John Lanchester

 4 Sterne bei 317 Bewertungen
Autor von Die Mauer, Kapital und weiteren Büchern.

Lebenslauf von John Lanchester

Über das Geld und die Menschen: John Lanchester wird 1962 in Hamburg geboren und wächst in Ostasien auf. Nach dem Absolvieren einer Ausbildung beginnt er in England eine Tätigkeit als Redakteur beim Penguin Verlag und wechselt später in die Redaktion der London Review of Books. Zudem arbeitet er als Restaurantkritiker für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften.

1996 veröffentlicht Lanchester seinen Debütroman „The Debt to Pleasure“, für den er mehrfach ausgezeichnet wird. Er erhält beispielsweise den Whitbread Book Award für das beste Debüt und den Julia Child-Award. Das Buch wird außerdem in 20 Sprachen übersetzt, es erscheint auch eine deutsche Ausgabe unter dem Titel „Die Lust und ihr Preis“.

Die Bücher Lanchesters sind häufig autobiographisch geprägt, in späteren Werken wendet er sich mehr und mehr dem Thema Finanzen sowie in jüngster Zeit dem Brexit zu. Sein 2019 erschienener Roman „Die Mauer“ beispielsweise spielt in einer dystopischen Zukunft nach dem vollzogenen Brexit, in der das Vereinigte Königreich durch eine Mauer um die Küsten vom Rest der Welt abgeschnitten ist.

Alle Bücher von John Lanchester

Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783608963915)

Die Mauer

 (167)
Erschienen am 26.01.2019
Cover des Buches Kapital (ISBN: 9783453410992)

Kapital

 (99)
Erschienen am 14.04.2014
Cover des Buches Hotel Empire Hongkong (ISBN: 9783423209205)

Hotel Empire Hongkong

 (4)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Mr. Phillips von 6 bis 7 (ISBN: 9783552051850)

Mr. Phillips von 6 bis 7

 (2)
Erschienen am 18.03.2002
Cover des Buches Die Lust und ihr Preis (ISBN: 9783552048034)

Die Lust und ihr Preis

 (1)
Erschienen am 16.09.1996
Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783453424081)

Die Mauer

 (0)
Erschienen am 10.08.2020
Cover des Buches Die Sprache des Geldes (ISBN: 9783608948998)

Die Sprache des Geldes

 (0)
Erschienen am 17.08.2015

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu John Lanchester

Cover des Buches The Wall (ISBN: B07LGC6TKM)
Pongokaters avatar

Rezension zu "The Wall" von John Lanchester

Höchste Vorlesekunst
Pongokatervor 13 Tagen

Stilles Lesen des Buches hätte bestimmt nicht an dieses so eindringlich vorgelesene Audobook heranreichen können. Der junge Schauspieler Will Poulter trifft eindrücklich einen Ton, der hunderprozentig zum Ich-Erzähler passt. Kritiker haben John Lanchester vorgeworfen, dass seine Dystopie einfallslos und schlicht wäre. Ich finde, dass es eine Stärke des Romans ist, dass er so erwartbar und nah an unserer Gegenwart ist: Eine Gesellschaft, die bestimmt wird von der Abwehr gegen Fremde, und die deshalb eine radikale, hunderprozentige Abschottung wählt: die von Dienstpflichtigen 24/7 militärisch überwachte Mauer rund um die ganze britische Insel. Was Lanchester durch den Wachsoldaten Kavanagh schafft, ist, dass durch diesen Durchschnittsmenschen fühlbar wird, wie kalt und grausam diese Gesellschaft ist, bei der es nur um die Abwehr der Fremden geht. Dabei wird die Situation durchaus nicht dramatisch überzeichnet. Gezeigt wird der Alltag dieser Gesellschaft in all seinen Schattierungen. Für mich durchaus auf einer Höhe mit Orwells "1984".

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783608963915)
renees avatar

Rezension zu "Die Mauer" von John Lanchester

Das Danach
reneevor einem Monat

In John Lanchesters Buch "Die Mauer" wird ein Blick auf ein England der Zukunft geworfen. Ein England, welches sich mit einer die Insel umspannenden Mauer schützt. Vor den Anderen. Ein England, welches nach einer Klimakrise nur noch an den Schutz des eigenen Landes, der eigenen Bevölkerung denkt. Und dies trifft natürlich nur auf den Teil der Bevölkerung zu, der nicht Dienst auf der Mauer leistet. Diese Menschen schützen den Staat, aber wenn sie einen Fehler machen, können sie erstens durch die Anderen sterben oder an einen Einfall der Anderen schuldig sein. Und die Strafe dafür ist ein Aussetzen auf dem offenen Meer. Ein hartes Land ist England geworden, ein irgendwie unmenschliches Land.

