Gottes Werk und Teufels Beitrag

von John Irving 
4,4 Sterne bei950 Bewertungen
Gottes Werk und Teufels Beitrag
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Felicitas_Sturms avatar

Ein typischer John Irving: Groteske Charaktere und eine detailreiche Handlung - wie immer will man sich am Ende nicht mehr davon trennen!

anchsunamuns avatar

Ein Tabuthema unheimlich gut herübergebracht.

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Inhaltsangabe zu "Gottes Werk und Teufels Beitrag"

Homer ist anders als die anderen Kinder im Saint-Cloud´s Waisenhaus: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionsversuchen erlaubt Dr. Larch ihm daher, zu bleiben – unter der Bedingung, daß er im Waisenhaus mit angeschlossener Entbindungs- und Abtreibungsstation bei »Gottes Werk« – dem Entbinden – und bei »Teufels Beitrag« – dem Abtreiben – assistiert. Doch das ist nur der Beginn von Homers Odyssee.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257218374
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:848 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:22.02.2000
Das aktuelle Hörbuch ist bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ciardas avatar
    Ciardavor 23 Tagen
    Geschafft!

    Für mich läuft dieses Buch tatsächlich unter dem Begriff "geschafft". Noch nie habe ich mich so lange durch ein Buch hindurchgearbeitet und es trotzdem nie abbrechen können.  

    Für mich ein ganz großer Kritikpunkt, weshalb ich Anlauf um Anlauf gebraucht und das Buch immer wieder weggelegt habe: Irving ließ sich leider immer wieder, mitten in den spannendsten Momenten, abgleiten. Erzählte von Details, die mir an diversen Stellen gar nicht wichtig waren. Ich wollte weiterlesen, kannte ich doch den Film. Ich bin ein wirklich großer Freund des Films und muss sagen, dass das Drehbuch eben diese "Abgleiter" zum Glück herausgenommen hat.

    Es ist also ausnahmsweise so, dass ich sage: der Film ist besser als das Buch!

    ABER, das Buch ist trotz allem ganz großartig! Es zeugt von einer großen Beobachtungsgabe des Menschen, bringt viel Liebe mit für die Figuren. Erzählt vom Leben der Waisenkinder in St. Clouds, sehr echt und verschroben, Dr. Larchs  Kampf für etwas, was heute relativ selbstverständlich ist, die Möglichkeit der Abtreibung. Homer hingegen verlässt dieses Waisenhaus, in dem Dr. Larch ihm so viel gelehrt hat, für lange Zeit und doch bleibt er ewig mit ihm verbunden. 

    Es gab diverse Ekelmomente ... für mich wirklich zu harter Tobak. Andere werden das wohl lieben, ich musste drüber hinweglesen. Gerade am Anfang hatte ich das Gefühl, an einen jener Autoren geraten zu sein, denen das Erwähnen von Geschlechtsteilen die größte Freude bereitet. Weil wohl irgendwer mal irgendwo erwähnt hat, dass das "Kunst" sei. 

    Für mich gewinnt die Geschichte ab Mitte/gegen Ende ihre wahre Tiefe.
    Ich bin froh, es geschafft zu haben, und möchte es trotzdem noch einmal lesen, um diese tausend Details erneut auf mich wirken zu lassen. 

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    anchsunamuns avatar
    anchsunamunvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Tabuthema unheimlich gut herübergebracht.
    Teufel und Gott in einer Person

    John Irving hat sich mit "Gottes Werk und Teufels Beitrag" an ein schwieriges Thema herangewagt. Erzählt wird die Geschichte des Jungen Homer Wells, der im Waisenhaus St. Cloud aufwächst, betreut von Dr. Larch. Doch Dr. Larch ist nicht nur der Engel der Weisen sondern betreibt direkt nebenan auch ein Abtreibungsklinik. Er vertritt die Überzeugung, dass jede Frau selbst entscheiden soll, ob sie das Kind bekommt oder nicht. Als Homer alt genug ist, übernimmt er im Waisenhaus und in der Klinik die Assistentenrolle bei Dr. Larch, da er im Waisenhaus bleiben möchte. Erst als er Wally und Candy kennenlernt, ändert sich dieser Wunsch, denn er verliebt sich in Candy und begleitet sie und Wally.

