Die Jury

von John Grisham 
4,2 Sterne bei492 Bewertungen
Die Jury
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Positiv (396):
ErbsenundKarottens avatar

Ein Meisterwerk! Auf keiner Seite langweilig!

Kritisch (13):
K

Eigentlich bin ich ein Fan des Autors. Das Buch war ok aber hat nicht meine Erwartungen erfüllt.

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Inhaltsangabe zu "Die Jury"

Gerechtigkeit oder Rache?

Ein zehnjähriges Mädchen wird brutal misshandelt und vergewaltigt. Ihr Vater, Carl Lee Hailey, übt Selbstjustiz und tötet die geständigen Täter, als sie nach einer ersten Anhörung den Gerichtssaal verlassen. Mord oder Hinrichtung? Gerechtigkeit oder Rache? Das Verfahren gegen Hailey gerät zum Sensationsprozess. Staatsanwalt und Richter sind Weiße, Hailey ist ein Schwarzer.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453417908
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:10.03.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 03.03.2014 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: John Grishams Debüt ist packend und sehr gut geschrieben. "Die Jury" gehört mit zu seinen besten Justizthrillern.
    Packender Justizthriller - sehr gut geschrieben

    Band 1 um Anwalt Jake Brigance

    Die 10-jährige Tonya Hailey ist gerade auf dem Heimweg, als sie von zwei Männern überfallen und brutal misshandelt wird. Das Mädchen ist schwer verletzt, die Täter bald darauf gefasst. Doch Carl Lee Hailey, der Vater von Tonya, ist eine Verurteilung nicht genug: Nach einer Anhörung vor Gericht erschießt er die beiden Täter noch im Gerichtsgebäude. War es Mord oder Hinrichtung? Rache oder Gerechtigkeit? Die Verteidigung von Carl Lee Hailey übernimmt der junge Anwalt Jake Brigance, der damals auch schon dessen Bruder in einer anderen Anklage erfolgreich verteidigt hat. Das Verfahren wird schließlich zum Sensationsprozess: Denn Richter und Staatsanwalt sind Weiße, Hailey ist ein Schwarzer. Alte Rassenkonflikte brechen auf, die Menge brodelt…Wie wird die Jury entscheiden?

    Kurz vor zwei Uhr am Montagnachmittag trat er durch die Verandatür und zündete sich eine Zigarette an. Eine seltsame Stille umhüllte das Zentrum von Clanton im Staat Mississippi.“ – Seite 91

    „Die Jury“ erschien erstmals im Jahr 1989 (die deutsche Ausgabe im Jahr 1992) und ist John Grishams erster Roman. Er gehört neben „Die Firma“ und „Der Regenmacher“ mit zu seinen besten Justiz-Thrillern. Die Geschichte spielt im fiktiven Ort Clanton in Mississippi und ist von Anfang an ergreifend und dramatisch: Nachdem zwei weiße Männer seine Tochter brutal vergewaltigt haben, erschießt der Vater Carl Lee Hailey die beiden Täter. Der Prozess gegen ihn schlägt große Wellen – Medien aus dem ganzen Land reisen an und es wird schnell klar, dass sich die Lage in dem kleinen Ort bald dramatisch zuspitzen wird. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite flüssig zu lesen –die Dialoge der sehr gut ausgearbeiteten Charaktere sind packend geschrieben, auch die Abschnitte der Gerichtsverhandlungen sind unheimlich interessant zu verfolgen. Es wird oft erschreckend, wenn man liest, was in machen Menschen vorgeht - gerade die ersten Seiten sind schockierend – doch es gibt auch immer wieder Hoffnung. Der Prozess gegen Carl Lee Hailey selbst ist packend, dramatisch und überraschend.

