Anklage

von John Grisham 
3,6 Sterne bei55 Bewertungen
Anklage
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Neue Kurzmeinungen

alascas avatar

Kein Thriller, sondern der Bildungsroman einer jungen Anwältin im Umfeld des Streitfeldes Mountain Top Mining. Könnte mehr Rasanz vertragen.

MichaelSterziks avatar

Solider Justizthriller mit etlichen Längen. Leider wenig Szenen vor Gericht.Bedingt empfehlenswert.

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Inhaltsangabe zu "Anklage"

Als New Yorker Anwältin hat es Samantha Kofer binnen weniger Jahre zu Erfolg gebracht. Mit der Finanzkrise ändert sich alles. Samantha wird gefeuert. Doch für ein Jahr Pro-Bono-Engagement bekommt sie ihren Job zurück. Samantha geht nach Brady, Virginia, einem 2.000-Seelen-Ort, der sie vor große Herausforderungen stellt. Denn anders als ihre New Yorker Klienten, denen es um Macht und Geld ging, kämpfen die Einwohner Bradys um ihr Leben. Ein Kampf, den Samantha bald zu ihrem eigenen macht und der sie das Leben kosten könnte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453438422
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:11.07.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 02.03.2015 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Yolandes avatar
    Yolandevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Bekannter Plot, ziemlich unspektakulär mit nerviger Protagonistin
    Alles schon mal gelesen :(

    John R. Grisham wurde am 8. Februar 1955 in Jonesboro, Arkansas geboren. Als Kind wollte er Baseballprofi werden. Als er feststellte, dass seine Fähigkeiten dazu nicht ausreichen würden, begann er ein Jurastudium und arbeitete nach erfolgreichem Abschluss als Anwalt. 
    1990 begann er damit, Romane zu schreiben. Inzwischen hat er schon über 25 Romane veröffentlicht, von denen eine Vielzahl auch verfilmt wurde. Seine Bücher sind Bestseller und werden weltweit verkauft.


    Inhalt (Klappentext): 
    Als New Yorker Anwältin hat es Samantha Kofer binnen wenigen Jahren zu Erfolg gebracht. Mit der Finanzkrise ändert sich alles. Samantha wird gefeuert. Doch für ein Jahr Pro-Bono-Engagement bekommt sie ihren Job zurück. Samantha geht nach Brady, Virginia, ein 2000-Seelen-Ort, der sie vor große Herausforderungen stellt. Denn anders als ihre New Yorker Klienten, denen es um Macht und Geld ging, kämpfen die Einwohner Bradys um ihr Leben. Ein Kampf, den Samantha bald zu ihrem eigenen macht und der sie das Leben kosten könnte.


    Ich habe schon einige Romane von John Grisham gelesen und habe leider feststellen müssen, dass die jüngeren Bücher bei weitem nicht mehr an seine ersten Werke heranreichen. Romane wie "Die Firma", "Die Akte" oder auch "Der Regenmacher" habe ich damals regelrecht verschlungen, weil sie so spannend waren. Das ist bei diesem Buch leider nicht so. Der Anfang ist noch ganz vielversprechend, aber dann rutscht die Story immer mehr ab. Irgendwann ist das Thema "kleine gute Anwaltskanzlei gegen die bösen großen Konzerne" einfach abgelutscht. Wenn man die Bücher von Grisham liest, könnte man meinen, dass die großen Firmen in den USA ausnahmslos von Verbrechern geleitet werden, die buchstäblich über Leichen gehen und vor nichts zurückschrecken, um Profite zu machen. 
    Hinzu kommt, dass die Hauptprotagonistin Samantha mir nicht sonderlich sympathisch war. Zu jammerig, zu unverbindlich, man erfährt ständig nur, dass sie das, was sie gerade tut, eigentlich gar nicht machen will. Der Schluss war dann auch wieder ziemlich unspektakulär.
    Ich denke, ich werde jetzt erst einmal einige Zeit ins Land gehen lassen, bis ich mich wieder an einen Grisham wage. 



