John Irving Gottes Werk und Teufels Beitrag

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Inhaltsangabe zu „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving

Literarischer Hörgenuss auf höchstem Niveau
Homer ist anders als die Kinder im Saint-Cloud's Waisenhaus: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionsversuchen erlaubt Dr. Larch ihm zu bleiben – unter der Bedingung, dass er in der angeschlossenen Entbindungs- und Abtreibungsstation bei „Gottes Werk” – dem Entbinden – und bei „Teufels Beitrag” – dem Abtreiben – assistiert. Doch das ist nur der Beginn von Homers Odyssee.
Johannes Steck liest Irving mit dem richtigen Gespür für die Tragik der Figur und ihrer Geschichte.

Eine tolle Geschichte, wunderbar gelesen.

— Snordbruch

Man lebt und atmet mit Hauptcharakteren und wünscht sich das Buch möge nie enden...

— snezienka

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buchstabensammlerin

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  • Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine, ihr Könige von Neuengland!

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

    Gwhynwhyfar

    15. February 2017 um 17:13

    »Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine, ihr Könige von Neuengland!« Das klingt ein wenig nach den »Waltens«, gute Nacht Jhon-Boy .... Ein Klassiker, den ich mir noch einmal als Hörbuch anhören wollte, denn ich liebte dieses Buch damals. Wir befinden uns in Maine, in den Dreißiger Jahren in einer ehemaligen Holzfällerstadt, die nun zur Geisterstadt mutiert ist, St. Clouds. Im Waisenheim St. Cloud’s wird Homer Wells geboren. Wir lernen seinem späteren Mentor, den Gynäkologen Dr. Wilbur Larch kennen, der das Waisenhaus und eine Geburtsabteilung führt. Heimlich betreibt er Abtreibungen. Er nimmt dafür kein Geld, lediglich freiwillige Spenden für das Waisenhaus. Seine Einstellung basiert darauf, dass er denkt, nur ein gewolltes Kind hat eine glückliche Kindheit, ungewollte Schwangerschaften stürzen junge Frauen oft ins Unglück. Er hilft den armen Seelen, Embryos bis drei Monate können abgetrieben werden, Babys darf man nach der Geburt zurücklassen und Larch sucht eine gute Adoptivfamilie für sie. »Homer hatte noch nie gehört, wie Menschen Liebe machen oder wie Elche sich paaren, aber er wusste, dass die Winkles sich paarten. Wäre Dr. Larch zugegen gewesen, er hätte ganz neue Schlüsse gezogen hinsichtlich des Unvermögens der Winkles, Nachwuchs zu produzieren. Er wäre zu dem Schluss gelangt, dass die gewaltsame Sportlichkeit ihrer Paarung jedes verfügbare Ei, jedes Spermium einfach vernichtete oder zu Tode erschreckte.« Nur Homer Wells kehrt immer zurück. Irgendwas geht in jeder Familie schief. Larch liebt Homer wie ein eigenes Kind. Er möchte aus ihm einen Arzt machen, einen Gynäkologen, einen Abtreibungsarzt. So bringt er Homer alles bei, was er über Medizin weiß. Homer stellt sich aber gegen die Abtreibung, seitdem er einen abgetriebenen Fötus gesehen hat. Er verlässt das Heim, wird Apfelbauer. »›Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine – ihr Könige Neuenglands!‹ sprach Dr. Larch sie in der Dunkelheit an. … ›Freuen wir uns für Fuzzy Stone‹, sagte Dr. Larch. … › Fuzzy Stone hat eine Familie gefunden‹, sagte Dr. Larch. ›Gute Nacht Fuzzy.