John J. Mearsheimer Lüge!

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Inhaltsangabe zu „Lüge!“ von John J. Mearsheimer

»Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat.« – Wie der Skandal um den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wieder einmal gezeigt hat: Die Lüge gilt bei Politikern als Berufskrankheit. Doch werden wir wirklich ständig hinters Licht geführt? Und – so fragt der renommierte Politologe John J. Mearsheimer in seinem provokanten neuen Buch – geschieht das stets zu unserem Nachteil? Mearsheimer wägt ab zwischen dem Wert der Unwahrheit und ihren Gefahren. Seine Darstellung besticht durch einen klaren, illusionslosen Blick auf die Lüge als Werkzeug des politischen Geschäfts. Mearsheimer wartet mit einer Typologie der politischen Lüge auf und belegt sie mit bekannten Beispielen aus dem politischen Alltag der Gegenwart. Dieser neue Blick, der die Lüge nicht als moralisches Problem betrachtet, führt zu einem verblüffenden Ergebnis: Die Lüge muss nichts schlechtes sein – und sie ist weit seltener, als wir denken.

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  • Lügen zum Wohle des Volkes?

    Lüge!
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. July 2015 um 14:50

    "Tatsächlich glauben die Regierenden manchmal, eine moralische Pflicht zum Lügen zu haben, um ihr Land zu beschützen." Das schreibt John J. Mearsheimer auf Seite 11 dieses kleinen Büchleins, in dem es um eine wissenschaftliche Aufarbeitung und Begriffs-Systematisierung beim Lügen von Regierungen geht. Wahrscheinlich glaubt Mearsheimer wirklich, was er da aufgeschrieben hat und vollzieht dabei einen Prozess, dessen Beschreibung er bei der Systematisierung des Lügens leider vergessen hat, nämlich den Selbstbetrug. Später wird er mehrmals vom Lügen "zum Wohle des Volkes" schreiben. Solche Formulierungen sind Völkern, die unter Diktaturen gelebt haben, wohlbekannt. Aber das scheint der Autor nicht zu wissen. Und er versteht offenbar auch nicht, dass man das "Wohl des Volkes" stets so definieren kann, dass viele Lügen möglich werden. Vergisst man dies zunächst einmal, dann eröffnet sich ein interessanter Text. Dem Autor geht es vor allem um die strategischen Lügen von Regierenden, also um Lügen, die die handelnden Personen nicht persönlich bereichern, sondern einem wie auch immer definierten allgemeinen Interesse des jeweiligen Landes dienen. Er vertritt dabei die These, dass Regierungen untereinander ehrlicher sind, als man gemeinhin vermuten würde. Das Lügen dient also nicht der Irreführung anderer Staaten, sondern richtet sich über die entsprechende Propaganda an das eigene Volk. Mearsheimer führt dies an mehreren Beispielen vor, nämlich an den jeweiligen Lügen, die zur Begründung des Eintritts der USA in den 2. Weltkrieg, den Vietnam-Krieg und den letzten Irak-Krieg fabriziert wurden, sowie an der Lüge Kennedys über den tatsächlichen Inhalt der Vereinbarungen zur Lösung der Kuba-Krise. Der Wert dieses Textes liegt in der systematischen Darstellung von Propagandalügen, in die diese Beispiele eingebettet sind. Mearsheimer unterscheidet dabei zwischen den verschiedenen Arten solcher Lügen und geht in diesem Zusammenhang auf die Angstmache, strategische Vertuschungen, nationalistische Mythen und Völkerrechtslügen ein. Ihm ist dabei klar, dass seine Ausführungen zwar eine gewisse Systematisierung darstellen, jedoch nicht den Grad einer wissenschaftlichen Beweisführung besitzen. Wie sollte das auch möglich sein? Leider endet seine Logik an einer Stelle, an der es gerade interessant wird. So führt er beispielsweise alle Lügen der Bush-Administration an, die das amerikanische Volk zur Zustimmung für den letzten Irak-Krieg bewegen sollten. Dann entlarvt er sie und stellt fest, dass es keine der angeblichen Bedrohungen gegeben hätte. Doch wo ist nun das Wohl des amerikanischen Volkes oder wie wird die moralische Pflicht zu diesen Lügen begründet? Und seine These, dass sich bei solchen Lügen niemand persönlich bereichert, scheint einer Überprüfung in diesem Fall auch nicht lange standzuhalten, wenn man die Verbindungen dieser US-Administration zur US-Ölindustrie im Auge hat. Fazit. Ein interessanter und auch lehrreicher Text, solange es um den Versuch einer systematischen Darstellung von Propaganda-Lügen geht. Leider vermag es der Autor dann jedoch an mehreren Stellen nicht, eigentlich zwingend auftretende Fragen zu beantworten. Entweder übersieht er sie, oder er will sie nicht sehen. Denn ganz offenbar gibt es noch mehr Gründe für die Lügen politischer Führer als "das Wohl des Volkes".

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