John LeFevre

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Autor von Ab in die Hölle.

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John LeFevreAb in die Hölle
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Ab in die Hölle
Ab in die Hölle
 (1)
Erschienen am 09.11.2015

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Rezension zu "Ab in die Hölle" von John LeFevre

Man kann es lustig finden, aber auch ätzend und informativ
R_Mantheyvor 2 Jahren

Wenn man sich in der Subkultur der Investmentbanker nicht auskennt, dann glaubt man vielleicht, dass man beim Lesen dieses Buches gewisse Einblicke in die Geisteshaltung und Charakterlosigkeit dieser Spezies bekommt. Das ist wohl auch tatsächlich so. Mich hat dieser Text nicht sonderlich überrascht, sondern eher angeödet, weil er sich nach wenigen Seiten ständig nur noch im Kreise dreht. 

Neben Geschäften, die kein Laie verstehen wird, und neben der für Außenstehende sehr sonderbaren Arbeitsatmosphäre in den Handelssälen von Großbanken schildert der Autor auch Teile seines Privatlebens in Hongkong, das im Grunde nur aus Saufen, Kiffen und Vögeln bestand. Wen das stark interessiert, der wird in diesem Buch zur Genüge Material zur eigenen Erregung vorfinden. Selbstverständlich läuft das alles unter der Überschrift der Aufklärung über die Dekadenz dieses Berufstandes. Man kann allerdings auch vermuten, dass ein gewisser Stolz bei dieser fröhlichen Selbstbeschau mitschwingt. Was sind wir doch für tolle Hechte, und wie haben wir es krachen lassen. 

Man kann allerdings auch gewisse Schlüsse aus diesen Schilderungen ziehen. Die Atmosphäre in den Großbanken war damals schon nicht zu vergleichen mit Orten, an denen mit ehrlicher Arbeit Geld verdient wird. Heute wird das nicht anders sein, denn tatsächlich hat die Finanzkrise nichts Wesentliches an den Zuständen in den Banken geändert. Sie schwimmen nach wie vor im Geld und können machen, was sie wollen. Wenn man dieses Buch liest, dann weiß man, dass nur noch radikale Maßnahmen helfen. Banken sind soweit von normalen Maßstäben entfernt, dass ein paar scheinheilige Reformen nicht zu der Korrektur führen werden, die man benötigt, um diesen dekadenten Sumpf trockenzulegen. 

Wenn man wissen will, wozu die Gewissheit, als Unternehmen nicht scheitern zu können, führt, dann ist man bei diesem Text richtig. Nun hat es ähnliche Exzesse bereits auch in Unternehmen der wertschöpfenden Industrie gegeben, wenn diese nur groß und reich genug sind, um kaum noch eine wirkliche Kontrolle über Spesen und Tätigkeiten durchführen zu können. Doch in Großbanken fängt die Schamlosigkeit offenbar bereits auf viel tieferen Ebenen an. 

Natürlich kann man darüber schockiert sein. Einige ahnungslose Journalisten waren es beim Lesen des Buches offenbar, wie man auf dem Cover lesen kann. Wenn sich jedoch Gelegenheiten, wie sie im Text geschildert werden, ergeben, dann ist es wenig schockierend, dass es immer einige Menschen geben wird, die sie nutzen. Und offenbar sammeln sich in Großbanken besonders viele solche Typen, was wiederum auch kein Wunder ist, denn Investmentbanking erfordert eine bestimmte Charakterstruktur. 

Wenn man das Buch unter diesem Blickwinkel liest, dann enthält dieser schrille Text genug Informationen bereit, um naive oder gutgläubige Leser auf den Boden der Realität zu befördern. Für andere wird er vielleicht Anlass sein, das ganze System anzuzweifeln, dem man endlich einmal den Glauben der Gottgleichheit nehmen muss. Meine Bewertung reflektiert den Informationsgehalt des Buches und nicht die Beschreibung dieser öden Dekadenz. 

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