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    Aurorias avatar
    Auroriavor 2 Jahren
    Gute Idee, die leider nicht aus den Startlöchern herauskommt

    Samantha Kofer ist eine junge, erfolgreiche und ehrgeizige Anwältin in einer Großkanzlei. Doch der berufliche Aufstieg wird jäh durch die Finanzkrise gestoppt. Plötzlich ist sie eine der vielen Anwälte, die ohne Job dastehen und sich neu orientieren müssen. Sofern Samantha sich jedoch bereit erklärt, als Praktikantin ehrenamtlich für eine gemeinnützige Organisation zu arbeiten, könnte sie ihre bisherige Anstellung nach einer gewissen Zeit zurück bekommen. In Ermangelung an Alternativen willigt Samantha ein und zieht von New York in die Provinz. Dort müssen kleine Leute gegen große Probleme und um ihr Recht kämpfen. Und plötzlich sieht sich auch Samantha mit ungeahnten Widrigkeiten konfrontiert.

    Von John Grishams „Anklage“ erwartete ich mir etwas in der Richtung wie Erin Brokovitch. Natürlich mit gewissen Unterschieden. So zeichnet sich Samantha dadurch aus, dass sie Rechtsanwältin ist. Doch ich erhoffte mir, dass den „einfachen“ Menschen, denen Ungerechtigkeit widerfährt, geholfen wird und eine Großklage illegale Machenschaften aufdeckt. Großklagen sind durchaus Thema in diesem Buch. Und trotzdem war dieses Buch ganz anders. Doch von vorn: Nachdem Samantha gefeuert wurde, nimmt sie den ihr angebotenen Deal an. Jedoch gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle schwieriger als gedacht. Die Flut der freigesetzten Anwälte beschert Samantha einige ungewohnte Absagen. Nach einigen Misserfolgen erhält sie immerhin die Chance auf ein Vorstellungsgespräch in einer Kleinstadt in den Appalachen. Aus Neugier und vielleicht auch, weil sie nichts Besseres zu tun hat, fährt sie hin, mit nicht unerheblichen Zweifeln im Gepäck.

    "Und was würde sie in Brady, Virginia, vorfinden, was so spannend wäre, dass sie ein gesamtes Jahr dort verbringen wollte? Die Antwort lautete: nichts." (S. 50)

    Doch Samantha bleibt schließlich. Die zu bearbeitenden Fälle zeichnen sich durch eine thematische Vielfalt aus, die sie bisher nicht gekannt hat. Da in den Appalachen Kohleabbau eine große Angelegenheit ist, wird sie auch bald mit allerlei schmutzigen Machenschaften konfrontiert. Diese aufzudecken und dagegen anzukämpfen hat sich ein ortsansässiger junger Anwalt auf die Fahnen geschrieben. Samanthas Aufenthalt entwickelt sich schnell turbulenter und abwechslungsreicher als gedacht. Und dann auch wieder nicht.

    „Anklage“ ist eines der Bücher, die sich leicht und flüssig lesen lassen. Die Informationen, die ich zum Kohleabbau erhielt, waren durchaus nicht uninteressant. Allerdings verfügt das Buch auch über nicht unerhebliche Strecken. Inhaltlich ist zwar recht viel los, da unterschiedliche Themenbereiche behandelt werden. Trotzdem war mir alles zu wenig, denn ich fragte mich schnell, worauf das alles hinauslaufen sollte. Zwar hatte ich eine Vorstellung davon, in welche Richtung es gehen sollte. Allerdings wurden erzählerisch zu viele Haken geschlagen, sodass ich nie das Ziel erreichte, von dem ich glaubte, dass es erreicht werden sollte. Schade, dass die Geschichte in den Startlöchern hängen blieb. Denn eigentlich wäre viel mehr drin gewesen. Stattdessen war die Phase der Selbstfindung und Neuorientierung von Samantha recht vordergründig. Sie wusste immer genau, was sie alles nicht wollte. Leider korrelierte das nicht mit den Vorstellung, die ich hatte bezüglich dem, was ich als Leserin wollte. Jedes Mal, wenn sich ein gewisser Spannungbogen entwickelt hatte und ich guter Dinge war, dass es nun endlich richtig losging, wurde ich enttäuscht. Da ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass ich mit der Figur Samantha nicht richtig warm wurde. Sie erschien mir oft zu unterkühlt und unnahbar, zu wenig empathisch. Obwohl sie eine Fremde in dem kleinen Örtchen und der neuen Arbeitsstätte war, wurde ihr ohne Weiteres großes Vertrauen entgegen gebracht. Für mich recht unverständlich. Und natürlich durfte auch die ein oder ander amouröse Entwicklung nicht fehlen.