    „Die beiden Gruppen musterten sich gegenseitig und warteten darauf, dass irgend etwas geschah. Alle wollten vermeiden, was sich nun anbahnte. Die einzigen Geräusche waren das Schluchzen des Mädchens, der Mutter und des jüngsten Bruders.“ – Seite 94

    Mein Fazit: John Grishams Debüt ist nun schon über fünfundzwanzig Jahre alt und hat von seiner Intensität bis heute nichts verloren. „Die Jury“ ist detailreich ausgearbeitet, Dialoge und die Gerichtsverhandlungen sind packend zu verfolgen. Es wird zwar dramatisch, oft erschreckend und traurig, aber auch die Hoffnung kommt nicht zu kurz. Ein packender Justizthriller, der mit zu John Grishams besten Werken gehört – sehr lesenswert!

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    Katharina_Wallgramvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eigentlich bin ich ein Fan des Autors. Das Buch war ok aber hat nicht meine Erwartungen erfüllt.
    Ein unspektakulärere Grisham Toman

    Die Jury: Nach einer Prutalen Vergewaltigung eines Mädchens erschiesst dessen Vater die beiden Angeklagten Täter. Ein einfacher Anwalt übernimmt seine Verteidigung. Das hin und her im amerikanischen Rechtssystem beginnt. Rassenpolitik und juristisches auf und ab bestimmen das geschehen. Langatmig und wenig überraschend.

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    kusyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannender, ergreifender zum nachdenken und kopfschüttelnder Gerichtskrimi bzw. -roman. Absolut empfehlenswert!
    Ein (sehr) guter Grisham

    Für die Menschen, die gerne Grisham-Bücher lesen ist dies eine absolute Leseempfehlung. Ich muss sagen, dass mich die letzten zwei Bücher, die ich von ihm gelesen hatte nur teilweise überzeugt hatten, und ich deswegen eine lange "Grisham-Pause" eingelegt hatte. Dieses Buch bietet allerdings wieder eine klassischen Gerichtsgeschichte, die mir bei anderen Büchern von ihm so gefallen hatte. 

    Für die Menschen, die noch nie ein Grisham-Buch in der Hand hatten ist es auch eine absolute Leseempfehlung.
    Inhalt ist ein Prozess bei der der Angeklagte die zwei Vergewaltiger seiner kleinen Tochter in Selbstjustiz erschoss. Er ist schwarz, die erschossenen weiß. Genauso wie die Jury, die Anwälte und der Richter. 
    Es geht hier also um mehr als nur die Frage inwieweit die Ermordung aus Rache gerechtfertigt oder gar entschuldigt werden kann.Es gibt in dem 1989 verfassten Roman (also zu einer Zeit in der "schwarz" und"weiß" eine noch gewichtigere Rolle gespielt hat) sehr viele verschiedene Facetten. Wir haben neben der Frage nach der Selbstjustiz und dem Rassenkonflikt vor allem auch die Interessen der handelnden Personen (Richter, Anwalt, Verteidiger, etc.), die ihr Handeln seltener danach ausrichten einen fairen Prozess zu führen und zu einem fairen Urteil zu gelangen, sondern eher darauf schauen, was ihnen persönlich mehr Klienten, eine erfolgreiche Wiederwahl o.ä. bietet. Außerdem werden auch die "Rassenkämpfe" die in der Gesellschaft (im Bezug auf diesen Fall) ereignen erläutert.

    Dieser Roman ist gut, aber nicht zu kompliziert oder verwirrend geschrieben, hat eine gewisse Spannung (ohne dass sie einen auch nur ansatzweise ängstigt), und zeigt ein erschreckend real wirkendes (der Autor war selbst Anwalt und kennt sich in diesem Bereich also bestens aus) Verfahren mit all seinen Nebenschauplätzen. 

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    SaSu13s avatar
    SaSu13vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schockierende Erzählung über Rassismus und Ungleichheit. Hatte Anfangsschwierigkeiten, aber das Dranbleiben lohnt sich!
    Leider noch heute aktuell

    Inhalt: Gerechtigkeit oder Rache? Ein zehnjähriges Mädchen wird brutal misshandelt und vergewaltigt. Ihr Vater, Carl Lee Hailey, übt Selbstjustiz und tötet die geständigen Täter, als sie nach einer ersten Anhörung den Gerichtssaal verlassen. Mord oder Hinrichtung? Gerechtigkeit oder Rache? Das Verfahren gegen Hailey gerät zum Sensationsprozess. Staatsanwalt und Richter sind Weiße, Hailey ist ein Schwarzer.

