fundiert erzählt. Und ins Herz trifft das Buch auch. Lesen!

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  • „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ gehört für mich in jedes Bücherregal.

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Lucinda_im_Wunderland

    08. March 2018 um 18:53

    „Aber so was kann man nicht laut sagen, und man steht vor der Wahl, ob man lügen oder ernsthaft gestört wirken will.“ Inhalt: Aza Holmes - 16 Jahre alt, sehr gute Schülerin, Mutter Lehrerin, so weit so normal. Eher unbeliebt, Vater tot und in Behandlung wegen einer Angststörung und Panikattacken, jetzt wird es nicht mehr ganz so normal. Doch Aza hat Daisy, ihre beste Freundin seit Kindertagen, jemanden, den sie bisher nicht verloren oder vergrault hat. Daisy ist das Gegenteil von Aza, meist furchtlos, nie um ein Wort verlegen und beliebte Autorin von Star-Wars-Fanfiction. Die beiden leben ihr Leben an einer amerikanischen Highschool, mit den typischen Problemchen, denen man als Teenager beim Erwachsen werden gegenüber steht. Gut, bei Aza sind diese Probleme teilweise anderer Art als man gewöhnt ist, aber das erfährt man als Leser ziemlich schnell. Eines Tages passiert in Indianapolis auch mal was Interessantes - der milliardenschwere Unternehmer Russell Picket wurde der Korruption angeklagt und verschwand kurz bevor das FBI zur Hausdurchsuchung bei ihm ankam. Nun suchen sowohl seine Firma als auch die Polizei nach dem Vermissten, auf Hochdruck, aber bisher ohne Erfolg, da niemand etwas gesehen oder gehört hatte. Auch nicht seine Söhne Davis und Noah. Eine Belohnung von 100.000 $ wurde ausgesetzt für denjenigen der Hinweise bringt, die zur Ergreifung des Flüchtigen führen. Dies weckt natürlich Daisys Neugier und sie versucht Aza zu einer Suche zu überreden. Das erscheint im ersten Moment wenig Sinn zu machen, wäre da nicht die Tatsache, dass Aza und Davis sich von früher kennen. Aza ohne Vater, Davis ohne Mutter, waren sie sich in einem Sommercamp zur Trauerbewältigung über den Weg gelaufen und haben eine seltsame Freundschaft geschlossen. Danach verloren sie sich aus den Augen, weshalb Aza das ganze für keine gute Idee hält. Wäre Daisy doch aber bloß nicht so überzeugend... Meinung: „Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“ Es gibt keinen treffenderen Satz, der diesen Roman beschreiben könnte, als der von Franz Kafka. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Nein, treffender ist, ich hätte viel erwartet, aber nicht das. Nicht diese Gefühle, nicht diese Gedanken beim Lesen und danach. Mir passiert es nur noch selten, dass ich ein Buch überhaupt nicht aus der Hand legen kann, bevor ich auch die letzte Seite gelesen habe und noch seltener, dass ich eine komplette Nacht durchlese. John Green hat es geschafft, was eigentlich keine Bestsellerautoren mehr bei mir erreichen können. Er hat mich daran erinnert, warum ich Bücher so sehr liebe, dass ich ihnen nicht nur mein Studium gewidmet habe. Warum meine Bücherregale so vollgestopft sind, warum ich an keiner Buchhandlung vorbei gehen kann, warum ich diesen Blog schon immer schreiben wollte. Weil es Bücher wie dieses gibt. Bücher, die einen mit einem unbestimmten Gefühl zurücklassen, als hätte man einen guten Freund nach Jahren wieder gesehen und es ist noch genau wie damals. Aza ist für mich ein Charakter, der irgendwie nicht von selbst wirkt. Sie nimmt den Leser dort mit, wo er selbst steht und braucht die Emotionen des Lesers um ihre eigene Wirkung entfalten zu können. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Menschen, die bisher keine persönlichen Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen haben, Aza an manchen Stellen einfach nur seltsam, abgedreht und schrullig finden. Ihre Entscheidungen können daher schwer nachvollziehbar sein, ebenso wie ihre Worte, mit denen sie ihre Erkrankung und die damit verbundenen Gefühle beschreibt. Doch das sollte nicht abschrecken, dieser Roman ist es vollkommen wert, komplett gelesen zu werden. Zu viel über die Geschichte an sich, kann und möchte ich nicht sagen. Es würde ihr vorweg nehmen und bei weitem nicht gerecht werden. Nur so viel - Aza ist für mich einer der stärksten Charaktere, denen ich je in der Literatur begegnet bin. „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ gehört für mich in jedes Bücherregal, egal ob Jugendlicher, junger Erwachsener, Erwachsener oder Senior. Es ist ein Roman über das Leben und auch die Liebe. Ganz ohne Schnulz, dennoch mit viel Gefühl. Mit einer Offenheit und Worten, die niederreißen und wieder aufbauen. Empfehlung für: absolut jeden.

