John Higgs Alles ist relativ und anything goes

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Inhaltsangabe zu „Alles ist relativ und anything goes“ von John Higgs

Auf fast allen Gebieten wurden im 20. Jahrhundert Entdeckungen gemacht oder Ideen entwickelt, die unser Bild vom Universum und von uns selbst auf den Kopf gestellt haben. Alles schien neu, nichts unmöglich: Maschinen, die denken, Hunde im Weltall und Menschen auf dem Mond. Alte Gewissheiten büßten ihre Geltung ein, hergebrachte Autoritäten verloren ihre Macht. Die Welt wollte kein Zentrum mehr kennen.
Auf seine ganz eigene Weise führt John Higgs durch dieses Jahrhundert der Genies und der Gurus. Er erläutert die Relativitätstheorie anhand eines fallenden Würstchens, erzählt von Satanisten im Raumfahrtprogramm der Amerikaner und geht der Frage nach, ob ein Schmetterling in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen kann. Das ist alles unglaublich seltsam und ziemlich wahnsinnig. Ein Buch wie ein Trip.

So wird Geschichte lebendig

— mysticcat

Netter Versuch ein interessantes & unterhaltsames Buch mit historischem Input zu schreiben.Leider war es zu oberflächlich & schweifte ab.

— Salliano

Mein Allgemeinwissen hat sich durch dieses Buch gefühlt verdoppelt.

— elohweih

Mein Allgemeinwissen hat sich durch dieses Buch gefühlt verdoppelt.

— elohweih

Faszinierend unkonventioneller, künstlerisch und soziologisch geprägter Blick auf die rasante Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts.

— thursdaynext

Tolles Buch, innovativ, witzig und informativ. So müssen Sachbücher sein!

— eleisou

Eine unterhaltsame Reise durch das 20. Jahrhundert

— Schugga

spannender, informativer und unkonventioneller Blick zurück ins 20. Jahrhundert

— Valilu

Nützlich und witzig!

— wandablue

So interessant hab ich Geschichte noch nie erlebt!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • So wird Geschichte lebendig.

    Alles ist relativ und anything goes

    mysticcat

    08. January 2017 um 08:20

    Das Buch „Alles ist relativ und anything goes“ von John Higgs ist im März 2016 im Insel Verlag als Taschenbuch und Hörbuch erschienen. Obwohl ich mich nicht für Zeitgeschichte interessiere, hat es das Buch mit dem Aufhänger „Alles ist relativ“ geschafft, mich zum Lesen zu verführen. Worum geht es? In 15 Kapiteln von Kunst über Relativitätstheroie, Wirtschaft, Politik und SciFi werden die historischen Meilensteine des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Teilweise gibt es Zeitsprünge auf davor und auch der Bezug zur Gegenwart wird hergestellt. Historische Fakten werden dabei mit biografischen Inputs oder witzigen Vergleichen erklärt. Meine Meinung: Obwohl ich mich nicht für Geschichte erwärmen kann, finde ich dieses Buch toll. Einfach und oberflächlich wird das 20. Jahrhundert umrissen. Sogar Themen wie Kunst, die mich normalerweise gar nicht interessieren, haben es geschafft, mich hier zu fesseln. Ich konnte mir dadurch viel Wissen aneignen und habe nach dem Hören das Gefühl, endlich den Zusammenhang zwischen den einzelnen Errungenschaften verstanden zu haben. Was mir, neben den naturwissenschaftlichen Themen, die ich aber ohnehin schon zur Genüge kenne, sehr gut gefallen hat, war die Erklärung der Haltung der Menschen aus einigen Geburtsjahrgängen. Dadurch ist mir die unterschiedliche Lebenseinstellung meiner Generation (1980er) und der beiden Generationen davor bewusst geworden und durch das Kapitel über neue Medien habe ich auch ein besseres Verständnis für die Jugendlichen gewonnen, die in der heutigen Zeit aufwachsen.   Fazit: Das Buch über das 20. Jahrhundert für Menschen, die normalerweise nicht viel mit Geschichte am Hut haben.

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  • Das 20. Jahrhundert einmal anders

    Alles ist relativ und anything goes

    elohweih

    14. November 2016 um 15:55

    In seinem Buch "Alles ist relativ und anything goes" nimmt John Higgs uns wortwörtlich mit auf eine "Reise durch das unglaublich seltsame und ziemlich wahnsinnige 20. Jahrhundert".In insgesamt 15 Kapiteln erzählt er uns auf verständliche Weise und mit ganz viel Humor von jeweils einer Sache, die das 20. Jahrhundert geprägt hat. Sei es die Relativitätstheorie, Schrödingers Katze oder wichtigen historischen Ereignissen und Persönlichkeiten ohne jedoch das zu wiederholen, was man in jedem Geschichtsbuch finden kann. Gleichzeitig weiß er die Dinge aber auch in einen größeren Zusammenhang einzuordnen, sodass man als Leser einen ganz anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse der Vergangenheit bekommt. Durch die Kapitel zieht sich ein roter Faden und die Kapitel nehmen aufeinander Bezug und stehen nicht nur für sich.Außerdem zieht Higgs Vergleiche mit unserer heutigen Gesellschaft, was einen lachend, aber auch nachdenkend zurücklässt. Ich kann mir kaum vorstellen, wie viel Recherche hinter diesem Buch steht. Die Fülle an Informationen ist unglaublich.Ich selbst bin kein Fan von Sachbüchern. Da dieses Buch aber überhaupt kein typisches Sachbuch ist, kann ich es jedem nur empfehlen. 

