John Grisham Das Original

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Inhaltsangabe zu „Das Original“ von John Grisham

Ein Coup, der die Buchwelt erschüttert In einer spektakulären Aktion werden die handgeschriebenen Manuskripte von F. Scott Fitzgerald aus der Bibliothek der Universität Princeton gestohlen. Eine Beute von unschätzbarem Wert. Das FBI übernimmt die Ermittlungen, und binnen weniger Tage kommt es zu ersten Festnahmen. Ein Täter aber bleibt wie vom Erdboden verschluckt und mit ihm die wertvollen Schriften. Doch endlich gibt es eine heiße Spur. Sie führt nach Florida, in die Buchhandlung von Bruce Cable, der seine Hände allerdings in Unschuld wäscht. Und so heuert das Ermittlungsteam eine junge Autorin an, die sich gegen eine großzügige Vergütung in das Leben des Buchhändlers einschleichen soll. Doch die Ermittler haben die Rechnung ohne Bruce Cable gemacht, der überaus findig sein ganz eigenes Spiel mit ihnen treibt.

Typischer Grisham !!

— Die-Rezensentin
Die-Rezensentin

verwickte Geschichte um Bücher, Buchhandel und Autoren.

— Alesk
Alesk

Verlorene Manuskripte - ein dubioser Buchhändler und eine umtriebige Schriftstellerin...

— Callso
Callso

Interessante Themen (Buchhandel/Schreiben), aber viel Potenzial verschenkt (****)

— Insider2199
Insider2199

Grandiose Geschichte, die seine Leser u. a. in eine Buchhandlung entführt, in der man stundenlang verweilen möchte. Klare Leseempfehlung!

— Ro_Ke
Ro_Ke

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DieLeserin

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  • Das Original !!

    Das Original
    Die-Rezensentin

    Die-Rezensentin

    19. September 2017 um 22:47

    Nachdem ich vom letzten John Grisham- Roman nicht ganz so begeistert war, hat mir `Das Original` wieder gut gefallen.In der Bibliothek der Princeton Universität werden bei einem spektakulären Raub die Originalmanuskripte von Scott Fitzgerald gestohlen. Sie sind von unermesslichem Wert, für die Universität von unbezahlbarem.In einem anderen Handlungsstrang lernen wir die junge Mercer kennen, sie unterrichtet an der Uni, möchte aber eigentlich lieber als Schriftstellerin arbeiten und weiß nicht, wie sie die nächsten Monate finanzieren soll.Da bekommt sie ein überraschendes Angebot. Eine Versicherungsgesellschaft nimmt mit ihr Kontakt auf, sie soll sich in den Freundeskreis des Buchhändlers Bruce Cable einschleichen und sich mit ihm bekannt machen. Die Versicherungsgesellschaft vermutet, dass er die gestohlenen Manuskripte gekauft hat und noch besitzt.Mercer soll versuchen, etwas herauszubekommen und durch die Geldsumme, die ihr geboten wird, wäre sie mit einem Schlag ihre Geldsorgen los.Sie willigt ein, als Spitzel zu arbeiten..`Das Original` ist wieder im typischen Grisham- Stil geschrieben, gleicht ja oft eher einer Aufzählung der Ereignisse, doch ich liebe seine Schreibweise. Das Thema, wie begehrt alte Erstausgaben sein können, fand ich recht interessant, die Charaktere sehr vielschichtig; Mercer etwas naiv, Bruce dagegen der weltmännische Buchhändler, die etwas verschrobene Clique der Schriftsteller und die gar nicht so schlauen Räuber.Grisham wechselt zwischen den verschiedenen Charakteren hin und her, was aber nicht hektisch wirkt.Eigentlich ist die Handlung gar nicht soo spannend, aber durch die Erzählweise hat mich `Das Original`gefesselt und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht. Danach richtet sich bei mir oft die Sternevergabe. Kann ich das Buch gut zwischendurch weglegen oder nicht? Und hier war das definitiv nicht der Fall.