    In „Anklage“ werden zu viele Fälle beleuchtet. Hin und wieder verwirrten mich diese. Weniger wäre hier sicherlich mehr gewesen. Eine Fokussierung auf ein bestimmtes Thema hätte diesem Buch gut zu Gesicht gestanden. So aber blieb mein erster Grisham weit hinter den Erwartungen zurück. Die Assoziationen, die mit dem Titel Anklage bei mir geweckt wurden, konnten den Entwicklungen nicht standhalten. Trotzdem gut geschrieben und flüssig zu lesen. Leider fehlt das gewisse Etwas.

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    frauhollestoechtervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessanter Roman aber kein typischer Grisham Thriller
    Abrechung mit der Kohleindustrie

    Zum Inhalt
    Samantha Kofer arbeitet als erfolgreiche Anwältin bei einer der größten Immobilienkanzleien der Welt als sie, als Folge der Lehmann Pleite, von heute auf morgen auf der Straße steht. Ihre Firma bezahlt weiter ihre Krankenversicherung und verspricht ihr eine Wiedereinstellung nach einem Jahr, wenn Sie in dieser ohne Gehalt bei einer Non-Profit-Organisation arbeitet.

    Es verschlägt Samantha von New York nach Brady, einem kleinen verschlafenem Ort in Virginia. Dort soll sie sich in der Mountain Law Clinic-einer Beratungsstelle für kostenlosen Rechtsbeistand-um die Anliegen mittelloser Bürger kümmern. Für die junge Anwältin, die bisher nur für finanzkräftige Klienten Akten gewälzt hat und noch nie in einem Gerichtssaal stand unvorstellbar. Doch schnell merkt sie, wie sehr ihre Arbeit hier gebraucht wird. Ihren neuen Klienten geht es nicht darum aus viel Geld noch mehr Geld zu machen, ihnen geht es um ihre Existenz.

    Die Menschen in Brady leben vom Kohleabbau und sind den einflussreichen Kohleunternehmen gnadenlos ausgeliefert. Viele von Ihnen erkranken an der sogenannten Staublunge. Doch es ist unmöglich für die "kleinen Arbeiter" ohne Lobby ihre Rechte auf Entschädigung gegenüber den Kohlegiganten durchzusetzen. Ausgebrannt von der jahrelangen Schufterei oder todkrank vom für die Firmen profitableren Tageabbau werden sie von den mächtigen Kohleunternehmen im Stich gelassen.

    Erschüttert und berührt von den dortigen Zuständen nimmt Samantha zusammen mit ihrem Freund und Kollegen Donovan den Kampf gegen die großen Firmen auf und setzt dafür sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel.

    Persönliches Fazit
    Die Geschichte plätschert anfangs seicht vor sich hin. Die Landschaft der Appalachen wird sehr ausführlich beschrieben, Gespräche bis ins Detail wiedergegeben. So lernt der Hörer die einzelnen sehr sympathischen Figuren gut kennt und bekommt eine gute Vorstellung von der Bergwelt Virginias. Ein bisschen weniger von allem hätte der ohnehin langen Story aber sicher gut getan. Dazu kommt noch die monotone Stimme des Sprechers Charles Brauer, der durchgehend einen Hauch von Traurigkeit in der Stimme hat.

    Wer sich auf einen typischen Grisham Thriller gefreut hat, wird ohnehin an "Anklage" nicht viel Freude haben. Es fehlt die Spannung, das Tempo das Unerwartete. Dafür bekommt man allerdings einen sehr interessanten Einblick in die Kohleindustrie der USA und der Skrupellosigkeit der großen Kohlefirmen, die für Profit rücksichtslos mit der Umwelt und vor allem mit ihren Mitarbeitern umgehen. Typisch für Grisham zeigt er auch in diesem Roman wieder die Ohnmacht des "kleinen Mannes" gegenüber großen Konzernen und die Ungerechtigkeiten im amerikanischen Rechtssystem auf. Das hat mich schon sehr mitgenommen.

    Wer bei einem Grisham auch mal auf Spannung verzichten kann, dem wird auch dieses Werk sicher gut gefallen. Echte Thrillerjunkies sollten jedoch die Finger davon lasse

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    dominonas avatar
    dominonavor 2 Jahren
    Von der Stadt aus Land in die juristische Realität

    Samantha hat sich nie als Prozessanwältin gesehen, aber wie das Leben so spielt, verliert sie ihren Job durch die Rezession und kümmert sich als Praktikantin in der Provinz um die richtig harten Sachen...so hart, dass der wichtigste Anwalt, der in der Tagebauregion ein Kohleunternehmen verklagt, plötzlich stirbt und alles auf der Kippe steht.