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  • Leider am Thema vorbei

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. March 2018 um 09:54

    Von John Green hatte ich bisher nur „Looking for Alaska“ gelesen, was mir wirklich gut gefallen hatte. Alaska war eine sehr starke Protagonistin, schillernd, vielseitig, auf ihre eigene Art gefährlich. Solche Charaktere sucht man vergeblich in „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“. Daisy ist eine aufgedrehte Teenagerin, die in ihrer Freizeit außer Jungs und Fanfiction kaum etwas anderes kennt. Irgendwann beschwert sie sich bei Aza, dass diese über ihr Leben nichts weiß, aber das tun wir als Leser auch nicht. Wir erfahren *nichts* über ihre Hintergründe oder Daisys Innenleben. Dafür bekommen wir einen sehr starken Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistin Aza. Aza lebt mit einer Zwangsneurose und Angststörungen und gerät immer wieder in eine Gedankenspirale, die sie daran hindert, ein normales Teenagerleben zu leben. So zumindest behauptet es Green. Allerdings ist Azas Angst zu Beginn des Buches nur immer mal wieder am Rande ein Thema. Hier konzentriert sich die Geschichte eher um den verschwundenen Milliardär und die detektivischen Bemühungen der Mädchen. Erst im letzten Teil drehen sich die Verhältnisse, das Verschwinden gerät in den Hintergrund, dafür verstärken sich Azas Probleme. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt „Wieso? Was will John Green hier sagen oder bezwecken?“ Ich denke nicht, dass er Teenager mit Verwaltungsproblemen über diese Story ansprechen oder helfen möchte. Aza hat keinen besonders guten Draht zu ihrer Therapeutin und weigert sich immer wieder, ihre Medikamente zu nehmen. Kein gutes Vorbild für Betroffene. Außerdem wird ihre Angst bis zum „Showdown“ eher wie ein „Tick“ oder eine „Macke“ beschrieben. Ängste sind aber sehr viel lebensbestimmender. Ich habe selbst als Teenager und Studentin unter Panikattacken (allerdings ohne Zwangsneurose) gelitten. Ich habe mich eingeigelt und irgendwann fast komplett von der Außenwelt abgeschottet. Ich war kaum noch in der Lage, normal zu funktionieren. Ich befand mich dauerhaft „am Ende der Spirale“ (und hab mich am Ende selbst daraus befreit, was ich aber auch niemandem empfehlen würde, weil es langwierig ist). Ängste sind bedrohlicher, viel bedrohlicher als das, was Aza hier erlebt. Ich hatte das Gefühl, dass Green vielmehr diese Angststörung für philosophische Betrachtungen über das Leben insgesamt benutzte. Dieses Buch steckt voller philosophischer Fragmente, die einfach so in den Raum hineingeworfen werden. Platitüden, abgegriffene Ideen, nicht nachvollziehbare Ansichten ohne Erklärungen – und das alles spielt sich in den Köpfen zweier Heranwachsender ab. Ja sicher… Ich konnte mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ so gar nichts anfangen. Körperlose Figuren als Instrumente entrückter Gedankenspiele, eine Detektivgeschichte, die keine ist, kein interessantes Setting, zusammenhangsloser Plot.Ich kann das Buch nicht weiterempfehlen.

