John Jackson Miller A New Dawn: Star Wars

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Inhaltsangabe zu „A New Dawn: Star Wars“ von John Jackson Miller

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  • Eine lange Erklärung, warum ich auf einmal wieder Star Wars Romane lese ...

    A New Dawn: Star Wars

    Atalante

    08. May 2015 um 09:24

    A long time ago … Ja, schon eine Weile her, seit ich Star Wars-Romane gelesen habe. Wie so ziemlich alle anderen Menschen meines Schlages hebe ich jetzt besonders die drei „Erben des Imperiums“-Schmöker von Timothy Zahn hervor, die wir doch alle so sehr liebten. Es gibt sie nun als deutsches Hörbuch, mit den echten Sounds und dem echten Soundtrack und den echten (wenn auch etwas angegrauten ;) ) Synchronstimmen. Toll. Da überhört man sogar, dass Jayna und Jacen (Leias und Hans Jedi-Kids) in heutigen Ohren ziemlich asi klingen. „Dschäjna, gib dämm Dschäjssen das Lischtschwert zurück, oder isch komm rübber!“ Jedenfalls: Wir liebten „Erben des Imperiums“, und heute fällt uns zum Beispiel beim Hören des Hörbuchs auf: Die sind auch immer noch ziemlich gut. Klar, man kann auch Thomas Mann lesen und sich dabei literarisch endlich erwachsen fühlen. Oder halt nicht. Allerdings stellt man heutzutage fest: „Erben des Imperiums“ war einmal. Disney und Lucasfilm hat alles, was außer den Filmen und der Clone Wars-Serie existiert, zur „Legend“ erklärt und das gesamte Enhanced Universe von Star Wars für Null und Nichtig erklärt. Gemein oder? Na ja. Eigentlich ziemlich notwendig, gerade wenn man darüber nachdenkt, dass die neuen Filme ja sicherlich keine Lücken zwischen Comics, Computerspielen und Romanen schließen wollen, sondern für sich stehen sollen. Jedenfalls ist dieses Buch mit dem … na ja … etwas groschenromanartigen Cover (wer will’s verübeln? ;) ) der erste neue Roman des neuen Enhanced Universe. Tja. Mir doch egal. Eigentlich. Also, mal ehrlich: Warum sollte ich bitte einen Star Wars-Roman lesen? Eigentlich natürlich aus dem gleichen Grund, aus dem ich DSA-Romane geschrieben habe. Neue Geschichten in einer schon bekannten Umgebung, vielleicht mit Gastauftritten alter Bekannter? Ist doch cool, wenn man sich in einer weiteren Welt auskennt und gern dahin zurückkehrt. Trotzdem – Star Wars-Romane lesen – pah. Nachher les ich auch noch Star Wars-Comics, oder wie? Ja, tu ich. Verdammt. Wie kam’s dazu? Die Star Wars-Rebels-Serie ist schuld. In einer Zeitschrift stand, sie würde gutes, altes Star Wars-Ep4-6-Feeling bieten, mit TIE-Fighters und Rebellen und Sturmtruppen, die immer danebenschießen. Außerdem hab ich Kinder. Disney hin oder her, das klang gut. Das war auch gut! Die Serie ist einfach wirklich exzellente Unterhaltung, an manchen Stellen beinahe schon tragischerweise eingedampft auf 20 Minuten, bei denen man sagen möchte: „Och, bitte – könntet ihr da bitte einen Film draus machen?“ Im Zentrum der Serie steht eine kleine Schiffscrew Rebellen – frei nach dem Motto: Take my love, take my land, take me where I cannot stand. I don’t care, I’m still free – you can’t take the sky from me! ;) Und im Zentrum dieser Crew wiederum steht Kanan Jarrus, der so was wie ein verhinderter Jedi ist, dessen Ausbildung von Palpatines Jedi-Ausrottungskampagne … abgebrochen wurde. Seit er 13 Jahre alt ist, versteckt Caleb Dume alias Kanan Jarrus seine Talente, sein Jedi-Schwert und sich selbst vor den Augen des Imperiums. Leider ist auch der abgewrackte Minenplanet Gorse zum