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  • Das Original

    Das Original
    angeltearz

    angeltearz

    17. September 2017 um 18:41

    Ich muss jetzt ein wenig aufpassen, dass ich hier und jetzt keine Lobeshymne schreibe. Denn ja, ich bin begeistert von diesem Buch. Sogar mehr als begeistert. Jahreshighlight? Joah, kann gut sein!John Grisham ist ein Autor, der keine Bücher schreibt, die man zwischendurch lesen kann. Er schreibt in seinem eigenen Stil. Ein Stil mit dem nicht jeder zurecht kommt bzw. mag. Man kann es sogar als schwer bezeichnen. Ich mag es sehr wie er schreibt! Ich komme zwar auch jedes Mal wieder schlecht rein, aber wenn ich erst mal drin bin, dann ist es nur schön. Das schlechte Reinkommen in seinen Stil schiebe ich aber eher darauf, dass ich sonst keine Bücher in diese Richtung lese. Aber bei John Grisham mache ich eine Ausnahme. Ich habe bei weitem noch nicht alle seine Bücher gelesen, aber die ich gelesen habe, habe ich geliebt.Deswegen war ich auch sehr positiv überrascht, dass er jetzt wieder ein neues Buch heraus gebracht hat.Thematisch fand ich es auf Anhieb genial. Es geht um Bücher! Welche Buchmaus kann da schon nein sagen!? Irgendwie hat es mich direkt gefesselt, als ich den Klappentext gelesen habe. Wobei noch so viel mehr dahinter steckt, als der Klappentext verrät. Ich finde hier hätte es gerne etwas mehr sein dürfen, ohne zu spoilern natürlich.Das Setting darf einfach nicht unbeachtet bleiben. Die junge Autorin, die in einem traumhaften Haus wohnt. Eine Insel, mit einem genialen Ort und dann die Buchhandlung von Bruce. Das alles gibt ein rundes Bild ab, wo ich wirklich gerne hinreisen und auch leben würde. Das ist auch so genial an dem Autor. Er schafft es mit seinen Worten ein Bild zu bauen. Ein Bild vom Setting, das so detailgetreu ist, als würde man einen Film schauen. Und dabei ist es nicht so viel, dass es wieder zu viel wird.Die Charaktere. Ja, die machen alles rund. Sie sind zu gleich sympathisch wie auch total verrückt. Gerade Bruce und die junge Autorin (Ja sie hat einen Namen, aber ich nenne ihn nicht, weil er auch nicht im Klappentext steht.) sind unglaublich genial. Es kommen wirklich viele Charaktere im Buch vor, aber hier ist es einfach gelungen. Jeder hat seinen Platz und die richtige Tiefe. Und ja, ich habe sie alle fest in mein Herz geschlossen.Bruce hat eine Sammelleidenschaft, die mich sofort begeistert hat. Und ich rede nicht von Manuskripten. Eine ganz andere Sammelleidenschaft, die ich richtig toll finde und ich mir vielleicht mal genauer anschauen werde.Das Buch wird in die Kategorie Krimi eingeordnet. Kann man machen. Wobei ich finde, dass das Untereinander der Charaktere und inkl. Buchhandlung, Autoren und generell Bücher in den Vordergrund gedrängt wird. Das finde ich richtig schön, denn es ist ein schönes Gefühl.Du merkst schon, ich bin durchweg begeistert von diesem Buch. Und ich spreche auch eine absolute Leseempfehlung aus. Aber bitte lese dir vorher die Leseprobe durch, denn der Schreibstil ist wirklich nicht für jeden etwas.Das Cover: Ich finde das Cover richtig schön. Ich mag dieses Handgeschriebene im Hintergrund total schön. Es passt einfach perfekt zum Buch.Fazit: Wer Grisham gerne liest, der muss das Buch lesen! Ich bin mehr als begeistert von seinem neuen Buch.

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  • wer hätte gedacht, dass John Grisham mich einmal enttäuschen würde?