    Als Wally im Krieg vermisst wird, kommt es zu einer Liebesbeziehung zwischen Candy und Homer, aus der ein Kind hervorgeht, ein Sohn, der den Namen Angel erhält. Angel wurde in St. Clouds geboren, denn weder Homer noch Candy wolle ihre Beziehung öffentlich machen. Wally kehrt invalide aus dem Krieg zurück und gemeinsam führen sie eine Apfelplantage. Als Angel sich in Rose, die Tochter eines der Plantagenarbeiter verliebt, kommt es zum Eklat, denn Rose ist von ihrem Vater schwanger. Homer erinnert sich an seine medizinische Ausbildung bei Dr. Larch und führt zum ersten Mal allein eine Abtreibung durch. Er begreift jetzt die Handlungsweise von Dr. Larch und übernimmt nach dessen Tod die Klinik.

    Mir hat besonders gefallen, dass Homer zu Anfang wirklich Widerwillen gegen das was Dr. Larch tut und es erst sehr sehr viel später versteht. Er sieht ein, dass es nicht nur schlecht ist.  


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    MadVis avatar
    MadVivor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderbare Geschichte - die Figuren werden mir fehlen...
    Mächtiges Buch mit Sogwirkung

    Die Geschichte handelt von Homer Wells, einem Jungen, der in einem Waisenhaus heranwächst und dieses erst als Heranwachsender verlässt. Der Leiter des Waisenhauses, Dr. Larch, wird ihm zur Vaterfigur - wenn auch zuweilen ungewollt.


    Das Buch ist wirklich mächtig und man sollte sich darauf einlassen. Den berühmten Film hatte ich vor einigen Jahren gesehen. Die Story war mir nicht mehr geläufig, jedoch die Darsteller Tobey Maguire und Michael Caine, die ich natürlich direkt vor Augen hatte. 

    Ich bin mit "Garp" gestartet, was die Irving- Werke angeht und fand das Buch gut und interessant, jedoch hatte es für mich nicht diese Sogwirkung, die sich bei "Gottes Werk" entwickelt hatte. 

    Die genauen Beschreibungen sämtlicher Figuren (auch Ray  z. B.) erscheinen mir für den Zusammenhang wichtig und keineswegs überflüssig. Irving holt weit aus, was Homers Aufwachsen und Dr. Larchs Vergangenheit angeht, ebenso werden wir über Melonys Werdegang informiert. Nichts davon hätte ich missen wollen.

    Daneben schwebt noch das schwierige Thema der Abtreibung, über das wohl niemand leichtfertig hinweg lesen kann und zudem auch die Figuren konträre Positionen beziehen.

    Mir werden die Figuren fehlen und das sagt doch alles, oder?

    Homer würde "Richtig" sagen. 

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    Skipperbastvor 2 Jahren
    Eine sehr widersprüchliche Geschichte

    Wir erfahren die Geschichte von Dr Larch und Homer der in seiner Klinik aufwächst.
    Dr Larch hat eine Klinik für Geburten (Gottes Werk) aber auch für Abtreibungen (Teufels Beitrag). Dazu führt er ein Waisenhaus, da die Frauen, die in St. Clouds ihr Kind bekommen, sie diese nicht wollen und die dann ins Waisenhaus kommen. 
    Homer jedoch kommt immer wieder von seinen Adoptivfamilien zurück und schlussendlich "adoptiert" Dr Larch ihn.


    Ich fand dieses Buch nicht gut, Es war minder ok.
    Das Gute daran war, dass es teilweise tiefgründig war.
    Doch leider überwiegt das negative, denn ich fand, es gab so viele Dinge die erwähnt werden, die rein gar nichts mit der Geschichte zu tun haben, bzw einfach nicht relevant sind. Das fand ich sehr nervig, vorallem waren es teilweise echt perverse Sachen, die für mich nichts für die Geschichte beigetragen hat. 
    Ich fand es sehr schade, denn sonst hätte es echt eine tolle Geschichte werden können, über die Frage warum Abtreibungen gut schlecht sonstiges sind und wie das unsere Gesellschaft beeinflusst und verändert. 


    Wem diese Punkte nicht stören, könnte es einem durchaus gefallen, ansonsten empfehle ich es eher nicht.

