John Harvey

 3.6 Sterne bei 165 Bewertungen
Autor von Schrei nicht so laut, Schau nicht zurück und weiteren Büchern.

Lebenslauf von John Harvey

John Harvey, 1938 in London geboren, wurde durch Drehbücher für britische Krimiserien, vor allem aber durch seine Krimis, Erzählungen und seine Lyrik bekannt. Er erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen, zuletzt u. a. den »Diamond Dagger« für sein Lebenswerk. Harvey lebt in Nottingham.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von John Harvey

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Buchformat:
Cover des Buches Schrei nicht so laut9783423209564

Schrei nicht so laut

 (52)
Erschienen am 01.01.2007
Cover des Buches Schau nicht zurück9783423210126

Schau nicht zurück

 (16)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Schlaf nicht zu lange9783423210645

Schlaf nicht zu lange

 (15)
Erschienen am 01.06.2008
Cover des Buches Tiefer Schnitt9783423211468

Tiefer Schnitt

 (12)
Erschienen am 01.06.2009
Cover des Buches Der Kinderfänger9783423421812

Der Kinderfänger

 (11)
Erschienen am 21.06.2013
Cover des Buches Verführung zum Tod9783423211123

Verführung zum Tod

 (12)
Erschienen am 01.01.2009
Cover des Buches Das Fleisch ist schwach9783423212793

Das Fleisch ist schwach

 (6)
Erschienen am 01.04.2011
Cover des Buches Splitterndes Glas9783423213226

Splitterndes Glas

 (6)
Erschienen am 01.10.2011

Neue Rezensionen zu John Harvey

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Rezension zu "Unter Tage" von John Harvey

There is Power in a Union!
Pashtun Valley Leader Commandervor 2 Jahren

Gefühlt der zehnte Band um den netten Mister Resnick (migrantisch kommen die Vorfahren aus Polen), der friedlich still und leise in Nottingham vor sich hin ermittelt.

John Harvey ist fast in die Jahre gekommen, hat die 80 geknackt und zeigt den vorschussgemästeten Drehbuchautoren und Bestsellerautoren, dem jungen Gemüse noch einmal so richtig, wo der Hammer hängt.

Er wohnt iin Nottingham, eine Katze seines Rudels, welches früher seine Partnerinnen in den Wahnsinn trieb hat überlebt, verbraucht weiterhin Sauerstoff und so ganz langsam schickt sich Herr Resnick an die letzten Dinge zu ordnen.

Nein, die Füsse hoch packen, Möwen füttern, Enten vergiften ist nicht wirklich seins....

Als Rentner hat er neue freie Kapazitäten und beginnt als nunmehr "ziviler" Mitarbeiter wieder im Nottinghamer Polizeipräsidium.

Es gibt eine "Neue". Deren Elttern kommen aus Kenia, die junge Dame hat einen Uniabschluss, ist gross gertenschlank und somit gut geeignet einen verschlafenen Polizeiposten am Rande des Universums irgendwo zwischen Mid-, Low- und Highlands in Aufregung zu vesetzen....

Manchmal sind weisse Männer doch überfordert, wenn sie von einer jungen Dame Befehlen empfangen sollen, die gefühlt vierzig Jahre jünger ist, als der Rest des Rudels. Wenn man von Mittarbeitern umgeben ist, die letzten Jahre damit verbracht haben nicht von der ersten Stufe der Karrierleiter hinunter zu fallen verspricht dies "sehr spannend" zu werden.....

Wir tauchen ein in einen der zentralen grossen Konflikte der 80er Jahre in England... Jener Konflikt, in dem die Wurzeln für UKIP, National Front und die Zerschlagung emanzipatorischer Bewegungen in England gelegt wurden....

Im Hinterhof einer Zechensiedlung wird unter den Terrassenfliesen die Leiche einer seit dreissig vermissten Hausfrau gefunden. Mutter von drei Kindern, Aktivistin im Bergarbeiterstreik...

Resnick begibt sich auf eine Zeitreise. 1984 war er für Informationsbeschaffung über die Streikenden, die NUM und die Geldflüsse verantwortlich. Böse Menschen würden von Spitzeltätigkeit reden. Immer wohl hat sich dabei nicht gefühlt, aber sometimes a man hast to do, what a man hast too do.....

Harvey gelingt es ein Stück britische Zeitgeschichte zum Gegenstand ein sehr fein gestrickten Stückes Kriminalliteratur zu verweben. Es ist kein stunpfes "Who dunnit", sondern die Beschreibung einer angekündigten Katatstrophe in einem düsteren Kammerspiel, an deren Ende sich wieder bestätigt, dass die meisten Tötungsdelikte Beziehungstaten sind und die Verwandschaft und der ekannten-/Freundeskreis einer der gefährlichsten Plätze auf diesem Planeten sind.

Wer auf der Suche nach einem wirklich guten Stück britischen Kriminalhandwerks ist, in dem als Nebenstrang ein arrogantes iranisches Stück Scheisse sein Unwesen verbreitet, dem sein "Unter Tage" ans Herz gelegt und anempfohlen....