    Meine Meinung:

    Zunächst muss ich sagen, dass ich große Startschwierigkeiten mit diesem Buch hatte und es erst im zweiten Anlauf gelesen habe.
    Das Problem lag einfach an der enormen Anzahl von Namen und Personen, die einen schnell den Überblick verlieren lassen.
    Seltsamerweise ging ich hier auch von einem Thriller/Krimi aus, um den es sich aber nicht wirklich handelt.

    Unseren Anwalt Jake mochte ich auf Anhieb (obwohl er mir und sich selbst mit seinem Alkoholkonsum im Laufe des Buches keinen Gefallen getan hat). Das kleine Städtchen und wie es funktioniert wurde sehr umfassend beschrieben und ausgeführt. Leider manchmal etwas zu langatmig.

    Mich hat am meisten beeindruckt (und vor allem schockiert), wie stark Rassentrennung, Rassismus und der Ku-Klux-Klan noch vertreten sein können. Dass dies beschämend und tragisch für die Menschheit ist, muss nicht gesagt werden.

    Trotz 600 Seiten und ein paar langwierigen Passagen bin ich mitgenommen von dieser Geschichte. Erschreckende Gewaltbereitschaft und das juristische System sind Eindrücke, die mir nicht mehr aus dem Sinn gehen werden.

    Ich bewerte dieses Buch von Grisham mit 4 Sternen, weil vor allem der Schluss (Schlussplädoyer und der entscheidende Faktor für die Juryentscheidung) jedem bewusst werden sollte. Ich werde es nicht so schnell vergessen.

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    tob82s avatar
    tob82vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Uneingeschränkt empfehlenswert
    Uneingeschränkt empfehlenswert

    "Die Jury" ist mehr als nur ein spannender Gerichts-Thriller. Es ist ein Roman über die Grundfragen der Demokratie und des Rechtssystems: ein zehnjähriges schwarzes Kind wird in Claton, Mississippi, von zwei jungen weißen Männern vergewaltigt und fast zu Tode geschlagen. Als sie vor Gericht gestellt werden, erschießt der Vater des Mädchen beide Männer mit einem M16. Daraufhin wird er festgenommen und ihm droht die Todesstrafe. Ein junger weißer Anwalt, der bereits den Bruder des Vaters in einem Mordprozess vertreten hat, übernimmt praktisch ohne Bezahlung, dafür aber mit viel Hingabe, die Verteidigung. Vor allem aufgrund des Rassenkonflikts wird der Fall landesweit bekannt und diverse Interessengruppen versuchen, auf das Geschehen Einfluss zu nehmen. Dabei ist in erster Linie der "Ku-Klux-Klan" zu nennen. Er schreckt vor nichts zurück, um eine Verurteilung des "Niggers" herbeizuführen. Auf der anderen Seite wittern Staranwälte und schwarze religiöse Führer ihre Möglichkeit, ein Stück vom "Kuchen des Ruhms" abzubekommen.

    Grisham zeigt hier auf spannende, häufig auch erschreckende Weise, wie gesellschaftliche Normen und Einstellungen auf das amerik. Rechtssystem einwirken und wie vielfältig die Einflüsse sind, die einen Prozess beeinflussen können. Nicht zuletzt stellt er auch die Frage nach der Gerechtigkeit: ist es gerecht, wenn ein Vater die Vergewaltiger seiner 10jährigen Tochter ermordet? Ist das nicht vielleicht menschlich nachvollziehbar? Was ist humaner: sein ganzes Leben im Gefängnis verbringen zu müssen oder hingerichtet zu werden?

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    SerenaSvor 3 Jahren
    Noch immer ein Thema- sehr gut umgesetzt!

