John Lucas No Way Back

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Inhaltsangabe zu „No Way Back“ von John Lucas

Dein Leben ist nichts, deine Gang ist alles. Bisher war Jays Gang-Dasein in der Londoner Vorstadt nur ein schräges Kinderspiel aus Drogen, Party und Gewalt. Die härtesten Entscheidungen: welche Klamotten man anzieht oder welchen Schokoriegel man kauft. Doch an seinem 16. Geburtstag wird Jay zu den "Olders" aufsteigen, und dazu muss er beweisen, dass er alles für seine Brüder tun würde. Als Jay ein Mitglied aus einer rivalisierenden Gang umbringen soll, merkt er, dass die Entscheidungen über Leben und Tod nicht bei ihm liegen. Aber es gibt kein Zurück mehr... Schonungslos, aufwühlend und berührend – dieses Buch lässt niemanden kalt
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  • "Das ist das Problem, wenn du fünfzehn bist."

    No Way Back
    Asaviel

    Asaviel

    09. July 2014 um 21:24

    "Die Boys beherrschten die Siedlung, und ich fand bald heraus, dass du ein Niemand bist, wenn du nicht zur Gang gehörst." (Seite 22) Das Leben in einer Stadt oder einem Viertel, das von einer Gang beherrscht wird,kann man sich als Außenstehender vermutlich gar nicht vorstellen. Jay wird nicht in diese Welt hineingeboren, aber findet schnell heraus, wie der Hase läuft und passt sich an. Das muss er tun. Dieses Gang-Dasein bringt Rechte und Sicherheit für den Jungen mit sich, aber auch viele Regeln und Pflichten, an die man sich halten muss und über die man gleichzeitig schlecht den Überblick bewahren kann. Hier ist Jay sehr reflektiert und so gelingt dem Protagonisten den Leser mit einer Mischung aus Nachdenklichkeit und leicht ironischem Witz an sich zu binden. "Der Gangster Moses und seine zehn Gebote. Aber es sind mehr als zehn. Es sind so viele, dass ich sie nicht mehr zählen kann." (Seite 96) Dabei wirkt die Geschichte sehr authentisch. Jay will aufsteigen und muss sich diesen Aufstieg verdienen. Sein Wunsch eigene Wege zu gehen, kollidiert unweigerlich mit den Verpflichtungen, die er eingegangen ist. Er soll jemanden töten. Es geht um Gewalt, Brutalität und Mord. Wie soll ein fünfzehnjähriger Junge, der sich zwar erwachsen fühlt, es aber längst nicht ist, mit alldem fertig werden, zur Schule gehen, sich verlieben und nun tatsächlich erwachsen werden? Gleichzeitig ist dieser Jugendroman durchaus auch sprachlich sehr empfehlenswert. Symbolik und Metaphern nehmen implizit einen hohen Stellenwert ein, sodass man hier lernt sich mit sprachlichen Bildern auseinander zu setzen, ohne dass man sich analytisch damit beschäftigen muss. Es geht aber auch nicht nur um die Gang, es geht um das Erwachsenwerden an sich. Die Abgrenzung zu anderen, aber auch vor allem zu den Eltern. Es geht um Sexualität und den Umgang damit, sehr reflektiert ohne den nervigen erhobenen Zeigefinger. Obwohl die einzelnen Charaktere immer wieder unfreiwillig komisch wirken, sind sie mit Sorgfalt gezeichnet und dargestellt. Sie lassen den Leser lediglich schmunzeln oder den Kopf schütteln, da man das Verhalten kaum verstehen kann. Doch die hohe Reflektionsfähigkeit des Protagonisten fängt diese Verwirrung und dieses Unverständnis immer wieder gekonnt auf. Einen Kritikpunkt kann man kaum richtig in Worte fassen. Das Buch reißt den Leser nicht komplett mit und es bleibt wenig in Erinnerung. Ja, es lässt sich gut und schnell lesen, es macht Spaß, aber es wird schnell von anderen Büchern, eigenen Erlebnissen überlagert und so verschwindet dieses Buch schnell aus dem Kopf. Das ist sehr schade. "Das ist das Problem, wenn du fünfzehn bist. Du fühlst dich zwar nicht wie ein Kind, aber alle behandeln dich so." (Seite 38) Fazit: Ein gut zu lesendes Buch über das Gang-Dasein und das Erwachsenwerden mit markanten Charkateren und einem reflektierenden Protagonisten. Leider bleibt das Buch nicht hängen, kann nicht komplett mitreißen, aber trotzdem für jeden jugendlichen Leser zu empfehlen.

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  • Rezension zu John Lucas - No way back

    No Way Back
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    05. June 2014 um 15:28

    Der 15-jährige Jay wohnt in der Londoner Vorstadt und hat sich eine respektable Position in der Gang der Boyz erarbeitet. Mit Hannah, die er in der Kirche seiner Tante, bei der er zwangsweise wohnt, kennengelernt hat, erlebt er gerade die erste Liebe. Alles könnte so leicht sein, die kleinen Drogengeschäfte laufen, die Eltern nerven dank der Distanz auch nicht mehr und bald kann er in die obere Riege der Boyz aufsteigen. Doch um dies zu erreichen stellt ihm der Anführer Shads eine Aufgabe: er soll ein Mitglied der rivalisierenden Gang töten. Auch wenn die geschilderten alltäglichen Drogenverkäufe und –konsum sowie die zahlreichen Morde sicherlich etwas weit hergeholt sind, kann das Jugendbuch zunächst überzeugen. Der Protagonist befindet sich in einer Identitätskrise gefangen zwischen rivalisierenden Weltanschauungen und Werten und beginnt zu hinterfragen, was ihm im Leben wichtig ist und welche Art von Dasein er führen möchte. Seine Beziehungen im Familien- und Freundeskreis werden auf eine harte Probe gestellt und in dieser Hinsicht ist das Buch sicherlich Zielgruppen adäquat. Sprachlich ist es ansprechend und die Handlung ist weitgehend glaubwürdig dargestellt. Einziger Wermutstropfen ist für mich der im letzten Drittel extrem in den Vordergrund gerückte religiöse Aspekt, der dem Leser nahelegt, dass nur ein Leben in und mit der Kirche sinnvoll sein kann und nur dort auch Erfüllung und Sinnhaftigkeit zu finden sind. Dies wirkt auf mich nur wenig überzeugend und unangemessen, über ein Jugendbuch missionieren zu wollen, erscheint mir nicht erfolgreich. Nichtsdestotrotz neben dem Unterhaltungswert auch was zum Nachdenken mit dabei.

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