Kapital

von John Lanchester 
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Kapital
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Das Buch ist keine trockene Kapitalismuskritik. Im Gegenteil, es ist megamenschlich. Der Alltag in London während der Finanzkrise. Toll!

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Ein Meisterwerk über Geschichten hinter Gesichtern. Nachdem ich fertig bin, vermisse ich die Charaktere manchmal richtig.

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Inhaltsangabe zu "Kapital"

Großstadtleben in Zeiten der Finanzkrise: Jedes Haus in der Südlondoner Pepys Road hat viel Glück, Liebe und Leid gesehen. Anhand der Leben der Bewohner dieser mehr oder weniger normalen Straße zeichnet John Lanchester ein hochaktuelles Panorama unserer Gegenwart. Alles geht seinen gewohnten Gang, bis an einem ganz normalen Tag bei den stolzen Eigenheimbesitzern dieser Straße eine merkwürdige Nachricht im Briefkasten liegt: »Wir wollen, was ihr habt.« Ein Roman voller Mitgefühl, Humor und Protagonisten, die man nicht mehr missen möchte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453410992
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:800 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:14.04.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 11.04.2014 bei Random House Audio, Deutschland erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Buchstabenliebhaberins avatar
    Buchstabenliebhaberinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Buch ist keine trockene Kapitalismuskritik. Im Gegenteil, es ist megamenschlich. Der Alltag in London während der Finanzkrise. Toll!
    Geld oder Leben

    Kapital, ein wuchtiges Wort. Ein wuchtiges Buch. 682 Seiten voller Leben, Schicksale, Zahlen. Das Buch handelt von den verschiedenen Nachbarn einer Straße in London während der Finanzkrise von 2008. Wir befinden uns in einer besseren Gegend, der Pepys Road. Die Häuser dort gewinnen stetig an Wert, eine sinnvolle Investition, ein Prestigobjekt, ein Arbeitsplatz, und für manche einfach schon immer Heimat. Alle träumen vom schönen Leben.

    Ich habe mit trockenem Stoff gerechnet, mit Finanzgedöns, was für Betriebswirtschaftsmenschen. Als solche interessieren mich Märkte und Menschen. John Lanchester verknüpft beides auf das Interessanteste! Im Klappentext steht, das Buch ist von "leichtfüßiger Brillanz", und dem kann ich nur begeistert zustimmen. 

    Ist es Ironie, wie Lanchester vom konsumorientierten Leben des Bankers Roger und Ehefrau Arabella schreibt? Jedenfalls macht es unheimlich Spaß zu beobachten, wie sie sich um Kopf und Kragen shoppen, sich alles und noch viel mehr gönnen, Hauptsache es ist teuer, und wie nachlässig Roger seinem überaus ehrgeizigen Stellvertreter Mark vertraut. Ein fataler Fehler ...

    Dann ist das ominöse "Wir wollen was Ihr habt"-Projekt. Kunst oder Bedrohung, wer kann das sagen? Wer steckt dahinter, ist die Nachbarschaft in Gefahr? Künstler, die es geschafft haben und andere, die auch schon gern so weit wären, gibt es dort.

    Und es gibt "die Zugereisten": den polnischen Handwerker Zbigniew, das ungarische Kindermädchen Matya, die illegale Politesse (was für eine kuriose Idee!) Quentina, die Fußballhoffnung Freddy aus dem Senegal und sein Vater und die Familie Kamal aus Pakistan, Kioskbetreiber in der Pepys Road.

    Der brave Handwerker findet beim Renovieren einen Koffer mit uraltem Geld, den der misstrauische Ehemann der soeben verstorbenen Petunia zu gut versteckt hat. Damit könnte er sich all seine Träume erfüllen - die Erben sind schon alleine mit dem Verkauf des Elternhauses Millionäre geworden ...