    Das Original
    Nirena

    Nirena

    17. September 2017 um 10:47

    Ich habe früher viel von John Grisham gelesen. Seine Art zu erzählen, die plötzlichen Wendungen und der detaillierte Einblick in das amerikanische Gerichtswesen fand ich immer sehr interessant. Und auch Spannung tauchte immer wieder auf.Nun habe ich schon einige Jahre nichts mehr von diesem Autoren gelesen und fand, "Das Original" sei eine gute Möglichkeit, einmal wieder in John Grishams Welt einzutauchen. Dass das Buch im Schriftsteller- und Buchhandlungsmilieu spielt, sah ich als zusätzlichen Bonus.Zuerst einmal muss ich sagen, dass der Klappentext auch hier wieder einmal sehr ungenau ist: Die junge Autorin, die angeheuert wird, wird dies nicht vom FBI, wie der Klappentext suggeriert, sondern von einem von der Versicherungsgesellschaft beauftragten Unternehmen.Der Plot ist interessant und die Handlung kurzweilig. Die Charaktere sind ein Punkt, der dem Autor wieder einmal sehr gelungen ist: Wir haben es hier mit einigen sehr unterschiedlichen, sehr interessanten Personen zu tun, nachvollziehbar und plastisch.Der Handlungsverlauf allerdings ist....egal, wie lange ich überlege, ich lande immer wieder bei "banal": Die Geschichte ist unterhaltsam, keine Frage, aber sie reißt mich nicht mit. Vergebens wartete ich auf die Wendungen, die unvorhersehbar für mich alles in ein anderes Licht tauchen würden - vergebens. Alles blieb sehr durchsichtig und auch der Schluss reichte nur für ein Schmunzeln. Da bin ich von John Grisham ein ganz anderes Kaliber gewöhnt."Das Original" ist eine nette Geschichte, aber wer will das schon?

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  • Brechen mit Erwartungen

    Das Original
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    12. September 2017 um 12:46

    Brechen mit ErwartungenGut, auch im neuen Roman von Grisham geht es um eine Straftat. Auch in diesem folgt Grisham seiner einfachen, aber klaren, direkten und damit auch (weitgehend) temporeichen Sprache. Und auch das Talent Grishams, Personen überaus lebendig und differenziert zu entfalten ist in diesem Roman von der ersten bis zur letzten Seite im Raum.Dennoch aber, in seinem neuen Roman sind die Thriller-Anteile des überwiegenden Werkes von Grisham eher nur der Rahmen, in dem sich eine Geschichte von „enger“ Liebe (zur Literatur), „weiter“ Liebe (zueinander und zu so manchen anderen), „grundsätzlicher Liebe“ (in Bezug auf die eigene, familiäre Prägung) und „suchende Liebe“ (nicht zueltzt und gerade auch zu sich selbst), mit eher am Rande mitlaufenden krimineller Energie paart.Was schon daran festzumachen ist, dass die „harte Gang“, die den Kunstraub begeht, weitgehend nachrangig im Roman vorkommt und die „Bedrohungslagen“ fü den Leser nicht unbedingt Hochspannung enthalten.Dass aber sowohl der Raub wie auch eine der beiden Hauptfiguren, der Buchhändler, Playboy, Geschäftsmann und „fast offizieller“ Ehemann einer attraktiven Antiquitätenhändlerin Bruce Cable ganz in der Tradition der „Gentlemen-Betrüger“ alle aufs Kreuz legt (und das, was die zweite Hauptperson des Werkes angeht, auch wörtlich) und das sehr durchdacht von Grisham in Szene gesetzt wird, das versöhnt sicher durchaus den ein oder anderen Fan der Thriller des Autors.„Na also, da ist er ja, Gatsby, der alte Schweinehund“.Wer sich nun aber auf die anderen, wesentlichen Perspektiven des Werkes einlässt, die Liebe zu Büchern, zu „Erstausgaben“, wer dann Grisham folgt bei einigen „Autorentreffen“ mit einem genauen und ironisch gefärbten Blick hinter die Kulissen der Literaten, der Verlage, der Lektoren und der Buchhandlungen, der kommt mehr und mehr auf seine Kosten. Nach einer Weile der „Umgewöhnung“ zu den hier vorherrschenden Themen (zu denen in nicht geringem Maße auch ein „Plädoyer für offene Beziehungen“ gehört), liest sich der Roman flüssig und als Page-Turner. Und, ebenso anders als in anderen „Jagden auf Kriminelle“, nachdem der Leser die handelnden Personen mehr und mehr kennengelernt hat, ergibt sich eine hohe Sympathie für den Dreh- und Angelpunkt, für diesen „Verbrecher aus Liebe“. So hofft man den gesamten zweiten Teil des Romans hindurch, dass er, trotz des sich stetig enger zusammenziehenden Netzes der (privaten und behördlichen) Ermittlungen davonkommen möge.Was sich erst am Ende des Werkes dann klären wird.In einem eher ruhigen, betrachtenden und dennoch kurzweiligen Ablauf der Ereignisse in der Welt der geschriebenen und dann, wichtig, gedruckten Wörter.„Amazon hat mir vor Jahren eins von den Dingern gegeben. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Vielleicht bin ich voreingenommen“.Was natürlich offenkundige Gründe hat.Eine anregende, andersartige, wunderbar erzählte Lektüre die allerdings auch in einigen Teilen zu ruhig und fast belanglos dahinplätschert, bis das Tempo (immer wieder) anzieht.