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    itwt69s avatar
    itwt69vor 2 Jahren
    Prinzen von Maine - Könige Neuenglands

    Ein höchst emotionales Werk um Gottes Werk und Teufeld Beitrag - Entbindung und Abtreibung. Der äthersüchtige Dr. Larch leitet das Waisenhaus in St. Clouds, neben Entbindungen ungewollter Kinder, die dann als Waisen dort aufwachsen, führt er auch Abtreibungen durch. Homer Wells, einer dieser Waisen, ist  durch unglückliche Umstände über das Adoptionsalter hinaus in St. Clouds geblieben und zum Assistenten Dr. Larchs geworden, doch eines Tages erscheint ein Paar, welches ihn mitnimmt. Dr. Larch hatte ihn immer als seinen Nachfolger gesehen - obwohl Homer strikt gegen Abtreibungen ist. Wird sich sein sehnlichster Wunsch erfüllen können, nachdem Homer selbst Vater geworden ist? Eine kontroverse Geschichte um ein sehr sensibles Thema. Sie hat alles was man sich wünschen kann, ist vielschichtig spannungsgeladen, nur die medizinischen Details von Teufels Werk fand ich abstoßend - deshalb "nur" 4 Sterne.

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    kingofmusics avatar
    kingofmusicvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Großartige und vielschichtige Geschichte - ein (verdientes) Meisterwerk!!!
    Wer spielt Gott und wer ist der Teufel?

    „Ich bin stehengeblieben, um die Traumbilder jener Tage vorübereilen zu lassen. Sie sind vorüber, und ich trete die Reise meiner Geschichte von neuem an.“ (S. 430)

    Wie soll man als Laienrezensent eine Rezension verfassen, die „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving auch nur annähernd gerecht wird? Es wird einem (gefühlsmäßig) nicht gelingen. Dazu ist die Geschichte um Homer Wells, Dr. Wilbur Larch, Melody (um nur die wichtigsten Namen der „Hauptdarsteller“ zu nennen) zu komplex, zu sehr mit ungewöhnlichen Kniffen versehen, als dass man sie mit wenigen Worten beschreiben kann. Aber getreu dem Motto „Versuch macht kluch“ versuch ich´s an dieser Stelle trotzdem *g*.

    Das erste Zitat stammt nicht direkt aus „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, sondern aus einem weiteren Klassiker der Weltliteratur, der im Roman eine (wie ich finde) große Rolle spielt, nämlich „David Copperfield“ von Charles Dickens. Zwei weitere Klassiker tauchen immer wieder auf: „Große Erwartungen“ (ebenfalls von Charles Dickens) und „Jane Eyre“ von Charlotte Bronte. Alle drei Romane werden den Waisenkindern in St. Cloud´s abwechselnd jeden Abend vorgelesen und als Gutenachtlektüre verwendet – exakt 20 Minuten lang :-). Als Leser hab ich auch immer Gänsepelle bekommen, wenn mal aus den erwähnten Büchern zitiert wurde. Okay, die Nennung von Literaturklassikern macht ein Buch noch lange nicht zum (modernen) Klassiker. Woran liegt es dann, dass „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ immer noch als einer der besten Romane von John Irving gilt?

    Ich glaube, zum einen liegt es an der skurrilen Art und Weise, wie John Irving ernste Themen unterhaltsam „zubereitet“. Eines der zentralen Themen dieses Romans ist das Recht der legalen Abtreibung. Man ist als Leser sozusagen hautnah bei mehreren dieser „Teufelsbeiträge“ dabei und erhält so nebenbei auch noch Einblicke in die (weibliche) Anatomie. Stets unterlegt mit schwarzem Humor kommt man auch bei tragikomischen Szenen nicht umhin zu lachen.
    Zum anderen lässt John Irving seine Figuren „natürlich wachsen“. So umspannt dieser Roman Homers Leben vom Kleinkind über die Pubertät und das Erwachsenwerden bis hin zum Punkt der Selbstfindung und seinem Platz in der Welt. Das nächste Zitat von Wilbur Larch unterstreicht diesen Ansatz der Geschichte:

    „Homer […], ich erinnere mich nicht an deine Mutter. Ich erinnere mich nicht einmal an dich, als du geboren warst; du wurdest erst später du.“ (S. 140)