    Zum Teil war es mir doch zu simpel und clichéehaft. Da es um juristische Zusammenhänge geht, der Autor aber eine breite Masse erreichen will, ist die Schreibe sehr simpel, mir persönlich fast zu leicht. Wer leichte Unterhaltung sucht, mit ein wenig Kitsch und ein wenig mehr Spannung, kann zugreifen.

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    B
    Buchmagievor 2 Jahren
    Kurzmeinung: leider etwas zu oberflächlich, mir fehlt die Tiefe
    Anklage

    Rezi zu: „Anklage“

    Autor: John Grisham

    Genre: Thriller

    Verlag: Heyne

    Klapptext:

    „Als New Yorker Anwältin hat es Samantha Kofer binnen weniger Jahre zu Erfolg gebracht. Mit der Finanzkrise ändert sich alles. Samantha wird gefeuert. Doch für ein Jahr Pro-Bono-Engagement bekommt sie ihren Job zurück. Samantha geht nach Brady, Virginia, einem 2.000-Seelen-Ort, der sie vor große Herausforderungen stellt. Denn anders als ihre New Yorker Klienten, denen es um Macht und Geld ging, kämpfen die Einwohner Bradys um ihr Leben. Ein Kampf, den Samantha bald zu ihrem eigenen macht und der sie das Leben kosten könnte.“

    Meinung:

    Der Autor steht für einen spannenden und mitreißenden Schreibstil und so habe ich bereits vor langer Zeit einiger seiner Bestseller („Die Firma“, „Die Jury“ und „Die Akte“)gelesen und mich auf dieses Thriller gefreut.

     Insgesamt liest sich das Buch auch sehr gut, der  Autor bleibt seinem Schreibstil treu, allerdings mangelt es mir hier insgesamt an Spannung. Vieles wird nur kurz angerissen und nicht weiter in die Tiefe gegangen, manches wirkt so regelrecht oberflächlich.

    Die Handlung blieb leider nur flach und mit den Protagonisten ist man nicht wirklich warm geworden, ihre Charaktere waren mir einfach zu oberflächlich. Es war nichts was mich mitgerissen, mitgenommen oder sprichwörtlich vom Hocker gerissen hat. So wie die ganze Handlung war auch das Ende leider enttäuschend, es gab keinerlei Spannungsfaktoren oder überraschende Wendungen, die ich mir von einem Bestsellerautor gewünscht hätte.

    Insgesamt ist der Roman also leider nichts besonderes, man kann ihn lesen, muss aber nicht, ich habe mich beim Lesen zwar nicht gelangweilt, dennoch fehlt für einen Autoren solch eines Formates einfach zu viel. Schade.

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    tausend_lebens avatar
    tausend_lebenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch lässt sich gut lesen und Langeweile kommt nicht auf - doch irgendwie auch keine rechte Spannung. Ok, mehr nicht.
    Kann man lesen, muss man aber nicht.


    Samantha Kofer führt ein erfolgreiches Leben als Anwältin in New York. Doch dann kommt das Jahr 2008 und mit ihm der große Crash an den Finanzmärkten. Nicht nur an der Wall Street verlieren die Leute ihre Jobs, sondern auch scharenweise Anwälte landen auf den Straßen. Plötzlich steht Samantha ohne Job da - und ohne Perspektive... Bis sie in einer Pro-Bono-Anwaltskanzlei im 2000-Seelen-Ort Brady, in Virginia, landet und sich mit den Ängsten und Sorgen der Menschen in der Kohleregion konfrontiert sieht. Hier erlebt Samantha eine Verwandlung, vom Aktenhengst zu einer Anwältin, die nicht länger nur Datenrecherchen für Immobiliengeschäfte durchführt, sondern sich mit echten Menschen und ihren Problemen konfrontiert sieht - und zum ersten Mal im Leben im Gerichtssaal steht. Hin und her gerissen, ob sie in der tiefsten Provinz ihren verlorenen New Yorker Lifestyle betrauern, oder sich über die Sinnhaftigkeit ihrer Aufgabe und ihre neu gewonnene Freiheit ohne 90-Stunden-Woche freuen soll, gerät Samantha unwillentlich in die Machenschaften der Kohleindustrie - und muss plötzlich um ihr eigenes Leben bangen.