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  • Grisham leider nicht in Höchstform - eine etwas magere Story

    Das Original
    Callso

    Callso

    11. September 2017 um 13:40

    Eine Medaille hat zwei Seiten und manchmal hat so ein Roman ebenfalls zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen. DIe 350 Seiten lassen sich zwar ganz gut lesen, aber postiv wie negativ gibt es genügende Argumente für eine kontroverse Beurteilung: Positiv:Kennen Sie diese Thriller, in denen blutrünstig gemordet und gequält wird. Da wird häufig genau beschrieben, wie unschuldige Opfer einzelne Körperteilen verlieren. Es gibt rasante Verfolgungsjagden und die Täter werden von windigen Kommissaren oder eifrigen Forensikern aufgrund von winzigen Staubkörner aufgespürt. All dieses Gemetzel und dieses Tempo-Thriller, all dieses hektische udn künstliche Getue, das gibt es bei einem John Grisham nicht.Bedachtest Tempo, feiner und langsamer Spannungsaufbau und immer stehen die Menschen im Mittelpunkt. Voller Zweifel agieen diese Allerwltsleute udn schauen sich auf der Straßenseite beächtigt um, ob sie nicht verfolgt werden.Bei einem echten Grisham ist es aber auch fast egal, worüber der fleissige US-Autor schreibt, Grisham ist ein so routinierter, flüssiger und bisweilen auch eleganter Geschichtenerzähler, dem man auch in diesem Werk so bedingungslos folgt. Herausgekommen ist ein ordentliches Buch, leichte Lektüre, ganz passable Charaktere, die sich in dem Südstaaten-Story begegnen. Negativ; Am Ende des Buches kam bei mir mehrfach der Gedanke auf, dass die Story auch gut und gerne für eine Kurzgeschichte gereicht hätte. So wahnsinnig viel gibt die Gechichte um die geraubten Originalmanuskripte nicht her. So begleiten Familiengeschichten sowie manch Turtelei und Liebelei den Roman. Am Ende wartet man zunehmends auf den großen Aha-Effekt, der indes nur klein und zart daherkommt.So kommt die Story manchmal wie ein Werk aus den 70er Jahren daher. Etwas altbacken, etwas zart romantisch und bisweilen etwas bedeutungslos.Das Spannungsbarometer vermag kaum mehr nach oben auszuschlagen, die bisweilen etwas dünnde Story endet ohne große Aufregung und so beendet man das Buch ein wenig enttäuscht. Ein Werk, das dann doch irgendwie schnell in Vergessenheit geraten wird. Auch der deutsche Titel "Das Orginal" ist - wie so oft bei Grisham - komisch gewählt; "Die Manuskripte" hätte als Buchtitel deutlich besser gepasst...Das kann Grisham besser - viel besser!