    Tja, mehr kann ich beim besten Willen nicht über dieses Meisterwerk schreiben, außer dass ich es jedem, der ein Faible für anspruchsvolle (amerikanische) Literatur hat, ans Herz legen kann. In diesem Sinne:„Gute Nacht - ihr Prinzen von Maine, ihr Könige Neuenglands.“

    „Am allerschwersten fällt es uns doch, hinzunehmen, daß das Verstreichen der Zeit die Menschen, die uns einmal am meisten bedeuteten, einhüllt in Gedankenstriche.“ (S. 636)

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Roman voller Tragikomik, skurrilen und normalen Typen und einer großartigen Geschichte. Unbedingt lesen!
    Lesehighlight

    St. Cloud's ist ein Waisenhaus, in dem Dr. Wilbur Larch bereits seit Jahren wirkt. Larch ist nicht nur für die Kinder da, sondern auch für schwangere Frauen, als Gynäkologe entbindet er sie nicht nur und nimmt die Kinder, die in der Regel unerwünscht sind, direkt nach der Geburt in das Waisenhaus auf, sondern er hilft ihnen auch dabei, unerwünschte Kinder gar nicht erst auf die Welt zu bringen.

    Homer Wells ist eines der Kinder, die in St. Cloud's aufwachsen. Während viele der anderen Waisen im Laufe der Zeit adoptiert werden, klappt das bei Homer nicht. Eines Tages jedoch erhält auch Homer die Chance, St. Cloud's zu verlassen und er nutzt sie. Dennoch ist St. Cloud's seine Heimat, und so ganz wird er es nicht los.

    John Irving hat auch hier einen epischen Roman geschaffen, der seine Geschichte über Jahrzehnte hinweg erzählt. Der Leser begleitet nicht nur Homers Leben, sondern auch das Dr. Larchs, beginnend noch im 19. Jahrhundert. Besonders Larch ist ein interessanter Charakter, der nicht nur positive Züge trägt, der dem Leser aber dennoch ans Herz wächst. Letztlich erzählt der Roman aber vor allem Homers Leben, das durch Larch stark geprägt wird, der sich aber auch von diesem unabhängig machen kann. Wie bei Irving üblich, verlaufen beider Leben (und nicht nur ihre) tragikomisch.

    Überhaupt die Charaktere, sie wecken beim Leser allerhand Gefühle, auch, weil John Irving sie brillant charakterisiert, er lässt sie gleichsam lebendig werden, man sieht sie vor sich, man blickt in ihr Inneres und man kommt gar nicht umhin, sie zu mögen, oder auch nicht, und hin und wieder auch einmal seine Meinung über sie zu ändern. Mir persönlich hat neben Homer und Larch Melony (deren Name ein Schreibfehler ist, eigentlich sollte sie Melody heißen) gefallen, Melony, die ähnlich wie Homer im Waisenhaus übrig geblieben ist, die aber anders als er eine Wut auf die Welt in sich trägt. Für mich ist sie eine der verkanntesten Personen des Romans, ich kann sie ganz gut verstehen und bin der Meinung, dass sie ein gutes Herz hat, auch wenn das kaum einer sieht.

    Der Autor hat eine ganze Reihe unvergesslicher Typen entwickelt, die oftmals sehr skurril sind, teilweise aber auch ganz „normale“ Menschen. Alle bekommen eine Hintergrundgeschichte mit, was mich besonders anspricht.

    Nicht nur die Menschen, auch viele der Ereignisse sind recht skurril und haben immer wieder einen tragikomischen Touch. Das macht den Roman, auch wenn er hin und wieder kleine Längen hat, lebendig und interessant zu lesen. Auch mit der Thematik hat sich der Autor gut auseinandergesetzt, im Nachwort geht er auf bestimmte Textstellen ein und erklärt, woher er die Ideen hat oder auch, wie der historische Hintergrund dazu aussieht. Eine sehr gelungene Ergänzung, wie ich finde.

    Irving beherrscht es perfekt, Tragik und Humor miteinander zu verbinden und hat außerdem ein unglaubliches Erzähltalent, die Beschreibungen der Orte, der Personen und der Ereignisse sind detailliert, aber größtenteils auf den Punkt gebracht. Der Roman packt von Anfang an und lässt einen kaum noch los. Ich persönlich hatte zwar ein bisschen Probleme mit den letzten beiden Kapiteln, aber auch das kenne ich bei Irvings Romanen, er lässt Entwicklungen zu, die mir nicht behagen und die ich schwer akzeptieren kann, doch so ist das Leben und das macht den Roman ja nicht schlechter, im Gegenteil, es bringt einen zum Nachdenken und zum Noch-mehr-Mitempfinden.

