"Hans wurde bewusst, dass ringsum Stille eingekehrt war: Die Vögel waren verstummt; der Wind war abgeflaut; das Laub raschelte nicht mehr. Und als er sich noch einmal umdrehte, geschah es: Kurz bevor Urs zuschlug, blitzte ein grelles Licht auf, und grasgrüne Flammen überrollten die Räuber. Stämme, Äste und Blätter der Pappeln brannten lichterloh. Getreide und Gras brannten. Die Erde brannte."
Auf John Henry Eagles "Der eiserne König" habe ich mich wahnsinnig gefreut, da ich Märchenadaptionen liebe. Doch leider erwies sich dieses als Flop, sodass ich mir wünschte, ich hätte es nie entdeckt.
Schon auf der ersten Seite wusste ich, dass ich mit diesem Buch nicht warm werden würde, sodass ich es nach wenigen Kapiteln bereits wieder zur Seite legte. Grund hierfür war der Schreibstil, welcher in Märchenform gehalten wurde, wogegen grundsätzlich nichts einzuwenden ist. Doch der Autor scheint seine ganze Energie auf diese Sache gerichtet zu haben, wodurch die Beschreibungen selbst vollkommen auf der Strecke blieben. Stattdessen zieht die Geschichte am Leser vorbei und lässt ihm keine Zeit, sich in der Geschichte zu verlieren. Dadurch musste auch die Spannung spürbar leiden, da diese quasi nicht existent war. Oftmals hatte ich das Gefühl, durch die Seiten gescheucht zu werden und war dementsprechend froh, als ich "Der eiserne König" zuklappen, zur Seite legen und vergessen konnte.
Die Charaktere sind ebenso nichtssagend und haben abgesehen von ihrer "Superkraft" und einer klitzekleinen Hintergrundgeschichte nichts aufzuweisen. Flach, undetailliert und absolut unsympathisch. Außerdem geschah es immer wieder, dass ich die einzelnen Charaktere miteinander verwechselte und das bis zum Schluss. Ein absolutes No-Go für ein Buch!
Einziger Lichtblick in John Henry Eagles Debütroman waren die Wesen und Kreaturen, die er in seine Geschichte einbaute. Man kann ihm vieles vorwerfen, aber mangelnder Einfallsreichtum gehört gewiss nicht dazu. So präsentiert er dem Leser düstere Kreaturen, die durchaus Lust auf mehr machen und zudem das einzige waren, was mich durchhalten ließ. Allerdings gehen diese komplett in den Mängeln unter, genauso wie die kleinen Parallelen zu verschiedenen Märchen.
Die Geschichte selbst verlief ebenso nichtssagend und lieblos wie die Charaktere. Der Schreibstil war hier der ausschlaggebende Punkt, da - wie oben bereits erwähnt - seine Schnelligkeit dazu führte, dass die Geschichte am Leser vorbeizischt. Spannung oder auch ein Abtauchen darin waren also unmöglich. Die Wendungen gestalteten sich plump und waren absolut uninteressant, da ich nach wenigen Seiten bereits die Motivation verloren hatte. Tatsächlich musste ich mich schon seit langer Zeit nicht mehr so durch ein Buch quälen wie durch "Der eiserne König".
Fazit: Ich mache es kurz: Lasst die Finger davon!