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  • John Higgs

    Alles ist relativ und anything goes

    thursdaynext

    27. July 2016 um 12:00

    „Was zum Teufel geschah zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der menschlichen Psyche?“ John Higgs hat seine ganz eigene Art diese Frage in seinem Buch „Alles ist relativ and anything goes“ OT: Stranger Than We Can Imagine. Making Sense Of The Twentieth Century zu beantworten. Derart, dass ich mich nach Lektüre begeistert, bereichert, hervorragend unterhalten und fasziniert fühlte. Der OT trifft den Inhalt, wie so oft, übrigens erheblich besser. „Und so sieht unser Plan aus: Wir wollen eine Reise durch das 20. Jahrhundert unternehmen, auf der wir die Hauptstraßen verlassen und in die dunklen Wälder eindringen werden, um dort nach Schätzen zu suchen.“ Der Anfang des Buches verblüffte. Nimmt einen Higgs doch mit in die Tate Modern Gallery in eine Retrospektive Paul Gaugins (gest. 1903), die dankenswerterweise😉 weiterführt in die Abteilung für das 20. Jahrhundert zu Picasso, Dali, Ernst etc.. Künstler die das vergangene Jahrhundert stark geprägt und beeinflusst haben und hier ist bereits die Stärke von Higgs’ „Reise durch das unglaublich seltsame und ziemlich wahnsinnige 20. Jahrhundert“ zu erkennen. Diese Reise führt vorbei an Künstlern der schreibenden Zunft, bildenden Künstlern, Musikern, Politikern, Philosophen, Prominenten des vergangenen Jahrhunderts, Wissenschaftlern, Entdeckern, Rockstars, Flappern, Scharlatanen, Industrialisierung, Digitalisierung, sozialen Netzwerken, Ausflügen in die Vor-und Frühgeschichte, Weltkriege, Mythen, Legenden und und und … Dabei ist es exakt jene Gemengelage die den Reiz der Reise ausmacht mit ihren zahllosen Abstechern, die ungeduldigere oder sehr korrekte Naturen womöglich enervierend finden könnten, die aber das Gesamtbild derart viel- und tiefschichtig, perspektivisch reichhaltig illustrieren, dass ich mich diesem Reiz nicht entziehen konnte. Er beschränkt sich nicht auf geschichtliche Tatsachen und Fakten. Genüsslich und amüsant verknüpft er diese, driftet in philosophisch, soziologisch, künstlerische Betrachtungen ab, beleuchtet dieses Jahrhundert aus vielen verschiedenen Perspektiven en détail. Higgs bereichert und fesselt den willigen Leser mit seinem profunden Wissen, und übersetzt das Schroedingersche Paradoxon (das Gedankenexperiment zur Verdeutlichung der Quantenmechanik) in seine eigene Fassung, die mir wesentlich einleuchtender und nachhaltiger erschien als die ursprüngliche Erklärung. Higgs erläutert, durchleuchtet und demaskiert Gesellschaftskonzepte und Konstrukte auf sehr eigenwillige aber nachvollziehbare Art und Weise. Pickt, verblüffend exakt, die Anfänge der Veränderungen heraus. Forscht jenen Ursprüngen unter Zuhilfenahme von Kunst; Kultur, Geschichte, Wissenschaft nach und es ist unglaublich spannend, meist erhellend und witzig, aus dieser gebotenen Fülle schöpfen zu dürfen. Nebenbei enttarnt er den Neoliberalismus, der wie er feststellt ohne den Individualismus, der im 20. Jahrhundert aufblühte, nicht denkbar gewesen wäre. Belegt, weshalb immerwährendes ökonomisches Wachstum schlicht ein Ding der Unmöglichkeit ist. Bei Lektüre stellt man (ich zumindest) aufgescheucht fest wie ungebildet man tatsächlich ist.