    Von John Grisham habe ich bereits mehrere Bücher gelesen, aber lange lange ist's her. "Die Firma", "Die Jury" oder "Die Akte" gehören zu den ersten "Erwachsenenromanen" die ich gelesen habe - und haben mir damals sehr gut gefallen. Ich mochte den Schreibstil des Autors, der zu den bekanntesten Thrillerautoren der Gegenwart zählt und dessen Justizthriller regelmäßig Schauplatz spannender Konflikte sind. Nicht umsonst wurden seine Bücher zum großen Teil verfilmt - oder?!

    Nun habe ich dank dem Gewinn einer LovelyBox den ersten Grisham der letzten 20 Jahre gelesen. In "Anklage" erfahren die Leser diesmal eine Menge über den Bergkuppentagebau und seine skrupellosen Machenschaften, über die amerikanische Kohleindustrie und ihre furchtbaren Auswirkungen auf Mensch und Natur. Könnte eine gute Story sein. Das Buch lässt sich auch gut lesen und Langeweile kommt nicht auf - soweit trügt mich meine Erinnerung an den Schreibstil des Autors also nicht... Doch irgendwie will auch keine rechte Spannung aufkommen. Viele kleinere und größere Fälle werden angerissen, viele Charaktere gezeichnet... doch ich konnte das große Ganze nicht wirklich erkennen. Die Handlung und auch die Charaktere bleiben oft flach und eben "angerissen" - und selbst für Protagonistin Samantha will sich bei mir keine rechte Sympathie einstellen. Weder die Liebesszenen, noch die Szenen in der Kanzlei, dem Gericht oder die Beschreibungen über den Raubbau an der Natur haben mich gepackt, waren mir einfach zu nüchtern. Das Ganze endet dann auch recht enttäuschend ohne einen einzigen echten Knaller - und ohne dass ich mich mit einem der Charaktere identifizieren konnte.

    Mir drängt sich die Vermutung auf, dass die Romane den Ansprüchen meines 13-jährigen Ich's noch genügt haben, meinem 34-jährigen Ich jedoch nicht mehr. Oder John Grisham hat sein Talent zum Schreiben in den 80er und 90er Jahren einfach besser genutzt. Ich müsste nochmal einen der Romane von damals lesen, um das herauszufinden.

    Mein Fazit: Man kann den Roman lesen, muss es aber nicht. Und ich denke, es werden wieder 20 Jahre ins Land gehen, bevor ich den nächsten Grisham lese... Immerhin hatte ich nicht das Bedürfnis, den Roman abzubrechen und habe mich trotz aller Kritik nicht gelangweilt - von mir gibt's daher knappe 3 Sterne.


    Über den Autor

    John Grisham praktizierte zehn Jahre als Strafverteidiger und politischer Funktionär im Parlament von Mississippi, bevor er 1986 mit "Die Jury" einen seiner größten Erfolge fertigstellte. Lange Zeit suchte er vergeblich nach einem Verlag und verkaufte in der ersten Auflage nur 5.000 Exemplare. Doch vom Schreiben ließ er sich dadurch nicht abhalten. Erst mit "Die Firma" gelang ihm 1988 der Durchbruch auf den Bestsellerlisten. Zeitgleich mit "Die Akte" wurde auch "Die Jury" nochmal neu aufgelegt. Seit diesem Jahr schreibt der Autor jedes Jahr ein Buch und führt regelmäßig die Bestsellerlisten an. John Grisham lebt zurückgezogen mit siener Frau und den Kindern in Charlottesville, Virginia und Oxford, Mississippi.

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    Callsos avatar
    Callsovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der neue Grisham - mit weiblichen Gefühlen, mit erhobenen Zeigefinger und mit Recht ein gutes Buch!
    Anklage wegen Staublunge - ein Juristin kämpft in der Provinz ums Recht


    Natürlcih ist auch der aktuelle Roman vom US-Meister ein Justizthriller. Natürlich geht es um Gesetze, um Dramatik im Gerichtssaal, um Urteile und Klagen. Schon der deutsche Buchtitel weist dabei den Weg. Aber wieder ist es ein Politkrimi, eine Anklageschrift, diesmal an die Mächte der Kohleindustrie. Kohleabbau ist mit soviel Dreck, Umweltbelastung und viel Schmiergeldern behaftet, all das offenbart das 500-Seiten Werk.

