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Soeren

vor 4 Jahren

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Normalerweise höre ich mir gern John-Grisham-Romane als Hörbuch an und auch diesmal hat Charles Brauer gute Arbeit geleistet. Dennoch ist "Die Berufung" lediglich ein durchschnittlicher Grisham-Roman. Eine richtige Hauptperson gibt es nicht, stattdessen zwei verfeindete Seiten und mehrere Dutzend Charaktere, die mal mehr mal weniger häufig auftauchen. Freilich, es müssen nicht immer jungdynamische und vom Ehrgeiz zerfressende Anwälte frisch von der Uni sein, aber eine klarere Linie und ein Protagonist hätten der Handlung durchaus gut getan. Zumal der Plot gar nicht so komplex ist und ein packendes Thema enthält (Korruption): Das fiese Millardenunternehmen Krane Chemical Inc. unterliegt bei einem Rechtstreit, will seine nachgewiesene Schuld aber nicht eingestehen. So engagiert deren Chef eine windige Beraterfirma damit, ihm einen wohlgesonnenen Supreme-Court-Richter ins Amt zu bringen, damit bei einer Berufungsverhandlung das bisherige Urteil revidiert wird. Dieses Manöver zieht sich allerdings über die ganzen sechs CDs. Dutzende Charaktere werden eingeführt, um ihre Funktion zu erfüllen. Manche rasch wieder, andere tauchen später noch mal auf. Mir waren es auf jeden Fall zu viele Namen. Obwohl ich alles aufmerksam verfolgte, wusste ich irgendwann zum Beispiel nicht einmal mehr, wer Tony oder Zachary waren und welche Rolle sie spielten. Es gibt einiges an Hin und Her, die großen Überraschungen bleiben allerdings aus. Beim großen Finale kommt es schließlich zur zwar recht düsteren, aber einzig realistischen Auflösung.. 

Autor: John Grisham
Buch: Berufung
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