    Mir sind die Figuren des Buches sofort ans Herz gewachsen, täglich freute ich mich auf das Buch, auf das Wiedersehen mit diesen so normalen, und dennoch kauzigen Gestalten, die einfach nur ihr Leben leben, sich ihre Existenz zu sichern versuchen, die sich durchschlagen, sich hängenlassen, illegale Wege beschreiten und so weiter. 

    Es wird nicht langweilig, keine einzige Seite lang. Sehr subtil beschreibt John Lanchester unsere Abhängigkeiten von Systemen, von Staatsangehörigkeiten, Vorurteilen, und von der willkürlichen Verteilung von Glück und Unglück.

    Leseempfehlung!



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    InOmniaParatusvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Meisterwerk über Geschichten hinter Gesichtern. Nachdem ich fertig bin, vermisse ich die Charaktere manchmal richtig.
    Meisterwerk

    John Lanchesters Kapital gehört definitiv zu den großen Geschichten, obwohl es eigentlich viele kleine sind. Der Autor nimmt uns mit in die Peppy's Road. Eine Straße in London, die aufgrund der städtischen Entwicklung vom Arbeitviertel zu einer der teuren Straßen wurde. In jedem dieser Häuser lebt jemand und wir dürfen für den Zeitraum von etwa einem Jahr an diesen Leben teilnehmen. John Lanchester zeichnet so detaillierte und realistische Bilder seiner Figuren, dass sie einem zu Freunden werden. Man mag nicht jeden gleich gern und versteht nicht, warum jeder so handelt, wie er es tut. Aber man kann sich vorstellen, dass es rationale Gründe für das Handeln gibt. Es sind leise Geschichte. Kein Mord und Totschlag, sondern Geschichten wie nur das Leben sie schreibt. Man kann sich richtig vorstellen, wie der Autor in einem Café sitzt, die Menschen beobachtet und sich Geschichten für hinter die Gesichter ausdenkt. 5 Punkte gibt es bei mir nur selten, aber John Lanchester hat sie verdient. 

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    varietys avatar
    varietyvor 3 Jahren
    Grosse Erzählkunst

    Das Wortspiel mit dem englischen Begriff "Capital" (sowohl Geld als auch eine Hauptstadt bezeichnend) steht im Zentrum des Romans. In einer Londoner "Vorstadtstrasse" leben die verschiedensten Individuen und sind mehr oder weniger lose miteinander oder dem Thema Geld verknüpft. Wie Lanchester dies alles erzählt und dabei eine zunehmende Spannung aufbaut (auch wenn man nun wirklich nicht von einem Krimi sprechen kann) ist grosse Erzählkunst. Packende und unterhaltende Lektüre!

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    I
    Isabell47vor 3 Jahren
    Kapital

    In seinem Roman "Kapital" schildert John Lancaster das Leben der Bewohner einer Straße. Es leben hier die unterschiedlichsten Personen - Alte, Junge, Reiche, Ausländer, Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen, etc. Eines Tages bekommen alle diese Menschen die gleichlautende Botschaft"Wir wollen was ihr habt!" Für den aussenstehenden Betrachter mag es ja so sein, dass das Leben der anderen erstrebenswert ist, doch wer möchte schon arbeitslos, totkrank, .... werden. Jeder der Bewohner der Strasse hat so seine Probleme und der Roman hält uns den Spiegel vor.

    Die Geschichten sind sehr interessant, doch trotzdem musste ich mich durch das Buch teilweise "durchbeissen", denn es war schon auch anstrengend zu lesen. Während ich nach dem ersten Drittel beinahe völlig aufgegeben hätte, war ich zum Schluss sehr froh, das ich es nicht getan habe. Dieses Buch ist schon ein besonderes Buch und es endet nicht "kitschig", sondern äußerst real.Für alle, die gesellschaftspolitisch interessiert sind aber Sachbücher ablehnen, ist es sicherlich ein "Muss".