    Eines der besten Bücher des Autors. Auch wenn die Rassentrennung seit Jahrzehnten aufgehoben wurde, ist der Hass weiterhin in den Herzen mancher Menschen verwurzelt. Im Roman kommt die unterschiedliche Behandlung zwischen den Rassen gut zum Tragen. Auch heute noch ist das Thema aktuell.
    Fazit: Wer Grisham mag - lesen! Wer Interesse an Justiz-Krimis hat- auch unbedingt lesen
    Die Verfilmung wurde übrigens gut umgesetzt und ist auch absolut sehenswert

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    Yennys avatar
    Yennyvor 3 Jahren
    Eines meiner Lieblingsbücher Grisham's!

    Clanton, eine Kleinstadt im Bundesstaat Mississippi:
    Die zehnjährige Tonya Hailey wird von zwei Betrunkenen brutal vergewaltigt. Sie überlebt - schwer verletzt an Körper und Seele. Daraufhin macht ihr Vater Carl Lee Hailey etwas, was vielleicht viele Eltern in dieser Situation gerne tun würden: er verübt Selbstjustiz und erschießt die beiden Täter noch im Gerichtsgebäude. Ein Sensationsprozeß wird eröffnet, denn Tonyas Familie ist schwarz und die beiden Täter weiß.  Und Clanton ist eine Stadt, in der der Haß gegen Schwarze allgegenwärtig ist.Der junge Anwalt Jake Brigance wittert DIE Chance, durch diesen Prozeß die große Karriere zu machen.

    Grisham hat die Story toll geschrieben und führt einen nicht nur durch das amerikanische Rechtssystem. Denn es get auch um persönliche Interessen von Richter und Staatsanwalt und das Spiel der Presse. Und immer wieder taucht sie auf - die Rassenfrage. Man fiebert mit, ist hin- und her gerissen zwischen Recht und Unrecht. Als Mutter einer gleichaltrigen Tochter kann ich mit Carl Lee sehr gut mitfühlen. Doch ist Selbstjustiz der richtige Weg? Wird er freigesprochen, gerät das Rechtssystem ins Wanken und andere werden seinem Beispiel folgen.


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    A
    Arikavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr bewegend, nervenaufreibend,spannend, teilweise ziemlich heftig für jüngere Leser
    Mein erster "richtiger" Grisham-Roman...

    Inhalt:

    Ein zehnjähriges Mädchen wird brutal misshandelt und vergewaltigt. Ihr Vater, Carl Lee Hailey, übt Selbstjustiz und tötet die geständigen Täter, als sie nach einer ersten Anhörung den Gerichtssaal verlassen. Mord oder Hinrichtung? Gerechtigkeit oder Rache? Der Anwalt Jake Brigance verteidigt Hailey, da ihm die ganze Sache sehr nahe geht. Das Verfahren gegen Hailey gerät zum Sensationsprozess. Staatsanwalt und Richter sind Weiße, Hailey ist ein Dunkelhäutiger.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch war mein erster "richtiger" Grisham-Roman (davor hatte ich lediglich 'Touchdown' genossen), den ich gelesen habe und besonders am Anfang, aber teilweise auch später, fand ich in ziemlich heftig. Besonders eben die erste Szene, die ging mir ziemlich an die Nieren. Zu dem Zeitpunkt war ich, glaube ich 13 oder so, und dafür war dieses Buch (da ich vorher nie in dieser Sparte gelesen habe) ziemlich krass. Es ist ein sehr ehrlicher Roman, der Probleme aufzeigt und behandelt, die leider noch immer häufig in der Realität auftreten. Es ist sehr spannend und fesselnd geschrieben, und man sollte den ganzen Tag Zeit haben zu lesen, denn es ist kein Spaß, dieses Buch vor Beendigung aus der hand zu lesen.

    Einfach nur zu empfehlen, allerdings erst ab 15 Jahren.

    Arika

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    Callsos avatar
    Callsovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Vom Meister eine Art Meisterwerk - Grisham ist der Größte!
    Vergeltung nach Vergewaltigung - die Jury muss entscheiden...

    Der erste Roman von John Grisham. Dieser war quasi die Eintrittskarte in den Olymp der großen Schriftsteller. Ein Roman, der so viele Themen abdeckt. Mord, Selbstjustiz, Gerichtsschlacht, Justizdrama, Rassenkonflikt, und Anwaltsstory.

    Eine hohe Bandbreite in einem intensiven Drama.