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    • 2
  • Ein echter John Green: berührend, verstörend, authentisch.!

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    wordworld

    28. February 2018 um 18:45

     Allgemeines: Titel: Schlaft gut, ihr fiesen GedankenAutor: John GreenVerlag: Carl Hanser Verlag (10. November 2017)Genre: RomanISBN-10: 3446259031ISBN-13: 978-3446259034Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 JahreSeitenzahl: 288 SeitenOriginaltitel: Turtles All the Way DownPreis: 15,99€ (Kindle-Edition)12€ (gebundene Ausgabe)  Inhalt: "Das wahre Grauen ist nicht, Angst zu haben; es ist, keine andere Wahl zu haben." Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht. Bewertung: "Du bist ein Wir. Du bist ein Du. Du bist eine Sie, ein Es, Sie Mehrzahl. Ein Königreich für ein Ich." "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" ist wie alle anderen Romane John Greens kein Buch, was man mal eben so weg liest, vom Inhalt, den Charakteren und auch der Sprache nicht. Natürlich war für mich gleich nach der Veröffentlichung klar, dass diese Geschichte früher oder später den Weg zu mir finden wird, auch wenn sie mal wieder auf viel Gegen- wie Rückenwind gestoßen ist. „Die Leute tun immer so, als gäbe es eine klare Grenze zwischen der Erinnerung und der Fantasie, aber die gibt es nicht, jedenfalls nicht bei mir. Ich erinnere mich an das, was ich mir ausgedacht habe, und denke mir aus, woran ich mich erinnere.“ Das Cover gefällt mir grundsätzlich sehr gut. Zusehen ist eine schwarze Spirale auf blau-weißem Untergrund, welche Azas seelische Unruhe und Gedankenspiralen verkörpern soll. Der orangefarbene Titel fügt sich gut in die Lücken zwischen den dunklen Strichen ein. Im Gegensatz zum englischen Original wirkt es viel zurückhaltender und weniger aufdringlich, mir gefällt die düsterere Ausgabe mit dem dunkelblauen Hintergrund, dem angedeuteten Boot und den winzigen Sternen aber viel besser. Schade, dass sich die Leserschaft bei der Befragung, welches Cover die deutsche Ausgabe zieren soll, für das jetzige entschieden hat und ich auch keines der limitierten Erstausgaben mit dem Wendecover ergattern konnte. Gut gefallen mit hier die zwei kleinen Schildkröten am Rand, welche auf den englischen Titel "Turtles all the way down" anspielen. Das somit wenigstens ein Element des perfekt passenden Titels in der Hanser-Ausgabe erhalten wurde, wenn schon der wunderbare Hintergrund des Titels entkernt wurde, ist ein kleiner Trost. Auch wenn man nach der Lektüre des Buches durchaus nachvollziehen kann, wie der Titel gemeint ist, fehlt ihm einfach die Tiefgründigkeit des Originaltitels. "Schildkröten bis untenhin" hätte auf der anderen Seite aber auch nicht besonders ansprechend geklungen... ;-) Erster Satz: "Als mir zum ersten Mal klar wurde, dass ich vielleicht Fiktion bin, verbrachte ich meine Tage an einer öffentlichen Bildungsanstalt namens White River High im Norden von Indianapolis, wo ich von fremden Kräften, die so übermächtig waren, dass ich sie nicht ansatzweise identifizieren konnte, dazu gezwungen wurde, jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit Mittag zu essen, nämlich zwischen 12 Uhr 37 und 13 Uhr 14." (Puh, das ist wohl die Königin aller Schachtelsätze! Wenn sich mein Deutschlehrer bei meiner nächsten Klausur beschwert, meine