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    PaulTemples avatar
    PaulTemplevor 4 Jahren
    Gesellschaftspanorama

    Die Bewohner einer Londoner Straße sind die Protagonisten dieses Romans. So sehr sich die Häuser von außen auch ähneln, desto unterschiedlicher ist das Leben der Personen hinter den Fassaden. Die krebskranke Oma, die ihr ganzes Leben schon in der Straße wohnt, der zum
     Erfolg verdammte Broker, der der Armut Afrikas entkommende Fußballstar - geschickt versteht es der Autor Einzelschicksale zu einem großen Ganzen zu verknüpfen und so ein Spiegelbild der britischen Gesellschaft um 2008 darzustellen. SEHR unterhaltsam!

    Kommentare: 3
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    Lysanders avatar
    Lysandervor 4 Jahren
    Beste Unterhaltung

    Fast 800 Seiten, ein echter page turner, kurzweilig, kein großes Kunstwerk, sondern schlichtweg ein wunderbarer Unterhaltungsroman, dessen Personal man schon schnell glaubt so gut zu kennen, dass man sich gar nicht mehr von ihm trennen möchte. Lanchesters "Kapital" ist aber auch ein kritischer London-Roman, ein Gesellschaftspanorama, so wie es vorher z. B. Wolfe über New York im "Fegefeuer der Eitelkeiten" entworfen hat. Ich habe die Leichtigkeit dieses Werks sehr genossen.

    Kommentare: 3
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    FlipFlopLady007s avatar
    FlipFlopLady007vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Gelungene Darstellung einer Konsumgesellschaft, die stellenweise etwas langatmig ist
    Gelungene Darstellung einer Konsumgesellschaft, die stellenweise etwas langatmig ist

    In seinem Buch „Kapital“ stellt John Lanchester die moderne Konsumgesellschaft der Londoner Neureichen dar. Das Buch spielt in der Pepys Roda in Südlondon.  Alle Menschen, die in dieser Straße wohnen, besitzen alleine durch den Wert ihres Hauses viel Geld. Dass dies jedoch nicht zwingend zum Glück führt, zeigt John Lanchester sehr eindrucksvoll in seinem Roman.  In der Pepys Road wohnen viele Menschen, die allesamt nach ihrem Glück streben. Da wäre beispielsweise Roger Yount, der bei einer Londoner Bank arbeitet und dieses Jahr endlich einen Bonus von einer Millionen Pfund bekommen möchte. Dann wäre da noch Freddy, ein junger aufstrebender Fußballstar, der von einem Verein in London gekauft wurde und nun in der Pepys Road lebt. Er träumt davon eines Tages zu den großen Fußballern der Welt zu gehören. Eine weitere Bewohnerin der Pepys Road ist Petunia Howe, sie ist Witwe und inzwischen über achtzig Jahre alt. Sie hat das Haus in der Pepys Road schon sehr lange, da bereits ihre Familie in der Straße gewohnt hat, als es noch eine Arbeiterstraße war. Des Weiteren wohnt eine pakistanische Familie in der Straße, die dort einen Kiosk besitzt. Die drei Brüder der Familie teilen sich die Arbeit im Kiosk, ob sie dabei jedoch glücklich sind, wird sich zeigen.  Neben diesen Bewohnern der Straße spielt der Handwerker Zbigniew eine Rolle. Er verrichtet bei den Hausbesitzern einige kleine Arbeiten und sucht selbst sein großes Glück in London. Neben  all diesen Personen spielt auch eine staatenlose Politesse eine wichtige Rolle in dieser Gesellschaftsdarstellung.

    Inhalt:

    Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Die Darstellung der Londoner Konsumgesellschaft ist aus meiner Sicht sehr treffend. John Lanchester spricht auch unschöne Wahrheiten an und schafft so ein teilweise traurige und gleichzeitig lustiges, aber auf jeden Fall nachdenklich machendes Gesamtwerk. Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass das Buch an manchen Stellen sehr langatmig ist. Gerade am Anfang hatte ich das Gefühl seitenweise zu lesen und dennoch keinen neuen Inhalt zu erfahren. Auch das Ende des Buches hat mich ein wenig enttäuscht. Das ganze Buch lang wurde eine gewisse unterschwellige Spannung aufgebaut, die am Ende zwar aufgelöst wurde, jedoch aus meiner Sicht nicht zufriedenstellend. Ich hatte mir von der Auflösung mehr erwartet.

