John LeFevre Ab in die Hölle

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Inhaltsangabe zu „Ab in die Hölle“ von John LeFevre

Sein Twitter-Account @GSElevator, über den John LeFevre angebliche Gesprächsfetzen aus dem Goldman-Sachs-Aufzügen in die Welt schickte, hat nicht nur eine Dreiviertelmillion Follower, er löste damit sogar eine interne Untersuchung bei Goldman aus. Das ging so weit, dass die Bank Mitarbeitern verbot im Aufzug miteinander zu sprechen. Doch obwohl inzwischen klar ist, dass LeFevre nicht für Goldman Sachs sondern die Citigroup gearbeitet hat, ist sein Buch ein gleichsam schockierender wie amüsanter Blick hinter den Vorhang einer Welt die so leidenschaftlich gehasst und vergöttert wird. Denn es ist alles wahr: Alkohol, Koks und Nutten sind eher Alltag als Ausnahme bei Investmentbanken, Kumpanei bei großen Deals ist vollkommen normal und was sich sonst hinter den schillernden Fassaden der weltgrößten Banken tut ist schlicht und ergreifend schockierend – und doch real. Der unfassbare Bericht über zügellose Exzesse, brutalem Erfolgsdruck und dem verkommenen Gebaren der Spezies Investmentbanker.

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    Ab in die Hölle
    R_Manthey

    R_Manthey

    25. May 2016 um 15:01

    Wenn man sich in der Subkultur der Investmentbanker nicht auskennt, dann glaubt man vielleicht, dass man beim Lesen dieses Buches gewisse Einblicke in die Geisteshaltung und Charakterlosigkeit dieser Spezies bekommt. Das ist wohl auch tatsächlich so. Mich hat dieser Text nicht sonderlich überrascht, sondern eher angeödet, weil er sich nach wenigen Seiten ständig nur noch im Kreise dreht. Neben Geschäften, die kein Laie verstehen wird, und neben der für Außenstehende sehr sonderbaren Arbeitsatmosphäre in den Handelssälen von Großbanken schildert der Autor auch Teile seines Privatlebens in Hongkong, das im Grunde nur aus Saufen, Kiffen und Vögeln bestand. Wen das stark interessiert, der wird in diesem Buch zur Genüge Material zur eigenen Erregung vorfinden. Selbstverständlich läuft das alles unter der Überschrift der Aufklärung über die Dekadenz dieses Berufstandes. Man kann allerdings auch vermuten, dass ein gewisser Stolz bei dieser fröhlichen Selbstbeschau mitschwingt. Was sind wir doch für tolle Hechte, und wie haben wir es krachen lassen. Man kann allerdings auch gewisse Schlüsse aus diesen Schilderungen ziehen. Die Atmosphäre in den Großbanken war damals schon nicht zu vergleichen mit Orten, an denen mit ehrlicher Arbeit Geld verdient wird. Heute wird das nicht anders sein, denn tatsächlich hat die Finanzkrise nichts Wesentliches an den Zuständen in den Banken geändert. Sie schwimmen nach wie vor im Geld und können machen, was sie wollen. Wenn man dieses Buch liest, dann weiß man, dass nur noch radikale Maßnahmen helfen. Banken sind soweit von normalen Maßstäben entfernt, dass ein paar scheinheilige Reformen nicht zu der Korrektur führen werden, die man benötigt, um diesen dekadenten Sumpf trockenzulegen. Wenn man wissen will, wozu die Gewissheit, als Unternehmen nicht scheitern zu können, führt, dann ist man bei diesem Text richtig. Nun hat es ähnliche Exzesse bereits auch in Unternehmen der wertschöpfenden Industrie gegeben, wenn diese nur groß und reich genug sind, um kaum noch eine wirkliche Kontrolle über Spesen und Tätigkeiten durchführen zu können. Doch in Großbanken fängt die Schamlosigkeit offenbar bereits auf viel tieferen Ebenen an. Natürlich kann man darüber schockiert sein. Einige ahnungslose Journalisten waren es beim Lesen des Buches offenbar, wie man auf dem Cover lesen kann. Wenn sich jedoch Gelegenheiten, wie sie im Text geschildert werden, ergeben, dann ist es wenig schockierend, dass es immer einige Menschen geben wird, die sie nutzen. Und offenbar sammeln sich in Großbanken besonders viele solche Typen, was wiederum auch kein Wunder ist, denn Investmentbanking erfordert eine bestimmte Charakterstruktur. Wenn man das Buch unter diesem Blickwinkel liest, dann enthält dieser schrille Text genug Informationen bereit, um naive oder gutgläubige Leser auf den Boden der Realität zu befördern. Für andere wird er vielleicht Anlass sein, das ganze System anzuzweifeln, dem man endlich einmal den Glauben der Gottgleichheit nehmen muss. Meine Bewertung reflektiert den Informationsgehalt des Buches und nicht die Beschreibung dieser öden Dekadenz.

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