‹« John Irving ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Dieses Buch ist neben großer Unterhaltung gespickt mit Humor und ein wenig Tiefgang. Das Buch hat einen roten Faden, schweift in Nebengeschichten ab, die wieder auf den Weg führen. Die Charaktere sind fein gezeichnet. Am Anfang sind Dr. Lach und seine Krankenschwestern die Hauptpersonen, die Vater- und Mutterrolle der Waisenkinder einnehmen müssen, aber keine Beziehung aufbauen wollen, da sie in Familien vermittelt werden sollen, die Abnabelung darf nicht schwerfallen. Die Waisenkinder schauen sehnsüchtig, eifersüchtig denen hinter, die es geschafft haben. Das Thema Abtreibung ist ein durchgehendes Thema, das aber nicht moralisiert wird. Irving nimmt klar dazu Stellung, setzt sich für Frauenrechte ein. Die Geschichte beginnt in den 30gern, in einer konservativen Gesellschaft, Moral wird von der Kirche diktiert. Die Leidtragenden sind immer die Frauen, natürlich auch die Waisenkinder. Homer, wird von Dr. Larch unterrichtet, er fungiert als Assistent bei Geburten und Abtreibungen, könnte sich das Studium gelinde gesagt schenken. Dr. Larch drängt ihn zum Medizinstudium, doch Homer verweigert sich. Eines Tages besuchen Wally und Candy die Abtreibungsklinik und Homer geht mit ihnen mit. Wallys Vater ist der Besitzer einer großen Apfelplantage, Homer wird Apfelpflücker, verbleibt auf der Farm. Nun ist Homer die Hauptperson. Auch hier beschreibt John Irving wundervoll die Landbevölkerung, Farmer, Saisonarbeiter. Homer liebt Candy und Candy liebt Wally und Homer zugleich, eine skurrile Dreiecksbeziehung beginnt. Und da ist noch Melony, ein Bär von einer Frau, groß, kräftig, gefährlich. Sie liebt Homer. Und nachdem Homer aus dem Waisenhaus verschwunden ist, verlässt auch sie ihr Heim dort, ist auf der Suche nach ihm. Als Erntehelferin reist sie von Ort zu Ort, findet ihn nicht, wird später Mechanikerin auf einer Werft, aber die Gedanken an Homer lassen sie nicht los. Der 2. Weltkrieg hat begonnen, Amerika mischt sich ein und Wally muss in den Krieg ziehen, gilt lange als vermisst und kehrt lädiert zurück. In der Zwischenzeit haben Homer und Candy eine Weise adoptiert, erzählen sie Wally. Homer ist Mitglied der Familie geworden und Wally freut sich über das adoptierte Baby, da er selbst keine eigenen mehr zeugen kann. Der Junge, Angel, wächst mit zwei Vätern auf. Eine Männerfreundschaft, die Liebe zweier Männer zu einer Frau, Vertrauen, Verdrängen, Lügen der Rücksicht wegen, der Stoff, der eine gute Geschichten ausmacht. Der ethersüchtige Dr. Larch wird immer älter, will sich nicht von einem Jüngeren ablösen lassen, sein Werk darf nicht untergehen. Am Ende zieht sich die Story ein wenig, es kommt streckenweise leichte Langeweile auf, was beim Hörbuch noch mehr auffällt. Hier hätte Irving ein wenig straffen können. Das gesamte Buch in wenige Worte zu fassen fällt schwer. Es gibt zu viele Nebengeschichten und Thematiken, um allumfassend eine Inhaltsangabe in Kürze zu schaffen. Skurrile Typen, liebenswerte Figuren, ein Hauch von Maine Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts, große Erzählkunst, ein Buch, das ich gern ein zweites Mal genossen habe. In den USA ist der Roman sicherlich nicht bei jedem gut angekommen. Abtreibung ist dort bis heute ein heikles Thema. Verfilmt wurde der Roman bereits, ein Tipp für die Leute, die nicht gern dicke Schinken lesen. Normalerweise gefallen mir Originaltitel besser als die deutschen. Hier ist es ausnahmsweise andersherum. »The Cider House Rules«, in Original, verweist auf die Regeln, die auf der Farm für die Saisonarbeiter aufgehängt wurden, die kaum lesen können. Und wenn, es schert sowieso niemanden. »›Freuen wir uns für Doktor Larch‹, sagte Homer leise. ›Doktor Larch hat eine Familie gefunden. Gute Nacht, Doktor Larch.‹«

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  • Leserunde zu "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von John Irving

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

    Apfelgruen

    Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

    Im November haben wir uns für einen modernen Klassiker entschieden, nämlich "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von John Irving.

    Die Leserunde beginnt am 1. November.

    Viel Spaß!

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  • Rezension zu "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von John Irving

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

    The iron butterfly

    Herr Beck ich verneige mich tief vor Ihnen. Sie haben mich voll und ganz umfangen mit ihrer Stimme und dieser empfindungsreichen Interpretation eines meiner absoluten Lieblingsbücher "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von John Irving. Es ist Ihnen gelungen jedes Wort, jede Zeile, jede Seite mit Atmosphäre zu erfüllen. Ich habe gefiebert, ich habe schallend gelacht, ich war tief ergriffen, ich habe geweint. DANKE! *************************************************** "Ob ich mich in diesem Buch zum Helden meiner eignen Lebensgeschichte entwickeln werde oder ob jemand anders diese Stelle ausführen soll, wird sich zeigen." Diese Anfangszeilen aus Dickens "David Copperfield" werden das Waisenkind Homer Wells von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter begleiten. Genauso wird sich das Waisenhaus St. Clouds als weitaus mehr als nur der missliche Startpunkt seiner Lebensgeschichte erweisen. In John Irvings "Gottes Werk und Teufels Beitrag" geht es jedoch nicht nur um Homer Wells und seinen Werdegang. Da ist der äthersüchtige Dr. Wilbur Larch, der mit seinem abendlichen Gruß "Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine, ihr Könige Neuenglands!" in den Schlafsaal der Waisenjungen gerufen, mehr zu versprechen scheint als sich je für all die Kinder bewahrheiten wird. Und doch kann ihm niemand verübeln, dass Dr. Larch seine eigenen Strategien verfolgt, denn was er tut, tut er mit einem Herzen voll Empathie und einem Kopf voll Verstand. Da sind Candy und Wally, die das Leben nach St. Clouds führt, vieles wird sich durch diese Begegnung verändern. Und ich will Melony nicht vergessen. Melony, die allzu barsch, zu ehrlich und zu grausam erscheinen mag. Irving erzählt mir eine große Geschichte, eine Geschichte voll Wahrheit und noch mehr Lügen, gespickt mit mächtigen Sehnsüchten und den dunklen Kammern des Lebens. Warum mag ich diese Erzählung so sehr? Das habe ich mich schon mehr als einmal gefragt. Ich vermute es ist die Tiefe der Gefühle, die Irving mit seinen Charakteren in mir erweckt, es ist die Sprache, die so gewandt und vielfältig von Schicksalen spricht, die für mich so real und greifbar erscheinen, dass es beinahe schmerzhaft anmutet das Buch zu beenden. Mir fehlt weder Spannung, noch stört mich das Konstrukt aus Lügen und Unwahrheiten. Ich reibe mich nicht an der stellenweise derben Ausdrucksweise auf und suche nicht nach Sinn und Unsinn. Dieses Buch gehört schlicht und ergreifend zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, weil es mein Herz berührt! Allein von der Verfilmung möchte ich aus eigener Erfahrung abraten. Eine tiefe Enttäuschung, die ich hätte vorhersehen müssen. Lasse nie andere deine eigenen Phantasien verwirklichen, sie können nur scheitern.

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  • Rezension zu "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von John Irving

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. August 2010 um 21:25

    Homer Wells ist anders als die andern Waisen, welche von ihren Müttern in dem gottverlassenen Waisenhaus hinter den grünen und nebelverhangenen Hügeln und Wäldern von Maine zurückgelassen werden: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionsversuchen erlaubt Dr. Larch daher Homer, Saint-Cloud's zu seinem Zuhause zu machen - unter einer Bedingung: dass er sich nützlich mache. Und wie macht man sich in einem Waisenhaus mit angeschlossener Entbindungs- und Abtreibungsstation anders nützlich, als indem man Sankt Larch (wie dieser von den ihm über vierzig Jahre aufopfernd zur Seite stehenden Schwestern Angela und Edna genannt wird) bei "Gottes Werk" - dem Entbinden - und bei "Teufels Beitrag" - dem Abtreiben - assistiert. Rufus Beck, bekannt aus den Harry Potter- und Artemis Fowl-Hörbüchern hat sich hier ein Hörbuch der besonderen Art vorgenommen. Die tragische Geschichte wird von Beck wunderbar in ungekürzter Fassung vorgelesen. An den richtigen Stellen pausierend und mit gefühlvoller Stimme hört man ihm gerne zu, wenn er von Homer Wells und seiner Sicht der Dinge erzählt.

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  • Rezension zu "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von John Irving

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

    ribanna

    14. December 2009 um 21:22

    Die Geschichte des Arztes Wilbur Larch, der sein Leben und Werk allen Frauen widmet, die mit einer ungewollten Schwangerschaft zu ihm kommen. Den einen hilft er mit einer fachgerechten Abtreibung, die anderen entbindet er und behält die Kinder bis zu ihrer Vermittlung an sorgfältig ausgewählte Pflegeeltern im Waisenhaus. Und die Geschichte seines treuesten Waisenkindes Homer Wells, der nach vier missglückten Adoptionsversuchen im Waisenhaus bleibt und zum Helfer, Assistenten und schließlich Nachfolger seines väterlichen Freundes wird. Ungekürzte Lesung von Rufus Beck. 23 CDs, und nicht einen Moment kommt Langeweile auf!

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