    Schreibstil und Aufbau:

    Der Schreibstil des Buches gefällt mir insgesamt sehr gut. Der Autor schildert das Geschehen sehr detailliert, was es dem Leser sehr leicht macht, sich das ganze bildlich vorzustellen. Das Buch lässt sich zudem sehr gut und flüssig lesen. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist, dass der Erzähler immer wieder zwischen den beteiligten Personen wechselt. Der Leser erfährt also von allen Personen etwas und zwar parallel. Dies hat bei mir zum einen eine gewisse unterschwellige Spannung erzeugt, außerdem macht es das Buch einfach interessanter. Ich war sehr dazu angehalten weiter zu lesen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es bei den einzelnen Personen weiter geht. Jedoch wurde vor der Auflösung eben auch noch das Leben der anderen handelnden Personen geschildert. Mir gefällt dieser Art von Schreibstil der gut. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, sind die vielen kurzen Kapitel, die das Buch unterteilen. Bei jedem Personenwechsel wurde auch ein neues Kapitel angefangen. Dies fand ich sehr angenehm, da so immer klar war, wer nun erzählt.

    Charaktere:

    Die Charaktere haben mir alle gut gefallen. Sie waren alle extrem unterschiedlich und doch hatten sie gewisse Gemeinsamkeiten, beispielsweise ihr Vermögen. Dennoch haben alle Personen verschiedene Schwierigkeiten, die ihr Vermögen mit sich bringt. Es wird nie langweilig, denn allein durch ihre Charakterzüge verleihen die Figuren dem Buch eine gewisse Dramatik. Auch fand ich es gut, dass mir nicht alle Personen sympathisch sind. Ich mag zwar viele der Protagonisten und habe auch mit ihren mitgefiebert, aber es gab auch welche, denen ich zeitweise Schlechtes gewünscht habe. Ich finde ein Buch wird dadurch nicht langweilig, dass man eben nicht alle Figuren mag.

    Cover und Klappentext:

    Das Cover des Buches hat mir sehr gut gefallen. Ich finde es sehr ansprechend und interessant gestaltet. Ich finde das Bild auf dem Cover symbolisiert den Facettenreichtum der Bewohner der Pepys Road. Zudem hat es einfach meine Aufmerksamkeit erregt, was ich bei Covern wichtig finde. Das Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen, sodass ich mir auf jeden Fall den Klappentext ansehen musste.

    Den Klappentext des Buches finde ich ebenfalls gelungen. Er gibt den Inhalt des Buches treffend wieder ohne dabei zu viel zu verraten. Er hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht und das soll ja nun der Sinn des Klappentextes sein. Er hat bei mir auch keine falschen Erwartungen geweckt, was ich besonders wichtig finde.

    Fazit:

    Insgesamt finde ich, dass „Kapital“ eine gelungene Darstellung der Konsumgesellschaft in der Londoner Pepys Road ist. Auch wenn ich es stellenweise etwas langatmig fand und auch das Ende nicht ganz nach meinen Erwartungen war, so finde ich doch, dass es auf jeden Fall lesenswert ist.

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    trollchenvor 5 Jahren
    Es ist ein tolles, zeitgemäßes Buch über die heutige Gesellschaft, man kann sehr lange darüber disku

    Kapital

    Cover: Das Englische Cover hätte besser gepasst, aber so geht es auch. Es ist eine weiße Grundfarbe und in der Mitte im Kreis sind so Häuser in der Runde zu sehen. Alles, auch hochhäuser und kleine oder große Häuser. Und in der Mitte ist der Titel weiß und unter dem Titel und an einigen Häusern sind so ein paar blaue Linien zart zu sehen.