    Vergewaltigung, Vergeltung, eine verbale Schlacht im Gericht, Klu-Klux Klan, Finanzprobleme, Auswahl der Jury und eine Prozess, der ganz umfangreich geschildert wird.

    Jack Brigance vertritt als junger Anwalt Carl Lee Hailey, der die beiden Vergewaltiger seiner 10jährigen Tochter vor Gericht kaltblütig ermordet hat. Erwartet ihn im großen Prozess die Gaskammer oder sogar ein Freispruch?  Eine 12köpfige Jury muss entscheiden.

    Doch der junge Anwalt wird bei umfangreichen Rassenunruhen bedroht.  Drohungen, Brandanschlag, Mordanschlag - es geht heiß her in Mississippi.

    570 pralle Seiten. Und es kommen kaum Längen auf.

    Ein starkes Stück Roman, weil auch die Charaktere so stark und so überzeugend dargestellt sind. Grisham ist ein Meister, dieses Buch ist ein hervorragender Beweis.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Fall, der das County spaltet. Mir persönlich war es zu wenig Gericht und zu viel "das böse böse Justizsystem". Dennoch lesenswert!
    Was würden Sie tun, wenn Ihrer Tochter unermessliche Schmerzen zugefügt wurden?

    Die 10-jährige Tonya Hailey wird von 2 Männern brutal vergewaltigt. Ihr Vater Carl Lee sinnt auf Rache und erschießt die beiden Täter, als diese aus dem Gericht geführt werden sollen. Jake Brigance, ein recht junger Anwalt, übernimmt die Verteidigung von Carl Lee. Doch wird er eine Chance haben? Denn schließlich ist Carl Lee schwarz, der Richter, die Jury und der Staatsanwalt aber weiß...


    Unglaublich, aber wahr: "Die Jury" war mein erster Roman von John Grisham. Schon länger kenne ich die Verfilmung des Buches und habe nun auch die Vorlage gelesen. Begeisterung hat das Werk nicht bei mir ausgelöst, aber es ist ein solider, gut geschriebener Gerichtsthriller.


    Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man sowohl dem Anwalt Jake, als auch Carl Lee oder auch den Anhängern des Ku-Klux-Klans. Diese Mischung empfand ich als sehr gelungen, da man so den Fall von allen Seiten betrachten konnte.


    Die Verhandlung über Carl Lee nimmt nur einen sehr geringen Platz im Roman ein. John Grisham verwendet viel Zeit darauf zu zeigen, wie es überhaupt zu dem Verbrechen kam. Das fand ich sehr gut. Allerdings verwendet er auch enorm viel Zeit darauf zu zeigen, wie korrupt, schlecht und verdorben das Justizsystem im Süden der USA ist. Da werden Jurymitglieder bestochen, Akten ohne Einverständnis gesichtet und gesoffen bis zum Umfallen. Auch wenn Grisham aus der Branche kommt und das Buch nun auch schon gut 20 Jahre alt ist, fand ich so manche Beschreibung arg übertrieben. Teilweise waren Jake und seine Anwaltskollegen gar nicht mehr nüchtern und traten teilweise sogar vor Gericht leicht angetrunken auf. Zwar sagt man, dass Übertreibung anschaulich mache, doch das war zu viel des Guten.


    Die Zusammenhänge, die zu verschiedenen Verbrechen und Vorfällen geführt haben, fand ich sehr gut herbeigeführt und beschrieben. Hier merkt man sehr deutlich, dass der Autor sich in dem Gebiet meisterhaft auskennt.


    Das Ende war für mich, da ich den Film kenne, nicht mehr überraschend, allerdings führt im Roman eine andere Vorgehensweise zum Urteil als im Film. Und ich muss zugeben, dass mir der Romanausgang um einiges realistischer erscheint.


    Der Stil von John Grisham ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist unaufgeregt, sachlich und leicht distanziert. Daher fiel es mir auch schwer, mich mit den Figuren zu identifizieren.


    Fazit: auch nach 20 Jahren ist der Roman lesenswert, aber für mich kein Meisterwerk.

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