John Meade Falkner

 4,4 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor*in von Moonfleet, Moonfleet und weiteren Büchern.

Lebenslauf

John Meade Falkner (1858–1932), geboren in der Grafschaft Wiltshire, war Autor, Antiquar und Unternehmer. Nach dem Studium in Oxford arbeitete er zunächst als Lehrer, unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa und fand anschließend Anstellung als Privatlehrer im Hause eines Waffenfabrikanten. Später trat er in dessen Unternehmen ein und leitete es von 1915 bis 1926. Anschließend wurde er Honorarprofessor für Paläografie. Falkner veröffentlichte drei Romane, mehrere Reiseführer und eine Geschichte der Grafschaft Oxfordshire.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von John Meade Falkner

Cover des Buches Moonfleet (ISBN: 9783954380596)

Moonfleet

(12)
Erschienen am 22.02.2016
Cover des Buches Moonfleet (ISBN: 9783293710474)

Moonfleet

(2)
Erschienen am 10.07.2025
Cover des Buches Das Wappen des Lord Blandamer (ISBN: 9783898128278)

Das Wappen des Lord Blandamer

(1)
Erschienen am 01.03.2012
Cover des Buches Moonfleet (ISBN: 9783911831307)

Moonfleet

(0)
Erschienen am 06.05.2025
Cover des Buches Moonfleet (ISBN: 9783842426207)

Moonfleet

(1)
Erschienen am 25.02.2013
Cover des Buches The Lost Stradivarius (ISBN: 9785518473331)

The Lost Stradivarius

(1)
Erschienen am 07.03.2013
Cover des Buches Oxford Children's Classics: Moonfleet (ISBN: 9780192734785)

Oxford Children's Classics: Moonfleet

(0)
Erschienen am 01.08.2013

Neue Rezensionen zu John Meade Falkner

Cover des Buches Moonfleet (ISBN: 9783293710474)
Angie*s avatar

Rezension zu "Moonfleet" von John Meade Falkner

Angie*
Klassischer Abenteuerroman,,,,

Der Autor entführt uns ins 18. Jahrhundert an die malerische Südküste Englands. Kleine Dörfer und versteckte Höhlen an einsamen Sandstränden boten damals den Schmugglern ausreichend Unterschlupf, um ihre kostbaren Genusswaren wie Alkohol, Tee und Tabak heimlich bei Nacht über das Meer und an den Steuerbehörden vorbei an Land zu schaffen.


In dem kleinen Dorf Moonfleet lebt der Waisenjunge John Trenchard bei seiner strengen Tante. Er ist ein unternehmungslustiger und neugieriger Junge, der gerne im Dorf, auf dem Friedhof und an der Meeresküste umherstreift und nach vermeintlichen Abenteuern Ausschau hält. Zufällig beobachtet er Schmuggler bei ihren Touren und gerät dabei auf einem unheimlichen alten Friedhof in Lebensgefahr. Der Schankwirt des Dorfes, Elzevir Block, rettet ihm das Leben und kümmert sich fortan um den Jungen. In der jahrhundertealten Schänke hört der junge John von den Seeleuten so manche alte Legende, wie auch die Geschichte eines verschwundenen alten Schatzes. Es soll ein strahlender Diamant sein, der allerdings von einem Fluch belegt sein soll, für den der vor hundert Jahren verstorbene Colonel Mohune verantwortlich gemacht wird.


Falkner lässt in seinem Roman den jungen John in der Ich-Form von seinen Gedanken und Abenteuern erzählen, die er mit seinem väterlichen Freund und Beschützer Elzevir Block erlebt. Um nicht zu spoilern, möchte ich diese vielfältigen Erlebnisse und die Suche nach dem Schatz nicht näher erwähnen, aber sie enthalten alles, was man sich aus dem Genre des klassischen Abenteuerromans nur wünschen kann. Das Buch liest sich geschmeidig und spannend und fesselt durch die neue Übersetzung, die Michael Kleeberg unserem heutigen Sprachverständnis angepasst hat. Es ist fast ein „Coming-of-Age“-Roman vor einem historischen Hintergrund. Das Buch ist für jedes Lesealter geeignet (ab 15 Jahren). Der Roman erzählt mitreißend und empathisch zusätzlich die persönliche Entwicklung des Jungen John Trenchard über Jahre hinweg zum erwachsenen Mann.