    Ein stolzes Buch, ein feiner Thriller, dem manchmal die wahre Story und ein klein wenig auch die Spannung fehlt.
    Samantha Kofler verliert ihren gut bezahlten Anwaltsjob in New York und landet ohne Bezahlung als Anwältin der Herzen in der Provinz. Ihr Job dort ist abwechslungsreicher, härter und bedeutend wertvoller. Mißbrauch, eine Klage wegen Staublunge oder Themen wie Unterhalt oder ein Testament bestimmen ihren Alltag.

    So wird man als Leser Zeitzeuge in mehrere Akten und Fällen. Manchmal fehlte der rote Faden, doch Intrigen, Mord und Liebe gibt es auf dem Land trotzdem. Samantha muss sich entscheiden zwischen Familie, Karriere, Liebe und dem Kampf um Gerechtigkeit.

    Wir schauen ihr dabei über die Schulter und fiebern verhalten mit. Das Buch hätte am Ende sogar noch 200 Seiten mehr vertragen können - immer ein gute Zeichen.

    Mein 23. Roman von John Grisham. Ich denke, es ist das erste Buch, in dem die Hauptperson ein Frau ist. Grisham ist in den letzten Jahren immer mehr ein wenig politischer geworden und hebt zunehmend den klagenden Zeigefinger. Ich bin gespannt auf weitere Werke.

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    sabrinchens avatar
    sabrinchenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Hat mir wieder Hunger auf mehr Grishams gemacht. Habs verschlungen und es war sehr unterhaltsam. Trockene Fakten mit spannender Handlung
    Hat mir wieder Hunger auf mehr Grishams gemacht. Habs verschlungen und es war sehr unterhaltsam.

    Ich hab schon länger keinen Grisham mehr gelesen.
    Der Klappentext von Anklage hat mir mal wieder Lust auf einen Thriller aus John Grishams Feder gemacht.
    Komplexer Schreibstil mit trockenen Fakten.
    Die New Yorkerin Anwältin Samantha mit Prozesssaalphobie und keinerlei Praxis, geht hier notgedrungen in eine Kleinstadt mit Mandanten die echte Probleme haben.
    Es war spannend zu verfolgen , wie Samantha an ihren Aufgaben wächst und welche Leute sie dabei kennenlernt.
    Samantha ist mir von Anfang an sympathisch gewesen.
    Alle anderen Charaktere sind authentisch und farbig beschrieben.
    Der Plot entspricht einer Grisham üblichen Handlung  in der  einige trockene Fakten mit Spannung verwoben werden.
    Dieses über 500 Seiten starke Werk habe ich innerhalb 2 Tagen verschlungen  und habe mich gut unterhalten gefühlt.
    Natürlich sollte man Grisham mögen um auch dieses Buch zu verstehen und seinen relativ komplexen Schreibstil zu geniessen.
    Danke ich habe wieder Grisham Lust! Das belohne ich mit 4 Sternen!
     

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    BubuBubus avatar
    BubuBubuvor 3 Jahren
    Trockenes Thema, spannend umgesetzt

    Als New Yorker Anwältin hat es Samantha Kofer binnen weniger Jahre zu Erfolg gebracht. Mit der Finanzkrise ändert sich alles. Samantha wird gefeuert. Doch für ein Jahr Pro-Bono-Engagement bekommt sie ihren Job zurück. Samantha geht nach Brady, Virginia, einem 2000-Seelen-Ort, der sie vor große Herausforderungen stellt. Denn anders als ihre New Yorker Klienten, denen es um Macht und Geld ging, kämpfen die Einwohner Bradys um ihr Leben. Ein Kampf, den Samantha bald zu ihrem eigenen macht und der sie das Leben kosten könnte.