😉 Sicher, das Personal und seine Handlungen sind größtenteils bekannt, aber nicht nur bei atonaler Musik und der Schriftstellerin Ayn Rand, Autorin von „Atlas wirft die Welt ab“ und zusammen mit u.a. Alistair Crowley Schöpferin der „Tugend des Egoismus“ musste ich passen. Umso faszinierender die Gedankengänge, die Higgs hier ausbreitet und verfolgt, und wer Muße hat, darf sich anhand des reichhaltigen Index gerne weiterbilden. Ist doch allein schon das Stichwortregister das von A wie Absolutismus, Douglas Adams, Chuck Berry, Beutelwolf; Camus, chinesischem Flußdelphin , Emanzipation, Empfängnisverhütung, Freier Assoziation bis Spaceshuttle, Weltformel, Yeats bis zur Kunst und Literatur im Zweiten Weltkrieg über 10 kleingedruckte Seiten reicht wunderbar abwechslungsreich und verheißungsvoll. All diese und noch weit mehr Themengebiete rund um die Menschheit haben ihren Ursprung im OMPHALOS Mittelpunkt der Welt. Der OMPHALOS: „In der alten Geschichte findet sich ein Konzept, das als Omphalos bezeichnet wird. Der Omphalos ist der Mittelpunkt der Welt, oder genauer das, was die jeweilige Kultur für den Mittelpunkt der Welt hielt. In einem religiösen Kontext betrachtet, war der Omphalos zugleich die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Gelegentlich wurde er auch als Axis Mundi oder als Säule der Erde bezeichnet und physisch durch ein Objekt wie eine Säule oder einen Stein dargestellt. Der Omphalos war ein universelles Symbol, das fast allen Kulturen gemeinsam war, sich aber jeweils an anderen Orten befand.“ Die alten Japaner hielten den Fujiyama für den O, die Sioux die Black Hills, die Griechen Delphi, Rom selbst war es für die Römer, im christlichen Zeitalter war es Jerusalem … und seine Wandlung durch die Zeiten bis zu seiner Entthronung im 21. Jahrhundert. Somit ist der Omphalos, der Nabel der Welt auch der Nabel dieses außergewöhnlichen Sachbuches. und dient als roter Faden an dem sich diese Reise grob orientiert. Und wie so oft gilt hier besonders: DER WEG IST DAS ZIEL. Mein persönliches Fazit, das sich nach der Lektüre regelrecht aufdrängte, war die Erkenntnis, wie sehr Vordenker egal welcher Art eine Gesellschaft unbewusst – denn das geschieht beim Gros der Gesellschaft mittels verschiedenster Medien unbemerkt nebenbei – beeinflussen. Einerseits faszinierend, andererseits, wenn man bestimmte politische Strömungen der Jetztzeit ins Auge fasst, erschreckend. Higgs hingegen verbreitet, am Beginn des 21. Jahrhunderts angelangt, sachten hoffnungsfrohen Optimismus. Dazu setzt er sein Vertrauen in die „neuen Medien“, die laut ihm dazu beitragen der „Zwangsjacke des Individualismus“ diesem „allzu begrenzten Modell“ zu entfliehen. Und so endet dieses fulminante Sachbuch mit den aufmunternden Worten : „Nur Mut“ Diesen wünsche ich auch allen Lesern dieser völlig objektiven Besprechung, die bis hier folgten. Stürzt euch drauf. Lasst euch diese abgefahrene Tour de Force durch das letzte Jahrhundert (Jahrtausend) nicht entgehen. John Higgs fördert sie heraus aus den „…dunklen Flecken der tiefen dichten Wälder im Gelände des 20. Jahrhunderts.“ Betritt “ … Gebiete wie die Relativitätstheorie, den Kubismus, die Schlacht an der Somme, die Quantenmechanik, das ES, den Existenzialismus, Stalin, Bewusstseinserweiterung, die Chaostheorie und den Klimawandel…Wir sind jetzt Bürger des 21. Jahrhunderts. Das Gestern haben wir hinter uns gelassen. Wir sind dabei dem Morgen zu begegnen. Wir sind inzwischen in der Lage uns in den dunklen Wäldern des 20. Jahrhunderts zurechtzufinden.“ Euch viel Vergnügen! Ich gönne mir und der lesefaulen family dieses Happening voller faszinierender, witziger AHA – Erlebnisse nochmals, diesmal als bewusstseinserweiterndes Hörbuch.