Eine absolute Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN.


Cover des Buches Moonfleet (ISBN: 9783293710474)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Moonfleet" von John Meade Falkner

Gwhynwhyfar
Nicht alles, was glänzt, ist Gold

«Was hast du dir nur dabei gedacht, Papa?»


Im Winter 1942/43 flohen italienische Soldaten in Schuhen mit Pappsohlen vor der Roten Armee, Zehntausende erfroren. Der «Rückzug aus Russland» hat sich als Trauma im kollektiven Gedächtnis Italiens eingebrannt - auch in der Familie von Francesca Melandri, einer der wichtigsten Autorinnen Italiens. Ihr Vater hat ihn überlebt. Doch erst als Anfang 2022 Bilder und Orte des Kriegs in der Ukraine omnipräsent sind, wird ihr klar: Der Vater ist vor allem in der Ukraine gewesen. Sie tritt mit ihrem verstorbenen Vater in ein Zwiegespräch, wobei sie den Krieg damals mit dem Heutigen in der Ukraine vergleicht. 


«Zwei, nur zwei Episoden deines Krieges waren es wert, in die epischen Dichtungen der Familien aufgenommen zu werden.»


Was hat der Vater dort wirklich erlebt, warum war er überhaupt dort? Francesca Melandris «Kalte Füße» ist ein berührendes Zwiegespräch mit einem geliebten Menschen: ein unerschrockenes Buch über das, was der Krieg gestern wie heute in Körpern und Köpfen anrichtet. Das Buch ist auch eine Abrechnung mit der italienischen Linken, die Putin hinterherhecheln und ein falsches Geschichtsbild präsentieren. Der Vater berichtete davon, vor dem Feind geflohen zu sein. Letztendlich war doch so, dass die Italiener, die Faschisten, in ein fremdes Land eingefallen waren, ergo die Feinde waren, die anderen lediglich ihr Land verteidigt hatten. Melandri findet Parallelen zwischen damals und heute. Immer wieder die Ukraine, die überfallen wird! Und sie geht noch viel weiter zurück in der Geschichte.


«Was bringt es, uns als stolze Antifaschisten zu fühlen und Bella Ciao zu singen, aber dann einen lupenreinen Faschisten wie Putin nicht zu erkennen, wenn er direkt vor uns steht?»


Francesca Melandri eröffnet im Zwiegespräch kluge Gedanken zum Krieg, zur Ukraine, erinnert an historische Eckdaten. Sie erinnert sich an die heroischen Kriegsgeschichten und seziert sie – denn der Vater konnte gut erzählen – aber er hat sich auch jede Menge zurechtgebogen. Er hatte ein Buch geschrieben, damals, mit frischen Erinnerungen, das so gar nicht zu den anderen Geschichten passt, die später erzählt wurden. Viel Schlimmes erleben Soldaten und das Erzählen, das Verklären, ist ein Teil der Strategie der Überlebenskunst. Die Autorin hält der Linken den Spiegel hin, greift sie an, bezüglich ihrer Einstellung zum Ukrainekrieg, zu ihrer Treue zu Putin. Und das macht sie völlig sachlich mit guten Argumenten. Ihre Intension ist ihre historische Pflicht angesichts des Angriffs auf die Ukraine, die Stille zum Sprechen zu bringen, nicht wegzuschauen, sich für die Ukraine einzusetzen, es laut auszusprechen. Denn die Stille wäre genau das, was Putin erreichen möchte. Historisch gut erklärt, philosophisch eine erhellende Auseinandersetzung mit klugen Schlussfolgerungen. Spannend zu lesen, ein politisches Buch. Ich kann nur sagen: Lest es unbedingt, ihr werdet begeistert sein! 


«Nicht ich bin diejenige, Papa, die diese Verbindung herstellt zwischen der Invasion in der Laraine und dem Zweiten Weltkrieg. Es sind die deutlichen, ruhig und überlegt ausgesprochenen Worte eines Mannes, der sich als Abgesandter der großen Geschichte versteht, von jemandem, der - wie er gerne betont - im Geist der Zaren Peter, Katharina und Alexander III. handelt: Wladimir Wladimirowitsch Putin.

