John Lanchester Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt

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Inhaltsangabe zu „Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt“ von John Lanchester

Unterhaltsam und verständlich entwirrt der Autor des Welterfolgs »Kapital« jedem Laien, warum die Finanzwelt und die globale Welt seit Jahren erschüttert werden und die Ursachen noch immer nicht behoben sind. Der Sündenfall begann, als Finanzjongleure die Tatsache verschleierten, dass jedes finanzielle Abenteuer irgendwann von irgendjemandem bezahlt werden muss. Dabei macht er aus seiner sehr britischen Euroskepsis keinen Hehl und umreißt Vorschläge, wie eine politische Einigung Europas gelingen und Europa stärken könnte, um die Finanzkrise gemeinsam zu überwinden. »Gestern«, so heißt ein sarkastischer Witz, »standen wir vor dem Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter.« Dazu will es John Lanchester nicht kommen lassen – er plädiert dafür, einen Schritt zurückzutreten und entschlossen zu handeln, um nicht alles, was seit dem Fall der Mauer erreicht wurde, verloren gehen zu lassen.

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  • Die bizarre geschichte der Finanzen - John Lanchester

    Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt

    thursdaynext

    04. October 2013 um 12:45

    Klappentextzitat: "Vor kurzem war die Lage ernst aber nicht hoffnungslos. Jetzt ist sie hoffnungslos, aber nicht mehr ernst." "Es gibt in der Finanzwelt die sog. „Greater – Fool – Theorie“. Sie besagt schlicht, dass man, obwohl jeder weiß, dass das was da gerade vor sich geht, absolut verrückt ist, mit dem Aktienhandel noch Profit herausschlagen kann, wenn man nur den genannten „ noch größeren Idioten findet, an den man weiterverkaufen kann. Dabei ist vollkommen unerheblich, wie überbewertet die Aktien sind, solange man nur diesen Schafskopf findet, der bereit ist sie einem abzukaufen, sobald man einen schönen Gewinn eingefahren hat." In den letzten Jahren waren das im Endeffekt die US amerikanischen und europäischen Steuerzahler. Die in Wahlkämpfen traditionell heftig umworbene Mittelschicht. Sie sind verarscht, geplündert und geschröpft worden zugunsten einer kleinen elitären Gruppe von Vabanque Spielern die Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert haben. Soweit so bekannt. John Lanchester hat sich daran gemacht diese Entwicklung näher zu beleuchten, die Hintergründe aufzudecken und die „Kollateralschäden“ aufzuzeigen. Humorvoll, fesselnd, faszinierend und verständlich auch für absolute Laien. Was ungeheuerlich und unbegreiflich erscheint wird nachvollziehbar. Man begreift es, es rollen sich einem beim lesen die Zehennägel auf und man benötigt Möglichkeiten zum Aggressionsabbau sowie anteilnehmende Lebenspartner, Freunde oder schlicht Kommunikationspartner welchen man berichten kann. Verstehen kann man dieses Kasino Verhalten, welches von der Politik ungestört vor sich hin ausufern konnte dennoch nicht. Aber nachvollziehen wie es dazu kam. „Die bizarre Geschichte der Finanzen“ ist ein WUTBUCH. Betroffenheitslektüre. Die Kernaussage ist jedoch schlicht: „Was der Allgemeinheit nutzt, ist nicht identisch mit den Interessen der Finanzindustrie.“ Diesen Satz sollten sich Politiker aller Länder hinter die Ohren schreiben!!! Er lässt sich auch wunderbar auf Lobbyisten sämtlicher Couleur anwenden! Fazit: Besser als jeder fiktive Thriller. Gruseliger als jeder Horror Roman. Mitreissender, authentischer und emotional berührender als jede Lovestory Unbedingt lesen um der Wut eine konstruktive Richtung zu geben und den Unwillen über diese Machenschaften öffentlich und lautstark kundzutun. Noch leben wir, zumindest nominell in einer Demokratie. Faktisch ist es wenn man sich die Verteilung der vermögensverhältnisse ansieht eine demokratisch verbrämte Oligarchie. Das ist schon lange bekannt, wird aber beachtenswert vehement ignoriert.