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  • Interessante Themen (Buchhandel/Schreiben), aber viel Potenzial verschenkt

    Das Original
    Insider2199

    Insider2199

    01. September 2017 um 01:09

    Interessante Themen (Buchhandel/Schreiben), aber viel Potenzial verschenkt Der 1955 in Jonesboro, Arkansas geborene Autor träumte als Kind von einer Baseballkarriere, studierte aber dann Rechtswissenschaft und praktizierte als Rechtsanwalt, bevor er mit dem Schreiben begann. „Die Firma“ wurde 1991 ein Bestseller (auch mit Tom Cruise verfilmt) und verhalf dem Autor somit zum Durchbruch. Obwohl ich vor Jahren seine Nicht-Justiz-Bücher wie „Die Farm“ sehr schwach fand, wagte ich mich hiermit – nach einer Empfehlung – an ein weiteres nicht in der Justiz angesiedeltes Buch und wurde nicht enttäuscht. Zum Inhalt: Nachdem die fünf Original-Manuskripte von F. Scott Fitzgerald aus der Bibliothek der Universität Princeton gestohlen wurden, heuert das FBI die Autorin Mercer Mann an, um sich auf „Camino Island“ (so der Originaltitel) in Florida, gegen eine großzügige Vergütung in das Leben des skurrilen Buchhändlers Bruce Cable einzuschleichen, bei dem das Diebesgut vermutet wird. Doch es soll alles anders kommen als geplant. Meine Meinung: Der Roman beginnt sehr dramatisch mit dem Raub der Manuskripte, baut schnell Spannung auf, versandet aber etwas im Mittelteil. Glücklicherweise sind die Themen Buchhandel und Schriftstellerei dann fesselnd genug, um das Versiegen der Spannung ein wenig zu kompensieren. Man lauscht den zahlreichen Dialogen, v.a. zwischen Autoren und spürt, dass uns der Autor hier durch den Erzähler seine eigenen Erfahrungen in der Branche weitergeben will, darunter auch ein paar Schreibtipps, die für mich – als jemanden, der selbst an einem Roman schreibt – natürlich nicht neu sind und die ich auch nicht unbedingt alle teile, z.B. dass Prologe ein „Anfänger-Fehler“ sein sollen, weil man diese angeblich bereits auf Seite 30 vergessen habe. Ich finde Prologe ein sehr einfaches Mittel, um gleich zu Beginn beim Leser Spannung zu erzeugen, und dieses Mittel wird auch bei vielen guten Filmen heutzutage sehr oft eingesetzt. Auch kommt anspruchsvolle Literatur in diesem Roman schlecht weg; die Zielgruppe sei zu klein, um genug Geld damit zu verdienen. Als ginge es jedem Schreibenden nur um Geld. Die obigen Themen machen zwar den ganzen Reiz des Buches aus, aber für die Dramaturgie des Romans sind sie eher hinderlich, denn die Figuren agieren nicht mehr, sondern unterhalten sich nur noch. Die Antagonisten (die Diebe aus dem ersten Kapitel) spielen irgendwann keine Rolle mehr und so gibt es auch keinen klassischen Kampf mehr zwischen Gut und Böse, ergo auch keine Konflikte. Das dramatisch begonnene Buch wandelt sich zu einer Liebes-Romanze zwischen Mercer und Bruce, aber dadurch, dass der Autor dem Leser die Perspektive von Bruce verwehrt, bekommen wir auch nicht mit, welches raffinierte Spiel der Held mit dem FBI spielt, also auch hier „Spannung = Fehlanzeige“. Endlich, erst am Ende von Akt 2, findet Mercer etwas heraus, was sie in einen starken inneren Konflikt bringt und erfreut schrie ich auf: „Jaaa, endlich ein Konflikt!“, aber dieser wird so schnell wieder aufgelöst wie er entstanden ist, und auch hier vergibt der Autor viel Potenzial. Das Ende wird dann viel zu hastig erzählt, endlich wechselt es wieder in Bruces Perspektive, aber viel zu spät wie ich finde, denn der Leser hat den Braten bereits gerochen. Und es bleibt nur noch eine Frage offen, die im Epilog noch schnell abgehandelt wird, obwohl hier Bruces Verhalten für mich nicht nachvollziehbar ist. Schade für so viel verschenktes Potenzial, es hätte eine viel spannendere Auflösung gegeben, die ich natürlich hier leider nicht verraten kann. Fazit: Grisham scheint sich schwer zu tun, wenn er nicht in seinem Justiz-Genre schreibt. Hier gibt er den Lesern Schreibtipps, ohne jedoch selbst die Regeln der Dramaturgie zu beachten: dass die Antagonisten zu kurz kommen und der Mangel an Konflikten (ein einziger innerer Konflikt am Ende wird zu schnell aufgelöst) führen dazu, dass die Spannung im Mittelteil versandet. Das interessante Thema (Buchhandel/Schriftstellerei) kann zwar zum Glück die Lücke füllen, aber leider über das etwas enttäuschende Ende nicht hinweg trösten. Ich vergebe 3,5 Sterne und sage: schade, viel Potenzial verschenkt!