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  • Alles ist relativ und anything goes

    Alles ist relativ und anything goes

    eleisou

    23. June 2016 um 22:20

    Ein tolles Buch! Vom Titel, der Aufmachung, dem Hardcover und natürlich nicht zuletzt von seinem Inhalt her. Nicht so oft findet man ein Buch, das einen zum Lesen anregt und gleichzeitig so locker die wichtigsten Erfindungen und Begebnisse erklärt, die im letzten jahrhundert wiederfahren sind. Es handelt sich wirklich um eine interessante Reise durch das 20. Jahrhundert und ich muss sagen, ich habe vieles dazu gelernt und so manches besser verstanden. Man liest ja auch manchmal etwas und vergisst es dann mir der Zeit. So ist dieses Buch bestens geeignet einem kompakt die wichtigsten Ereignisse zusammenfügend zu beschreiben und man kann immer wieder darauf zurückgreifen. Darüber hinaus fand ich den Schreibstil sehr locker und somit las man das Sachbuch, was ja des öfteren eher langweilig ausfällt, sehr gerne. Auch eine schöne Idee zu verschenken. Lehrreich und unterhaltsam zugleich! Volle Punktzahl von mir.

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  • Eine unterhaltsame Reise durch das 20. Jahrhundert

    Alles ist relativ und anything goes

    Schugga

    03. June 2016 um 23:56

    Noch ein weiteres Geschichtsbuch über das 20. Jahrhundert? Ja. Und nein. Denn dies ist kein Geschichtsbuch im klassischen Sinne, vielmehr hat der Autor John Higgs sich ein paar bedeutsame Entdeckungen und Ideen des 20. Jahrhunderts herausgepickt und anhand dessen besagte Zeit erläutert. Dabei entstand eine bunte Mischung aus Weltraum und Mondlandung, die Moderne, Individualismus, Relativitätstheorie, Jugend, Sex(ualität), SF, nur um einige Themen zu nennen, wobei jedem Thema ein eigenes Kapitel zugeordnet wurde. Hierbei ist zu erwähnen, dass sämtliche Kapitel in sich geschlossen sind und unabhängig voneinander in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können. So habe ich mich nach dem vielversprechenden Vorwort auch als erstes auf mein Lieblingskapitel gestürzt, die Science Fiction. Und wurde sogleich entäuscht. Denn was keinerlei Beachtung fand, waren die einflussreichen SF-Autoren der Ostländer, allen voran der russische Autor Isaac Asimov, von dem die berühmten Roboter-Gesetze stammen, oder der polnische Autor Stanisław Lem. Für das Kapitel der Relativitätstheorie hat der Autor eigenen Aussagen zufolge Einsteins Buch "Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie" mehrfach gelesen, um dem Leser seines Buches die Theorie unterhaltsam verpackt erklären zu können. Meines Wissens gibt es mittlerweile genügend populärwissenschaftliche Bücher wie z. B. von Stephen Hawking, in denen die Relativitätstheorie bereits leicht verständlich behandelt wird. Warum also soviel Mühe, wenn es auch einfacher geht? Und auch in diesem Kapitel fehlt mir wieder etwas Entscheidendes: Der Hinweis, was durch die Relativitätstheorie überhaupt erst ermöglicht wurde, wie z. B. GPS und Navigationssysteme, nur um ein Beispiel zu nennen.Nichtsdestotrotz merkt man dem Buch beim Lesen die vielen Recherchen an, welche das Buch mehr oder weniger bereichern. Nicht alle Zitate waren m. E von Belang, aber das mag Geschmackssache sein. Auch ist die historisch-soziologische Auseinandersetzung einzelner Punkte mit der damaligen Zeit mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Grad um Vergangenes besser verstehen zu können, ist dies jedoch manchmal notwendig. So fallen die Kapitel für meine Geschmack mal mehr, mal weniger gut gelungen aus.Warum für die deutsche Ausgabe ein denglischer Titel gewählt wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Der Originaltitel passt besser zum Inhalt. Und die alberne Collage mit dem Hummer auf dem Telefon impliziert, es könne sich um ein lustiges Buch halten. Dabei ist es vielmehr ein unterhaltsam geschriebenes Sachbuch.

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    • 2
  • Interessant

    Alles ist relativ und anything goes

    echidna

    29. May 2016 um 10:50

    Das Buch verspricht eine Reise durch das 20. Jahrhundert. Auf unterhaltsame Weise soll dem Leser die Entwicklung in verschiedenen Bereichen (Technik, Gesellschaft, Kultur) näher gebracht werden. Angefangen beim wahrscheinlich kompliziertesten Thema: der Relativitätstheorie, die einen Umschwung im Denken am Anfang des 20. Jahrhunderts ausgelöst hat. Alles Folgende baut in irgendeiner Weise darauf auf, was mir vorher nie so bewusst war. Der Autor hat es geschafft, mit einfachen Worten und Beispielen nicht nur Bruchstücke einzelnen Wissens zu vermitteln, sondern auch das große Ganze dabei nicht außer Acht zu lassen. Von vielen Themen hat man vorher sicher schon gehört: z.B. Schrödingers Katze oder der Schmetterlings-Effekt. Doch was es ganz genau damit auf sich hat, könnte man wahrscheinlich nicht erklären. Nach Lesen dieses Buches ist nun vieles klarer. Mir hat das Buch sehr gefallen. Ich habe den Eindruck, dass damit einige Wissenslücken bei mir gestopft werden konnten. Und unterhaltsam ist das Buch dabei auch noch. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Kapitel nicht zu lang waren und dass am Ende eines jeden Kapitels die Zusammenhänge noch einmal kurz zusammengefasst wurden. So konnte das gerade Gelesene noch einmal gefestigt werden. Das Bild, wie Einstein im Zug eine Bratwurst fallen lässt, werde ich wahrscheinlich nicht mehr vergessen.Besonders gelungen fand ich die Kapitel über die Relativitätstheorie, die Moderne und den Weltraum. Ein wenig trocken fand ich hingegen das Kapitel über das Wachstum, aber das liegt auch daran, dass Wirtschaft einfach nicht zu meinen größten Interessen gehört. Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, das ich auf jeden Fall jedem weiterempfehlen würde, der sein Wissen aufbessern möchte.