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Rezension zu "Unter Tage" von John Harvey

Das Beste zum Schluss
Haversvor 3 Jahren

Im März 1984 nimmt ein Ereignis seinen Lauf, das die britische Nation nachhaltig und für immer verändern wird. In den Kohlerevieren Nord- und Mittelenglands werden Zechen geschlossen und Arbeitsplätze im großen Stil vernichtet. Die Rentabilität ist hier nur zweitrangig, in erster Linie geht es Premierministerin Thatcher um die Entmachtung und Zerschlagung der Gewerkschaften. Und sie nimmt dafür bewusst die Verelendung der Bergarbeiter in Kauf, damit die ihre politischen Ziele durchsetzen kann (eindrücklich geschildert in dem Roman „GB 84“ von David Peace, auf den John Harvey auch in seinem Nachwort hinweist).

Soweit der Hintergrund für John Harveys Kriminalroman „Unter Tage“ (Originaltitel „Darkness, Darkness“). Handlungsort ist das fiktionale Bledwell Vale, eine Kleinstadt im Kohlerevier, gelegen im nördlichen Nottinghamshire, der Region, in der sich die Kumpel im Streik befinden. 1984 der Einsatzort von DI Charlie Resnick, der dort im Undercover-Einsatz für eine Unterabteilung von Scotland Yard Informationen über die streikenden Bergarbeiter sammeln und die Geschehnisse im Auge behalten soll. Dabei lernt er auch die Hardwicks kennen, eine Familie, die symbolisch für die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Streik steht. Auf der einen Seite Barry, der weiter seiner Arbeit nachgehen will und muss, weil sein Lohn das Überleben sichert und sich deshalb weigert zu streiken. Dessen Frau Jenny ist allerdings anderer Meinung und wandelt sich von der treusorgenden Mutter zur kämpfenden Aktivistin, aktiv im Streikkomitee, die eines Tages spurlos verschwindet.

Dreißig Jahre später werden durch einen Skelettfund die Ereignisse der damaligen Zeit wieder aufgewühlt. Da er damals vor Ort war, wird Resnick, wenngleich bereits im Ruhestand, reaktiviert und der leitenden Ermittlerin Catherine Njoroge zur Seite gestellt. Und für ihn gilt es nun, nicht nur einen Todesfall aufzuklären, sondern er muss sich auch seiner Vergangenheit stellen.

Charlie Resnicks letzter Fall wird von John Harvey in zwei Zeitebenen erzählt, was den besonderen Reiz dieses Kriminalromans ausmacht, veranschaulicht er doch sehr detailliert die Entwicklung, die sein Protagonist im Laufe der Zeit durchlaufen hat. Diese Konfrontation mit seiner eigenen Vergangenheit als Ermittler ist für ihn nicht immer schmerzfrei, denn auch er muss sich seinen eigenen Versäumnissen stellen. Aber der Autor verharrt nicht in der Rückschau, sondern bringt die Geschichte seiner Hauptfigur gut ausbalanciert zwischen dem Gestern und dem Heute zu einem Ende – Fall gelöst, auch wenn damit nicht alles gut ist.

Ein schmerzhaftes Kapitel der englischen Zeitgeschichte, verwoben mit einem spannenden Kriminalfall, meisterhaft von einem großartigen Autor in Szene gesetzt. Lesen!

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Rezension zu "Unter Tage" von John Harvey

Unter Tage
twentytwovor 4 Jahren

Als in dem kleinen Dorf Bledwell Vale bei Abbrucharbeiten eine Frauenleiche gefunden wird, ist das Entsetzen groß. Als wenig später feststeht, dass es sich bei der Toten um Jenny Hardwick handelt, die im Jahr 1984 während des Bergarbeiterstreiks spurlos verschwunden ist, gewinnt der Fall zunehmend an Brisanz. Um zu verhindern dass im Laufe der Ermittlungsarbeiten etwas zutage kommt, dass ein schlechtes Licht auf die damaligen Polizeieinsätze werfen könnte, wird eine Sondereinheit gegründet um direkt vor Ort die Ermittlungsarbeiten zu übernehmen.

Chief Inspector Charlie Resnick, der damals zur Überwachung der hochexplosiven Streikszene vor Ort war und Jenny gekannt hat, wird dem Team hierbei als wichtiger Berater zugeteilt. Die Recherchen gestalten sich überaus schwierig. Viele wichtige Zeugen sind inzwischen weggezogen, gestorben oder unauffindbar. Trotzdem gelingt es Resnick und der leitenden Ermittlerin Catherine Njoroge genügend Material zu sammeln um den Fall voranzubringen. Doch erst durch einen ganz neuen Gedankenansatz gelingt es ihnen, die Indizien richtig zu deuten und den Fall zu lösen.  

Fazit
Ein ungewöhnlicher Kriminalroman, bei dem die aktuellen Ermittlungsarbeiten um Szenen mit dem damaligen Geschehen ergänzt und ausgebaut werden. Dadurch entsteht ein sehr eindrucksvolles Bild des „Britischen Bergarbeiterstreiks 1984/85“ der durch die damalige Regierung Thatcher ausgelöst wurde.

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