Überwachungsstaat geworden – doch Kanan ist die Rolle des Suicide Pilots (der hochempfindliche Sprengstoffe zu Gorse‘ Mond Cynda fliegt), Gelegenheitsbarkeepers und Vollzeit-Kneipenschlägerei-Teilnehmers mittlerweile so ins Blut übergegangen, dass nicht einmal ihm selbst aufgefallen wäre, dass all dieser Jedi-Stuff noch in ihm schlummert … wenn da nicht … Wenn da nicht – zum ersten: Ein Klonkriegsveteran herausgefunden hätte, dass der Kristallmond Cynda durch die Sprengungen instabil geworden ist und aufzubrechen droht. Zum zweiten: eine gewisse grünhäutige Twi’lek sneakylike auf Cynda und Gorse unterwegs wäre, um Informationen für etwas so „in der Theorie“ vielleicht Rebelliöses zu sammeln („The Empire doesn’t like people talking in theory …“). Und vor allen Dingen zum dritten: Antagonist Denetrius Vidian mit einem Sternzerstörer über Gorse auftaucht. Letzerer interessiert sich übrigens überhaupt nicht für Jedi. Er ist weder ein Sith, noch ein dunkler Jedi, noch ein Inquisitor – Jedi sind längst ausgerottet und ihm völlig wurscht. Er ist so was wie der Inbegriff des fiesen BWLs, der die beiden Planeten ausbeuten und seine Konkurrenten dabei auch noch schön reinreiten will, um nachher das Lieblingskind vom Imperator zu sein. Ich fand, mit diesem Bösewicht ist Star Wars in die 2010er eingetreten – Geschichten von Vorratsdatenspeicherung, Whistleblowern und kapitalistischer Ausbeute finden auch und gerade im Imperium ihren Platz. Während nun also die Twi’lek herumspioniert, der Klonkriegsveteran Skelly Bomben legt und eine ahnungslose Sullustanerin, die in einer Überwachungsfirma arbeitet, teils unwissend, teils skurril-abgedreht, aber nie unspannend miteinander, gegeneinander oder umeinander interagieren, gerät Kanan da halt so wider Willen rein, weil er so im Kern seines Wesens halt doch einfach nie ablegen konnte, dass er zu den Guten gehört. Und die ganze Zeit fragt man sich als Leser: Und wann gerät er endlich in die völlig ausweglose Situation, in der ihn nur das Einsetzen seiner alten Fähigkeiten vor dem Untergang bewahrt? Oh, keine Sorge. Abgefahrene, verrückte und definitiv ziemlich lebensgefährliche Situationen kommen und gehen, aber irgendwie schafft er’s halt doch immer, die Macht stecken zu lassen und das Lichtschwert sowieso. Auf dem Weg ins Finale fliegen die Seiten nur so dahin, und mit ihnen teils ein bisschen abstruse, aber immer packende Storytwists (ein bisschen wie bei Harry Dresden – Schlafen? Essen? ABER WANN DENN???), bis dann endlich … Aber das verrate ich nicht. Nur so viel: "But you’re … you’re a …" "Sssht. Don’t tell anyone." Dabei erfährt man natürlich einen ganzen Haufen Zeuch aus dem bislang doch eher deprimierend verlaufenen Leben des „Cowboy“-Jedis Kanan Jarrus und bedauerlich wenig über die Hintergründe der rebelliösen Hera. Die Nebencharaktere sind durchweg cool ausgeleuchtet – die widerwillige Edward-Snowden-Figur Zaluna, der väterliche Freund und Kneipenbesitzer Okadiah, Skelly, dessen Charakter als gebrochener Veteran ich mit am interessantesten fand, und natürlich der fiese BWLer Vidian und seine Sternzerstörerkapitänin Sloane. Alles in allem hatte ich noch mal echt fett Spaß mit einem Star Wars-Buch und frage mich, ob sich wohl noch ein Roman über Hera anschließen ließe, bitte danke. Wer danach immer noch nicht genug von Kanan Jarrus hat, der kann sich auf die Marvel-Comic-Reihe „Kanan – The Last Padawan“ stürzen. Wie gesagt … I did …

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