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  • Kurzweilige Lektüre dennoch viel Theorie

    Alles ist relativ und anything goes

    Schnapsi

    12. May 2016 um 10:48

    Als erstes hat mir der Titel total angesprochen. Da ich persönlich nicht unbedingt der Freund von sachlicher Theorie bin, dachte ich dieses Buch könnte eine ganz andere Erfahrung darstellen. Der Autor lässt und in kurzen Kapitel in die Erfindungen des 20. Jahrhunderts einblicken. So erklärt er die Relativitätstheorie in Kurzform anhand einer Maus. Nein keine wissenschaftlichen Formeln, die kein Mensch versteht sondern eine Maus unter einem Zug. Ein ganz anderer Blickwinkel auf ganz sachliche Dinge. Mit hat sehr gut gefallen, dass diese Beispielhaften Dinge im Buch, lebendig beschreiben wurden. Klar konnte man im Thema Relativitätstheorie noch Seite um Seite schreiben. Dies sollte ja nur ein Einblick sein. Dieser wurde auf jeden Fall nahegebracht Manches Kapitel zog sich für mich etwas lang, das es gar nicht mein Thema war. Aber der, der sich Einlassen kann, wird reichlich mit Wissen beschenkt Das Buch selbst war erfrischend und Kurzweilig geschrieben und für jeden der ein wenig Interesse an dieser Materie hat, geeignet.

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  • 'Hier nun also ein alternativer Weg durch die Landschaft des 20. Jahrhunderts.'

    Alles ist relativ und anything goes

    sabatayn76

    11. May 2016 um 19:00

    Inhalt: John Higgs erzählt in 'Alles ist relativ und anything goes' von den neuen, unerwarteten und radikalen Wendungen, Ereignissen und Entwicklungen sowie wichtigen Personen im 20. Jahrhundert: von Greenwich und Relativität, von Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven und moderner Kunst, vom Kaiser der Vereinigten Staaten und den Weltkriegen, von Aleister Crowley und Individualismus, von Le Sacre du printemps und Surrealismus, von Bertrand Russell und Quantenmechanik, von Außerirdischen und Filmgeschichte, von Hollywoodland und Existenzialismus, von Mondlandung und Atombombe, von Suffragetten und Feminismus, von Little Richard und LSD, von Wettervorhersage und Chaostheorie, von Goldkröte und Kapitalgesellschaften, von Super Mario und Postmoderne, von Millenium-Bug und WikiLeaks. Mein Eindruck:Mir hat 'Alles ist relativ und anything goes' gut gefallen, obwohl der Funke bei mir nicht ganz übergesprungen ist. Die Idee zum Buch und die Umsetzung fand ich gut und spannend, und die Stimmung in den einzelnen Epochen wurde perfekt eingefangen, so dass man beim Lesen immer wieder in andere Zeiten und an andere Orte versetzt wird. Auf diese Weise bekommt man beim Lesen ein gutes Gefühl dafür, was zum jeweiligen Zeitpunkt die vorherrschenden Einstellungen, Vorstellungen und Überzeugungen waren, was wichtig war, was den Nährboden für spätere Entwicklungen bot. Die im Buch erwähnten Beispiele und Erklärungen fand ich anschaulich, den Erzählstil unterhaltsam, die Recherchetätigkeit überwältigend, den Schreibstil flüssig. Nichtsdestotrotz gebe ich keine 5 Sterne, weil ich dennoch keinen richtigen Zugang zum Buch gefunden habe. Dies mag daran liegen, dass ich die Kapitel teilweise etwas unstrukturiert fand, dass der Autor immer wieder vom Hölzchen aufs Stöckchen kam, was auf mich bisweilen wenig stringent gewirkt hat. Mein Resümee:Spannende Einblicke, sehr lehrreich und flüssig lesbar.

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  • Das Jahrhundert des Individualismus