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    • 3
  • Ein originelles Augenzwinkern

    Das Original
    Ro_Ke

    Ro_Ke

    31. August 2017 um 14:51

    Klappentext (Lovelybooks): Ein Coup, der die Buchwelt erschüttert. In einer spektakulären Aktion werden die handgeschriebenen Manuskripte von F. Scott Fitzgerald aus der Bibliothek der Universität Princeton gestohlen. Eine Beute von unschätzbarem Wert. Das FBI übernimmt die Ermittlungen, und binnen weniger Tage kommt es zu ersten Festnahmen. Ein Täter aber bleibt wie vom Erdboden verschluckt und mit ihm die wertvollen Schriften. Doch endlich gibt es eine heiße Spur. Sie führt nach Florida, in die Buchhandlung von Bruce Cable, der seine Hände allerdings in Unschuld wäscht. Und so heuert das Ermittlungsteam eine junge Autorin an, die sich gegen eine großzügige Vergütung in das Leben des Buchhändlers einschleichen soll. Doch die Ermittler haben die Rechnung ohne Bruce Cable gemacht, der überaus findig sein ganz eigenes Spiel mit ihnen treibt. Meine Meinung: Dieses ist mein erstes gelesenes Buch von John Grisham und mir ist bewusst, dass es sich thematisch nicht mit seinen bekannten Justizthrillern vergleichen lässt. Zu diesem Buch habe ich gegriffen, da mich das in der „Bücherwelt“ angesiedelte Thema angesprochen hat und mich der Umgang eines Autors damit interessiert.  John Grisham schafft es bereits auf den ersten Seiten ein hohes Maß an Spannung aufzubauen. Unglaublich fesselnd beschreibt er einen ebenso ungewöhnlichen, wie perfekt inszenierten Raubüberfall in der Bibliothek Princeton. Auch den Tätern verleiht er dabei greifbare Persönlichkeiten. Man könnte nun kritisieren, dass es der Geschichte danach deutlich an Spannung fehlt aber die Art und Weise, wie der Autor den Weg der gestohlenen Manuskripte aufzeigt, hat mich als Leser unglaublich gut unterhalten können. Auf diesem Weg macht der Leser Bekanntschaft mit allerlei skurrilen Figuren aus der Literaturszene. Ich weiss natürlich nicht, ob es lebende Vorbilder gibt aber ich denke John Grisham hatte bei ihrer Darstellung sicher große Freude. Insbesondere im schillernden Charakter des Buchhändlers Bruce Cable, habe ich sofort einen Sympathieträger für mich finden können. Sein Lebensweg bis zum Kauf der Buchhandlung auf einer Insel in Florida, wird sehr glaubhaft und humorvoll dargestellt.  Grishams Beschreibung dieser Buchhandlung dürfte jeden Buchliebhaber ebenso glücklich machen, wie er es bei mir geschafft hat. Das ist ein Schauplatz an dem sich stundenlang verweilen lässt.  Sehr unterhaltsam werden die Ermittlungen dargestellt und man gerät immer mehr in einen ähnlichen Konflikt, wie auch die auf Bruce Cable angesetzte Autorin Mercer. Es fällt schwer, Cables Charme nicht zu verfallen obwohl er sich angeblich eines schweren Verbrechens schuldig gemacht hat.   Mit dem Ende seines Romans konnte mich John Grisham positiv überraschen und gab der Geschichte einen befriedigenden Abschluss. Fazit: Eingefleischte Grisham-Leser könnten schlussendlich enttäuscht sein. Mich hat dieser Roman aber restlos begeistert und ich verdanke ihm eine sehr unterhaltsame Lesezeit, der man sicher auch mit einem kleinen Augenzwinkern begegnen sollte. 

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