1667 veröffentlichte der englische Dichter John Milton sein weltberühmtes episches Gedicht „Paradise Lost“.
Dort erzählt er vom Aufstand der Engel gegen Gott und den anschließenden Höllensturz, der Versuchung Adams und Evas durch Satan im Garten Eden und nach deren Erfolg der Vertreibung aus dem Paradies.
Milton stellte sich mit seinem Gedicht der damaligen Zeit dramatisch entgegen und beschränkte sich nicht darauf, Satan als das pure Böse zu beschreiben, sondern charakterisierte ihn eher als einen tragischen Helden, der aus nachvollziehbaren Gründen gegen Gott aufbegehrte.
Der Schriftsteller Rolf Schönlau widmet sich in seinem 2024 erschienenen Buch „Paradies Verloren“ eben jenem Gedicht, und das in aller Ausführlichkeit. Er setzt Miltons Epos in den Kontext seiner Zeit, erläutert und interpretiert, übersetzt teilweise neu und macht die Einflüsse u. a. Homers, Vergils und natürlich der Bibel sichtbar.
Ein grandioses Werk, das sich auf 304 Seiten mit einem Gedicht auseinandersetzt, das unser Bild des Teufels vermutlich maßgeblicher geprägt hat als die Bibel selbst und auch aus der modernen Popkultur kaum mehr wegzudenken ist. Schönlau gelingt es, das eher sperrige Werk Miltons verständlich für heutige Leser aufzubereiten und lässt dabei hier und da sogar Humor durchblitzen. Wie ein Literatur- oder Geschichtsprofessor, der noch wirklich Bock auf seinen Job hat.
Von mir gibt’s dafür 5 von 5 verlorene Seelen!