    Neben den Lebensgeschichten fließt auch ein guter Teil Sozialkriitik mit ein, alleine durch die Frauen, die mit den ungewollten Kindern alleine gelassen wurden und sich manchmal nicht anders zu helfen wussten, als zu Quacksalbern zu gehen und ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Man muss nicht pro Abtreibung sein, um diese Frauen oder auch Wilbur Larch zu verstehen.

    John Irving gehört für mich zu den Autoren, die jeder einmal gelesen haben sollte. Und wer eines seiner Bücher liest, wird wahrscheinlich auch Lust auf die anderen bekommen. Von mir erhält der Roman verdiente volle Punktzahl und natürlich eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Für mich ist er eines meiner Jahreslesehighlights,

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    beyond_redemptions avatar
    beyond_redemptionvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Absolut toll geschrieben mit teilweise sehr skurrilem Humor. Für meinen Geschmack ist das Buch aber etwas zu lang
    Skurriler Humor vom Feinsten

    Das Buch handelt vom Leben des Waisenjungen Homer Wells und begleitet ihn vom Beginn seines Lebens bis in seine Vierziger. Obwohl mich die Themen Waisenjunge und Abtreibungen prinzipiell nicht so interessieren, ist das Buch eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Irving hat eine fantastische Art zu schreiben und schafft es trotz des schwierigen Themas immer wieder sehr skurrilen Humor und Zuversicht einfließen zu lassen. Trotzdem möchte ich dem Buch nur vier Sterne geben, weil es teilweise doch etwas langatmig war und Schlüsselszenen übersprungen wurden. Man erfährt als Leser z.B.  zweimal, dass die Protagonisten bald ein wichtiges Gespräch führen werden und auf der nächsten Seite muss man dann lesen, dass das Gespräch jetzt schon geführt wurde. Hier hätte ich mir etwas mehr Informationen über den Ablauf der Gespräche gewünscht. Auch wenn mir diese Dinge nicht so gut gefallen haben, wird es definitiv nicht das letzte Werk von Irving bleiben, das ich gelesen habe, denn sein Schreibstil macht Lust auf mehr.

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    Yolandes avatar
    Yolandevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Irving ist ein Meister seines Faches - ein tolles Buch
    Ein Buch voller Hoffnung

    Es fällt mir wirklich schwer eine Rezension über das Buch zu schreiben, weil ich die Gefühle, die ich beim Lesen hatte, gar nicht richtig in Worte fassen kann. 
    "Gottes Werk und Teufels Beitrag" ist ein wunderbares und positives Buch über das Leben. Irving beschreibt darin viele Probleme: z.B. Abtreibung, Alzheimer, Inzest, aber er tut dies auf eine Art und Weise, dass es nicht deprimierend wird. Mit viel schwarzem Humor werden Situationen geschildert, bei denen man sich normalerweise mit Grausen abwenden würde. Dabei wird aber nichts ins Lächerliche gezogen (außer den engstirnigen, spießigen Menschen, die nun einmal lächerlich sind). Man fühlt mit den Personen mit und kann sich gut in jeden einzelnen Standpunkt hineinversetzen, auch wenn diese völlig gegensätzlich sind. Es gibt kein schwarz oder weiß. 
    Auf jeden Fall ein Buch, das zum Nachdenken anregt und einen noch lange beschäftigt :). 

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    Ambermoons avatar
    Ambermoonvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Meisterwerk,welches harte Kost u.Situationskomik gekonnt miteinander verbindet und trotzdem ans Herz geht und lange nachhallt.
    Schriftstellerische Kunst vom Feinsten

    Homer ist anders als die anderen Kinder im St. Cloud's Waisenhaus: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionensversuchen erlaubt Dr. Larch ihm daher zu bleiben - unter der Bedingung, dass er im Waisenhaus mit angeschlossener Entbindung- und Abtreibunsstation bei "Gottes Werk", dem Entbinden, und bei "Teufels Beitrag", dem Abtreiben, assisitiert. Doch das ist nur der Beginn von Homers Odyssee....(Klappentext)

