John Green

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Interview mit John Green

Interview mit John Green im Juli 2012

1. Du hast ja bereits einige Bücher geschrieben - und alle unterscheiden sich sehr, was die Hauptfiguren, Themen und Geschichten angeht. Welches Buch liegt dir am meisten am Herzen und wieso?

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (The Fault on Our Stars“ ist mir wohl am nächsten, weil ich eine lange Zeit – mehr als 10 Jahre – daran geschrieben habe. Auch wurde ich durch Freunde dazu inspiriert, die mittlerweile gestorben sind. Mein erstes Buch „Eine wie Alaska“ war auch sehr persönlich – aber ich habe es vor langer Zeit geschrieben, weshalb es sich nicht ganz so aufregend anfühlt.

2. Für einige deiner Bücher hast du mit anderen Autoren zusammen gearbeitet, z.B. David Levithan, Maureen Johnson und Lauren Myracle. Gibt es noch andere Autoren, mit denen du gern mal zusammen ein Buch schreiben würdest?

Es gibt so viele talentierte Autoren von Jugendbüchern auf der ganzen Welt und ich bin mir sicher, dass ich die Zusammenarbeit mit vielen davon genießen würde. Doch zurzeit bin ich ganz froh allein zu schreiben. Bei mir ist der Wunsch gemeinsam zu schreiben durchs Alleinsein entstanden: Autoren verbringen sehr viel Zeit nur mit sich selbst und es kann eine ziemlich einsame Arbeit sein, weil niemand wirklich weiß, was du den ganzen Tag über tust. Aber aktuell mache ich sehr viel gemeinsam mit meinem Bruder bei YouTube, woran auch viele andere Leute beteiligt sind. Deshalb fühle ich mich momentan nicht wirklich allein.

3. Dein Sohn ist 2 Jahre alt. Welche Bücher liest du ihm vor und glaubst du, dass er mal ein leidenschaftlicher Leser wird?

Henry mag Bücher über Feuerwehrmänner, Laster und Dinosaurier. Aber er ist kein riesiger Bücherfan und natürlich habe ich mir deshalb schon Gedanken gemacht, dass ihm Lesen keinen Spaß machen könnte, wenn er älter ist. Doch noch ist es viel zu früh um sich über solche Dinge Sorgen zu machen. Er wird sein eigenes Leben haben, und doch hoffe ich, dass dieses die Freuden und die tröstende Wirkung gute Bücher zu lesen beinhalten wird.

4. In deinem neuen Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ erfindest du ein Medikament namens Phalanxifor. Stell dir vor, dass du die Möglichkeit hättest 3 wirklich wichtige Dinge zu erfinden, welche wären das wohl?

1. Ich würde ein Medikament erfinden, dass alle Krebsarten heilt! 2. Ich würde ein viel schnelleres drahtloses Internet erfinden, das ohne große Infrastruktur wie Antennen und ähnliches bis in die Entwicklungsländer reicht. 3. Ich würde eine Maschine erfinden, die Kohlendioxid filtert und somit die globale Erderwärmung reduziert.

5. Leser bemerken bei deinen Büchern häufig, dass du genauso gut aus Sicht eines Mädchens wie aus der eines Jungen schreiben kannst. Ist es für dich manchmal schwierig dich in die verschiedenen Figuren hineinzuversetzen oder denkst du, dass Mädchen und Jungen eigentlich gar nicht so verschiedenen sind?

Ich denke, dass Mädchen sicherlich anders sind als Jungen, aber das Schreiben ist immer ein Vorgang der des Vorstellungsvermögens: wenn man einen Roman schreibt, wird man immer auch über Menschen schreiben, die man nicht selbst ist. Für mich ist das eine der schönsten Sachen am Schreiben. Außerdem schreibe ich nicht aus einer männlichen oder weiblichen Perspektive. Ich schreibe aus der Perspektive einer bestimmten Figur. Das ist etwas ganz anderes. So ist Hazel zum beispiel weiblich, aber sie ist eine ganz einzigartige weibliche Person. Und aus dieser Einzigartigkeit heraus zu schreiben, das ist für mich sehr wichtig.

6. Was gefällt dir am besten daran Autor zu sein und deine Leser mit deinen Geschichten zu berühren? Wie fühlt es sich für dich an, wenn du erfährst, dass deine Geschichten Leser sogar zum weinen bringen?

Es geht mir keinesfalls darum meine Leser zum weinen zu bringen; ich versuche nur eine Geschichte zu erzählen, die so echt ist wie möglich. Manchmal haben sie traurige Teile, doch mir ist am wichtigsten, dass meine Bücher humorvoll sind. Ich liebe meinen Job und bin sehr glücklich ihn zu haben, aber um ehrlich zu sein, ist das, was ich am meisten am Schreiben liebe… das Schreiben. Ich bin sehr dankbar, dass mich die Leser gefunden und ihnen meine Bücher gefallen haben, und ich denke nicht, dass ich schreiben würde, wenn ich nicht diese Leser hätte. Doch am meisten liebe ich es ganz in der Geschichte zu sein und an nichts anderes zu denken. Das ist wirklich großer Spaß und ich kenne nichts Vergleichbares.

7. Du nutzt sehr aktiv die Möglichkeiten des Internets wie Facebook, Youtube und Blogging. Was denkst du, wie sehr dir das geholfen hat deine Karriere anzukurbeln?

Ja, wenn es Youtube nicht gäbe, dann wären meine Bücher keine Bestseller. (Meine anderen Social-Media-Kanäle gibt es nur, weil die Youtube-Videos, die ich mit meinem Bruder mache, so bekannt sind.)

8. Kannst du uns von den tollsten Erlebnissen erzählen, die du als bekannter Autor hattest?

Nun, ich fühle nicht wirklich wie ein berühmter Autor, aber es war wirklich wundervoll im Januar mit meinem Bruder und seiner Frau durchs Land zu fahren und tausende Leser zu treffen. Ich habe so viele schöne Erinnerungen an diese Reise. Die Menschen, die wir auf dem Weg kennenlernten waren so großherzig und freundlich.

9. Gibt es ein Thema, über das du schon immer mal schreiben wolltest und nur noch nicht den richtigen Weg dazu gefunden hast?

Es gibt viele solcher Geschichten. All diese Geschichten – und mein Wunsch einen Weg zu finden diese zu erzählen – bringen mich zum Schreiben. Zum Beispiel habe ich mehr als 5 Jahre lang versucht diese Geschichte über eine verlassene Insel zu schreiben, aber es funktioniert einfach nicht. Vielleicht wird es immer so bleiben. Oder vielleicht werde ich eines Tages einen guten Weg in die Geschichte finden. Wir werden es sehen!

10. Abschließend sind wir natürlich sehr neugierig: Kannst du uns schon verraten, ob du gerade an einem neuen Buch schreibst und falls ja, wovon es handeln wird?

Ich habe begonnen an ein paar verschiedenen Geschichten zu arbeiten, doch ich weiß nie, welche sich eventuell zu einem Buch entwickelt. Ich brauche meist ein paar Jahre um einen Roman zu schreiben., weshalb es noch eine Weile dauern wird, bis ich hierzu wirklich etwas sagen kann.