Sätze seien zu lang, werde ich ihm diesen Beweis hier vorlegen. Wenn John Green das darf - und er wurde mehrfach mit etlichen wichtigen Preisen auf der ganzen Welt ausgezeichnet - beweist das wohl, dass Schachtelsätze keine grundsätzlich schwarze Seele haben, oder nicht?) "Die Schritte meiner Mutter, waren so leise,ich hörte sie kaum, als sie ging. (...)Das Leben reimt sich, aber nie an der Stelle, wo man es erwartet" Naja, bleiben wir beim Thema.Im Fokus der Geschichte steht die 16-jährige Aza, die aus der Ich-Perspektive zuerst einmal von ihrem Teenager-Alltag erzählt, welcher sich neben den gewöhnlichen Problemen einer Heranwachsenden wie Schule, Familie und Freunde durch eine Angststörung beherrscht wird. Jeden Tag und jede Minute muss sie gegen ihre inneren Dämonen ankämpfen, um ein halbwegs normales Leben führen zu können. Um sich von ihren immer wiederkehrenden Gedankenspiralen abzulenken stürzt sie sich zusammen mit ihrer besten Freundin Daisy in die Suche nach dem verschollenen Milliardären Russel Pickett, welcher gleichzeitig der Vater ihres Kindheitsfreundes Davis ist. Als sie beginnen nach dem Verschollenen zu suchen, wissen beide noch nicht, wie sehr sich dabei ihre Beziehung und ihr ganzes Leben verändern werden... „Ich konnte mein Leben lang nicht geradeaus denken oder auch nur einen Gedanken zu Ende denken, weil meine Gedanken keine Linien, sondern ineinander verknotete Schleifen waren, Treibsand, Wurmlöcher, die alles Licht verschluckten“ Ich muss zugeben, die Geschichte startet mit angezogener Handbremse, während Aza von ihrem Alltag erzählt. Nachdem wir Azas Alltag und die Hintergründe ihres Lebens besser kennengelernt haben, scheint die Suche nach Pickett in den Fokus der Geschichte zu rücken. Doch die detektivischen Tätigkeiten der beiden Freundinnen beschränken sich auf minimalistischer Suche im Internat und einem Besuch bei der Familie des Milliardärs. Schon bald wird klar, dass eigentlich Aza als Mensch Haupthandlung ist, und man außer ihren Gedanken, Ängsten und ihrem drohenden Kontrollverlust angesichts ihrer Angststörung nicht besonders viel an Handlung präsentiert bekommt. Das fand ich als Gegenstand der Geschichte unheimlich spannend, hätte das aber trotzdem gerne vorher gewusst: der Klapptext ist in dieser Hinsicht recht irreführend. "Ich denke: Du wirst nie frei davon sein."Ich denke: "Du suchst dir deine Gedanken nicht aus.Ich denke: "Du stirbst, und du hast Keime in dir, die sich am Ende von innen durch deine Haut fressen."Ich denke und denke und denke." Wer hier eine abenteuerliche Hinweissuche nach einem verschollenen Milliardär sucht, ist also eindeutig an der falschen Adresse. Doch das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir es hier mit einer Geschichte zu tun haben die langweilig ist. Manchmal habe ich das Gefühl dass John Green einfach über erzähltechnischen Elementen wie unvorhersehbaren Wendungen, einer komplexe Story Line mit rotem Faden, einen zum bersten gespannten Spannungsbogen oder schockierender Action steht - all das, was das durchschnittliche Buch spannend und lesenswert macht, scheint er einfach nicht zu brauchen. Oft haben seine Bücher eigentlich nicht besonders viel Handlung, sind aber trotzdem spannender als jeder Krimi. Die ganze Welt fragt sich beim Lesen seiner Bücher: Wie bekommt er das bloß hin? Der Autor weiß einfach mit ganz besonderen Figuren, Lebensweisheiten und einer fantastischen Atmosphäre zu überzeugen und mit leisen Tönen still und heimlich den Leser um den Finger zu wickeln, zu packen und bis zum Schluss nicht mehr loszulassen.Auch wenn das Buch anders ist als seine vorhergehende Romane, ernster, ruhiger und in sich ruhender daherkommt ist es doch wieder ein echter John Green: berührend, verstörend, authentisch. „Hast du Angst?