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    Dieser Roman enthält so Vieles, dass es fast unmöglich erscheint alles in eine aussagekräftige Rezension zu packen, geschweige denn damit diesem Werk gerecht zu werden.
    Es ist ein moderner Schelmenroman und zugleich eine herrlich altmodische Familiensaga von einem "Vater" wider Willen und seinem "Sohn", der eines Tages in die große Welt hinauszieht, versucht nicht mehr zurückzublicken, um nach langer Reise wieder zurückzukehren. Wenn man so will ein moderner Dickens.
    Diese Geschichte erstreckt sich über das späte 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

    Irving ist auf jeden Fall Meister darin schwierige und abstoßende Themen direkt anzusprechen, dabei gesellschaftliche Grenzen überschreitet, dieser Gesellschaft den Spiegel vor die Nase hält und dadurch von manchen als geschmacklos und morbide empfunden werden könnte.
    Denn das große Thema dieses Romans ist die Legalisierung von Abtreibungen, Geburtenkontrolle und die Entscheidungsfreiheit der Frau. Eine Thematik, welche heute noch, im 21. Jahrhundert, für Diskussionen sorgt.
    Hier bedient sich Irving einer unverblümten Sprache. Der Leser wohnt mehrmals einer Geburt, sowie einer Abtreibung bei, mit und ohne Komplikationen. Für Zartbesaitete könnten daher so manche Passagen etwas am Magen kratzen. Ich persönlich fand es vom historischen und med. Standpunkt her mehr als nur interessant.
    Das zweite große Thema ist das Erwachsenwerden, seinen Weg in der Welt und somit sich selbst zu finden. Den Weg den jeder von uns beschritten hat und der keineswegs leicht ist.
    Dazwischen tauchen immer wieder Themen wie Alzheimer, häusliche Gewalt, eine Dreiecksbeziehung, Einfluß es 2. Weltkrieges auf die amerikanische Zivilbevölkerung und vieles mehr auf. Schwierige wie traurige Themen. Tja, die Welt und das Leben sind eben kein Ponyhof.

    Man möchte meinen, dass dieses Buch aufgrund des harten Stoffes nicht zu lesen ist, ohne in Depressionen zu verfallen, aber genau hier unterscheidet sich Irving von so vielen Autoren. Genau hier wird die schriftstellerische Kunst sichtbar.
    Der Schreibstil ist keineswegs schwer und drückend, sondern flüssig und angenehm. Der Erzählstil fesselnd und weist, trotz schwerer Kost, immer wieder eine gewisse Situationskomik auf.
    Dieser Roman ist durchzogen mit bissigem und schwarzem Humor und skurrilen Figuren. Ich habe selten so viel gelacht und geschmunzelt wie beim Lesen von diesem Buch. Manchmal mit etwas schlechtem Gewissen, da die Grundsituation alles andere als zu lachen war, aber man kann irgendwie nicht anders.
    Hier wechseln sich Tragik und Komödie gekonnt ab, sodass es für den Leser niemals langweilig oder unterträglich wird, sondern einem sogar noch zum Nachdenken anregt und das mit einem Schmunzeln im Gesicht.
    Dieser Roman enthält ebenso sehr viel Gefühl, Figuren die einem ans Herz wachsen und unglaublich viel Aussagekraft.

    Fazit:
    Ich bin einfach nur begeistert von diesem Werk, welches sehr harten Stoff als Thematik beinhaltet und mich trotzdem in seinen Bann zog.
    Die Mischung aus skurriler Situationskomik und der schweren Thematik, aus flüssig-lockerem Schreibstil und tief gehender Aussagekraft, gefühlvoll und unverblümt, hat mich schlichtweg umgehauen.
    Diese Kombinationen machen diesen Roman zu Recht zu einem modernen Klassiker, den jeder mal gelesen haben sollte. Denn DAS nenne ich schriftstellerische Kunst vom Feinsten.
    Daher gibt es von mir nichts anderes als eine absolute Leseempfehlung.
    Dies war bestimmt nicht mein letzter Irving!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

    Im November haben wir uns für einen modernen Klassiker entschieden, nämlich "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von John Irving.

    Die Leserunde beginnt am 1. November.

    Viel Spaß!
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