    Samantha Kofer, ambitionierte Anwältin bei einer der größten Kanzleien in New York, wird kurz nach dem Untergang der US-Investmentbank Lehman Brothers von ihrem Job freigestellt. Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen, die von einem auf den anderen Tag auf der Straße stehen, bietet man ihr einen Deal an: Wenn sie für ein Jahr ohne Gehalt bei einer Non-Profit-Organisation arbeitet, behält sie ihren Job. So verschlägt es Samantha nach Brady, einem kleinen Ort in den Bergen Virginias, wo sie bei einer Beratungsstelle für kostenlosen Rechtsbeistand anheuert. Anfangs noch etwas unbeholfen in der ungewohnten Umgebung, entwickelt Samantha bald ein Gespür für die Nöte der Einwohner Bradys. Menschen, die auf den umliegenden Kohlefeldern jahrelang Schwerstarbeit geleistet haben und nun, ausgebrannt oder erkrankt, von den Kohleunternehmen im Stich gelassen werden. Der tragische Fall eines Arbeiters, der von Elend und Krankheit so gezeichnet ist, dass ihm nur noch wenige Monate zu leben bleiben, lässt Samantha schließlich über sich hinauswachsen. Gemeinsam mit einem befreundeten Anwalt nimmt sie den Kampf gegen die Kohlemagnaten auf und schreckt auch dann nicht zurück, als ihr Leben akut bedroht wird.

     Quelle: http://www.randomhouse.de/Buch/Anklage/John-Grisham/e441974.rhd

    Meine Meinung:  Dies ist das erste Buch von John Grisham was ich gelesen hab und ich habe Blut geleckt. Das Buch wird als Politthriller gehandhabt, ein Genre was ich normalerweise nicht lese.
    Samantha Kofer hat man kennengelernt als Angestellte einer Großkanzlei in New York. Im Laufe der Zeit erfährt man wie sie eine starke Wandlung durchmacht, welche Grisham spannend beschreibt.
    Es handelt um Machtkämpfe und Machenschaften, um Betrug und Existenz am Rande der Gesellschaft und um korrupte Kohlekonzerne die die Umwelt verschandeln.
    Spannendes Thema, super Umsetzung.

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    Igelas avatar
    Igelavor 3 Jahren
    Trockenes Thema....jedoch sehr interessant geschrieben!

    Samantha Kofer arbeitet an ihrer Karriere als Juristin in einer grossen Anwaltskanzlei in New York. Als die Geschäfte nicht mehr so laufen wie sie sollten, schickt die Firma viele Angestellte in den einjährigen Urlaub. Damit die Krankenversicherungen weiter bezahlt werden, stellt die Kanzlei die Bedingung, dass die Juristen ein Jahr lang für eine gemeinnützige Organisation arbeiten müssen. Unter ihnen auch Samantha.
    Nach einigen Absagen beginnt Samantha als Gehilfin in der Mountain Low Clinic, die unentgeltlich mittellose Mandanten betreut.
    Hier hat es Samantha mit den unterschiedlichsten Klientel zu tun...von der abhängigen  Mutter und Ehefrau bis zu einem Mann, der mit einer Staublunge leben muss. Samantha prozessiert gegen die Firma, die Kohle in den Apalachen abbaut und tritt damit jemandem gehörig auf die Zehen.

    Dieses Buch wird als Politthriller gehandelt. Und Politthriller sind normalerweise gar nicht mein Ding.

     Die im Klappentext angesprochene Thematik hat mich jedoch so interessiert, dass ich spontan zugegriffen habe. Und ich wurde nicht enttäuscht! 
    Statt ellenlang die politischen Quälereien der USA (wovor ich mich gefürchtet habe ) lesen zu müssen, werden in diesem Buch politische Machtkämpfe und Machenschaften nur am Rande erwähnt. Dafür ist  Recht und Gesetz der USA und dessen Umsetzung zentrales Thema ....etwas das sehr interessant und keinesfalls trocken vermittelt wird.Parallelen zum Film "Erin Brokowitch" mit Julia Roberts sind gegeben!
    Die Geschichte und die Arbeit von Samantha ist eine Anhäufung verschiedener Gerichtsverfahren, die  sehr interessant vermittelt werden. Doch  dadurch wird leider wenig Spannung aufgebaut.
    Gegen Mitte des Buches eine überraschende Wendung,die zwar immer noch den Thrill vermissen lässt, aber doch eine gewisse Spannung in das Buch bringt.
    Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet und die überschaubare Anzahl ist übersichtlich und machen es dem Leser einfach der Geschichte zu folgen.
    John Grisham versteht sein Fach.Die Geschichte ist trotz des eher trockenen und ernsten Themas sehr flüssig und abwechslungsreich geschrieben.



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