“„Ein bisschen.“„Wovor?“„Kann ich nicht sagen. Es gibt kein Wovor. Ich habe einfach Angst.“ Berührend und authentisch, klar, aber warum verstörend? Die Konfrontation mit Azas Angst- und Zwangsstörung hat mich durchaus überrumpelt und sowohl unangenehme Fakten über das menschliche Mikrobiom als auch selbst verletzende Züge wie das zwanghafte Öffnen einer nie ganz verheilenden Wunder an ihrem Mittelfinger können dem Leser schon mal auf den Magen schlagen. Wer will schon wissen, dass der eigene Körper zu 50% aus fremden Organismen besteht oder beim küssen über 80 Millionen Bakterien übertragen werden? Ich nicht, und Aza eigentlich auch nicht, doch ihre Angst lässt sie immer wieder Wikipedia Artikel über solche Fakten lesen. Oder sie zwingt sie dazu, an nichts anderes denken, als an C. difficile, ein Bakterium, das sich in ihrem Körper vermehren und zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung führen könnte, während sie eigentlich in der Cafeteria sitzt und versucht, sich ganz normal mit ihren Freunden zu unterhalten. "Sorgen sind die angemessene Reaktion auf das Leben. Das Leben ist besorgniserregend." John Green beschreibt sehr intensiv und nachvollziehbar schockierend wie Aza sich immer wieder in ihren eigenen Gedankenspiralen verläuft, unfähig ihrem eigenen Kopf zu entfliehen. Obwohl Azas Reaktionen auf ihre Angst und viele ihrer Handlungen, wie zum Beispiel Desinfektionsmittel zu trinken oder zwanghaft das Pflaster an ihrem Finger zu wechseln, rein rational betrachtet gar keinen Sinn machen und für den Durchschnittsmenschen verrückt und unlogisch erscheinen, schafft der Autor es, dem Leser klarzumachen, warum Aza so handelt, warum sie so handeln muss. Als Leser hab ich mit ihr gelitten und ihr versucht mental Kraft zu schicken, aus ihren Gedankenspiralen auszubrechen. Dass John Green ebenfalls an Störungen aus dem Angst- und Zwangsbereich leidet, wie man in seiner Danksagung nachlesen kann, gibt dem Buch nochmal einen viel ernsteren Beigeschmack. „Aber was ich mich frage, ist, gibt es überhaupt ein Selbst, unabhängig von den Umständen? [...] Ich entscheide nicht, ob ich schwitze, oder ob ich Krebs oder C. difficile kriege oder so was, also ist es auch nicht wirklich mein Körper. Ich entscheide überhaupt nichts - es wird alles von äußeren Kräften entschieden. Ich bin eine Geschichte, die jemand anderes erzählt. Ich bin eine Verkettung von Umständen.“ Trotz der ernsten Thematik schafft es John Green wie wir es von ihm gewohnt sind, ab und zu durch trockenen Humor, wunderschöne philosophische Sätzen und eine ruhige, leichte Liebesgeschichte, die sich aber hier eher am Rand abspielt, aufzulockern. Im Gegensatz zu seinen anderen Werken schafft er es hier nicht, der Handlung die ganze Schwere zu nehmen, trotzdem ist sein Stil mal wieder wunderschön und etwas anspruchsvoller als sonst in Jugendbüchern. Mit vielen unterschiedlichen Metaphern und Formulierungsweisen versichert er, dass auch wirklich jeder Leser verstehen kann, was er meint und bringt Gefühle und Gedanken seiner Figuren wunderbar direkt und erlebbar auf den Punkt. Feinfühlige Zitate berühmter Personen, die in Auszügen von Davis´ Blog vorkommen, unterstützen die philosophischen Überlegungen der Charaktere, die aber immer so bodenständig und dezent bleiben, dass keine plumpe Belehrungssituationen zu Stande kommen. "Wenn man lange genug in den Himmel hoch sieht, fängt man an die eigene Winzigkeit zu spüren. Der Unterschied zwischen lebendig oder nicht lebendig - das ist etwas. Aber von den Sternen aus betrachtet, gibt es fast keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Arten von lebendig, zwischen mir und dem frisch gemähten Gras, auf dem ich liege. Beide sind wir Unwahrscheinlichkeiten: das, was im Universum einem Wunder am nächsten kommt." Das Kernstück der Geschichte ist hier aber wie so oft die Vielfalt an skurriler aber liebenswerter Protagonisten. Natürlich handelt die Geschichte in erster Linie von Aza und ihrem Kampf gegen ihre Zwangsstörung, charakterisiert sie als ganz besondere Person und erzählt von ihren Beziehungen zu anderen Personen: ihrer Freundschaft zu Daisy, ihre Beziehung zu Davis, das Verhältnis mit ihrer Mutter, die Liebe zu Harold, ihrem Auto... "Unsere Herzen waren an der gleichen Stelle gebrochen. Das ist so etwas wie Liebe, aber vielleicht nicht ganz dasselbe." Das Buch handelt aber auch von Davis, dessen Vater verschwunden ist, der sich furchtbar einsam fühlt und nicht bereit dazu ist, die Verantwortung für seinen kleinen Bruder zu übernehmen. Es handelt von Daisy, Azas bester Freundin, die sich in Starwars Fanfiction vor der Armut ihrer Eltern flüchtet und aus Angst vor der Stille ununterbrochen plappert. Und von Noah, Davis‘ kleinem Bruder, der auf der einen Seite den großen Macker raushängen lässt, sich aber vor allem nach Geborgenheit und Sicherheit sehnt und deshalb nachts weinend zu Davis ins Bett schlüpft, wenn es keiner sieht. Es handelt von Verlust und Ohnmacht, Liebe, Kraft und Hoffnung. Es handelt von realistisch geschriebenen Charakteren, die mit dem Leben kämpfen. Das Problem: "Keiner versteht den anderen, nicht richtig. Wir sind alle in uns selbst gefangen."Das Ende hat es dann nochmal in sich. Auf der einen Seite hasse ich es, weil es kein wirkliches Happyend ist, auf der anderen Seite muss ich John Green leider zustimmen wenn er durch Aza sagt: „Das Problem bei Happy Ends ist, dass sie entweder nicht richtig glücklich sind, oder sie sind kein richtiges Ende. Im richtigen Leben werden manche Dinge besser und manche Dinge werden schlechter und irgendwann stirbst Du“ Ja, irgendwann stirbt man dann, und wenn das passiert kann man es nicht ändern, doch man kann dieses Buch gelesen haben, was das zurückgelegte Leben dann um ein winziges bisschen besser macht! Zum Schluss noch mein Lieblingszitat: "In die Augen kann man jedem sehen. Aber jemand zu finden, der dieselbe Welt sieht, ist ziemlich selten." Fazit: Ein echter John Green: berührend, verstörend, authentisch. Leider ist es schleppender und erdrückender als seine anderen Werke, dennoch voller leisem Tiefgang, wundervollen Charakteren und Mut. Schaut doch mal auf meinem Blog vorbei: www.w0rdw0rld.blogspot.com

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