Während in England der Brexit vorbereitet wird, legt Bestsellerautor John Lanchester diesen brisanten neuen Roman vor. Was für ein Zeichen! Andere Staaten bauen Mauern, wenn man an den Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko denkt, oder an die Zäune in Ceuta und Melilla, oder, oder, oder. Doch was machen diese Zäune/diese Mauern. Schützen sie oder grenzen sie aus. Eine Antwort darauf liefert den aufmerksamen Lesern das Buch "Die Mauer".

Dieses England in dem Roman schützt sich durch eine Mauer. Dieses England, welches an den Veränderungen in der Welt ebenso beteiligt war und ist. Wie auch andere Staaten sich mit einer Mauer schützen. Die ebenso durch ihre Gier an der Veränderung der Erde schuld waren und sind. Und die junge Bevölkerung dieses Englands darf die eigenen Köpfe hinhalten für dieses Land. Ihre Köpfe hinhalten für die Gier der vergangenen Generationen und für ihren eigenen Lebensstandard. Auch dieser Generationenkonflikt wird in "Die Mauer" thematisiert.

Ein spannendes Buch ist dem Autor John Lanchester gelungen, dennoch ist das Buch aber auch irgendwie etwas blutleer. Denn die Geschichte und auch die Charaktere haben schlussendlich nichts so wirklich Einprägsames an sich, wenn man mal die gesamte Aufmache der Geschichte und den treffenden Vergleich mit dem heutigen Geschehen wegnimmt. Dann sind da nur noch ein paar Soldaten, die ihren Weg gehen. Nun, und das klingt dann wieder etwas lahm, oder?

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783608963915)
KarenAydins avatar

Rezension zu "Die Mauer" von John Lanchester

Spannend bis zum Schluss - eine Dystopie, die ohne tiefe Charakterstudien auskommt
KarenAydinvor einem Monat

„Es ist kalt auf der Mauer.“ England hat sich nach dem “Wandel“, einer profunden Veränderung der Gesellschaft infolge des Anstiegs des Meeresspiegels, gegen den Rest der Welt abgeschottet. Die Insel wird von einer zehntausend Kilometer langen, hohen Mauer umgeben, auf der junge Menschen ihren Dienst tun, um die „Anderen“ davon abzuhalten, ins Land einzudringen, Menschen, die auf Booten und Flößen auf der Suche nach einer neuen Heimat sind. Wir begegnen auf den ersten Seiten Kavanagh, dem Ich-Erzähler, der als „Verteidiger“ nach seiner Grundausbildung den Dienst auf der Mauer antritt. Da darf man sich keinen Fehler erlauben, denn die Strafen sind drastisch…

 

Ich denke, dass es recht schwierig ist, neue Dystopien zu schreiben. Wie kann man sich eine Gesellschaft in der Zukunft vorstellen? Viele Themen sind bereits behandelt worden und der Brexit (das Referendum von 2016) führte auch zu einer Reihe von Romanen, in denen die Ängste der Bevölkerung vor einer solchen Veränderung, vor dem Isolationismus, in literarische Form gegossen wurden (BrexLit). Auch Klimawandel und Migration sowie die ewige Angst vor einem demographischen Schwund und entsprechende Gegenmaßnahmen (Atwood) sind schon oft thematisiert worden. Lanchesters Zukunftsversion ist für mich in vielerlei Hinsicht aktuell, spannend. Dies liegt für mich auch an seinem ganz eigenen Stil. Es gibt keinen Info-Dump, keine langen Erläuterungen über die Gesellschaft, in der wir uns nun befinden. Wir begleiten Kavanagh und müssen uns selbst in dieser neuen dystopischen Welt zurechtfinden, in der nur die Mauer eine klare Grenze aus Beton darstellt, alle anderen Grenzen nicht so klar sind. Wer gehört wohin? Manchmal ist dies gar nicht mehr so klar. Der Stil wechselt. Die Monotonie des Dienstes auf der Mauer wird immer wieder durch kurze Abschnitte verdeutlicht, in denen Kavanagh dichtet oder seinen Gedanken freien Lauf lässt, zum größten Teil ist der Roman aber in flüssig lesbarer Sprache geschrieben und verzichtet auf seitenfüllende lange Dialoge und Gefühlsduselei. Aber was ist mit Liebe? Natürlich darf auch die nicht fehlen, denn Kavanagh verrichtet seinen Dienst mit einer Frau namens Hifa, die ihm gleich am ersten Tag auffällt.  