    Kurzinhalt: Alle Bewohner der Pepys Road suchen nach ihrem Glück: Roger Yount ist ein erfolgreicher Banker - mit zwei Kindern und einer verwöhnten Ehefrau. Dass er nicht die erwartete 1 Million Pfund Jahresprämie erhält, stürzt die Familie in eine Krise. Nebenan zieht die senegalesische Fußballhoffnung Freddy Kamo mit seinem Vater ein - wird ihm der internationale Durchbruch in einem Premier-League-Club gelingen? Petunia Howe lebte schon in der Pepys Road, als diese noch eine einfache Arbeiterstraße war. Pakistanische Kioskbesitzer stehen unter Terrorverdacht, die nigerianische Politesse ohne Arbeitserlaubnis schreibt Strafzettel und der polnische Handwerker Zbigniew liebt die Frauen, und die Frauen lieben ihn. An einem ganz normalen Tag liegt bei allen stolzen Eigenheimbesitzern dieser Straße eine merkwürdige Nachricht im Briefkasten: »Wir wollen, was ihr habt.« Ein Roman voller Mitgefühl, Humor und Protagonisten, die man nicht mehr missen möchte. Ein großer unterhaltsamer Gesellschaftsroman, in 20 Sprachen übersetzt, der ein mitfühlendes, humorvolles und hochaktuelles Panorama der Gegenwart über die Top-Themen »Schuldenkrise« und »Gentrifizierung« bietet.

    Meine Meinung: Es ist nicht gerade eine leichte Kost, dieses Buch zu lesen, obwohl der Schreibstil sehr flüssig ist. Manchmal empfand ich es als sehr mühselig zu lesen, da es ein wenig zu langatmig geschrieben war. Aber alles in allem eine lesenswerte, mitreißende, sehr vielfältige Geschichte über einen ganzes Wohnhaus das herzallerliebst ist. Es ist auch ein topaktuelles Spiegelbild unserer Gesellschaft, welches leider manchmal zu wünschen übrig läßt. Es werden viele normale, alltägliche Situationen beschrieben, die aber trotzdem dann überraschend weitergeführt werden, dadurch wird dieses Buch nie langweilig. Aber es hätte ein wenig dünner sein können, es war manchmal zuviel des guten Erklärens.

    Mein Fazit: das Buch läßt mich nachdenklich zurück. Es ist ein tolles, zeitgemäßes Buch über die heutige Gesellschaft, man kann sehr lange darüber diskutieren. . Aber es hätte ein wenig dünner sein können, es war manchmal zuviel des guten Erklärens

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    UteSeiberths avatar
    UteSeiberthvor 5 Jahren
    Gesellschaftskritischer Roman der modernen Finanzkrise

    John Lanchester ist mit "Kapital" ein Roman voller Mitgefühl, Humor und Überspritzung seiner Protagonisten ein Bild der heutigen Finanzkrise gelungen! In der Pepys Road in London leben die verschiedensten Leute vom  Banker mit Familie,  über die alte Witwe, die sengalische Fussballhoffnung, die pakistanischen Einwanderer , den polnischen  Malermeister und die nigerianische Politesse,die illegal in England lebt.
    Durch das Platzen der Finanzblase kommt vieles ins Wanken in dieser Straße und die Hoffnungen mancher dieser Anwohner zerplatzen.Die liebevolle und verständnisvolle Darstellung der einzelnen Figuren erinnert an die Erzählweise von Charles Dickens und ist doch zugleich ein hochaktuelles Panorama unserer Gegenwart. Trotz des Umfanges sehr lesenswert!