Wer weiß, wie du reagieren würdest, wenn er dir sagte, dass der von ihm begonnene Krieg eine Fortsetzung deines Krieges sei.»


Francesca Melandri, geboren in Rom, gehört zu den beliebtesten italienischen Autorinnen der Gegenwart. Melandri hat sich in Italien zunächst als Autorin von Drehbüchern für Kino- und Fernsehfilme einen Namen gemacht. Mit ihrem ersten Roman »Eva schläft« wurde sie auch einem breiten deutschsprachigen Lesepublikum bekannt. Ihr zweiter Roman »Über Meereshöhe« wurde von der italienischen Kritik als Meisterwerk gefeiert. Ihr dritter Roman »Alle, außer mir« wurde 2018 zum Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels gewählt, erlebte zahlreiche Nachauflagen und stand zehn Wochen lang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.


Cover des Buches Moonfleet (ISBN: 9783954380596)
Haverss avatar

Rezension zu "Moonfleet" von John Meade Falkner

Havers
Für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen empfohlen

Schmuggeln ist im 18. Jahrhundert an der englischen Südküste eine weit verbreitete Einnahmequelle. Grund dafür sind die steigenden Zölle auf Genussartikel wie Tee und Alkohol. Und natürlich bietet die Topographie dieses Küstenabschnitts dafür ideale Voraussetzungen. Kleine Ortschaften, versteckte Buchten und eine große Anzahl natürliche Höhlen bieten ideale Verstecke nicht nur für die Schmuggler sondern auch für deren Schmuggelgut.

Dieser Hintergrund inspiriert John Meade Falkner Ende des 19. Jahrhunderts zu „Moonfleet“, einem Abenteuerroman (1898 erstmals veröffentlicht), der nun von Michael Kleeberg neu übersetzt bei Liebeskind erschienen ist. Hauptfigur ist John Trenchard, ein Waisenjunge, der Mitte des 18. Jahrhunderts bei seiner schrulligen alten Tante in Moonfleet, einem Küstenort in Dorset, lebt. Wenn er durch das Dorf stromert, hört er jede Menge Seemannsgarn, Geschichten von unglaublichen Schätzen, die nur darauf warten, geborgen zu werden und ihren Finder unendlich reich machen. So wie der verschwundene Schatz des sagenumwobenen Colonel Mohune, der aus einem  wertvollen Diamanten besteht. Und wie in allen Schatzsucher-geschichten der damaligen Zeit, stolpert der abenteuerlustige Junge buchstäblich über vielversprechende Hinweise zum Verbleib des Diamanten. John vertraut seine Pläne Elzevir Block an, Schankwirt in Moonfleet, aber auch Schmuggler, der für ihn gleichermaßen Freund, Vater und Beschützer verkörpert.  Die Schatzsuche beginnt, aber die beiden geraten immer wieder in brenzlige Situationen und haben mit Herausforderungen zu kämpfen, die Leib und Leben bedrohen. Verletzt, des Mordes verdächtigt, auf der Flucht, in Gefangenschaft und - natürlich – verliebt.

Im englischen Sprachraum ist „Moonfleet“ ein Klassiker der Jugendliteratur und steht dort im Bekanntheitsgrad Stevensons „Schatzinsel“ in nichts nach.  In erster Linie erzählt der Roman natürlich eine spannende Abenteuergeschichte mit allem, was dazugehört. Detaillierte Beschreibungen transportieren die Atmosphäre und sorgen für Lebendigkeit, lassen Bilder vor dem Auge des Lesers ablaufen. Für Tempo und Spannung sorgen die Herausforderungen, denen sich John und Elzevir stellen müssen und an denen sie wachsen. So ist „Moonfleet“ nicht nur die abenteuerliche Geschichte einer Schatzsuche, sondern gleichzeitig auch ein Entwicklungsroman, eine Coming of age-Story, die den Weg eines Jungen zum Mannwerden beschreibt.

Üppig mit jeder Menge Atmosphäre, spannend mit zahlreichen Wendungen, für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen empfohlen – beste Genre-Unterhaltung!

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