 

Wem könnte dieser Roman gefallen? 

Allen, die gern eine flott geschriebene Dystopie lesen, die zwar aktuelle und wichtige Themen behandelt, sich aber nicht in tiefsinnigen psychologischen Charakterstudien verliert und auch nicht übertrieben gefühlvoll ist. Der Fokus liegt ganz klar auf Setting und Handlung und es gibt auch keine hollywoodreifen Charaktere, die eine einfache Identifikation bieten. Jemand, der wie ich gern Dystopien liest, in denen die Technik keine große Rolle spielt, und der es gern auch spannend hat, der wird den Roman wohl mögen.

 

Wem könnte dieser Roman nicht gefallen?

Allen, die gern eine feste Struktur haben und lieber mit einer Karte und Erläuterungen in der Hand durch eine neue fiktive Zukunftslandschaft wandern. Man muss sich die Informationen schon selbst zusammensuchen. Zudem könnte er auch denjenigen nicht gefallen, die gern mit „starken Charakteren“ mitfühlen oder mitleiden. Kavanagh und Hifa sind interessante Figuren, sie sind aber am Tisch eines britischen Journalisten und Romanautors und nicht in Hollywood entstanden.  Die „Anderen“ bleiben das, was sie sind, eben die Anderen.

 

 

Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Wie weit würdest du gehen, um die Mauer zu verteidigen?

England umgibt eine Mauer – eine Mauer, die bis auf den Tod beschützt werden muss. Denn jenseits der Landesgrenzen lauern  Feinde. Wird John Kavanagh es schaffen, die Mauer zu verteidigen, oder muss er mit seinem Leben zahlen?

Habt ihr Lust auf diesen spannenden Roman von John Lanchester? Gemeinsam mit Klett-Cotta verlosen wir 25 Exemplare von "Die Mauer".

Mehr zum Buch
In Großbritannien gilt das Gesetz des Stärkeren. Das Land ist von einer hohen Mauer umgeben, die von den Bewohnern um jeden Preis gegen Eindringlinge verteidigt wird. Während in England der Brexit vorbereitet wird, legt Bestsellerautor John Lanchester einen brisanten neuen Roman vor.

Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu jener Gruppe von jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Der Preis für ein mögliches Versagen ist hoch. Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben. Das Leben auf der Mauer verlangt Kavanagh einiges ab, doch seine Einheit wird zu seiner Familie, und mit Hifa, einer jungen Frau, fühlt er sich besonders eng verbunden. Gemeinsam absolvieren sie Kampfübungen, die sie auf den Ernstfall vorbereiten sollen. Denn ihre Gegner können jeden Moment angreifen. Und die sind gefährlich, weil sie für ein Leben hinter der Mauer alles aufs Spiel setzen.
John Lanchester geht in seinem neuen Roman alle Herausforderungen unserer Zeit an – Flüchtlingsströme, wachsende politische Differenzen und die immer größer werdende Angst in der Bevölkerung – und verwebt diese zu einer hochgradig spannenden Geschichte über Liebe und Vertrauen sowie über den Kampf ums Überleben.


Wir verlosen 25 Exemplare von "Die Mauer". Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch bis einschließlich 03.02.2019 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: 

Wie würdet ihr eine Mauer verteidigen, um Feinde fernzuhalten?

Ich bin gespannt auf eure Antworten und drücke euch die Daumen für die Buchverlosung!

311 BeiträgeVerlosung beendet
Motte_s avatar
Letzter Beitrag von  Motte_vor 4 Jahren
Tut mir leid, das Buch war leider zäher als erwartet und dann kam auch noch das richtige Leben dazwischen. Aber hier auch mein Link: https://www.lovelybooks.de/autor/John-Lanchester/Die-Mauer-1813210623-w/rezension/2033657910/

Zusätzliche Informationen

John Lanchester wurde am 25. Februar 1962 in Hamburg (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 441 Bibliotheken

von 111 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks