John Kenney American Dreamer

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Inhaltsangabe zu „American Dreamer“ von John Kenney

MAD MEN meets Nick Hornby Finbar Dolan ist Ende dreißig, Angestellter in einer renommierten New Yorker Werbeagentur und erfindet Tag für Tag die ideale Wirklichkeit – nicht nur für seine Kunden, sondern auch für sein eigenes Leben. Doch schließlich muss er sich sein Scheitern eingestehen. Seine Hochzeit hat er abgesagt, seine Vergangenheit umgedichtet, und in der Gegenwart fühlt er sich verloren. Als er erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt, wird dies zum Wendepunkt. Mitten in der Arbeit an einer vom Unglück verfolgten Kampagne für Babywindeln muss er sich seiner Vergangenheit stellen. Es ist seine Chance, zu sich selbst zu finden – und womöglich zu einem echten Happy End.

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    American Dreamer
    Becky_Bloomwood

    Becky_Bloomwood

    03. October 2016 um 16:06

    Meine Begeisterung für die Serie Mad Men hat mich gleich zu diesem Buch greifen lassen. Das Cover erinnert sicher nicht von ungefähr an Matthew Weiners großartige Serie und da die Geschichte von einem Mann handelt, der in einer Werbeagentur arbeitet, konnte ich nur anfangen zu lesen. Zum Glück bin ich mittlerweile fertig....American Dreamer hat mich absolut nicht begeistert. Es gibt durchaus ein paar blöde/witzige Sprüche und Werbung spielt auch eine Rolle, spannend ist das ganze allerdings nicht. Protagonist Fin ist mit seinem Leben unzufrieden (und dann auch wieder nicht) und hat ein kompliziertes Familienleben im Nacken - Mutter tot, die Geschwister haben keinen Kontakt zueinander. Doch als er erfährt, dass sein Vater (der die Familie früh verlassen hat) im Sterben liegt, macht er sich auf den Weg zu ihm - als einziger der vier Kinder. Es wird viel gedacht und geredet und das meiste davon hat mich überhaupt nicht interessiert. Womöglich soll sich darin die Oberflächlichkeit der Werbung wiederspiegeln. Vielleicht bin ich auch mit den falschen Erwartungen an das Buch herangegangen, dennoch: American Dreamer ist leider eine Enttäuschung.

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  • Das Leben und die Werbung

    American Dreamer
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    11. June 2014 um 12:53

    Das Leben und die Werbung Finbar Dolans Mutter hat sich das Leben genommen, als er 12 Jahre alt war. Zu seinen Geschwistern hat er wenig bis gar keinen Kontakt. Auch wenn seine Freundin und Kollegin kurz vor Weihnachten Phoebe es fast zur Sentenz erhebt, ihn jedes Mal zu fragen: „Hast Du Deinen Bruder angerufen“, und Finbar jedes Mal sagt „ja“ und jedes Mal lügt. Seinen Vater hat er seit dem Geschehen um die Mutter nicht wiedergesehen und all das hat Spuren hinterlassen. Innere Spuren, die von außen erst einmal nicht sichtbar sind. Denn Finbar ist durchaus erfolgreich. Werbetexter in New York (wenn es auch für seine Firma und ihn bisher nicht für die „großen Dinge“ der Werbung oder gar die Super-Bowl Pausen reicht). Nicht unattraktiv, zynisch, mit hoher ironischer Distanz, mit der er sich das Leben weghält. Klar, vor Kurzem wollte er noch heiraten und hat dies knapp vor dem Termin abgesagt. Was unangenehm war. Vor allem, weil er auf die Frage nach dem Grund seines Antrages weder für Amy, seine Braut, noch für sich selbst überhaupt irgendeine Antwort findet. Dieses „um sie nicht zu enttäuschen“ ist sicherlich kein tragfähiger Grund gewesen. Das alles nagt an Finbar. Diese innere Distanz zu sich selbst. Und das dumpfe Ahnen, dass zumindest bei einer seiner Bekannten diese Distanz beginnt, zu bröckeln. Aber selbst als es in Hollywoodmanier im Schnee auf diesem Hügel über Boston eng werden könnte, Finbar greift nicht zu. Nähert seine Lippen nicht. Er wird wissen, warum er das einfach nicht kann. Das ist die innenliegende Geschichte dieses munter erzählten, Seite um Seite mit Humor und hoher Ironie im Blick auf die Werbebranche gewürzten Romans von John Kenney. Ein innerer Fade, der allerdings seine Zeit benötigt, bis er dem Leser klarer vor Augen liegt. Denn überlagert wird diese Entwicklungsseite des Buches von dem fundierten und rigorosen Einblick, den Kenney dem Leser in die Welt der „Werber“ verschafft. Dieses „In Szene setzen“ des wichtigsten Kunden und seines Produktes: Windeln. „In der Welt der Werbung herrscht absoluter Hippnesszwang. Hip ist das allerwichtigste. Das Problem ist nur: Sobald ich mitbekommen habe, was Hip ist oder cool oder angesagt, ist er längst nicht mehr hip. Sondern Mainstream, mega-out“. Dabei ist Finbar durchaus motiviert als Texter, mag seinen Job. Eigentlich. Oder langsam nicht mehr. Was der Leser verstehen kann, wenn er all die wichtigen, hippen, kreativen, nach Höherem strebenden Leute kennenlernt, von denen Finbar umgeben ist. Und die John Kenney bis zum „Hippen“ T-Shirt, bis zur Nervenkrise, bis zu tiefernsten Gesprächen über einen Werbespot zu „Durchfall, Erbrechen, Übelkeit“ und der Krisengespräche über das Casting von „Durchfall“ nur scheinbar wie eine Persiflage erzählt. Denn Kenney kommt aus dieser Welt und schildert, wie es ist. Auch wenn es übertrieben wirken mag, man nimmt ihm das ab. Eine Welt des äußeren Scheins und des Ringens um das innere Sein, dass kulminiert, als Finbar doch den „Olymp“ in Reichweite sieht, er verantwortlich zeichnet für einen Werbefilm im Superbowl. Und ebenso Schritt für Schritt sich selbst begegnen muss. Angesichts seines todkranken Vaters angesichts der Liebe, die ganz langsam und unscheinbar in ihm beginnt, zu drängen. Das alles liest sich locker und flüssig, bietet vielfache Situationskomik und doch auch ernste Töne, zeigt auf, wie aus dem „notorischen Lügner“ Finbar (der seine „Werbeart“ ins Private übernommen hat) langsam die Wahrheit ans Licht gerät. Hier und da mit Längen und Wiederholungen (was die Meetings und die „Szenen aus der Werbung angeht“), im Gesamten aber eine anregende Lektüre.

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