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    P
    Pixibuchvor 5 Jahren
    Kapital

    Allein schon das Cover verrät, dass es sich hier um ein etwas anderes Buch handelt. Eine Teilansicht eines Stadtplans von Londen, durch den die Pepys Road führt, die mit glitzerdem Blau markiert ist. Das Buch hat fast 700 Seiten, aber keine einzige dieser Seiten ist langweilig oder uninteressant. Hier werden die verschidenesten Charaktere vorgestellt, man hat Einblick in verschiedene Welten, in verschiedene Seelen. Lanchester versteht es, die Menschen in seinem Buch lebendig und lebensnah zu beschreiben. Nehmen wir die über 80 Jahre alte Petunia. die allein in einem Haus in der Straße lebt. Sie in der Pepys Road geboren und aufgewachsen, hat dort mit Mann und Tochter gewohnt und wird auch in dieser Straße sterben. Ihr Leben ust durch das Alter schon etwas eingeschränkt aber sie trauert nicht darüber sondern trägt dies mit Würde. Dann gibt es den Investmentbanker Roger Yount. Er ist der Nachbar von Petunia. Er ist mit Arabella verheiratet, einer exzentrischen Schönheit. Die beiden haben zwei Söhne, die natürlich von einer Nany erzogen werden. Während Roger von morgens 7 Uhr bis abends 7 Uhr in der Bank ist, vertreibt sich Arabella ihre Zeit mit Shopping, Schönheitssolons und Fitness mit ihren Freundinnen. Beide warten schon auf die Prämie der Bank, die Roger jedes Jahr erhält. Trotz des guten Gehalts brauchen sie diesen Bonus für ihren aufwendigen Lebenswandel. Auch die pakistanische Familie Kamal lebt in dieser Straße, wo sie ein Geschäft betreiben. Ahmed und Rohinka mit den beiden Kindern sind eigentlich die Besitzer. Ihnen helfen aber im Geschäft Ahmdes Brüder Shahid und Usman.Bis eines Tages Shahid Besuch von Iqbal bekommt. Mit diesem Besusch beginnen dann für Shahid ie größten Unannehmlichkeiten. Quentina Mkfesu aus Zimbabwe ist aus ihrer Heimat geflohen und hat überhaupt keine Aufenthaltsgenehmigung. Sie arbeitet denoch als Politesse in dem Areal um die Pepys Road herum. Sie ist die meistgehaßte Frau weit und breit wegen ihre vielen Knöllchen, die sie tagtäglich verteilt. Dann wohnen dort auch noch Patrick und Freddy. Vater und Sohn aus Afrika. Freddy ist ein Supertalent und spielt Fußball wie ein junger Gott. Er wurde in die englische Mannschaft verpflichtet und bekommt jeden Monat einen dicken Scheck. Freddy ist happy und möchte sein bestes geben. Zbigniew, geannnt Bogdan, ein junger Pole, wohnt zwar nicht in der Pepsy Road, hat aber dort viel als Handwreker zu tun. Er macht sich nicht viel ais England. Er lebt sehr spartanisch. ER möchte vile Geld verdienen, es sparen und dann wieder nach Polen zuück, um sich dort einen Existenz aufzubauen. Der Perfomancekünstler Smitty, ein Künstler und sein Assistent Parker machen Furore mit ungewöhnlichen Kunstsobjekten. Und alle Personen in dieser Straße haben eine gemeinsame Verbindung: Sie bekommen alle Postkarten und Videos auf denen steht: Wir wollen das, was ihr habt. Sie fühlen sich dadurch belästigt, Sie können sich keine Reim darauf machen. Will ein Makler vielleicht die Häuser aufkaufen? Sie gehen zur Polizei und Inspektor Mill wird mit dem Fall betraut. Das Buch selbst ist in drei Teile aufgeteilt. Lanchester beschreibt hier das Leben während der Finanzkrise in England zwischen Dezember 2007 und November 2008. Hier zieht sich das Thema Geld wie ein roter Faden durch die ganzen Geschichten. Es wird das Leben der Leute während dieser Zeit erzählt. Manche profitieren davon, anere haben viel weniger Glück.Ein gute Unterhaltung mit Niveau. Ihc kann das Buch nur weiterempfehlen.

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