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  • Die Wahrheit mit (bitterem) Humor

    Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner jemals etwas zurückzahlt

    michael_lehmann-pape

    25. June 2013 um 12:19

      Von seinem trockenen Humor sollte man sich, gerade was dieses Buch angeht, nicht täuschen lassen. Denn im Rahmen der vielfachen Veröffentlichungen der letzten Zeit um die Themen der Finanzkrise, des Kapitalismus, der Gier nach Profit und des wankenden Euro herum behält Lanchester zwar durchaus seine sehr flüssige, lockere, humorvolle und verständliche Sprache bei, lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass es ihm mit seinem Thema ernst ist.   Das Geld steht im Mittelpunkt seiner Erläuterungen, das Bankwesen. Die Tatsache, dass durch das Geld „alle miteinander vernetzt“ sind, kaum aber jemand versteht, welch immenses Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten vom einfachen Bürger bis hin zum komplexen Industriekonglomerat durch dieses „Geld“ im Raume steht.   Und er verweist, zum besseren Verständnis der gefährlichen Fehlentwicklungen, sehr verständlich auf die Geschichte der „Deregulierungen“. Mithin zeigt Lanchester dem Leser absolut verständlich auf, wie sehr Staaten und Finanzinstitutionen noch vor einigen Jahrzehnten auf „das Geld“ geachtet haben, allenthalben Restriktionen nicht nur für den einfache  Bürger im Raume standen, sondern auch für Banken als „Stütze von Wirtschaft und Staat“. Und wie im Verlauf weniger Jahre diese teils fast ängstlich anmutende „Achtsamkeit“ mehr und mehr sich völlig ins Gegenteil umkehrte, Geld quasi mit vollen Händen „zum Fenster heraus“ und in die Arme der (eher wenigen) Profiteure geworfen wurde (und, noch schlimmer, täglich weiter geworfen wird).   Weil, so Lanchesters These, „es eben nichts mehr kostet“. Aber auch nur vermeintlich. Am Beispiel der Subprime Krise zeigt er auf, dass Banken ohne weiteres Geld in Mengen auf den Markt warfen, die Risiken verpackten und weiter verkauften und damit ohne Risiko (aber auch nur für sich selbst) weiterhin Geld auf den Markt werfen konnten. „Weil es eben nichts kostet“. Das aber ist ein, höflich ausgedrückt, „Irrtum des Systems“, unhöflich gesagt ein breiter „Betrug“. An jenen, die als letztes Glied der Kette für die Ausfälle der Kredite gerade stehen werden.  Alle. Durch ihre Steuern zur Rettung des Systems.   Geld ist, nach Lanchester, immer geliehen. Die Deregulierung (und damit der Verlust dieses fundamentalen Wissens und der Vorsicht) hat die Ordnung nun völlig durcheinander gebracht. Eine „Unordnung“ allergefährlichsten Ausmaßes, die Lanchester im Buch ebenso  einsichtig auch am Euro durchdekliniert.   Eine Krise, die ständig mehr an Fahrt aufnimmt. Denn das „Geld ja nichts mehr kostet“ (und kurzfristig scheinbar keiner dafür gerade stehen muss) wird die Welt mit Geld „geflutet“. Vermögen, das umgehend wieder angelegt wird und immer risikoreicher eingesetzt wird.   Einen einfache Weg aus der Krise heraus, den propagiert Lanchester in keiner Weise. Er macht dem Leser nichts vor, er beruhigt nicht, er wütet aber auch nicht nur herum. Letztendlich erläutert er in sehr verständlichen Sprache und anhand eingängiger Beispiele das „Grundproblem“ des Systems und vermag als Ausblick nur zu geben, dass „die Zeche bezahlt werden wird“. Nicht von „denen da oben“ und nicht von denen mit dem gehorteten Vermögen, sondern vom Steuerzahler und, was Europa angeht, alleine von Deutschland.   Ein Buch, dass gerade ins einer klaren Sprache und dem ironischen Unterton intensiv zum Umdenken anstößt. Gegen die ständige Plünderung all derer, die kaum ausweichen können durch ihre Steuerlast, die aber die Folgen der Krise auch des Sozialsystems ebenso am eigenen Leibe viel deutlicher zu spüren bekommen, als die Protagonisten des Systems.

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