John Lanchester Die Lust und ihr Preis

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Inhaltsangabe zu „Die Lust und ihr Preis“ von John Lanchester

»Das ist kein Kochbuch im üblichen Sinn«, erklärt der Autor dieser Aufzeichnungen schon im ersten Satz. Tarquin Winot, ein distinguierter Herr unbestimmten Alters und von untadeligem Geschmack, befindet sich auf einer kulinarisch-kulturellen Reise durch Frankreich. Unterwegs fallen ihm nicht nur vergangene Genüsse ein, sondern er schöpft reichlich aus dem Stoff seiner sonstigen Erfahrungen und gibt profunde wie snobistische Erkenntnisse preis: über das Leben und den Mord als schöne Kunst, Ketchup und Knoblauch, den Zusammenhang zwischen gotischer Architektur und dem Mixen eines Cocktails, über die Psychodynamik von Paaren in Restaurants.

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  • Kein Lanchester der mich erreichen konnte, daher Rezension eines dreiviertel gelesenen Romans

    Die Lust und ihr Preis
    thursdaynext

    thursdaynext

    02. January 2015 um 14:06

    „Hund habe ich bisher nur während einer experimentellen und einmaligen Reise nach Macao gegessen.......Alles in allem kein überwältigender Erfolg – das Fleisch ist zäh und gleichzeitig fett.“ John Lanchester hat mit "Kapital" einem Roman und „Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt“ einem Sachbuch, zwei Bücher geschrieben die ich sehr mochte. Folglich fand ein drittes Einzug in diesen Haushalt. Ein Fehlgriff. „Die Lust und ihr Preis“ Aufzeichnungen eines reisenden Gentlemans", die Geschichte eines englischstämmigen, permanent philosophierenden, frankophilen Gourmets, der seine Biographie bruchstückhaft zusammen mit Kochrezepten enthüllt, missfiel. Anfangs nett und unterhaltsam, besonders durch die feine Ironie, ging mir der kochbegeisterte, elitäre Fresssack zunehmend auf die Nerven. Ihn dann noch dazu auf der Balz zu erleben war extrem belastend. So kam ich an nah die Grenze zum Abbruch, obwohl Lanchester stilistisch und sprachlich gefällig wie gewohnt, und trefflich charakterisierend schreibt. Hier lag wohl auch das Problem. Lanchester erschuf einen derart anmaßenden, egozentrierten, egozentrischen Protagonist, der sich allein im Besitz der absoluten Wahrheit wähnt. Dabei kam er zu Beginn teils durchaus amüsant rüber. Aber mir gingen seine sehr dogmatischen Ansichten zu Kochkunst und Gerichten (deren Auswahl mich meist wenig lockte) derart auf die Nerven, dass ich mit wachsendem Unwillen nach dem Buch griff, ein anderes dazwischenschob und nachdem der laut Klappentext: „Mann der erfrischend frei von jeglicher falscher Bescheidenheit“ (allerdings wobei ich erfrischend gerne durch entsetzlich ersetzen möchte) überzeugt unbescheiden weiterhin seine Weisheiten und Ansichten kundtat SÜSSSTOFF verwendete! Bei aller Schreibkunst, Kochkunst, sonstigem Kunstverständnis und Gourmetleben da süßt der Manne mit Süßstoff! Zuviel! Enttarnt als zu Unrecht von sich selbst eingenommenem Bon Vivant. „Käse ist in philosophischer Hinsichät ein interessantes Nahrungsmittel, dessen Eigenschaften sich dem Wirken von Bakterien verdanken – ist er doch, wie James Joyce anmerkte, Milch in Leichenform. Tote Milch, lebende Bakterien.“ Die Lust und ihr Preis ist ein vor sich hingammelnder Roman. Käse im Übergang zum Zerfall , er stinkt vor Borniertheit. Die gesamten erzählerisch gelungenen Passagen werden vom Ich Erzähler konterkariert. Um es in den Worten Tarquin Winots, des mir so mißliebigen Protagonisten zu sagen: „Über dem Käsewagen dräute düster ein Hirschgeweih.“ Setzt man für Käsewagen Roman ein und bezieht sich auf vorliegenden Titel dann stimmt es. Doch Obacht! Lanchester schreibt immer noch erheblich besser als die Masse! Andererseits.......vielleicht reife ich noch, wie guter Käse und im Alter, wenn meine eigenen in Stein gemeisselten Ansichten zementiert sind kann ich mich Tarquin Winots Ergüssen im Zuge der eintretenden Demenz genüßlich hingeben. Daher drei Sterne für Stil, Sprache und einen derart gelungenen Unsympathen. Falls jemand weiß was es mit dem Mord auf sich hat. Bitte melden wenn es den Protagonisten erwischt hat. Späte Genugtuung für verschwendete Lesezeit ;)

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