    Alles ist relativ und anything goes

    DasLeseschaf

    05. May 2016 um 18:17

    Das sehr gelungene Buch von John Higgs zeigt den Leserinnen und Lesern die Besonderheiten des 20. Jahrhunderts auf. Der Autor arbeitet dabei nicht die Ereignisse dieses ereignisreichen Jahrhunderts chronologisch ab, sondern beschäftigt sich in 15 Kapiteln mit verschiedenen Aspekten der Geschichte. Dabei geht es ihm, wie er selbst im Vorwort erklärt, um die Dinge, die tatsächlich neu, radikal, völlig anders waren in diesem Jahrhundert. Er beginnt mit einem der größten Paukenschläge: Einsteins Relativitätstheorie. Sie führt zum Verlust alter Gewissheiten. Jede Aussage über die Welt ist nur innerhalb ihres jeweils gewählten Bezugsrahmens gültig, nicht aber allgemein. Der Verlust des angenommenen festen Bezugspunktes, für den Higgs den antiken Begriff des Omphalos benutzt, wiederholt sich in den unterschiedlichsten Bereichen, die der Autor in den folgenden Kapiteln beleuchtet. Der Moderne, die ebenfalls anerkannte, das es viele gleichberechtigte Blickwinkel auf diesselbe Sache geben kann, ist der zweite Abschnitt gewidmet. Im Folgenden wird immer wieder auf das vorher Dargestellte zurückgegriffen und das Bild vom verlorenen Omphalos findet sich in fast allen Kapiteln. So entsteht insgesamt ein Bild eines Jahrhunderts des Individualismus, das, positiv gesprochen, viele neue Sichtweisen zulässt, aber auch, negativ gesprochen, egoistisches, rücksichtsloses Verhalten hervorbringt.All das, sowohl die technisch-naturwissenschaftlichen, die gesellschaftlichen wie auch künstlerischen und philosophischen Entwicklungen, schildert Higgs überaus spannend und unterhaltsam. Die Protagonisten und Ideengeber des Jahrhunderts werden anhand zahlreicher Anekdoten als Persönlichkeiten vorgestellt, ihre Ideen anschaulich, oft auch witzig erläutert. Sicherlich lassen sich noch Dinge finden, die im Buch fehlen, wie z.B. die Genetik, die Darstellung des 20. Jahrhunderts ist aber insgesamt sehr gelungen. Es fehlt allerdings auch ein Hinweis im Buch auf das im deutschen Titel zitierte Prinzip des "anything goes". Insgesamt ist der deutsche Titel des Buches etwas schrill geraten und kann einen etwas albernen Eindruck vermitteln, der im Buch gar nicht bestätigt wird. Das Original hieß "Stranger Than We Can Imagine. Making Sense of the Twentieth Century".Schwächen finden sich im Kapitel zum Thema Jugendkultur: Die angebliche Gegnerschaft von Beatles und Stones, die deren Manager und Plattenfirmen zu Werbezwecken erfanden, muss nicht nochmals aufgekocht werden. Trotzdem hat Higgs auch zu diesem Themengebiet einige interessante Dinge zu sagen, auch wenn seine Analysen von Songtiteln teilweise etwas sehr bemüht erscheinen.Higgs schreibt ganz deutlich mit dem Blick eines Menschen aus dem Jahr 2015, sodass an manchen Stellen zu befürchten ist, dass der Text veralten könnte, weil die Bezüge zur Jetzt-Zeit in ein paar Jahren bereits vielleicht selbst Erklärungen nötig hätten. Deshalb die Empfehlung: Möglichst bald lesen!

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    • 2
  • Geschichte abseits der Hauptstraßen

    Alles ist relativ und anything goes

    Valilu

    John Higgs begibt sich in seinem Buch Alles ist relativ und anything goes auf eine Reise durch das 20. Jahrhundert. Dabei verlässt er die „klassischen“ Pfade und konzentriert sich aus Entwicklungen aus unterschiedlichen Bereichen, die das damalige (Selbst)Verständnis wesentlich geprägt haben.Auf fast allen Gebieten wurden im letzten Jahrhundert bahnbrechende Entdeckungen gemacht, die das Bild von uns und unserer Welt gehörig ins Wanken gebracht haben. In einzelnen Kapiteln setzt sich Higgs mit der Relativitätstheorie, neu aufgekommenen Kunst- und Musikrichtungen, den ersten Ausflügen ins Weltall, der Entwicklung des Computers, dem Einfluss großer Kapitalgesellschaft etc. auseinander und erörtert (kritisch), wie all dies bisherige Gewissheiten und Autoritäten in Frage stellen konnten. Die Kapitel sind dabei teilweise miteinander verknüpft und stellen interessante Zusammenhänge her.Aufgrund des riesigen Themenspektrums, das im Buch behandelt wird, kann natürlich nicht auf alles bis ins letzte Detail eingegangen werden und eine eigene Schwerpunktsetzung des Autors ist unvermeidlich. Meiner Meinung nach ist dies durchaus legitim, zumal die Absicht dahinter klar erkennbar war. Es geht in erster Linie um die großen Zusammenhänge und die Auswirkungen, die von den beschriebenen Entwicklungen ausgingen. Anstatt also die Relativitätstheorie in Gänze verständlich zu machen (ohnehin unmöglich?) geht es Higgs um die Frage, weshalb sie einen Beitrag leisten konnte, das vorherrschende Weltbild auf den Kopf zu stellen. Den Ansatz fand ich sehr erfrischend und ich denke, ich konnte einiges daraus mitnehmen. Letztlich muss die Frage im Raum stehen bleiben, wie es die Menschen im 21. Jahrhundert verstehen, ihre Chancen zu nutzen aus den Fehlern bzw. Versäumnissen des 20. Jahrhunderts zu lernen. Ein Sach- und Personenregister am Ende stellen eine sinnvolle Ergänzung dar und erlauben ein gezieltes Nachschlagen.Die Zeitreise durch das 20. Jahrhundert konnte mich problemlos in ihren Bann ziehen. Durch die gelungene Verknüpfung unterschiedlicher Themenfelder haben sich mir stellenweise ganz neue Zusammenhänge erschlossen. Nicht zuletzt habe ich mich von den teils ironischen, durchgehend lehrreichen Darstellungen sehr gut unterhalten gefühlt.

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    • 2
  • Alles ist relativ, auch dieses Buch

    Alles ist relativ und anything goes

    Betsy

    30. April 2016 um 20:48

    Das Buch bringt auf fast schon philosophische Weise dem Leser die großen Umbrüche, Erfindungen und auch die Entwicklungen von uns Menschen im 20. Jahrhundert näher, immer im Vergleich zum 19. Jahrhundert. Es gibt aber auch Einblicke in unser noch junges 21. Jahrhundert und inwieweit auch dieses bereits eine Veränderung erkennen lässt.Ich muss gestehen, dass das Buch am Anfang so gar nicht meins war. Es war unerwartet zäh und besonders in den mathematischen Punkten bzw. wo es hochwissenschaftlich wurde, hab ich mir etwas schwer getan. Es war für mich beim lesen so, als würde ich einen inneren Monolog lesen. Bla bla bla und alles relativ unspektakulär. Auch die zu Beginn so abrupten Themenwechsel von einem zum nächsten Kapitel fand ich etwas verwirrend, doch nach und nach merkt man, dass doch ein kleiner roter Faden diese verbindet.Seine Beschreibung von berühmten Gemälden, Liedern, Kunstwerken,... und deren Besonderheit im 20. Jhd. war dann, wenn man diese nicht vor Augen hatte oder kannte, etwas schwer greifbar. Um es wirklich zu verstehen wovon hier die Rede ist, musste ich wohl eine der großartigsten Errungenschaften des 19. Jhd. in Anspruch nehmen: das Internet ;)Wenn man sich mal an den Stil des Autors gewöhnt hat und wie er die Entwicklung im 20. Jahrhundert beschreibt, besonders wenn er mal wieder etwas abzuschweifen scheint, dann war es an und für sich doch eine recht interessante Lektüre und es hat mir auch zB die Relativitätstheorie einigermaßen verständlich näher gebracht und auch so manch andere Dinge, die man zuvor zwar gehört hat, aber nicht wirklich einordnen konnte, wofür genau sie stehen.Am spannendsten fand ich hier die geistige Entwicklung der Menschheit, wie er diese in seine Kapitel eingliedert und gekonnt untermauert anhand von zahlreichen Beispielen.Fazit: Ein relativ monotoner Schreibstil (zumindest für mich), aber wer sich hier durchkämpft sammelt doch einiges an Wissen und besonders gegen Ende fand ich das Buch dann echt gut. Es gab interessante Kapitel und auch weniger interessante, was ich an meinem Lesetempo gemerkt habe. Ein Buch, dass man definitv konzentriert lesen sollte, da auch viele Namen in späteren Kapiteln sowie deren Errungenschaften immer wieder vorkommen. Wer sich also die Mühe macht, bekommt einen ganz interessanten Einblick ins 20. Jahrhundert.

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  • Geschichte in ihrer schönsten Form

    Alles ist relativ und anything goes

    ManuelaBe

    27. April 2016 um 16:47

    Mit seinem Buch Alles ist relativ und anything goes hat der Autor John Higgs ein Buch geschrieben das auf vergnügliche und interessante Art durch das 20. Jahrhundert führt. Gerade im 20. Jahrhundert gab es viele Entwicklungen und Entdeckungen die das Weltbild der Menschen umgekrempelt hat. John Higgs führt den Leser durch diese manches mal erstaunliche Welt ,indem er Highlights dieser Zeit in gut geschriebenen kurzen Geschichten vorstellt. Die Sprache ist verständlich und gut lesbar. Zeitgenössische Bilder zeigen typische Bilder die zur Geschichte gehören. Mir hat diese Reise durchs 20 Jahrhundert sehr gut gefallen und meiner Ansicht nach ist dieses Buch gut zum selber lesen und verschenken geeignet. Der Leser bekommt hier manch interessante Information zu wichtigen Entwicklungen und Entdeckungen dieser Zeit.

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  • Ein irrer Ritt durch das 20. Jahrhundert

    Alles ist relativ und anything goes

    MickeyK

    26. April 2016 um 19:09

    Zum Buch: Auf fast allen Gebieten wurden im 20. Jahrhundert Entdeckungen gemacht oder Ideen entwickelt, die unser Bild vom Universum und von uns selbst auf den Kopf gestellt haben. Alles schien neu, nichts unmöglich: Maschinen, die denken, Hunde im Weltall und Menschen auf dem Mond. Alte Gewissheiten büßten ihre Geltung ein, hergebrachte Autoritäten verloren ihre Macht. Die Welt wollte kein Zentrum mehr kennen. Auf seine ganz eigene Weise führt John Higgs durch dieses Jahrhundert der Genies und Gurus. Er erläutert die Relativitätstheorie anhand eines fallenden Würstchens, erzählt von Satanisten im Raumfahrtprogramm der Amerikaner und geht der Frage nach, ob ein Schmetterling in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen kann.... Meine Meinung: Im Klappentext findet der Leser einen letzten Satz: "Ein Buch wie ein Trip." Und das trifft es ganz genau. "Alles ist relativ and anything goes" ist eine höchst lesenswerte, vielschichtige und unterhaltsame Zeitreise durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts. In einzelnen Kapiteln befasst sich John Higgs auf amüsante aber lehrreiche Art und Weise u.a. mit Einsteins Relativitätstheorie, der Mondlandung, Satanismus, Religion, Literatur und der Raumfahrt. Jedes Kapitel ist zwar in sich geschlossen, aber der aufmerksame Leser wird bemerken, dass der Autor hin und wieder trotzdem kleine Bezüge auf vorherige Kapitel nimmt. Ich habe das Buch nicht "in einem Rutsch" durchlesen können, was aber nichts damit zu tun hatte, dass es mich gelangweilt hätte, sondern mit der Fülle an Informationen und Details, die in jedem einzelnen Kapitel des Buches stecken. Selten habe ich ein solch amüsantes und zugleich lehrreiches Sachbuch lesen dürfen, das den Leser zu fesseln versteht und gleichzeitig Wissen (zu nicht immer alltäglichen Dingen) vermittelt. Insgesamt vergebe ich hier sehr gerne 5 Sterne und hoffe, bald wieder ein neues Buch dieses Autors lesen zu können.

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  • What’s another year?

    Alles ist relativ und anything goes

    wandablue

    What’s another year? Hundert Jahre sind schnell verstrichen, ein Mückenschiss auf dem Maßband der Geschichte. Schnell verstrichen und vergessen? Das letzte Jahrhundert ist gefühlt noch da. Und was hat es nicht alles für Umwälzungen gebracht, die sehr bedeutsam für uns heute sind. John Higgs erinnert daran. Einmal durch das 20. Jahrhundert auf etwas mehr als 300 Seiten, geht das denn? Ja, das geht, allerdings nur mit dem Mut zur Lücke. Denn notwendigerweise muss der Autor auswählen, was er von all dem, was einem in solcher Zeitspanne auf dem Globus begegnet, weglässt. So hat der Autor rigoros alles jenseits der westlichen Welt gestrichen bzw. unbeachtet gelassen. Das kann man machen. Allerdings sollte man solche Auslassung erwähnen und begründen! Abgesehen von vorerwähnter Schlagseite erhält der Leser einen bunten Mix von fast allem, was geschehen ist, manchmal recht eigenwillig zusammengefasst. Wer hätte erwartet, in einem derartigen Buch, das wegen der komplexen Materie eigentlich keinen Buchstaben an Nebensächlichkeiten zu verschwenden hat, mehrere Zeilen dem nichtsnutzigen Nintendo-Super Mario Bros. gewidmet zu sehen, das zur Erläuterung des Phänomens der Massenware im Kapitel „Postmoderne“ herangezogen wird? Aber gerade die Mischung von Nebensächlichkeit und Hauptgegenstand macht den Reiz dieses Buchs aus. John Higgs zeichnet die großen Veränderungen, die das letzte Jahrhundert mit sich brachte, sowohl witzig wie verständlich und deshalb natürlich vereinfacht aufbereitet auf. Sprachlich fand ich den Exkurs durch die Zeit da und dort unnötig verschraubt. Viele Bekannte und Bekanntes begegnen, logisch, das 20. Jahrhundert ist ja unmittelbare Vergangenheit! Ein Sach- und Personenregister machen das Buch zu einem Nachschlagewerk. „Alles ist relativ und Anything goes“ ist dennoch leicht zu lesen. Higgins unterstützt das Verständnis des Vorgetragenen durch seine Wertungen und die Einordnung ins Ganze; anders geht es auch nicht. Fazit: Ein vergnüglicher Spaziergang durchs letzte Jahrhundert mit mancherlei philosophischer Untermalung und ein Buch, das Hausrecht bei mir genießen wird. Das kommt nicht mehr oft vor! Kategorie: Sachbuch Insel Verlag, 2016

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    • 2
  • Turbulente Reise durch das 20. Jahrhundert

    Alles ist relativ und anything goes

    Margo987

    23. April 2016 um 21:48

    John Higgs erzählt unterhaltsam seine gut recherchierte Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er hat seine Auswahl der Ereignisse getroffen, im Brennpunkt stehen Dinge, „die wirklich neu, unerwartet und radikal waren“ und die bekannte Welt auf den Kopf gestellt haben. Die großen Themen des Jahrhunderts werden aufgegriffen – Kriege, gesellschaftliche Umwälzungen, technischer und wissenschaftlicher Fortschritt – und auf ungewöhnliche Weise betrachtet. Es macht Spaß, den Gedankengängen des Autors zu folgen und neue Blickwinkel einzunehmen. Große Namen wie Einstein, größenwahnsinnige wie Stalin werden ebenso ins Spiel gebracht wie unbekannte – wer hat schon von Norton I. gehört, selbst ernannter Kaiser von Amerika oder von Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven, Urmutter des amerikanischen Dada? Es sind diese kleinen Anekdoten, die mir besonders gefallen haben. Und Higgs Art, die Anekdoten zur Erklärung geschichtlicher Entwicklungen zu verwenden. Immer wieder kommt er auch auf Schlüsselereignisse vorheriger Kapitel zurück, so entsteht ein übergreifender Zusammenhang. Ein voll gepacktes Lesevergnügen, dass am Besten in einzelnen Häppchen zu genießen ist.

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